Niereninsuffizienz (Nierenversagen), wenn es zu einer Unterfunktion (die Nieren arbeiten nicht mehr richtig) einer, oder beider Nieren kommt.
Erfahrungs Berichte
Unter einer Niereninsuffizienz versteht man eine eingeschränkte Funktion der Niere. Dieses Krankheitsbild kann man auch als Nierenschwäche bezeichnen. Durch die schlechte Funktion der Niere können immer weniger gefährliche Abbaustoffe des Körpers herausgefiltert und daraufhin ausgeschieden werden. Diese Giftstoffe bauen sich im Organismus auf und können durch eine Harnvergiftung (Urämie) schwere gesundheitliche Schäden mit sich ziehen. Eine Niereninsuffizienz kann akut oder auch chronisch, also schleichend und über einen langen Zeitraum, verlaufen. Die Ursachen sind vielfältig und können von Unfällen, Infektionen, Nierensteinen, Diabetes bis Bluthochdruck variieren. Während sich die akute Form eher unspezifisch äußert, fallen bei der chronischen Form zunehmend Symptome wie Wassereinlagerungen, Schwäche, Übelkeit oder sogar Krampfanfälle auf. Therapieren lässt sich die Niereninsuffizienz durch die Behandlung der Risikofaktoren wie Bluthochdruck, außerdem durch die Regulation des Flüssigkeits-, Säure-Basen- und Elektrolythaushalts. In weit fortgeschrittenen Fällen wird zudem eine Dialyse oder gar eine Nierentransplantation nötig.
Eine Niereninsuffizienz kann gefährlich werden.
Liegt eine chronische Niereninsuffizienz vor, kann es im schlimmsten Fall durch Gefäßveränderungen zu einem Nierenversagen und schließlich zum Tod führen.
Treten Symptome wie Müdigkeit und Wassereinlagerungen auf, so ist der erste Arzt, den man aufsuchen sollte, der Hausarzt.
Dieser kann durch ein ausführliches Erfragen der Krankengeschichte sowie nach Blutuntersuchungen auf eine Verdachtsdiagnose schließen.
Wird also eine Niereninsuffizienz vermutet, so leitet der Hausarzt die Betroffenen an die Spezialisten der Urologie und Nephrologie weiter (Nierenarzt).
Leidest Du unter einer chronischen Nierenfunktionsstörung, bei der die Leistungsfähigkeit unter 30 % der Normalwerte liegt, solltest Du etwa vierteljährlich Kontrolltermine bei einem Nephrologen wahrnehmen.
Die Niere funktioniert wie eine Art Klärwerk für den Körper. Die Nieren produzieren den Urin und sorgen somit für das Ausscheiden von Abfallstoffen/ Giftstoffen. Weitere Funktion der Niere ist die Regulierung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts, des Säure-Basenhaushalts und des Blutdrucks.
Eine akute Insuffizienz entsteht durch einen akuten Flüssigkeitsverlust.
Dies geschieht bei großen Blutverlusten durch Unfälle oder große OPs, aber auch durch das Vergessen von Trinken, durch Medikamente, Gifte oder durch Infekte mit Erbrechen und Durchfall.
Für die chronische Nierenschwäche sind in vielen Fällen die typischen Alterskrankheiten Diabetes und Bluthochdruck verantwortlich.
Aber auch verschiedene andere Erkrankungen können eine chronische Insuffizienz verursachen. Dazu zählen Nierenerkrankungen wie Glomerulopathien, Nephritiden sowie auch erbliche Nierenerkrankungen.
Weiterhin können auch Autoimmunerkrankungen die Nierengefäße und -strukturen angreifen.
Ein akutes Nierenversagen beginnt eher unspezifisch.
Es kommt durch die Blutvergiftung mit harnpflichtigen Substanzen zu rascher Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen und Übelkeit.
Außerdem scheiden die Betroffenen weniger oder sogar gar keinen Urin mehr aus.
Durch die fehlende Ausscheidung von Wasser sammelt sich dieses daraufhin im Gewebe an. Dies kann nicht nur zu dicken Knöcheln führen, sondern auch zu Wasser in der Lunge, was Luftnot (Atemnot) verursachen kann.
In fortgeschritteneren Stadien kann es sogar zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen kommen, sowie Schwindel, Bewusstseinsverlusten und Koma.
Bei der chronischen Niereninsuffizienz kommen anfangs ebenfalls sehr unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Leistungsschwäche vor.
Außerdem gehen Betroffene häufiger Wasserlassen.
Später kann es zu sehr geringen Urinmengen kommen (unter einem halben Liter pro Tag).
Der Urin kann auch rot gefärbt sein oder sogar schäumen, wenn die Niere große Proteine ausscheidet, die eigentlich im Körper bleiben sollten. Durch die geringe Wasserausscheidung lagert sich die Flüssigkeit im Körper ein, häufig an den Beinen und Augenlidern, aber auch in der Lunge, was zu Atemnot führen kann.
Daneben wird der Körper anfälliger für Infektionen, es kommt zu Knochen- und Muskelschmerzen, außerdem zu Juckreiz oder Brennen in den Beinen sowie Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Eine verminderte Funktion der Nieren führt des Weiteren zu Blutarmut mit den damit verbundenen Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und Blässe.
Werden harnpflichtige Substanzen nicht ausgeschieden, so sammeln sich diese giftigen Produkte an und es kann in Folge der sogenannten Urämie zu gravierenden Folgen wie Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Koma kommen.
Anamnese
Zuerst wird beim Arzt wie immer die Krankengeschichte erfragt.
Hier werden nicht nur die Symptome abgefragt, sondern auch Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes.
Körperliche Untersuchung
Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt Blässe oder Ödeme in den Beinen feststellen kann. Auch das Herz und die Lunge werden auf typische Symptome wie Herzrhythmusstörungen sowie Wasser in der Lunge untersucht.
Labordiagnostik
Als nächstes erfolgt meist die Blutuntersuchung und Urinuntersuchung.
Wichtig sind dabei die Blut-Retentionswerte wie Kreatinin und Harnstoff, sowie die Messung des pH-Werts im Blut und die Menge an wichtigen Proteinen wie Albumin.
Dadurch kann auch die GFR (Glomeruläre Filtrationsrate) ausgerechnet werden.
Außerdem wird der Urin auf Proteine und andere Sedimente untersucht, die eine vermehrte Durchlässigkeit der geschädigten Niere aufzeigen.
Bildgebung
Eine bildgebende Diagnostik ist dabei ebenfalls oft indiziert.
Dafür wird ein Ultraschall verwendet, um mögliche Probleme wie Stauung und Raumforderungen zu erkennen, aber auch ein MRT (Magnetresonanztomografie), CT (Computertomografie) oder eine Urographie können je nach Verdacht verwendet werden.
Biopsie
Im Laufe der Untersuchungen wird eventuell auch eine Nierenbiopsie zur endgültigen Ursachenklärung notwendig.
Wassereinlagerungen (auch Ödeme genannt) kommen nicht nur bei verschiedenen Erkrankungen der Nieren vor.
Konzentrationsstörungen und Leistungsschwäche sind sehr unspezifische Symptome, die bei vielen Erkrankungen vorkommen können.
Dazu gehören zum einen die Herzschwäche, aber auch verschiedene Infektionen, gestörter Blutabbau, Tumorerkrankungen oder Hormonstörungen des Körpers wie eine Nebennierenrinden-Insuffizienz.
Aus einem Symptom allein kann man also nicht auf eine Erkrankung schließen.
Für die Diagnosestellung wird die Zusammenschau aller Symptome benötigt, sowie eine Blutabnahme und weitere körperliche Untersuchungen.
Die Behandlung sowie die Medikamente richten sich ganz nach der Ursache und dem Schweregrad der Niereninsuffizienz.
Bei der akuten Insuffizienz ist beispielsweise die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit essenziell.
Wichtig ist bei der chronischen Erkrankung vor allem die Überwachung der Blutsalze, der Säuren und Basen. Hierfür werden oft sogenannte Diuretika verschrieben, auch „Wassertabletten“ genannt, welche dafür sorgen, dass ausreichend Wasser und Giftstoffe ausgeschieden werden. In fortgeschritteneren Stadien reichen diese Medikamente nicht aus und man muss auf Nierenersatztherapien wie die Dialyse oder sogar eine Transplantation ausweichen. Zusätzlich können individuell auch Phosphatbindern verschrieben werden, sowie Erythropoetin bei Nieren-ursächlicher Blutarmut. Einige Medikamente wie Paracetamol oder auch Ibuprofen dürfen kaum oder sogar gar nicht mehr eingenommen werden, da sie die schwache Niere zusätzlich schädigen.
Insgesamt ist es bei einer Niereninsuffizienz aber wichtig, nicht nur auf die Medikamente und die Dialyse zu vertrauen, sondern auch selbst an der Reduktion der Risikofaktoren zu arbeiten. Bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes zählen dazu die vorgeschriebene Einnahme der Medikamente, sowie eine Lebensstiländerung. Vor allem bei Nierenschwäche sollte man hier auch auf eine angepasste Ernährung achten.
Phosphat und Kalium
Verboten ist nichts, allerdings gibt es einige Empfehlungen. Wichtig ist insgesamt die Reduktion von Phosphat und Kalium.
Phosphat kann die Knochen brüchig machen.
Man findet es vor allem in Nüssen, Innereien, Milchprodukten und einigen Wurstsorten, deswegen sollte man so weit wie möglich auf diese Lebensmittel verzichten.
Günstiger sind hier beispielsweise Käsesorten wie Quark, Camembert und Mozzarella.
Zu viel Kalium ist ebenfalls schädlich bei einer Niereninsuffizienz und kann Herzrhythmusstörungen auslösen.
Deswegen sollte man große Mengen Obst- und Gemüsesaft vermeiden, genauso auch Hülsenfrüchte, Pilze und Kartoffeltrockenprodukte wie Chips.
Weniger Kochsalz, also Natrium, kann sich auch positiv auf den Blutdruck auswirken, wodurch ein schnelles Fortschreiten ebenfalls verhindert werden kann.
Getränke
Was Getränke angeht, so wird vor allem Wasser, Tee oder Kaffee empfohlen, eher weniger Cola, Milch oder Alkohol.
Es sollte weder zu viel, noch zu wenig getrunken werden, beides kann negative Konsequenzen mit sich ziehen.
Kalorienzufuhr
Wichtig ist auch die Kalorienzufuhr. Richtlinien geben dabei bei einer akuten Insuffizienz rund 25 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht vor, die Eiweißzufuhr sollte bei circa einem Gramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen.
Bei der chronischen Nierenschwäche liegen die Werte für Kalorien bei über 30 Kalorien pro Kilogramm Körpergewicht und bei weniger als 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht.
Eine verringerte Eiweißzufuhr bremst nämlich unter bestimmten Umständen ein Fortschreiten der Krankheit.
Eine kontrollierte Eiweißzufuhr gilt allerdings nur für Betroffene ohne Dialyse
Wichtig ist bei den Eiweißen übrigens, dass sie hochwertig sind, das bedeutet, dass vor allem essentielle Aminosäuren dabei sein sollten, also solche, die der Körper nicht selbst bilden kann. Diese findet man in Eiern, Kartoffeln, Milch und Weizen.
Ernährung bei Dialyse
Die Ernährung bei Dialyse sieht etwas anders aus.
Hier wird eine große Eiweißaufnahme empfohlen mit bis zu 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.
Auch die Flüssigkeitszufuhr sollte begrenzt werden, da die Niere nicht in der Lage ist, genug auszuscheiden und es zu gefährlichen Einlagerungen in Lunge, Herz und Gehirn kommen kann.
Insgesamt sollte so viel Wasser zu sich genommen werden wie ausgeschieden wird, plus 0,5 Liter. Achtung: Auch Suppen, Joghurt und Gemüse enthalten viel Wasser.
Die Behandlung sowie die Medikamente richten sich ganz nach der Ursache und dem Schweregrad der Niereninsuffizienz.
Bei der akuten Insuffizienz ist beispielsweise die Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit essenziell.
Zusätzlich können individuell auch Phosphatbindern verschrieben werden, sowie Erythropoetin bei Nieren-ursächlicher Blutarmut.
Einige Medikamente wie Paracetamol oder auch Ibuprofen dürfen kaum oder sogar gar nicht mehr eingenommen werden, da sie die schwache Niere zusätzlich schädigen.
Insgesamt ist es bei einer Niereninsuffizienz aber wichtig, nicht nur auf die Medikamente und die Dialyse zu vertrauen, sondern auch selbst an der Reduktion der Risikofaktoren zu arbeiten.
Bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes zählen dazu die vorgeschriebene Einnahme der Medikamente, sowie eine Lebensstiländerung.
Vor allem bei Nierenschwäche sollte man hier auch auf eine angepasste Ernährung achten.
Die akute Niereninsuffizienz heilt in der Regel nach zwei Jahren wieder komplett aus.
Die chronische Insuffizienz ist allerdings ein meist fortschreitender Prozess.
Im Laufe der Erkrankung werden manchmal sogar Nierenersatzverfahren wie eine Dialyse oder gar eine Transplantation (Nierentransplantation) notwendig.
Werden allerdings die Risikofaktoren minimiert, so kann man den Progress verlangsamen.
Akute Niereninsuffizienz
Eine akute Niereninsuffizienz lässt sich einfach vorbeugen, indem man Flüssigkeitsverluste so weit wie möglich minimiert.
Es sollte nicht nur daran gedacht werden, ausreichend über den Tag zu trinken, des Weiteren sollte man noch mehr als üblich zu sich nehmen, wenn man einen Magen-Darm-Infekt eingefangen hat, viel schwitzt oder viel Sport macht.
Chronische Niereninsuffizienz
Um der chronischen Nierenschwäche zuvorzukommen, sollte man die Risikofaktoren wie Diabetes und Bluthochdruck behandeln.
Dazu gehört nicht nur die regelmäßige Einnahme der vorgesehenen Medikamente, sondern häufig auch eine Lebensstiländerung mit mehr Bewegung, ausgewogener Ernährung und kein Nikotin sowie Alkohol.
Auch andere ursächliche Erkrankungen der Niere oder des Immunsystems sollten rechtzeitig behandelt werden, damit diese nicht zu einer Niereninsuffizienz führen.
Die chronische Niereninsuffizienz kann nach der glomerulären Filtrationsrate (GFR) oder nach den Retentionswerten eingeteilt werden.
Bei der Einteilung nach der glomerulären Filtrationsrate (GFR) wird in 5 Stadien unterteilt, wobei
Wird nach Retentionswerten eingeteilt, so existieren hier vier Stadien.
Bei dem Retentionswert handelt es sich um das Kreatinin.
Handelt es sich um eine akute Niereninsuffizienz, so verläuft diese meist in vier Stadien.
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