Siegel Docset
QualityUnser
Versprechen
SafetyIcon Doc
Docset ist ein medizinisches Nachschlagewerk. Unser Ziel ist, das Wissen von Medizinern in einer Plattform zu sammeln.
Mediziner können somit schnell und einfach ihr Wissen teilen.
Der Text wird ärztlich validiert, aktualisiert und darf für Forschung/Training genutzt werden.
alles aufklappen
pfeilWas ist das?

Als Retinoblastom wird ein Tumor der Netzhaut des Auges bezeichnet. Es ist ein maligner, also bösartiger Tumor, der vor allem im Kindesalter auftritt. (Retina = Netzhaut)

pfeilIst das gefährlich?

Ein Retinoblastom ist ein bösartiger (maligner) Tumor. (Das bedeutet, der Tumor wächst unkontrolliert und kann sich ausbreiten)

Die Erkrankung muss daher sehr ernst genommen werden und ist dringend behandlungsbedürftig.

Wenn dieser Tumor nicht behandelt wird, liegt die Mortalität, also Sterberate, bei 99 %.

Dank der Therapien und bei früher Diagnose reduziert sich die Sterblichkeit auf 5 %.  

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeilWann zum Arzt?

Da oftmals Kleinkinder betroffen sind und der Tumor an sich auch eher keine Schmerzen verursacht (zumindest nicht in Anfangsstadien) ist es schwierig zu wissen, wann man zum Arzt muss.

Sollten bei Kinderfotos auffallen, dass ein oder gar beide Augen keinen Rotreflex zeigen oder man das Gefühl hat, dass das Kind nicht richtig gucken kann, das Kind verändert wirkt oder plötzlich anfängt zu schielen, sollte man dringend einen Kinderarzt aufsuchen.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Anatomie

Das Retinoblastom befindet sich in der Netzhaut [6] eines oder beiden Augen.

Es kann auch innerhalb eines Auges an nur einer oder an mehreren Stellen auftreten.

Die Retina, also Netzhaut, kleidet den Augapfel von innen aus.
Anfangs wächst der Tumor nur in den Netzhautzellen. Später breitet er sich allerdings über den Glaskörper [9] aus und kann so auch in andere Augenabschnitte gelangen.

Der Glaskörper ist der gallertartige Teil des Auges, der den Innenraum hinter der Linse [5] ausfüllt.

Letztendlich kann der Tumor durch infiltratives Wachstum sämtlichen Strukturen im Augen, wie auch zum Beispiel die Aderhaut [7] (die Haut, die für die Blutversorgung des Auges zuständig ist) oder aber auch darüber hinaus, wie die Augenhöhle oder den Sehnerv [10] befallen. 

Aufbau des Auges

  • Augapfel und Anhangsorgane (Muskeln, Augenlider, etc.), das Auge befindet sich in der Augenhöhle (Orbita)
  • Bulbus oculi (Augapfel) kann man in 3 Schichten einteilen:  
    1. Äußere Augenhaut mit Sklera (Lederhaut, äußerste Schicht) und Cornea (Hornhaut, dient unter anderem der Lichtbrechung, dem Sehen und dem Schutz)
    2. Mittlere Augenhaut (Uvea) mit Iris (Regenbogenhaut, der Teil des Auges, der farbig ist), Ziliarkörper (Corpus ciliare, für die Aufhängung der Linse und die Anpassung bei Nahem oder Fernen sehen zuständig) und Choroidea (Aderhaut, für die Blutversorgung der Netzhaut zuständig)
    3. Innere Augenhaut mit Retina (Netzhaut, der Ort, an dem sich Stäbchen und Zapfen befinden und uns das Sehen ermöglichen)
  • die Linse [5] befindet sich zusammen mit dem Glaskörper im Innenraum des Auges.
  • die Makula [12] ist der Ort des schärfsten Sehens auf der Netzhaut.
  • der blinde Fleck [13] des Auges ist die Stelle auf der Netzhaut, an der der Sehnerv austritt.
  • die Pupille [11] dient als „Fenster“ zum Sehen und reguliert, wie viel Licht ins Auge einfällt.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Einteilung & Formen

Man kann die Retinoblastome einteilen in:

  1. Hereditäres/familiäres Retinoblastom
  2. Sporadisches Retinoblastom

Um diese Einteilung zu verstehen, muss man die genetischen Aspekte betrachten.
Da Retinoblastome teils genetisch bedingte Tumore sind, ist der Mutationsursprung, der zu einer Veränderung in einem Gen führt, das relevante Unterscheidungsmerkmal. 

Damit ein Retinoblastom entstehen kann, müssen immer zwei Mutationen in beiden Allelen eines bestimmten Gens, dem sogenannten „Retinoblastom-Gen“ (RB1) vorhanden sein.
Allele beschreiben die unterschiedliche Ausprägung eines Merkmals an einem bestimmten Genort.

Es kommt durch Deletion (also „Löschen“) oder anderen Mutationen zu einer Inaktivierung, also einem „Ausschalten“, des Gens.

Normalerweise funktioniert das Retinoblastom-Gen als sogenanntes „Tumorsuppressorgen“.
Diese Gene dienen als Wächter unserer DNA und sorgen dafür, dass sich geschädigte Zellen nicht weiterentwickeln und unkontrolliert teilen können.
Sie sortieren quasi die „kaputten Zellen“ aus und leiten Mechanismen ein, damit diese „zerstört“ werden.

Diese unkontrollierte Teilung, die normalerweise verhindert wird, trägt aber zur Entstehung von Tumoren bei.

Wenn also das „Wächtergen“ seine Aufgabe des „Aussortierens“ nicht mehr übernehmen kann, kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum von geschädigten Zellen und der Krebs entsteht.

Nun kann man den Mutationsursprung einteilen:

1. Hereditäres/familiäres Retinoblastom
Das familiäre Retinoblastom liegt in ca. 10 - 15 % der Fälle vor.
Es heißt so, da eine erste Mutation über die Keimbahn vererbt, also von den Eltern an das Kind weitergegeben wird.
Diese Keimbahnmutation, die an alle Zellen der Retina (Netzhaut) weitergegeben wird und auch vererbt werden kann, ist der sogenannte „first hit“.
Sie geht mit einem erhöhten Entartungsrisiko aller retinaler Zellen (den Zellen der Netzhaut) einher.
Die 2. Mutation, also der „second hit“, tritt auch hier spontan, also zufällig auf.
Oftmals treten die familiären Retinoblastome an mehreren Stellen der Netzhaut oder beidseitig, also multilokulär, auf.
Die Mutation wird autosomal-dominant vererbt, allerdings mit unvollständiger Penetranz. Das bedeutet, dass zwar jeder Nachkomme die Mutation in sich trägt, sie aber nicht automatisch bei jedem zu einem Ausbruch der Erkrankung führt.  

2. Sporadisches Retinoblastom
Das sporadische Retinoblastom tritt in ca. 90 - 95 % der Fälle auf.
Hier werden beide Allele durch eine spontane Mutation inaktiviert.
Die Mutation findet in einer somatischen Zelle statt, das sind Körperzellen, aus denen keine Zellen entstehen können, die an die Nachfahren vererbt werden können (das sind sogenannte Geschlechtszellen).
Der Tumor befindet sich häufig nur an einer Stelle.
Nur 35 % der Patienten weisen hier einen beidseitigen Befall auf.   

Weiterhin kann man das Retinoblastom nach Ausbreitung einteilen:

  • Intraokuläres Retinoblastom, also der Tumor ist auf das Auge beschränkt und befindet sich innerhalb des Auges.
  • Extraokuläres Retinoblastom – der Tumor ist nicht auf das Auge beschränkt, sondern wächst darüber hinaus, hier kann man weiterhin unterscheiden:
    • orbitales Retinoblastom – der Tumor befindet sich in der Augenhöhle (Orbita)
    • metastasiertes Retinoblastom – Tumorausbreitung über Augenhöhle (Orbita) hinaus (Metastasen sind vorhanden, der Tumor hat „gestreut“)
pfeil

Ursachen Retinoblastom

  • Genmutationen – Ein Retinoblastom entsteht aufgrund von Mutationen im Retinoblastom-Gen (RB1).
    Es braucht immer 2 Mutationen, um beide Allele (Merkmalsausprägungen des Gens, man bekommt jeweils ein Allel von beiden Eltern vererbt) zu inaktivieren und zu einem Tumorwachstum beizutragen.
  • Vererbung / spontan – Diese Mutationen können vererbt und spontan oder aber nur spontan auftreten. In jedem Fall kommt es zu einer Mutation, die das Entartungsrisiko erhöht und irgendwann später zu einer 2. Mutation, die letztendlich zum Ausbruch des Tumors führt (sogenannte „first“ und „second hits“).
    • Knudson-Hypothese – Dies wird durch die Knudson-Hypothese beschrieben.
      Dadurch, dass man immer 2 Allele zur Verfügung hat, kann eine erste Mutation quasi von dem noch funktionstüchtigen Allel abgefangen werden. Kommt es nun aber ebenfalls zu einer Veränderung im 2. Allel, kann sich der Tumor (Krebs) entwickeln.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Symptome Retinoblastom

  • Weiße Pupille (Katzenauge, in der Fachsprache als Leukokorie bezeichnet) – Häufig erstes und einziges Symptom.
    Dies wird vor allem durch Fotografieren der Gesichter der Kinder und einem weißen Auge (fehlender Rotstich), während das andere rot leuchtet auffällig → fehlender Rotreflex in einem Auge. 
  • Schielen (Strabismus) – Das Schielen entsteht, wenn der Tumor in zentrale Bereiche der Netzhaut einwächst. 
  • Sehverlust (Visusverlust) – Kann sich zum Beispiel durch veränderte Kopfhaltung, häufiges Stolpern oder nicht erkennen von Gegenständen/ Personen, die eigentlich schon bekannt waren, äußern.
  • Erblindung – Teilweise präsentieren sich die Kinder erst, wenn das betroffene Auge schon erblindet ist.
  • Seltenere Symptome – Entzündungen am Auge, erhöhter Augeninnendruck, heraustreten des Auges aus der Augenhöhle (Exophthalmus)
  • Neurologische Symptome – In sehr seltenen Fällen kann sich das Retinoblastom auch in der Hirnanhangsdrüse ausbreiten, sodass es zu neurologischen Symptomen kommt.
    Diese treten vor allem auf, wenn die Hirnhäute befallen sind.
    Zentrales Symptom hier ist Kopfschmerzen.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Diagnose Retinoblastom

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Alter – Nahezu alle Betroffenen sind unter 5 Jahre alt. In der Mehrzahl der Fälle sind die Kinder unter einem Jahr.
    • Symptome? → Fotos betrachten hilft auch 
    • Familienanamnese?
  • Körperliche Untersuchung
    • Funduskopie – Untersuchung des Auges, hinein schauen und betrachten der Retina (Netzhaut) und sämtlichen anderen Strukturen
    • immer im Seitenvergleich, da beide Seiten betroffen sein können!
  • Bildgebung – dient dem Nachweis der Ausbreitung und Verkalkungen.
  • Molekulargenetische Beratung – da es eine genetische Komponente gibt, die sowohl für das aktuelle, als auch für weitere Kinder relevant ist.
  • Metastasensuche – beim Verdacht auf Metastasen z. B. mittels CT.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Bilder

Von außen sieht man nicht immer etwas.

Das Auge leuchtet zwar weiß auf Fotos oder wenn man Licht in einem bestimmten Winkel draufhält, allerdings kann man dadurch den Tumor trotzdem nicht sehen.

Augenärztliches Personal kann dann den Tumor durch einen Blick auf die Netzhaut sehen.

Wenn der Tumor schon gestreut hat und beispielsweise die Augenhöhle befällt, kann eine Schwellung oder Rötung auffallen.

Hinweis BilderaufrufDu möchtest helfen?
Wie sieht es bei Dir aus? Bei diesem Thema sagen Bilder mehr als Worte. Falls Du ein passendes Bild hast, würden sich unsere Leser freuen, wenn Du es zur Verfügung stellst.
Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
pfeil

Differenzialdiagnose

  • Katarakt (grauer Star) – Unter einem Katarakt versteht man eine Linsentrübung, die zur Erblindung führen kann.
    Es gibt verschiedene Ursachen für die Trübung. Neben Infektionen in der Schwangerschaft (z. B. Rötelninfektion), kann diese angeboren oder im Rahmen von Stoffwechselerkrankungen (z. B. der Galaktosämie) auftreten.
    Ein gemeinsames Merkmal ist die Leukokorie, also das weißliche Aufleuchten der Pupille.
    Ein weiteres Symptom ist die verminderte Sehfähigkeit.
    Diagnostisch wird eine Spaltlampenuntersuchung durchgeführt.
    Hiermit lässt sich die Linse beurteilen. Je nach Ursache stehen verschiedene Therapien zur Verfügung. So kann die Linse ersetzt werden, vor allem bei angeborenen Formen oder mittels spezieller Diät und Medikamenten bei einigen Stoffwechselerkrankungen das Augenlicht erhalten werden. 
  • Amotio retinae (Netzhautablösung) – Unter einer Amotio retinae versteht man eine Netzhautablösung.
    Dabei lösen sich Teile der Netzhaut von der Aderhaut (der blutversorgenden Haut unter der Netzhaut). Es kommt zu einem plötzlichen Sehverlust bzw. Einschränkungen des Sehens.
    Die Erkrankung ist eher selten, vor allem bei Kindern. Sie kann im Rahmen von Verletzungen (z. B. Sturz oder Schlag aufs Auge) oder durch starke Kurzsichtigkeit ausgelöst werden.
    Eine Untersuchung des Auges mittels Funduskopie gibt Aufschluss.
    Je nach Ausmaß des Defekts kann die betroffene Stelle gelasert werden, damit sich die Netzhaut nicht weiter ablöst und man das Augenlicht erhalten kann. 
  • Morbus Coats – Der Morbus Coats ist eine sehr seltene, angeborene Erkrankung.
    Hierbei kommt es zu einer Erweiterung der Netzhautgefäße. Es kommt dadurch zur Netzhautablösung oder Flüssigkeitsansammlungen.
    Oftmals sind Jungen bzw. das männliche Geschlecht betroffen und es ist nur ein Auge befallen. Die Kinder werden in der Regel zwischen dem 6. und dem 16. Lebensjahr symptomatisch, es gibt aber auch Formen, die nicht vor dem 30. Lebensjahr auftreten.
    Die Betroffenen sind also in der Regel etwas älter, als die Retinoblastompatienten.
    Gemeinsames Symptom ist auch hier die Leukokorie, das weißliche Verfärben der Pupille.
    Weiterhin kann das Sehen wie durch ein Milchglas empfunden werden, der Augeninnendruck erhöht sein und die Linse sich trüben.
    Mittels Funduskopie lässt sich der Augenhintergrund beurteilen. Die Gefäße können mittels Laser oder Kälte behandelt werden.
    In 50 % der Fälle lässt sich so eine Erblindung verhindern. 
  • Astrozytom – Astrozytome sind eine Art von Tumoren, die von bestimmten Nervenzellen (Astrozyten, Stützgewebe) im Gehirn ausgehen.
    Betroffen können Kinder, aber auch Erwachsene jeglichen Alters sein.
    Durch verschiedene Mutationen können diese entstehen und sich an den verschiedensten Stellen des Gehirns manifestieren.
    Je nach Lokalisation können sie zu einem Sehverlust führen, sodass diese Art von Tumorerkrankung auch bedacht werden muss.
    Eine Leukokorie ist eher nicht typisch für ein Astrozytom. Mittels CT und MRT lässt sich die Diagnose stellen. Je nach Lokalisation und Größe kommen Chemotherapie, Bestrahlung und eine Operation in Frage.
  • Persistierender hyperplastischer Glaskörper (PHPV) – Der PHPV ist eine angeborene Fehlbildung des Auges.
    Dadurch, dass Gewebe bestehen bleiben, die eigentlich nur während der Entwicklung im Mutterleib vorhanden sind, kommt es zu Veränderungen der Linse.
    Im Bereich der Linse kommen nun Knorpel- und Fettgewebe vor, die dort eigentlich nicht hingehören. Es kommt zu Leukokorie und Sehverlust.
    Weiterhin kann es zu einer Abflussstörung des Kammerwassers und einem kleinen, hervorstehendem Auge kommen.
    Nachdem eine ausführliche Anamnese gemacht wurde, dient die Ultraschalluntersuchung der Diagnosesicherung. Es gibt aktuell keine Therapie, die den Sehverlust wieder rückgängig machen kann. Die Prognose ist eher schlecht. Das Auge kann aber in der Regel erhalten werden (kosmetisches Ergebnis).
pfeil

Behandlung Retinoblastom

  • Lasern
  • Brachytherapie (Kurzdistanzbestrahlung) – hierbei wird ein Strahlenträger in den Tumor appliziert, sodass dieser dann den Tumor von innen bestrahlt.
  • Kryotherapie (Kältetherapie) – die Tumorzellen werden dabei durch Kälte zerstört, indem der Tumor immer wieder durchgefroren wird.
  • Chemotherapie – diese kann lokal appliziert (ins Auge) oder systemisch (also das ganze System betreffend) gegeben werden.
  • Systemische Chemotherapie – Eine systemische Chemotherapie, also eine, die man durch Tabletten oder über die Vene erhält, ist zusätzlich nötig, um vor den oben genannten Therapien das Tumorvolumen zu verkleinern.
  • Entfernung des Auges – Bei größeren Tumoren ist es nötig, das Auge vollständig zu entfernen.
    Auch der Sehnerv sollte großzügig entfernt werden. Nach der Operation wird ebenfalls eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung unterstützend eingesetzt, um wirklich jede Tumorzelle zu erwischen.
    Durch das Entfernen des Auges entsteht ein relativ großes „Loch“, das im Verlauf mit einer Prothese gefüllt werden kann.

Die Therapie eines Retinoblastoms richtet sich nach Größe und Verteilung des Tumors sowie dem Vorhandensein von Metastasen.
Die Metastasen befinden sich bei einem Retinoblastom am häufigsten im Knochenmark, in Knochen und der Leber.
Besteht ein Anschluss an das Lymphsystem, können auch die Lymphknoten befallen sein. 

Wenn der Tumor klein ist und nur an einer Stelle auftritt, wird in der Regel lokal therapiert.

Welche Therapie bei einem Retinoblastom eingesetzt wird, ist immer eine Individualentscheidung. Jede Therapie hat Nebenwirkungen.

Nachsorge
Alle Patienten brauchen eine strenge Nachsorge und müssen bei Symptomen sofort auf ein mögliches Wieder- oder Auftreten des Tumors untersucht werden.
Nicht nur durch das Risiko für Rezidive (erneutes Auftreten des Tumors), sondern auch für andere Krebsarten, wie Sarkome, ist erhöht.
Einige Patienten entwickeln im Verlauf auch ein Retinoblastom des anderen Auges oder der Hirnanhangsdrüse. 

Interdisziplinäre Behandlung
Generell ist die Behandlung eines Retinoblastoms eine interdisziplinäre Therapie.
Besonders bei Kinderkrebserkrankungen sind viele Fachrichtungen involviert.
Neben den behandelnden Ärzten gibt es psychologische Betreuung, Sozialarbeiter, aber auch Stiftungen und Selbsthilfegruppen, um mit der Erkrankung leben zu lernen.

Rückfallbehandlung
Die Therapie eines Rückfalls richtet sich nach Größe, Ausmaß und Ort des wieder auftretenden Tumors.
Wenn das Rezidiv (erneuter Tumor) nur im Auge auftritt und klein ist, kann man lokal therapieren oder eine Bestrahlung anstreben.
Tritt er jedoch außerhalb des Auges wieder auf, muss die Therapieentscheidung individuell abgestimmt werden.
Ein Abwägen von Risiko und Nutzen spielt hier eine zentrale Rolle.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Prognose

Bei rechtzeitigem Erkennen des Tumors und adäquater Behandlung liegt die Mortalität, also die Sterblichkeitsrate unter 5 %.

Bei der familiären Form muss jedoch das Risiko, andere Krebsarten zu entwickeln, beachtet werden.

Aus diesem Grund erfolgen regelmäßige Nachkontrollen.

Bei vorhandenen Metastasen verschlechtert sich die Prognose erheblich.

Wird der Krebs nicht behandelt, liegt die Sterblichkeit bei 99%.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Verlauf

Der Verlauf eines Retinoblastoms lässt sich nicht pauschalisieren, da er von der Tumoranzahl, Ausbreitung und vielen individuellen Faktoren abhängt.

Je nach Therapiekonzept kommen verschiedene Nebenwirkungen auf einen zu, die ebenfalls den Verlauf beeinflussen.

pfeil

Komplikationen

Bei einer Retinoblastomerkranung kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

  • Ausbreiten des Tumors – Der Tumor kann sich ausbreiten und weitere Organe und Strukturen befallen.
  • Sehverlust – Es kann zu einem Verlust des Augenlichtes kommen und wenn beide Augen betroffen sind, auch zu einer vollständigen Erblindung.
  • Weitere Tumorarten – Das Risiko, andere Krebsarten wie Sarkome zu entwickeln, ist erhöht. Die Betroffenen benötigen eine regelmäßige Nachkontrolle.
  • Psychische Belastung – Natürlich ist eine Krebserkrankung eines Kindes ein sehr einschneidendes Erlebnis, das sowohl das Kind als auch sämtliche Familienstrukturen ändert.
    Die psychische Belastung ist enorm. Im schlimmsten Fall kann es bei ausbleibender Therapie oder einem Therapieversagen zum Tod des Betroffenen kommen.
  • Nebenwirkungen der Therapie – Während der Therapie und im Verlauf können Schmerzen auftreten und verschiedene Nebenwirkungen der Therapien (z. B. Übelkeit, Haarverlust, erhöhte Infektanfälligkeit).
pfeil

Dauer

Die Dauer richtet sich nach dem Therapiekonzept und ist abhängig von:

  • individuellen Faktoren
  • Faktoren auf den Tumor bezogen (Rezidiv? Metastasen?)
  • Therapieverlauf
pfeil

Stadien

Man kann die Retinoblastome in verschiedene Stadien einteilen - bzw. es exisiteren verschiedene Klassifikationen, anhand derer der Tumor eingeteilt werden kann.

Die Einteilung gestaltet sich als etwas kompliziert, sodass hier vereinfacht der Tumor anhand der Größe, dem Lymphknotenstatus und dem Vorhandensein von Metastasen eingeteilt wird.
Die Klassifikationen werden regelmäßig erneuert und dem aktuellen Forschungsstandort angepasst. 

Entscheidend für sämtliche Klassifikationen sind die Größe des Tumors und ob er auf das Auge begrenzt ist oder nicht.
Dies hat auch Auswirkungen auf die Behandlungsentscheidung. 

1. TNM-Klassifikation der Retinoblastome
Die TNM-Klassifikation beinhaltet:

  • T – Tumorausbreitung
  • N – Lymphknotenstatus 
  • M – Metastasen
  • H – für Retinoblastome spezifisch: H – „Vererbungskomponente“ → RB1 Gen Status

2. Classification system of intraocular Retinoblastoma
Eine weitere Einteilungsmöglichkeit bietet das „Classification system of intraocular Retinoblastoma“:
Hierbei werden 2 Klassifikationssysteme inbegriffen und in verschiedene Risikogruppen eingeteilt.

pfeil

Zahlen & Statistiken

  • Alter – Von Retinoblastomen sind in der Regel junge Kinder in der Regel vor dem 3. Lebensjahr betroffen.
    In seltenen Fällen kann dieser Krebs auch erst im Jugendalter auftreten.
  • Häufigkeit – Es ist der am häufigsten vorkommende Augentumor bei Kindern. Mit etwa 2 % aller Krebserkrankungen bei Kindern ist es aber eher selten.
    Ca. 60 Kinder erkranken jährlich in Deutschland an einem Retinoblastom.
  • Geschlecht – Jungs und Mädchen sind in etwa gleich häufig betroffen.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1 / 20.000
Alters FaktenAlter< 3 Jahre
Geschlecht FaktenGeschlecht~ 1 : 1
aktualisiert: 01.12.2025
KI-Training
EigenschaftWert
AnatomieNetzhaut, Photorezeptoren, retinale Nervenzellschichten
DifferentialdiagnosePersistierender hyperplastischer primärer Glaskörper, Coats-Krankheit, Katarakt, Toxocariasis, Netzhautablösung
Medikamentesystemische Chemotherapie, intraarterielle Chemotherapie, intravitreale Chemotherapie
Epidemiologieselten, ca. 1:15.000–1:20.000 Neugeborene, häufigstes malignes Auge­tumor im Kindesalter
Prognosegut bei früher Diagnose, hohe Heilungsrate, abhängig von Tumorausdehnung und Metastasen
Verlaufbeginnend im frühen Kindesalter, unbehandelt rasch fortschreitend, potenziell lebensbedrohlich
PathophysiologieMutation des RB1-Gens, unkontrolliertes Zellwachstum retinaler Zellen, erbliche und nicht-erbliche Formen
KomplikationMetastasen, Tumorausbreitung in Sehnerv und Gehirn, Erblindung, sekundäre Krebserkrankungen bei genetischer Form
BehandlungChemotherapie, Lasertherapie, Kryotherapie, Strahlentherapie, Enukleation bei großen Tumoren
Primärvorbeugungnicht möglich, da genetisch bedingt
Sekundärvorbeugunggenetisches Screening bei Familien mit RB1-Mutation, engmaschige Vorsorgeuntersuchungen
RisikofaktorenRB1-Genmutation, familiäre Belastung
AnzeichenLeukokorie (weiße Pupille), Strabismus, Sehverschlechterung, Augenschmerzen, Rötung, vergrößertes Auge bei fortgeschrittenem Tumor
Stadienintraokular (Gruppe A–E), extraokular, metastasiert
DiagnostikAugenspiegelung, Ultraschall, MRT, genetische Untersuchung, Bildgebung zur Metastasensuche
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
Medizinisch validiert durch:
Autor werden
Photo schicken
Instagram Docset
Erfahrung einreichen
Weitere Autoren

Weitere Autoren, die an dieser Seite mit gearbeitet haben.

Weitere Autoren dieser Seite

Tobias Kasprak

Deine Anzeichen
SafetyIcon Doc
Wenn Du bereits weißt, dass Du betroffen bist, kannst Du uns und anderen Betroffenen helfen.
Nenn uns einfach Deine Symptome und wir lernen mehr über die Erkrankung.
Mach mit
Community
SendErfahrung
Du hast Anregungen, Fragen oder Erfahrungen zum Thema Retinoblastom und möchtest diese gerne mit anderen Menschen teilen?
Stell einfach eine Frage oder teile Deine Erfahrung in unsere neue Community.
zur Community
Dein Wissen
Autor werden
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen gerne mit anderen Teilen.
Dann werde ganz einfach Autor für Docset.de
Autor werden
Dein Bild auf Docset
SendPicIcon
Bilder sagen oftmals mehr als Worte.
Falls Du ein passendes Bild zu diesem Thema hast, kannst Du uns und anderen Betroffen damit helfen.
Bild schicken
Patienteninformation
Retinoblastom
Patienteninformation
Schließen
Du willst uns helfen?
Arzttermin buchen
Wenn Dir unsere Website gefällt oder nicht, kannst Du uns sehr helfen, indem Du uns einfach nur bewertest, oder eine ehrliche Rezession schreibst.bewerten
Erfahrungsberichte Retinoblastom
Patienteninformation

Zum Thema Retinoblastom liegen leider noch keine Patientenberichte vor.
Wir laden Sie ein, Ihre Erfahrungen oder Ihr Wissen zum Thema Retinoblastom an dieser Stelle zu teilen, um anderen Betroffenen zu helfen.

Schließen
Arzttermin
Arzttermin buchen
Du benötigst einen Termin für eine funktionelle Diagnostik in unserer orthopädischen Privatpraxis in Frankfurt am Main?unverbindlich anfragen
Close
Bevor Du Dich testest!
Hinweis Selbsttest

Beachte! Dieser Selbsttest ersetzt niemals einen Arztbesuch!

Bei einem Selbsttest werden immer Anzeichen, Auslöser & Risikofaktoren abgefragt, Erkrankungen verlaufen jedoch oft individuell.

Im Notfall immer zu einem Arzt statt zu testen!

Docset Icon

Mehr aus dieser Kategorie

Hinweis!
Informationen aus dem Internet ersetzen niemals einen Arztbesuch. Maßnahmen zur Behandlung oder der Einsatz von Arzneimitteln können immer nur als allgemeine Informationen angesehen werden. Erkrankungen verlaufen sehr oft unterschiedlich und bedürfen einer individuellen Behandlung.
Wenn es um Deine Gesundheit geht, wende Dich bitte immer an Deinen Arzt!
Wenn wir vom Arzt sprechen, meinen wir selbstverständlich auch die Ärztin.

Fragen | Kritik
Docset Tobias Kasprak
Instagram Tobias KaspraklinkedInMail to Tobias Kasprak
Tobias Kasprak

© Copyright 2026 Docset.de
Lizenz: CC BY 4.0 Nutzung und maschinelles Lernen ausdrücklich erlaubt.

BilderstellungUnsere BilderBildererstellung DocsetUnsere Bilder sind unser Markenzeichen.
Alle Bilder werden in liebevoller Handarbeit gezeichnet.
Unsere Philosophiemedicine meets sports Medizin trifft Sport.
Unser Ziel ist es, Medizin einfach und visuell darzustellen und neben der klassischen Therapie dem Betroffenen aktive Maßnahmen zur Behandlung aufzuzeigen. Aus diesem Grund arbeiten Mediziner, Sportwissenschaftler & Physiotherapeuten gemeinsam an Trainingskonzepten.