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pfeilWas ist das?

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Erkrankung um eine Entzündung des Schilddrüsengewebes, die als Folge verschiedener Grundleiden resultieren kann. Oft ist eine Autoimmunerkrankung der Auslöser. Die Entzündung kann akut (plötzlich), subakut (innerhalb von Wochen) oder chronisch (lange anhaltend) verlaufen.

Zusammenfassung Schilddrüsenentzündung

  • Es existieren verschiedene Auslöser.
  • Oft ist eine Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis) die Ursache einer Schilddrüsenentzündung.
  • Es kommt zur Schwellung, Rötung und Erwärmung der Schilddrüse.
  • Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser.
Epidemiologische FaktenHäufigkeitk. A.
Alters FaktenAlterk. A.
Geschlecht FaktenGeschlechtk. A.
pfeilIst das gefährlich?

Die meisten Formen der Schilddrüsenentzündung haben eine gute Prognose, zeigen einen milden Verlauf und heilen spontan ab.

Gefährlich kann beispielsweise die akute eitrige Thyreoiditis werden, wenn die bakterielle Entzündung unbehandelt bleibt. Die Erreger können nämlich im schlimmsten Fall über die Blutbahn streuen und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. 

Eine weitere gefährliche Situation kann sich ergeben, wenn es im Anschluss an eine Schilddrüsenentzündung zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kommt, die unerkannt und unbehandelt bleibt.

pfeilWann zum Arzt?

Treten bei Dir die Symptome einer Schilddrüsenentzündung plötzlich oder schleichend und ohne andere erklärende Ursache auf, solltest Du sicherheitshalber zur Abklärung des Hintergrunds ein Arzt aufsuchen.

Der erste Ansprechpartner ist in diesem Fall Dein Hausarzt.

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Einteilung & Formen

Eine Schilddrüsenentzündung kann eingeteilt werden in:

  • Akute eitrige Schilddrüsenentzündung
  • Nicht-eitrige Schilddrüsenentzündung
  • Subakute Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis de Quervain)
  • Postpartale Schilddrüsenentzündung
  • Arzneimittelbedingte Schilddrüsenentzündung

 

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Ursachen Schilddrüsenentzündung

  • Hashimoto-Thyreoiditis – Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer schrittweisen Zerstörung der Schilddrüsenzellen kommt.
  • Akute eitrige Thyreoiditis – durch Bakterien hervorgerufen, welche in der Regel aus einem anderen Entzündungsherd über die Blutbahn zur Schilddrüse gelangen. Diese Form ist insgesamt jedoch sehr selten.
  • Nicht-eitrige Thyreoiditis – nach Strahlentherapie, Radiojodtherapie (Verfahren aus der Nuklearmedizin – Gabe von radioaktivem Iod, welches von den Schilddrüsenzellen aufgenommen wird und diese anschließend bei seinem Zerfall zerstört), nach Traumata im Halsbereich.
  • Subakute Schilddrüsenentzündung – Thyreoiditis de Quervain 
    • Subakut bedeutet, dass die Entzündung schleichender beginnt und langsamer verläuft als bei der akuten Form. Die Ursache hinter der Thyreoiditis de Quervain ist nicht abschließend geklärt, vermehrt tritt die Erkrankung aber im Anschluss an eine Virusinfektion der Atemwege auf. Auch konnte beobachtet werden, dass die Thyreoiditis de Quervain Frauen drei- bis sechsmal häufiger betrifft als Männer.
  • Postpartum-Thyreoiditis: Auftreten innerhalb des ersten Jahres nach der Entbindung, besonders gefährdet sind Frauen mit vorbestehendem Diabetes Mellitus Typ1. Heutzutage betrachtet man diese Form als Variante der Hashimoto-Thyreoiditis, auch hier findet man meist Schilddrüsen-Autoantikörper im Blut.
  • Arzneimittelbedingte Thyreoiditis – Interferon (Therapie der Hepatitis C), Lithium, Thalidomid, Lenalidomid, Amiodaron
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Symptome Schilddrüsenentzündung

  • Akute Schilddrüsenentzündung:
  • Subakute Schilddrüsenentzündung:
    • Schleichender Beginn
    • Thyreoiditis de Quervain - Fieber, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schwellung und Druckschmerz über der Schilddrüse mit Ausstrahlung ins Ohr oder in den Oberkiefer. Eine Thyreoiditis de Quervain kann sich zu Beginn auch als Hyperthyreose manifestieren, mit typischen Symptomen wie zum Beispiel Herzrasen, Gewichtsverlust, Unruhe, Wärmeintoleranz, Konzentrationsstörungen.
      Im Verlauf (in aller Regel nach einigen Wochen) folgt eine Schilddrüsenunterfunktion mit meist milder Symptomatik. 
    • Asymptomatischer Verlauf möglich (Silent Thyreoiditis)
  • Chronische Schilddrüsenentzündung:
    • Als Postpartum-Thyreoiditis (also noch vor der Entbindung auftretend): meist schmerzlos, initiale Phase der Schilddrüsenüberfunktion mit milder Symptomatik, anschließend Übergang in Unterfunktion des Organs
    • Als arzneimittelbedingte Thyreoiditis (zum Beispiel nach Interferon-Therapie): in ⅔ der Fälle Unterfunktion der Schilddrüse mit typischen Symptomen (Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, trockene Haut, depressive Verstimmung)
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Diagnose Schilddrüsenentzündung

  • Anamnese – Patientengespräch zur Erfassung der aktuellen Beschwerden, der Krankengeschichte, Medikamenteneinnahme usw.
  • Körperliche Untersuchung – Abtasten der Schilddrüse
  • Blutuntersuchung:
    • Bestimmung der Entzündungswerte (CRP = C-reaktives Protein, BSG = Blutsenkungsgeschwindigkeit, weiße Blutkörperchen)
    • Bestimmung des TSH-Wertes (Thyreotropin = Thyreoidea-stimulierendes Hormon, welches im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse gebildet, gespeichert und bei Bedarf ins Blut abgegeben wird, um an spezifische Rezeptoren auf der Schilddrüsenoberfläche zu binden und somit die Produktion von Schilddrüsenhormonen zu stimulieren)
    • Bestimmungder Schilddrüsenhormone T4 und T3
  • Bestimmung von Autoantikörpern – die im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis  oder eines Morbus Basedow nachweisbar bzw. erhöht sein könnten: Anti-TSH-Rezeptor-Autoantikörper, Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper, Anti-Thyreoglobulin-Antikörper 
  • Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
  • Biopsie – ggf. Entnahme einer Gewebeprobe mittels Feinnadelbiopsie
  • Ggf. weiterführende Diagnostik – je nach Befund: Schilddrüsenszintigrafie (nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung der Stoffwechselaktivität des Gewebes) u.a.
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Behandlung Schilddrüsenentzündung

  • Akute eitrige Thyreoiditis:
    • Antibiotika
    • Kühlende Auflagen zur Schmerzlinderung
    • Symptomatische Therapie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen) zur Schmerzlinderung
    • Bei Abszessbildung: Punktion und Abszessdrainage
  • Nicht-eitrige Thyreoiditis – in der Regel Spontanheilung, ggf. symptomatische Therapie mit Entzündungshemmern 
  • Subakute Thyreoiditis de Quervain – in der Regel Spontanheilung, ggf. symptomatische Therapie mit Entzündungshemmern oder in schweren Fällen Gabe von Glukokortikoiden (z.B. Prednisolon)
  • Postpartale Thyreoiditis – meist milder selbstlimitierender Verlauf, keine spezifische Therapie nötig, ggf. Kontrolle der Symptome
  • Arzneimittelbedingte Schilddrüsenentzündung – Absetzen des ursächlichen Medikamentes und symptomatische Therapie je nach Befund (zum Beispiel Substitution von Schilddrüsenhormonen im Falle einer Schilddrüsenunterfunktion)
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Medikamente

Zur Behandlung der akuten eitrigen Schilddrüsenentzündung werden Antibiotika eingesetzt.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

  • Die akute eitrige Thyreoiditis heilt nach konsequenter Antibiotikabehandlung in aller Regel vollständig aus. In wenigen Fällen entwickelt sich im Anschluss eine langfristige Schilddrüsenunterfunktion, die eine Hormonersatztherapie notwendig macht. 
  • Die anderen Formen der Schilddrüsenentzündung haben zum größten Teil einen selbstlimitierenden Verlauf, heilen also von alleine und meist folgenlos aus.
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Dauer

Vereinfachend kann man drei Verlaufsformen der Schilddrüsenentzündung unterscheiden:

  • Akute Form – die akute Form ist charakterisiert durch einen plötzlichen Beginn und einen schnellen Verlauf, der Zeitrahmen beträgt in diesem Fall in aller Regel Tage bis wenige Wochen.
  • Subakute Form – die subakute Form zeigt einen schleichenden Beginn und einen langsameren Verlauf als die akute Form, die Erkrankung dauert meist einige Wochen bis Monate.
  • Chronische Verlaufsform – davon unterscheidet sich die chronische Verlaufsform, bei der die Symptome in milder Form über Monate bis Jahre bestehen können.

Selbstverständlich richtet sich die tatsächliche Dauer der Beschwerden auch maßgeblich nach dem Zeitpunkt der Diagnosestellung und nach dem Behandlungsbeginn.

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Vorbeugung

  • Die einzige Form, bei der spezifische vorbeugende Maßnahmen benannt werden können, ist die arzneimittelbedingte Thyreoiditis, da hier ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und der Entzündung der Schilddrüse besteht. 
  • Wird bei Patienten eine Radiojodtherapie durchgeführt oder erfolgt eine Strahlentherapie im Halsbereich, sollte immer die mögliche Komplikation einer Entzündung der Schilddrüse im Auge behalten und die Organfunktion entsprechend kontrolliert werden. 
  • Autoimmun bedingten Formen, wie zum Beispiel der Hashimoto-Thyreoiditis, kann nach heutigem Kenntnisstand nicht vorgebeugt werden.
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Bei Kindern

Das Auftreten einer Schilddrüsenentzündung bei Kindern ist äußerst selten.

pfeilIn der Schwangerschaft

Die Empfehlungen für Schwangere unterscheiden sich nicht wesentlich von denen für die restlichen Patientengruppen.

Während einer Schwangerschaft sollte jedoch besonderes Augenmerk auf die Kontrolle der Jod- und Schilddrüsenhormonwerte gelegt werden, da ein Mangel zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann, wie zum Beispiel zur körperlichen und geistigen Retardierung (verlangsamte Entwicklung) des Fötus. 

Falls sich also im Rahmen oder als Folge einer Schilddrüsenentzündung eine Unterfunktion des Organs entwickelt, muss eine schnelle Substitution mit L-Thyroxin erfolgen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass Schwangere einen höheren Bedarf an Schilddrüsenhormonen haben, die L-Thyroxin-Dosis sollte also entsprechend eingestellt werden.

 

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

aktualisiert: 04.12.2024
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