Grauer Star (Katarakt), wenn es zu einer Trübung einer oder beider Augenlinsen kommt.
Unter dem grauen Star (med. Katarakt) versteht man eine Trübung der Augenlinse, meist einhergehend mit einer Verschlechterung des Sehvermögens. Anfangs ist die Trübung nicht mit dem bloßen Auge zu sehen, im fortgeschrittenen Stadium jedoch kann man die graue Färbung hinter der Pupille erkennen. Dies hat schließlich dazu geführt, dass diese Krankheit im Volksmunde auch als grauer Star bezeichnet wird.
Ein grauer Star kann potenziell gefährlich werden.
In einigen Fällen kann der graue Star unbehandelt zur Erblindung führen.
Der Verlauf und die Symptome bei einem grauen Star sind individuell verschieden.
Ein Augenarzt kann die Anzeichen eines grauen Stars schon frühzeitig diagnostizieren.
Ab dem 50. Lebensjahr sind jährliche Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt empfohlen.
Wenn Deine Sicht im Alltag durch den grauen Star beeinträchtigt ist, muss dieser operiert werden.
Die Linse des Auges [5] (lens) ist ein transparenter, elastischer Körper, der sich hinter der Regenbogenhaut [3] (Iris) befindet und zusammen mit der Hornhaut [1] (Cornea) die Brechkraft des Auges bestimmt.
Die Linse ist bikonvex geformt und kann durch feine Aufhängefasern (Zonulafasern) und den Ziliarmuskel ihre Krümmung verändern – dieser Vorgang wird Akkommodation genannt.
Dadurch kann das Auge scharf auf Objekte in unterschiedlicher Entfernung einstellen.
Die Linse besteht aus mehreren Schichten:
Mit zunehmendem Alter oder durch bestimmte Einflüsse (z. B. UV-Strahlung, Diabetes, Medikamente) kann es zu einer Eintrübung der Linse kommen – dem sogenannten Grauen Star (Katarakt). Dabei verlieren die Linsenfasern ihre Transparenz, und die Lichtdurchlässigkeit nimmt ab.
Einen grauen Star kann man in mehrere Gruppen unterteilen. Die häufigsten Formen sind folgende:
Der graue Star ist eine Erkrankung, die häufig im Alter auftritt.
Somit ist der Alterungsprozess der Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines grauen Stars.
In etwa 9 von 10 Fällen spricht man vom sog. Alterskatarakt.
Beim natürlichem Alterungsprozess verliert die Linse zunehmend an Elastizität und Flexibilität. Dies kann zu einer Trübung der Linse führen.
Auch Diabetes mellitus kann zu einem grauen Star führen.
Mediziner sprechen von einem „Cataracta diabetica".
Bei Diabetes ist der Blutzuckerwert erhöht und Zucker kann sich infolgedessen in der Linse ablagern und zu einer Verschiebung der Fasern führen.
Infolgedessen kann es zu einer Trübung der Linse kommen.
Aber auch weitere Stoffwechselkrankheiten können sind mit dem Risiko für das Entstehen eines grauen Stars verbunden, dazu zählen:
Auch Augenerkrankungen (Cataracta complicata) oder Augenverletzungen (Cataracta traumatica) können die Entstehung eines grauen Stars begünstigen.
Ein angeborener grauer Star (Cataracta congenita) kann 2 Ursachen haben
In den meisten Fällen bemerken die Betroffenen nicht, dass sie an einem grauen Star leiden, denn die Krankheit ist erst ab einem bestimmten Stadium symptomatisch und verursacht erst dann typische Symptome.
Der Übergang ist schleichend, ist die Krankheit aber einmal bemerkt, wird eine operative Behandlung notwendig, um die Symptome wieder zu bessern.
Von selbst kann sich die Linse nicht „enttrüben“.
Folgende Symptome können einen grauen Star ausmachen:
Die Symptome variieren von Mensch zu Mensch und auch der Verlauf und die Dauer sind variabel.
Betrachtet man die Linse eines betroffenen Patienten mit einem grauen Star, fällt je nach Stadium einem die Graufärbung der Linse auf.
Am Anfang jeder Diagnostik steht ein ausführliches Anamnesegespräch.
Der Arzt erfragt dabei die typischen Anzeichen des grauen Stars und erkundigt sich nach möglichen Grunderkrankungen, welche im Zusammenhang mit einem grauen Star stehen könnten.
Der graue Star ist eine Krankheit, die, sobald sie ein bestimmtes Stadium erreicht hat, gut von außen zu sehen ist.
Um einen grauen Star zu erkennen, untersucht der Augenarzt mit einer sogenannten Spaltlampe die Lichtdurchlässigkeit der Augenlinse. Mit dieser Untersuchung kann der Augenarzt die Diagnose grauer Star stellen, wenn er Trübungen der Linse sehen kann.
Daher ist es eine einfache Diagnose, die der untersuchende Augenarzt mittels einer ergänzenden Spaltlampenuntersuchung gut stellen kann.
Einen spezifischen Test, den man beim Optiker durchführen lassen kann oder selbst ausprobiert, für den grauen Star gibt es nicht, jedoch gibt es mehrere Tests, mit denen das Sehvermögen getestet werden kann.
Beim Optiker kann man sein Sehvermögen mittels Netzhautscan, Augendruckmessung oder der Durchführung anderer Tests überprüft werden.
Ein Beispiel für diese Tests ist der Amselgitter-Test.
Bei diesem Test wird dem Patienten ein Gitter auf einem Blatt Papier vorgelegt, das in der Mitte einen Punkt hat. Daraufhin wird er aufgefordert, diesen Punkt zu fokussieren. Nun geht es darum, wie der Patient das Gitter in seinem Augenumfeld wahrnimmt, während er weiter den Punkt fokussiert hat.
Sind die Gitterlinien nun verzerrt, verschwommen oder erscheinen die Linien teils verschwunden, ist es wichtig schnellstmöglich einen Arzt zu kontaktieren und eine ausführliche Untersuchung durchführen zu lassen.
Diese Art von Test lässt sich auch gut zu Hause durchführen.
Bei Unsicherheiten, bzw. wenn der Verdacht vorliegt, dass der graue Star ein Anzeichen einer anderen Grunderkrankung darstellt, kommen weitere Tests zum Einsatz.
Im fortgeschrittenen Stadium des grauen Stars ist eine Graufärbung hinter der Pupille bei Betroffenen erkennbar.

Du möchtest wissen, wie ein grauer Star aussieht?
Hier klicken!Die Behandlung des grauen Stars erfolgt mittels Operation, in der die eingetrübte Linse ausgetauscht wird.
Die Operation zur Heilung des grauen Stars ist eine der häufigsten, die in Deutschland jährlich durchgeführt werden und ist somit eine augenärztliche Routineoperation mit fast 650.000 Eingriffen jährlich.
Eine Operation des Kataraktes wird jedem Patienten bei Diagnose angeraten.
Vor einigen Jahren wurde die Indikation zur Operation vom Augenarzt noch gestellt, wenn dieser in der Spaltlampenuntersuchung eine Trübung sehen konnte.
Mittlerweile stellen Augenärzte die Indikation großzügiger, nämlich auch, schon wenn keine Trübung von außen zu sehen ist, der Patient aber über Sehstörungen klagt, die auf eine Beteiligung der Linse zurückgeführt werden können.
Die Kataraktoperation ist die einzige Methode, den grauen Star zu heilen.
Mittels Laserbehandlung kann kein Ergebnis erzielt werden, da der Grund für die Krankheit, nämlich die Eintrübung der Linse, nicht durch einen Laser behoben werden kann.
Die Linse muss komplett ersetzt werden und dies ist nur operativ möglich.
Haben sich Patient und Arzt erstmal für eine Kataraktoperation entschieden, erfolgt ein ausführliches Aufklärungsgespräch, in dem der Ablauf und alle Fragen und Risiken erklärt werden.
Die Kataraktoperation wird in den meisten Fällen mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt, die bei Bedarf durch intravenöse Gabe von Schmerzmitteln unterstützt werden kann.
Die Operation läuft dann so ab, dass der Operateur sich bis zur Linse vorarbeitet, die eingetrübte Linse entfernt und durch eine neue Kunstlinse ersetzt.
Nach etwa der Hälfte des Eingriffs injiziert der Operateur ein Antibiotikum in die Augenkammer, um schwere Infektionen nach der Operation zu verhindern.
Die Operation wird meist im ambulanten Setting durchgeführt, das bedeutet, dass der Operierte am selben Tag des Eingriffes noch nach Hause entlassen wird.
Dies ist natürlich nur der Fall, wenn alles gut verläuft, der Allgemeinzustand des Patienten dies zulässt und das nicht-operierte Auge noch genug Sehkraft besitzt.
Wichtig ist auch, dass der Operierte an diesem Tag eine Begleitung hat, die ihn aus dem Krankenhaus abholt und den Rest des Tages begleitet für den Fall, dass es ihm doch nicht so gut geht.
In den Wochen nach der Operation müssen einige Augentropfen verwendet werden, daher ist es auch wichtig, dass der Operierte damit klar kommt oder jemanden hat, der ihm helfen kann.
Da die Kataraktoperation ein wichtiger Eingriff ist, der vor Erblindung schützen kann und die Lebensqualität deutlich verbessert, zählt sie zu den notwendigen Operationen, deren Kosten zumeist komplett von der Krankenkasse übernommen werden.
Die Prognose des (grauen Stars) Kataraktes hängt von ihrer Ursache ab.
Beim Alterskatarakt ist die Prognose besonders gut.
So erlangen die meisten Patienten 50% bis hin zu 100% ihrer Sehkraft zurück. Man kann daher sagen, dass der Altersstar die beste Prognose und Heilungsrate hat.
Die anderen Formen des grauen Stars sind grundsätzlich auch therapierbar und heilbar, jedoch ist die Prognose auch bei rechtzeitiger Erkennung und Operation deutlich schlechter als die des Alterskatarakts.
Der graue Star kann durch die Vermeidung von Risikofaktoren bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden.
Zu dieser gesunden Lebensweise zählen genug Bewegung, gesunde Ernährung, das Nichtrauchen und der Schutz der Augen von zu viel Strahlung durch beispielsweise das Tragen einer Sonnenbrille.
Auch ist ein dauerhaft zu hoher Blutzucker und Diabetes mellitus ein großer Risikofaktor.
Diabetiker sollten daher auf einen gut eingestellten Blutzucker achten.
Ein großer Risikofaktor ist auch das Alter, denn mit zunehmendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit an einem grauen Star zu erkranken.
Dies ist aber ein Faktor, der nicht beeinflusst werden kann.
Der graue Star beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Da die Therapie in der Operation besteht und dafür eine Anästhesie benötigt wird, sollte in diesem Fall ein Facharzt hinzugezogen werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Linse, Linsenkapsel, Pupille |
| Differentialdiagnose | Makuladegeneration, Glaukom, diabetische Retinopathie, Hornhauttrübung, Uveitis |
| Medikamente | keine wirksamen Medikamente, ggf. Augentropfen zur symptomatischen Unterstützung |
| Epidemiologie | häufigste Erblindungsursache weltweit, Zunahme ab 60 Jahren |
| Prognose | sehr gut nach Operation, unbehandelt fortschreitend |
| Verlauf | langsam fortschreitende Linsentrübung, zunehmender Visusverlust |
| Pathophysiologie | Proteinveränderungen in der Linse, Oxidativer Stress, Alterungsprozesse |
| Komplikation | erheblicher Visusverlust, Blendung, Sturzrisiko, sekundäres Glaukom |
| Behandlung | Kataraktoperation mit Implantation einer Kunstlinse |
| Primärvorbeugung | UV-Schutz, Rauchverzicht, Diabeteskontrolle, gesunde Ernährung |
| Sekundärvorbeugung | frühe Diagnose, regelmäßige augenärztliche Kontrollen |
| Risikofaktoren | Alter, UV-Strahlung, Rauchen, Diabetes, Kortison, genetische Faktoren |
| Anzeichen | Verschwommenes Sehen, erhöhte Blendempfindlichkeit, Kontrastverlust, Farbveränderungen, Doppelbilder |
| Stadien | früh → fortgeschritten → reif → überreif |
| Diagnostik | Spaltlampe, Visustest, Augeninnendruckmessung, Fundusuntersuchung |