Blut im Urin, wenn es zu einer Beimischung von Blut (roten Blutkörperchen) in den Urin kommt.
Blut im Urin kann viele verschiedene Ursachen haben, die im Harntrakt oder woanders liegen können. Nicht alle Erkrankungen sind gefährlich, trotzdem solltest du blutigen Urin immer ärztlich abklären lassen.
Blut im Urin ist an sich in der Regel zunächst nicht gefährlich.
Durch die Verdünnung mittels Urin wird die tatsächliche Blutmenge meistens überschätzt, sodass kein ernsthafter Blutverlust vorliegt.
Trotzdem solltest Du blutigen Urin immer ärztlich abklären lassen.
In vielen Fällen verbergen sich zwar harmlose Auslöser, wie ein Harnwegsinfekt oder eine Medikamenteneinnahme dahinter, aber einige der genannten Ursachen können u. U. lebensbedrohlich sein.
Eine schnelle Diagnostik und Therapie sind hier entscheidend.
Ursachen, die den ganzen Körper betreffen.
Wenn Blut im Urin (Hämaturie) besteht, sollte immer eine Untersuchung des Urinsediments sowie eine Sonografie der Nieren und ableitenden Harnwege stattfinden.
Je nach Risikoprofil der Person und Befund sollte ggf. eine nephrologische (Nierenarzt) und/ oder urologische Vorstellung (Urologen) stattfinden oder unter regelmäßigen Kontrollen abgewartet werden.
Je nach Menge des Blutes im Urin wird unterschieden zwischen:
Zudem kann nach Entstehungsort des Blutes unterschieden werden in:
Die Ursachen für blutigen Urin können
Beispiele für die jeweilige Lokalisation findest du unter dem Abschnitt Ursachen.
Ein allmählicher, schleichender Prozess kann vor allem bei onkologischen (Tumor) Geschehen beobachtet werden, während Infektionen, der Verzehr bestimmter Lebensmittel oder Harnsteine eher einen akuten Verlauf zeigen.
Glomerulonephritiden oder interstitielle Nephritiden können je nach Art hochakut oder schleichend verlaufen.
Onkologische Erkrankungen verlaufen eher schleichend, können sich allerdings auch rasch ausbreiten.
Welche Symptome neben dem Blut im Urin zusätzlich auftreten können, hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab.
Denkbar sind z. B.:
Überweisung zum Urologen / Nephrologen
Wenn kein Zusammenhang mit einem Harnwegsinfekt oder einer anderen harmlosen Ursache gefunden werden kann, ist eine urologische Vorstellung empfohlen.
Dort wird dann eine Bildgebung, z. B. in Form einer Computertomographie und ggf. weitere Maßnahmen wie eine Blasenspiegelung, vorgenommen.
Liegen zusätzliche Auffälligkeiten (bspw. schäumender Urin oder Nierenfunktionsverschlechterung) vor, ist eine nephrologische Vorstellung (Nierenspezialisten) empfohlen.
Hierbei erfolgen eine Blutuntersuchung und ggf. eine Gewebeprobeentnahme (Biopsie) der Niere.
Je nach Menge des beigemischten Blutes variiert die Farbe.
Erkennst Du eine Farbveränderung Deines Urins, solltest Du immer einen Arzt aufsuchen, vor allem bei sehr dunkler Färbung des Urins.
Die Therapie bei Blut im Urin hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab.
Mögliche Behandlungsstrategien sind z. B.:
Auch beim Einsatz von Medikamenten gegen blutigen Urin kommt es auf die zugrundeliegende Ursache an.
Die Prognose bei Blut im Urin hängt stark von der Ursache ab.
Ungefährliche Ursachen sind solche, bei denen nicht wirklich blutiger Urin vorliegt, sondern eine Urinverfärbung aufgrund von bestimmten Lebensmitteln oder Medikamenten besteht.
Günstige Prognose
Harmlose Ursachen mit guter Prognose sind z. B. Harnwegsinfekte, die nach entsprechender Behandlung in der Regel folgenlos ausheilen.
Ungünstige Prognose
Erkrankungen der Niere können ohne rechtzeitige Behandlung zu einer Niereninsuffizienz führen, die eine Dialyse oder Nierentransplantation zur Folge haben kann.
Die Prognose onkologischer Geschehen, wie eines Urothelkarzinoms (Harnblasenkarzinom), hängt vor allem davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist, aber auch vom Allgemeinzustand des Patienten und vielen anderen Faktoren.
Im schlimmsten Fall können diese Erkrankungen tödlich enden.
Die Dauer bei Blut im Urin variiert je nach zugrundeliegender Ursache.
Während ein Harnwegsinfekt innerhalb einiger Tage abheilt, kann ein Harnstein unter Umständen eine länger andauernde Angelegenheit sein.
Löst dieser sich nicht von selbst, wird zunächst eine Harnleiterschiene eingelegt, bis das akute Entzündungsgeschehen vorbei ist.
Nach 4–6 Wochen wird diese dann wieder entfernt und es erfolgt die eigentliche Steinsanierung.
Eine onkologische Erkrankung dauert in der Regel noch länger.
Ggf. folgt auf eine Operation eine Chemotherapie über mehrere Wochen bis Monate sowie eine Nachsorge von mindestens fünf Jahren
Eine Vorbeugung vor blutigem Urin ist nicht immer möglich.
Folgende generelle Maßnahmen sind zu empfehlen: