Tripper (Gonorrhoe), wenn es zu einer Infektion mit Gonokokken (Bakterien) kommt. Tripper ist eine Geschlechtskrankheit.

Tripper, auch unter Gonorrhö bekannt, bezeichnet eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium „Neisseria gonorrhoeae“ (Gonokokken) ausgelöst wird. „Gonorrhö“ beschreibt so viel wie „Samenfluss“ – früher hat man das typische Sekret, das aus dem Penis austritt, für Sperma gehalten. Tripper ist die 2. häufigste Geschlechtskrankheit weltweit.
Tatsächlich kann Tripper (eine Infektion mit Gonokokken) gefährlich werden, besonders für Frauen.
Es kann zu schweren, teils lebensbedrohlichen Komplikationen, wie einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen, die dann teilweise als „Erstsymptome“ auftreten, weil die wirklich ersten Symptome von Tripper fehlgedeutet werden.
→ Für mehr Informationen siehe Symptome und Komplikationen.
Bei Tripper oder dem Verdacht auf Tripper musst Du zum Arzt.
Besonders bei Beschwerden beim Wasserlassen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr sollte man zum Arzt gehen.
Männer mit Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sollten grundsätzlich immer zum Arzt gehen.
Auch Frauen sollten dies ernst nehmen und nicht als Blasenentzündung abstempeln.
Außerdem sollten Männer mit Ausfluss aus dem Penis, besonders wenn dieser gelb oder grün verfärbt ist, zum Arzt gehen.
Frauen sollten bei unklaren Bauchschmerzen, besonders im Unterbauch, ärztlich vorstellig werden.
Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Symptome bei einer Infektion mit den Neisserien.
Bei Frauen ist eine Entzündung der Vagina nicht möglich, da sich das Bakterium nicht in der Vaginalschleimhaut aufhalten kann.
Selten kommt es zu einer Ausbreitung des Erregers über die Blutbahn (in ca. 1 % der Fälle).
Das Risiko für eine Aussaat steigt bei Immunsuppression (Immunschwäche) und durch die Infektion mit bestimmten Stämmen der Gonokokken.
Es kommt im Falle einer Ausbreitung des Erregers über die Blutbahn zu folgenden Symptomen:
Ein behandelter Tripper (Gonorrhö) heilt oft wieder aus.
Wenn die Erkrankung jedoch nicht behandelt wird, kommt es zu Unfruchtbarkeit und teils anderen schweren Komplikationen.
Es lässt sich daher eine pauschale Aussage über die Prognose von Tripper treffen.
Unbehandelt kann es bei Tripper zu Komplikationen kommen.
Es ist daher wichtig, bei Verdacht auf Tripper immer rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen und eine Behandlung mit Antibiotika einzuleiten.
Tripper (Gonorrhö) ist ansteckend.
Die Übertragung findet nur über direkten, ungeschützten Schleimhautkontakt (vaginal, anal, selten oral) statt.
Ist der Geschlechtspartner mit Tripper infiziert, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung bei einmaligen, ungeschützten Geschlechtsverkehr von Frau zu Mann bei etwa 20 %.
Das Risiko einer Übertragung von Mann zu Frau oder Mann zu Mann liegt vermutlich etwas höher.
Eine Infektion über zum Beispiel „verschmutze“ Handtücher ist fast unmöglich.
Wenn die Haut unverletzt (intakt) ist, ist selbst bei Kontakt mit infiziertem Material keine Ansteckung zu erwarten.
Allerdings kann man nicht jede Haut- oder Schleimhautläsion mit dem Auge erkennen, da die Verletzungen teils mikroskopisch klein sind.
Daher sollte man immer vorsichtig sein.
Auch eine Ansteckung während der Geburt auf das Kind ist möglich.
Es kommt in diesem Fall zu einem Befall der Schleimhäute des Auges des Kindes.
Der Nachweis einer Gonokokkeninfektion ist nicht namentlich meldepflichtig.
Bei allen Geschlechtskrankheiten gilt, dass sie das Auftreten anderer Geschlechtskrankheiten begünstigen.
Auch bei Kindern kann es zu einer Infektion mit dem Bakterium kommen.
Wenn Kinder eine Gonorrhö entwickeln, besteht immer der Verdacht auf sexuellen Missbrauch.
Mädchen entwickeln dann meist eine „Vulvovaginitis gonorrhoica infantum“, also Entzündung der Vulva und Vagina, weil bei ihnen noch keine ausreichende Östrogenproduktion stattfindet und das Bakterium sich in die Vaginalschleimhaut einnisten kann.
Nach der Pubertät kann diese dann nicht mehr auftreten.
Besonders bei einer bestehenden Tripperinfektion während der Geburt kann sich die Erkrankung auf das Kind übertragen.
Während des Geburtsvorgangs muss das Kind durch den Geburtskanal treten und kann sich dann auch genau da infizieren.
Bei Neugeborenen kommt es dann zu einer „Gonokokken-Konjunktivitis“.
Die Augen der Kinder sind sehr stark verklebt und verkrustet.
Wenn man das Auge versucht zu öffnen, zum Beispiel für Untersuchungen, muss man aufpassen, dass einem das Sekret nicht selbst in die Augen spritzt.
Häufig besteht auch eine Mischinfektion mit Chlamydien.
Auch hier wird dann aber antibiotisch behandelt.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.