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pfeilEinleitung

Blut im Urin kann viele verschiedene Ursachen haben, die im Harntrakt oder woanders liegen können. Nicht alle Erkrankungen sind gefährlich, trotzdem solltest du blutigen Urin immer ärztlich abklären lassen.

ArrowDownIst das gefährlich?

Blut im Urin ist an sich in der Regel zunächst nicht gefährlich.

Durch die Verdünnung mittels Urin wird die tatsächliche Blutmenge meistens überschätzt, sodass kein ernsthafter Blutverlust vorliegt.

Trotzdem solltest Du blutigen Urin immer ärztlich abklären lassen.

In vielen Fällen verbergen sich zwar harmlose Auslöser, wie ein Harnwegsinfekt oder eine Medikamenteneinnahme dahinter, aber einige der genannten Ursachen können u. U. lebensbedrohlich sein.

Eine schnelle Diagnostik und Therapie sind hier entscheidend.

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Ursachen

Systemische Ursachen

Ursachen, die den ganzen Körper betreffen.

  • Verzehr bestimmter Lebensmittel, z. B. rote Beete
  • Medikamenteneinnahme, z. B. Rifampicin
  • Blutungsneigung, z. B. unter Einnahme von Blutverdünnern
  • Kontamination durch Periodenblutung oder rektale Blutung
  • Schwere körperliche Belastung
  • Sichelzellanämie
  • Virusinfektionen
  • Hämolyse

Erkrankungen der Nieren

  • Glomerulonephritiden
  • Interstitielle Nephritis
  • Infektionen, (z.B. Nierenbeckenentzündung)
  • Tumore (z.B. Nierenzellkarzinom, Urothelkarzinom)
  • Niereninfarkt
  • Polyzystische Nierenerkrankung-Flüssigkeitsggefüllte Hohlräume in den Nieren.

Erkrankung ableitende Harnwege

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Wann zum Arzt?

Wenn Blut im Urin (Hämaturie) besteht, sollte immer eine Untersuchung des Urinsediments sowie eine Sonografie der Nieren und ableitenden Harnwege stattfinden.

Je nach Risikoprofil der Person und Befund sollte ggf. eine nephrologische (Nierenarzt) und/ oder urologische Vorstellung (Urologen) stattfinden oder unter regelmäßigen Kontrollen abgewartet werden.

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Einteilung & Formen

Je nach Menge des Blutes im Urin wird unterschieden zwischen:

  • Mikrohämaturie – Mit dem Auge nicht sichtbare Verfärbung des Urins (Nachweis nur mittels Urinteststreifen oder Urinsediment)
  • Makrohämaturie – Sichtbare Verfärbung des Urins (rot bis dunkelbraun)

Zudem kann nach Entstehungsort des Blutes unterschieden werden in:

  • Glomeruläre Hämaturie – Die Ursache liegt bei den Nierenkörperchen (Glomeruli). Z. B. Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen)
  • Postglomeruläre Hämaturie – Das Blut gelangt erst im nachfolgenden Abschnitt des Harntraktes in den Urin. Z.B. aufgrund einer Harnleiterentzündung.
pfeilLokalisation des Symptoms

Die Ursachen für blutigen Urin können

  1. systemischer Natur (den ganzen Körper betreffend) sein,
  2. in der Niere liegen
  3. oder Teil der ableitenden Harnwege sein.

Beispiele für die jeweilige Lokalisation findest du unter dem Abschnitt Ursachen.

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Verlauf des Symptoms

Ein allmählicher, schleichender Prozess kann vor allem bei onkologischen (Tumor) Geschehen beobachtet werden, während Infektionen, der Verzehr bestimmter Lebensmittel oder Harnsteine eher einen akuten Verlauf zeigen.

Glomerulonephritiden oder interstitielle Nephritiden können je nach Art hochakut oder schleichend verlaufen.

Onkologische Erkrankungen verlaufen eher schleichend, können sich allerdings auch rasch ausbreiten.

arrow downBegleitende Symptome

Welche Symptome neben dem Blut im Urin zusätzlich auftreten können, hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab.

Denkbar sind z. B.:

  • Harnwegsinfekt – vermehrter Harndrang, Schmerzen (Brennen) beim Wasserlassen, Fieber.
  • Harnsteine – kolikartige Schmerzen in der Flanke oder dem Unterbauch, Übelkeit und Erbrechen.
  • Tumore – ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber, Schmerzen bei Streuung der Krebszellen in andere Körperregionen.
  • Glomerulonephritiden – Wassereinlagerungen, ggf. schäumender Urin durch Proteine im Urin, Bluthochdruck.
  • Polyzystische Nierenerkrankung – je nach Art und Ausprägung vergrößerte Niere mit multiplen Zysten und ggf. Niereninsuffizienz → Flankenschmerzen, Bluthochdruck
  • Hämolyse – Symptome einer Anämie wie Müdigkeit, Atemnot, Blässe, Herzrasen
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Diagnose Blut im Urin

  • Anamnesegespräch (Arzt-Patient-Gespräch) – Zunächst beginnt der Arzt mit einer Anamnese.
    Hierbei können vor allem harmlose Ursachen, wie eine Urinverfärbung durch Lebensmittelfarbstoffe, als Nebenwirkung von Medikamenten, nach sexueller Aktivität oder einem urologischen Eingriff ausgeschlossen werden.
  • Körperliche Untersuchung – Es folgt die körperliche Untersuchung, bei der insbesondere Bauch und Flanken untersucht werden.
  • Urinteststreifen – Zur Akutdiagnostik gehört der Urinteststreifen.
  • Weitere Diagnostik – Je nach Setting werden ggf. eine Sonographie der Niere und der ableitenden Harnwege, eine Hämoglobin-Kontrolle sowie eine Untersuchung des Urinsediments durchgeführt.

Überweisung zum Urologen / Nephrologen
Wenn kein Zusammenhang mit einem Harnwegsinfekt oder einer anderen harmlosen Ursache gefunden werden kann, ist eine urologische Vorstellung empfohlen.
Dort wird dann eine Bildgebung, z. B. in Form einer Computertomographie und ggf. weitere Maßnahmen wie eine Blasenspiegelung, vorgenommen.
Liegen zusätzliche Auffälligkeiten (bspw. schäumender Urin oder Nierenfunktionsverschlechterung) vor, ist eine nephrologische Vorstellung (Nierenspezialisten) empfohlen.
Hierbei erfolgen eine Blutuntersuchung und ggf. eine Gewebeprobeentnahme (Biopsie) der Niere.

arrow downBilder & Aussehen

Je nach Menge des beigemischten Blutes variiert die Farbe.

  1. Keine sichtbaren Änderungen – das Blut ist nur unter dem Mikroskop erkennbar.
  2. Rosa – Es handelt sich um geringe Blutbeimischung.
  3. Rötlich – Es kommt zu einer deutlichen Blutbeimischung.
  4. Bräunlich – Es handelt sich ggf. um bereits älteres Blut, was in den Urin.

Erkennst Du eine Farbveränderung Deines Urins, solltest Du immer einen Arzt aufsuchen, vor allem bei sehr dunkler Färbung des Urins.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Behandlung Blut im Urin

Die Therapie bei Blut im Urin hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab.

Mögliche Behandlungsstrategien sind z. B.:

  • Anpassung von Medikamenten – Absetzen oder Dosisanpassung bestimmter Medikamente (z. B. Blutverdünner)
  • Medikamente – Medikamentöse Einstellung des Blutdrucks, Gabe entwässernder Medikamente und ggf. hochdosierter Steroide bei Glomerulonephritiden
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr – Erhöhte Trinkmenge bei Harnwegsinfekten.
    • weiterführend antibiotische Therapie.
  • Bewegung – Erhöhte Trinkmenge und Bewegung bei kleinen oder blasennahen Harnsteinen.
    • Weiterführend Einlage einer Harnleiterschiene mit anschließender interventioneller Steinentfernung.
  • Hormone – Hormonelle Therapie zunächst mit reinen Gestagenpräparaten bei Endometriose, weiterführend minimalinvasive operative Entfernung der Endometrioseherde.
  • Operation – Operative Tumorentfernung, je nach Lokalisation und Ausmaß Entfernung von Niere, Harnleiter oder Blase nötig, zusätzlich ggf. Chemotherapie.
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Medikamente

Auch beim Einsatz von Medikamenten gegen blutigen Urin kommt es auf die zugrundeliegende Ursache an.

  • Ggf. Schmerzmittel - z. B. Ibuprofen oder Metamizol.
  • Antibiotika (gegen Bakterien) - bei Entzündungen
  • Alphablocker bei Harnsteinen
  • Blutdrucksenkende Medikamente, Diuretika und ggf. Steroide bei Glomerulonephritis
  • Hormonelle Therapie zunächst mit reinen Gestagenpräparaten bei Endometriose
arrow downHausmittel Blut im Urin
  • Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr – Ausreichende und regelmäßig über den Tag verteilte Flüssigkeitszufuhr.
  • Bewegung
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Die Prognose bei Blut im Urin hängt stark von der Ursache ab.

Ungefährliche Ursachen sind solche, bei denen nicht wirklich blutiger Urin vorliegt, sondern eine Urinverfärbung aufgrund von bestimmten Lebensmitteln oder Medikamenten besteht.

Günstige Prognose
Harmlose Ursachen mit guter Prognose sind z. B. Harnwegsinfekte, die nach entsprechender Behandlung in der Regel folgenlos ausheilen.

Ungünstige Prognose
Erkrankungen der Niere können ohne rechtzeitige Behandlung zu einer Niereninsuffizienz führen, die eine Dialyse oder Nierentransplantation zur Folge haben kann.

Die Prognose onkologischer Geschehen, wie eines Urothelkarzinoms (Harnblasenkarzinom), hängt vor allem davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, aber auch vom Allgemeinzustand des Patienten und vielen anderen Faktoren.
Im schlimmsten Fall können diese Erkrankungen tödlich enden.

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Komplikationen

  • Blutverlust – Bei enormen Blutverlusten hämorrhagischer Schock mit Kreislaufversagen.
  • Niereninsuffizienz – und Nierenvenenthrombose bei Glomerulonephritiden.
  • Ausbreitung – einer Harnwegsinfektion auf umliegende Organe.
  • Harnstauung – und Einreißen des Nierenbeckens bei Harnsteinen.
  • Urothelkarzinomen – Relevanter Blutverlust und Reißen des Organs bei Urothelkarzinomen.
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Dauer

Die Dauer bei Blut im Urin variiert je nach zugrundeliegender Ursache.

Während ein Harnwegsinfekt innerhalb einiger Tage abheilt, kann ein Harnstein unter Umständen eine länger andauernde Angelegenheit sein.

Löst dieser sich nicht von selbst, wird zunächst eine Harnleiterschiene eingelegt, bis das akute Entzündungsgeschehen vorbei ist.
Nach 4–6 Wochen wird diese dann wieder entfernt und es erfolgt die eigentliche Steinsanierung.

Eine onkologische Erkrankung dauert in der Regel noch länger.
Ggf. folgt auf eine Operation eine Chemotherapie über mehrere Wochen bis Monate sowie eine Nachsorge von mindestens fünf Jahren

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung vor blutigem Urin ist nicht immer möglich.
Folgende generelle Maßnahmen sind zu empfehlen:

  • Flüssigkeitszufuhr – Ausreichende und regelmäßig über den Tag verteilte Flüssigkeitszufuhr zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten und Harnsteinen.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr – Wasser lassen zur Vorbeugung von Harnwegsinfekten.
  • Rauchstopp – zur Vorbeugung von Urothelkarzinomen (Harnblasenkrebs)
aktualisiert: 27.05.2025
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Ornella Richter
Assistenzärztin
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Ornella Richter ist im Bereich der Frauenheilkunde und Geburtshilfe tätig.

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