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Anatomie Auge - was ist das?

Das Auge ist das Sinnesorgan zum Sehen. Es ist eines der komplexesten und wichtigsten Sinnesorgane des Menschen und besteht aus verschiedenen Teilen.

Anatomie Auge

Abb. Auge – Querschnitt durch das linke menschliche Auge.

  1. Hornhaut (Cornea)
  2. vordere Augenkammer (Camera anterior bulbi)
  3. Regenbogenhaut (Iris)
  4. Hintere Augenkammer (Camera posterior bulbi)
  5. Augenlinse (lens)
  6. Netzhaut (Retina)
  7. Aderhaut (Choroidea)
  8. Lederhaut (Sklera)
  9. Glaskörper (Corpus vitreum)
  10. Sehnerv (Nervus opticus)
  11. Pupille (pupilla)
  12. Gelber Fleck (Makula lutea)
  13. Blinder Fleck (papilla nervi optici)

Kurz & knapp

  • Das Auge ist unser Organ zum Sehen.
  • Die häufigste Augenfarbe ist mit 90 % braun.
  • Blaue Augen werden laut einer Umfrage als besonders attraktiv empfunden.
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Größe, Lage & Gewicht

Die Augen befinden sich in den nebeneinanderliegenden knöchernen Ausbuchtungen (Orbita) des Schädels.
Der Augapfel hat eine Größe von etwa 24 mm und wiegt ca. 7,5 Gramm.

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Einteilung

Anatomisch gilt das Auge als ein vom zentralen Nervensystem (Gehirn) ausgelagertes Organ.
Das Auge selbst kann in einen vorderen und hinteren Abschnitt unterteilt werden.

  • Vorderer Abschnitt – zum vorderen Abschnitt zählen die Hornhaut, die farbige Regenbogenhaut (Iris), die Bindehaut und die weiße Lederhaut (Sklera). Diese Strukturen sind von außen sichtbar. Zudem gehören die Linse, das Kammerwasser und der Glaskörper dazu, die nicht ohne Weiteres erkennbar sind. Zusammen bilden die Strukturen des vorderen Augenabschnitts den lichtbrechenden Anteil des Auges, auch „dioptrischer Apparat“ genannt.
  • Hinterer Abschnitt – im hinteren Augenabschnitt liegen die lichtwahrnehmenden Strukturen, am wichtigsten hierbei die Netzhaut (Retina), auf der das wahrgenommene Bild dargestellt wird.
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Bestandteile

  • Hornhaut (1) – Die Hornhaut ist durchsichtig, stark gekrümmt und liegt derLederhaut (8) auf. Sie besitzt den größten Anteil der Brechkraft des Auges.
  • Vordere Augenkammer (2) – von der vorderen Augenkammer aus wird das Kammerwasser abgeleitet. Es fließt aus dem Inneren des Auges, wo es produziert wird, durch die Pupille nach vorn hinter die Hornhaut (1). Dort befindet sich der Schlemmkanal, durch den das Kammerwasser abfließt.
  • Regenbogenhaut (3) – Die Regenbogenhaut (Iris) bestimmt die Augenfarbe. Außerdem liegt in der Iris der Schließmuskel des Auges, der die Pupillengröße bei Lichteinfall reguliert. Dabei wird bei viel Licht die Pupille klein und bei wenig Licht die Pupille groß.
  • Hintere Augenkammer (4) – die hintere Augenkammer nimmt das Kammerwasser bei der Produktion auf. Von dort fließt es durch die Pupille nach vorn hinter dieHornhaut (1).
    Dieser Ablauf ist wichtig, um den Augeninnendruck zu regulieren.
  • Linse (5) – die Augenlinse liegt direkt hinter der Pupille und ist neben der Hornhaut (1) der zweite wichtige Teil zur Lichtbrechung.
    Anders als die Hornhaut ist die Linse flexibel und kann ihre Brechkraft anpassen. Dieser Prozess ist vor allem wichtig, um sowohl nah als auch fern scharf sehen zu können.
  • Netzhaut (6) – die Netzhaut ist quasi die „Leinwand“ des Auges, auf dem das gesehene Bild abgebildet wird.
    Dieser Punkt wird als Macula (Fleck des schärfsten Sehens) bezeichnet. Dort wird immer dasjenige Objekt abgebildet, welches das Auge gerade fixiert. Am Fleck des schärfsten Sehens befindet sich die höchste Dichte an Rezeptoren, die sog. „Stäbchen“ und „Zapfen“, um möglichst viele Informationen transportieren zu können, was die hohe Sehschärfe ermöglicht.
    Um den Fleck des schärfsten Sehens herum nimmt die Dichte der Nervenzellen und damit auch die Sehschärfe ab.
    Zur Netzhaut gehört neben dem lichtempfindlichen „sehenden“ Teil auch ein lichtunempfindlicher Teil, der den restlichen Augapfel von innen auskleidet.
  • Aderhaut (7) – die Aderhaut liegt zwischen der Netzhaut und der Lederhaut und dient hauptsächlich der Versorgung des Auges. Die Aderhaut ist die gefäßreichste Schicht.
    Zur Aderhaut gehören im vorderen Anteil die Regenbogenhaut [3] und der Ziliarkörper mit weiteren Aufgaben. Die Regenbogenhaut reguliert den Lichteinfall durch die Pupillengröße und der Ziliarkörper produziert das Kammerwasser.
  • Lederhaut (8) – die Lederhaut ist die weiße äußere Haut des Auges, die dem Augapfel Stabilität gibt und ihn schützt. Sie kleidet das gesamte Auge aus, der einzig ausgesparte Bereich ist die Vorderseite, wo die Lederhaut in die Hornhaut (1) übergeht. 
    Durch die feste Struktur der Lederhaut wird die runde Form des Auges von außen stabilisiert.
  • Glaskörper (9) – der Glaskörper liegt hinter der hinteren Augenkammer und füllt den Innenraum des Auges aus. Er besteht fast vollständig aus Wasser, was ihn tatsächlich durchsichtig wie Glas macht. Nur dadurch kann gewährleistet werden, dass Licht durch die Pupille bis zur Netzhaut (6) fallen kann und nicht abgelenkt wird.
    Der Glaskörper ist prall, elastisch und stabilisiert den Augapfel von innen.
  • Sehnerv (10) – der Sehnerv beginnt am sogenannten blinden Fleck der Netzhaut [6] und läuft von dort aus an der Rückseite des Auges heraus, durch eine Lücke in der Augenhöhle in das Schädelinnere zum Gehirn.
    Er transportiert die gesamte Bildinformation, die im Auge gesammelt wurde und bildet den ersten Abschnitt der Sehbahn, die in der Sehrinde des Gehirns mündet.
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Funktion

Das Auge ist das Sinnesorgan zum Sehen.
Die lichtbrechenden Strukturen sorgen dafür, dass ein Abbild der Außenwelt – gespiegelt und verkleinert – auf der Netzhaut entsteht. Dabei ist die Brechkraft der Linse und der Hornhaut entscheidend dafür, dass das entstandene Bild scharf ist.
Auf der Netzhaut wird das Bild von Sinneszellen wahrgenommen und von dort aus vom Sehnerv zum Gehirn transportiert, wo die Information weiter verarbeitet wird und ein vollständiger Seheindruck einsteht.

Wie funktioniert das Sehen?
Sehen ist ein äußerst komplizierter Vorgang. Man kann den Sehvorgang in zwei Abschnitte unterteilen.

  1. Wahrnehmung – einerseits benötigt es die Wahrnehmung eines Bildes, bei der es vor allem auf die Lichtbrechung ankommt, die mit der Projektion eines Bildes auf die Netzhaut endet.
  2. Verarbeitung – andererseits muss die Bildinformation auf der Netzhaut und später im Gehirn verarbeitet werden, um einen vollständigen Seheindruck zu generieren.

Um ein scharfes Bild zu erzeugen, muss die Lichtbrechung sehr genau erfolgen. Änderungen in der Brechkraft resultieren bspw. in Kurz- und Weitsichtigkeit.

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Verbessern

Man kann mit Training keine Fehlsichtigkeit korrigieren!
Zwar gibt es viele Angebote von Augentrainern und im Internet finden sich zahlreiche Videos mit Übungen für die Augenmuskeln. Hierzu kann aus medizinischer Sicht nur gesagt werden: Das funktioniert nicht! 

Einer Fehlsichtigkeit liegt keine Muskelschwäche des Auges zugrunde, sondern bspw. ein zu langer/kurzer Augapfel, eine Verkrümmung der Hornhaut [1] oder eine im Alter abnehmende Elastizität der Linse.

Was dagegen stimmt: zu langes, angespanntes Starren auf einen Bildschirm (z.B. Büroarbeit) schadet den Augen und kann zu einem Office-Eye-Syndrom mit Kopfschmerzen, trockenen Augen und Verspannungen führen.
Es empfiehlt sich bei monotoner Augenarbeit immer wieder Pausen einzulegen und den Blick auf Objekte in die Ferne zu richten, damit sich die Augenmuskeln entspannen können.

Kindern im Wachstum ist außerdem empfohlen, mehrere Stunden täglich bestenfalls draußen zu verbringen, wo der Blick automatisch auf Objekte in größerer Distanz gerichtet wird. Auf keinen Fall jedoch sollten Kinder länger auf Bildschirme starren, da somit eine Kurzsichtigkeit begünstigt werden kann.

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Diagnoseverfahren

In der Augenheilkunde kommen sehr viele verschiedene apparative Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Hier ein Überblick über die gängigen Untersuchungsmöglichkeiten.

  • Spaltlampenuntersuchung – bei der Spaltlampenuntersuchung wird mit einem spaltförmigen Licht in das Auge geleuchtet und das Auge mittels Mikroskop stark vergrößert. Anhand der Reflexion können z. B. Unebenheiten der Hornhaut erkannt und die vordere und hintere Augenkammer beurteilt werden.
  • Ophthalmoskopie (Funduskopie) – die Funduskopie ist die Spiegelung des Augenhintergrunds. Durch die mittels Augentropfen vergrößerte Pupille kann durch Linse und Glaskörper hindurch der Augenhintergrund mit Sehnerv eingesehen und beurteilt werden.
  • Seh-Tests (Landolt-Ringe, Farbtafeln, Abdecktests) – es gibt eine Vielzahl an Sehtests, die meist mit verschiedenen Hilfsmitteln durchgeführt werden. Klassiker sind eine Buchstabentafel, auf der in jeder Zeile immer kleiner werdende Buchstaben stehen, die vom Patienten vorgelesen werden.
    Es gibt analog bspw. auch Kreise (Landolt-Ringe), bei denen eine kleine Öffnung in verschiedene Richtungen zeigt, die benannt werden muss. Dieser Test eignet sich besser für Kinder oder Menschen, die Buchstaben nicht lesen können.
    Bekannt sind auch die buntenIshiara-Farbtafeln, auf denen in verschiedenen Farben und Kontrasten Zahlen stehen, die je nach Farbsehvermögen erkannt oder nicht erkannt werden können.
    Sehtests werden in der Regel für jedes Auge einzeln durchgeführt, während das zweite Auge abgedeckt wird.
  • Perimetrie – unter Perimetrie versteht man die Gesichtsfeldprüfung. Das Gesichtsfeld ist derjenige Bereich, der bei fixiertem Blick geradeaus eingesehen werden kann.
    Gesichtsfeldausfälle kommen bei Schädigungen der Sehbahn vor und geben je nach Form und Ausmaß einen Rückschluss auf den Ort der Schädigung.
  • Ultraschall – der Ultraschall kann am offenen oder geschlossenen Auge eingesetzt werden. Dabei können sowohl der vordere, als auch der hintere Augenabschnitt beurteilt werden. Außerdem können mit dem Ultraschallgerät auch Distanzen gemessen werden, so kann bspw. die Länge des Augapfels oder die Dicke des Sehnervs bestimmt werden.

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