Endometriose, wenn es zu einer krankhaften Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle kommt.
Bei der Endometriose treten Gebärmutterschleimhaut-ähnliche Zellen an anderen Orten im Körper als in der Gebärmutterhöhle auf. Dabei unterliegt dieses Gewebe, genauso wie das Endometrium (innerste Schicht der Gebärmutterschleimhaut), hormonellen Einflüssen und Schwankungen. Bei einer Endometriose kommt es oftmals zu Schmerzen im Unterleib.
Bei der Endometriose handelt es sich um eine gutartige Erkrankung, eine akute Gefahr besteht nicht.
Die Erkrankung verursacht jedoch bei Betroffenen sehr starke Beschwerden.
Oft suchen betroffene Frauen erst einen Frauenarzt auf, wenn eine Schwangerschaft ausbleibt, oder die Schmerzen eine gewisse Intensität überschreiten.
Starke Regelschmerzen oder sonstige Unterleibschmerzen solltest Du jedoch immer von einem Arzt abklären lassen.
Eine Schwangerschaft ist trotz Endometriose möglich.
Die Fruchtbarkeit der Frau ist allerdings um ca. 50% reduziert.
Es ist ratsam, eine Kinderwunschbehandlung durchzuführen.
Man unterscheidet 3 Gruppen der Endometriose.
Unklarheit
Die Ursachen einer Endometriose sind bis dato nicht geklärt.
Als Risikofaktoren werden mitunter ein kurzer Periodenzyklus von weniger als 27 Tagen und/oder eine verlängerte Dauer der Regelblutung betrachtet.
Zudem wird eine späte erste Schwangerschaft oder auch gar keine Schwangerschaft zu den Faktoren gezählt, die das Risiko einer Endometriose begünstigen können.
Weiterhin können der Kontakt mit bestimmten Stoffen, wie polychlorierten Biphenylen oder Bisphenol A das Risiko, an einer Endometriose zu erkranken, erhöhen.
Zyklusabhängigkeit
Die Endometriumzellen, die sich fälschlicherweise außerhalb der Gebärmutter befinden, unterliegen, wie alle anderen Endometriumzellen auch, dem weiblichen Hormonzyklus.
Das heißt, die Beschwerden, die bei einer Endometriose auftreten können, sind in aller Regel eng mit dem Zyklus verknüpft.
Zu den Leitsymptomen der Endometriose zählen Schmerzen im Unterleib, bzw. Schmerzen im Bereich des Eierstocks
Diese sind häufig mit der Periode verknüpft bzw. beginnen kurz vor der Periode und nehmen dann an Intensität zu.
Weiterhin kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen oder auch zu Problemen beim Stuhlgang kommen.
Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zählen zu den möglichen Symptomen einer Endometriose.
Weiterhin können sich unspezifische Beschwerden, wie Unterbauchschmerzen, Schmierblutungen, Rücken oder Kopfschmerzen zeigen.
Eine verlängerte und / oder starke Blutung kann ebenfalls als Symptom einer Endometriose auftreten.
Abhängig der Lokalisation
Abhängig von der Lokalisation können sich zudem noch weitere Symptome zeigen.
Bei Vorkommen von Endometriumzellen im Darm, kann es zu Blutbeimengungen im Stuhl kommen.
Ein Befall der Blase kann mit Schmerzen im Bereich der Blase verbunden sein.
Zudem kann es zu einem vermehrten Harndrang und zu schmerzhaften Wasserlassen kommen.
Endometriumzellen im Bereich der Lunge beziehungsweise im umgebenden Gewebe können blutigen Husten oder ausstrahlende Schmerzen in die Schulter verursachen.
In einigen Fällen stellt sich eine Endometriose aber auch ganz frei von Symptomen dar.
Diese Endometriose wird dann als asymptomatisch bezeichnet und wird meistens zufällig im Rahmen eines operativen Eingriffs entdeckt.
Jahre bis zur Diagnose
Leider dauert es auch heutzutage noch sehr lang, bis eine Endometriose diagnostiziert wird.
Im Schnitt vergehen mehrere Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird.
Ablauf der Diagnose
Am Anfang steht in der Regel die Anamnese, in der die Patientinnen ihre Beschwerden und Symptome schildern.
Es folgt anschließend eine körperliche Untersuchung, die sich je nach Lokalisation der Endometriose unterschiedlich gestalten kann.
Weiterhin werden bildgebende Verfahren, wie etwas ein Ultraschall oder in bestimmten Fällen auch ein MRT angewendet.
Darüber hinaus kann eine minimalinvasive Operation erforderlich sein. Dabei werden kleine Gewebeproben entnommen, die daraufhin untersucht werden und zur Sicherung der Diagnose beitragen.
Als Differentialdiagnosen der Endometriose kommen im Allgemeinen (entzündliche) Erkrankungen oder Veränderungen von Organen oder Gewebestrukturen des Bauch- und Beckenraums infrage.
Dazu zählen zum Beispiel
Die Behandlung der Endometriose ist abhängig von den Symptomen und Schwere der Erkrankung.
Konservative vs. operative Verfahren
Eine Endometriose kann sowohl mit Medikamenten als auch operativ therapiert werden.
Leider ist bis dato kein Therapieverfahren im Stande, die Erkrankung zu heilen.
Operation
Eine Operation wird meistens bei ausbleibender Verbesserung unter einer Medikamententherapie, oder auch bei bestehenden Kinderwunsch angewendet.
Je nach Lokalisation der sogenannten Endometrioseherde kommen unterschiedliche operative Verfahren beziehungsweise operative Behandlungsansätze infrage.
Medikamente
Die medikamentöse Therapie besteht aus mehreren Komponenten.
Häufig nehmen Endometriose Betroffene zur Linderung der Beschwerden Schmerzmittel wie etwa Ibuprofen ein.
Weiterhin wird die Endometriose mit speziellen Hormonpräparaten, dazu zählen sogenannte Gestagene oder auch GnRH-Analoga behandelt, die sich auf das Wachstum der Endometriumzellen auswirken.
Normalerweise kommt es unter einer Hormontherapie zum Ausbleiben der Regelblutung.
Bei der medikamentösen Behandlung der Endometriose wird unterschieden in Präparate gegen die Schmerzen und Hormon-Präparate, die das Wachstum der Endometrose - herde ausbremsen.
Symptombehandlung
Zur Behandlung der Symptome werden von den betroffenen Frauen häufig gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS eingenommen.
Weiterhin kommen spezielle Hormonpräparate zum Einsatz.
Dazu zählen die Gestagene und die GnRH Analoga.
Gestagene
Gestagene wirken auf spezielle Prozesse der Hormonproduktion ein und verringern letztlich die Konzentration von bestimmten Hormonen wie Östrogen.
Es kommt zu einer Rückbildung von endometrialen Gewebeherden und zur verminderten Ausbildung der Endometriumzellen in der Gebärmutter selbst.
Die Therapie mit Gestagenen wird in der Regel als erstes Verfahren in der medikamentösen Behandlung von Endometriose mit Hormonen angewandt.
GnRH Analoga
Sollte die Therapie mit Gestagenen nicht ausreichen, kann auch auf eine Therapie mit GnRH Analoga zurückgegriffen werden.
Diese wirkt ebenfalls auf die Östrogenkonzentration ein bzw. führt zu einer Reduktion von Östrogen.
Durch die veränderte Östrogenrate kommt es zum Aussetzen der Regelblutung.
Aromatasehemmern
Bei sehr ausgeprägten Symptomen einer Endometriose oder auch einem nicht-Ansprechen auf die Behandlung mit Gestagenen oder GNRH-Analoga können zudem auch sogenannte Aromatasehemmern zur Anwendung kommen.
Sie verhindern die Umwandlung von Androgenen, dabei handelt es sich sozusagen um Vorläufer von Hormonen wie Östrogen.
Wenn eine Behandlung mit Hormonpräparaten nicht den gewünschten Therapieerfolg erzielt, kommt eine Operation infrage. Auch bei starken Beschwerden oder einer Unfruchtbarkeit raten Ärzte oftmals zu einer operativen Behandlung der Endometriose.
Ziel der Operation ist die komplette Entfernung der Gebärmutterschleimhaut-Inseln. Die Operation wird im Rahmen einer Bauchspiegelung durchgeführt.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Wiederauftreten einer Endometriose nach einer operativen oder hormonellen Therapie kommt, liegt bei 20–80 Prozent.
Die Beschwerden der Endometriose bessern sich meistens mit dem Eintritt in die Menopause.
Der exakte Verlauf der Endometriose lässt sich nicht exakt bestimmen.
Bei der Endometriose kommt es zu oftmals einem zyklusabhängigem chronisch-wiederkehrenden Verlauf.
Eine Endometriose lässt sich nach heutigem Kenntnisstand nicht vorbeugen.
Eine oft verwendete Stadieneinteilung der Schweregrad erfolgt anhand der AFS-Stadien der American Society for Reproductive Medicine.
Die Schmerzen bei einer Endometriose beginnen zumeist mit dem Einsetzen der Periode und verstärken sich im Verlauf der Regelblutung zunehmend.
Mit den Jahren kann eine Endometriose aber auch zu Schmerzen vor, nach oder während der Periode führen.
Es gibt mittlerweile spezielle Endometriosezentren, die von Betroffenen beim Verdacht auf eine Endometriose aufgesucht werden können.
Hier werden alle notwendigen körperlichen oder apparativen Untersuchungen vorgenommen, um eine Endometriose als solche zu erkennen und dann ein geeignetes Therapieverfahren gemeinsam mit den Betroffenen auszuwählen.
Bei Beschwerden im Beckenraum, die auf eine Endometriose hinweisen könnten, ist oft der Frauenarzt (Facharzt für Gynäkologie) der erste Ansprechpartner.
Es gibt keine speziellen Tests, um eine Endometriose zu diagnostizieren.
Vielmehr setzt sich die Diagnose einer Endometriose aus einer Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, bildgebenden Verfahren und gegebenenfalls einem kleinen operativen Eingriff zusammen.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, wie sie auch von der deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V empfohlen wird, ist Endometriose Patienten anzuraten.
Besonders magnesiumhaltige Lebensmittel sollen sich günstig auf eine Endometriose auswirken.
Dazu zählen:
Es gibt homöopathische Mittel, die vor allem eine Schmerzlinderung im Rahmen einer Endometriose herbeiführen sollen.
Dazu zählen unter anderem potenzierte Östrogene oder auch Kalium Carbonium oder Nux Vomica.
Zu der Gabe von potenzierten Östrogenen soll es Studien geben, die deren Wirksamkeit in Bezug auf die Schmerzlinderung unterstreichen.
Die anderen genannten homöopathischen Mittel wurden in Bezug auf ihre Wirksamkeit bei einer Endometriose nicht ausreichend untersucht.
Frauen mit Endometriose haben eine erhöhte Komplikationsgefahr in der Schwangerschaft.
Für Schwangere mit Endometriose ist es daher umso wichtiger, die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt termingerecht wahrzunehmen, um Risiken oder Komplikationen rechtzeitig zu begegnen.
Gerade bei Frauen, die nur leichtgradige Beschwerden oder gegebenenfalls gar keine Symptome aufweisen, kann es mitunter vorkommen, dass eine Endometriose erst bei einem unerfüllten Kinderwunsch beziehungsweise dem Ausbleiben einer Schwangerschaft diagnostiziert wird.
Eingeschränkte Fruchtbarkeit
Frauen mit Endometriose sind leider viel häufiger mit Unfruchtbarkeit konfrontiert als gesunde Frauen.
Das kann mitunter an Zyklusstörungen liegen oder auch an „fehlplatzierten“ Endometriumzellen in den Eileitern, die dadurch eine Passage der Eileiter und somit den regulären Prozess der Befruchtung verhindern.
Ebenso können Endometriumzellen an den Eierstöcken den Eisprung behindern und somit eine Schwangerschaft erschweren oder gänzlich verhindern.
Operation
Für Frauen mit Kinderwunsch kann eine operative Entfernung der Endometriumzellen vonnöten sein, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen.
Künstliche Befruchtung
Weiterhin kann eine künstliche Befruchtung in Betracht gezogen werden, insbesondere dann, wenn es nach einer Operation zu Rezidiven (Wiederauftreten von Endometrioseherden) von Endometriumzellen kommen sollte.
Hilfe suchen
Für betroffene Frauen oder Paare im allgemeinen, ist es ratsam, sich bei einer Endometriose und einem bestehenden Kinderwunsch an eine Kinderwunschklinik beziehungsweise ein spezielles Endometriosezentrum zu wenden.
Dort können alle wichtigen Aspekte im Hinblick auf eine Schwangerschaft mit Endometriose besprochen werden.
Eine Schwangerschaft ist trotz Endometriose möglich.
Die Fruchtbarkeit der Frau ist allerdings um ca. 50% reduziert.
Es ist ratsam, eine Kinderwunschbehandlung durchzuführen.