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pfeilWas ist das?

Tripper, auch unter Gonorrhö bekannt, bezeichnet eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium „Neisseria gonorrhoeae“ (Gonokokken) ausgelöst wird. „Gonorrhö“ beschreibt so viel wie „Samenfluss“ – früher hat man das typische Sekret, das aus dem Penis austritt, für Sperma gehalten. Tripper ist die 2. häufigste Geschlechtskrankheit weltweit.

pfeilIst das gefährlich?

Tatsächlich kann Tripper (eine Infektion mit Gonokokken) gefährlich werden, besonders für Frauen.

Es kann zu schweren, teils lebensbedrohlichen Komplikationen, wie einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen, die dann teilweise als „Erstsymptome“ auftreten, weil die wirklich ersten Symptome von Tripper fehlgedeutet werden.
→ Für mehr Informationen siehe Symptome und Komplikationen.

Gefährlichkeit - 0 /10
pfeilWann zum Arzt?

Bei Tripper oder dem Verdacht auf Tripper musst Du zum Arzt.

Besonders bei Beschwerden beim Wasserlassen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr sollte man zum Arzt gehen.

Männer mit Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen sollten grundsätzlich immer zum Arzt gehen.
Auch Frauen sollten dies ernst nehmen und nicht als Blasenentzündung abstempeln.

Außerdem sollten Männer mit Ausfluss aus dem Penis, besonders wenn dieser gelb oder grün verfärbt ist, zum Arzt gehen.

Frauen sollten bei unklaren Bauchschmerzen, besonders im Unterbauch, ärztlich vorstellig werden.

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Ursachen Tripper

  • Bakterien (Neisseria gonorrhoeae) – Neisserien sind gramnegative Bakterien, die wie zwei aneinandergereihte Kugeln aussehen (sogenannte Diplokokken).
    Sie treten über die Schleimhäute der Geschlechtsorgane und des Rektums, des Rachens oder der Bindehaut in den Körper ein.
    Nach 3 bis 10 Tagen Inkubationszeit kommt es zu Symptomen. Der Mensch ist der einzige Wirt, den das Bakterium befällt.
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Symptome Tripper

Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Symptome bei einer Infektion mit den Neisserien.

Tripper – Symptome beim Mann

  • In 80 - 90 % der Fälle symptomatisch (es treten Symptome auf)
  • Entzündung der Harnröhre (Urethritis)
    • Ausfluss – vor allem morgendlicher Ausfluss von grün-gelblichem Eiter (sogenannter „Bonjour-Tropfen“)
    • Rötung – gerötete Harnröhrenöfnung
    • Schmerzen beim Wasserlassen – Beim Mann immer hellhörig werden, wenn sowas auftritt. Hier steckt in sehr vielen Fällen eine Geschlechtskrankheit dahinter.
    • Häufiger Harndrang
  • Aufsteigen des Infektes – wenn die Infektion nach oben aufsteigt, können weitere Entzündungen auftreten
  • Symptomloser Verlauf - 1/5 der Männer hat bei einer Infektion mit Tripper keine Symptome.

Tripper – Symptome bei der Frau

  • In 50 % der Fälle symptomatisch 
  • Harnröhrenentzündung – anfänglich kommt es auch zu einer Entzündung der Harnröhre mit Schmerzen beim Wasserlassen, was häufig als Blasenentzündung fehlgedeutet wird.
  • Entzündung der Bartholin-Drüsen (kleine Drüsen in der Vulva
  • Entzündung des Gebärmutterhalses 
  • Weiterer Verlauf
    • Aufsteigen der Infektion bei ca. 1/4 der Betroffenen 
    • Adnexitis – Entzündung der Eierstöcke und Eileiter → oftmals in Unfruchtbarkeit endend durch eine Verklebung der Eileiter.
    • Entzündung der Gebärmutterschleimhaut
    • Entzündung des Bauchfells (Peritonitis)

Bei Frauen ist eine Entzündung der Vagina nicht möglich, da sich das Bakterium nicht in der Vaginalschleimhaut aufhalten kann. 

Selten kommt es zu einer Ausbreitung des Erregers über die Blutbahn (in ca. 1 % der Fälle).
Das Risiko für eine Aussaat steigt bei Immunsuppression (Immunschwäche) und durch die Infektion mit bestimmten Stämmen der Gonokokken.

Es kommt im Falle einer Ausbreitung des Erregers über die Blutbahn zu folgenden Symptomen:

  • Fieberschübe
  • Arthritis (Entzündung der Gelenke)
  • Vaskulitis (Gefäßentzündung) der Akren (Nasen, Finger, Zehen) → bläuliche, erhabene Verdickungen (Papeln), blutige Pusteln
  • Endokarditis (Entzündung des Herzinneren → die „Haut“, die das Herzen von innen auskleidet, wird als „Endokard“ bezeichnet)
  • Blutvergiftung (Sepsis)
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Diagnose Tripper

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome?
    • Seit wann?
    • Wechselnde Sexualpartner?
    • Andere Geschlechtskrankheiten? 
    • Immunsuppression?
  • Körperliche Untersuchung 
    • Abtasten des Bauches (Palpation) → Druckschmerz im Unterbauch?
    • Temperatur messen → Fieber?
  • Ultraschall – Zur Untersuchung der Eierstöcke und Gebärmutter, sowie der Hoden und Prostata möglich.
  • Abstrich 
    • Von der Harnröhre oder dem Gebärmutterhals.
    • Ausstreichen des Sekrets auf einem Objektträger, Anfärbung und Begutachtung unter dem Mikroskop → Kugelförmige Bakterien zu erkennen.
    • Weiterhin einsenden des Abstriches für eine PCR und Kultur → im Rahmen dessen ist auch eine Resistenztestung möglich.
    • Nur, weil der Befund negativ ist, ist die Infektion nicht automatisch auszuschließen → schnelles Absterben der Bakterien.
  • Urinuntersuchung (Erregernachweis)
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Differenzialdiagnose

  • Weitere Geschlechtskrankheiten – Tripper (Gonorrhoe) tritt häufig mit andern Geschlechtskrankheiten zusammen auf.
    • Chlamydien – Besonders mit Chlamydien und Mykoplasmen.
    • Syphilis – Weiterhin sollte eine Syphilis-Infektion ausgeschlossen werden.
    • HIV – auch HIV sollte differenzialdiagnostisch bedacht werden.
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Behandlung Tripper

  • Keine Standardbehandlung – Es gibt keine Standardbehandlung für einen Tripper (Gonorrhö), da die Bakterien über viele Resistenzmechanismen verfügen.
    • Testung – Man sollte deswegen vor der Therapie die Resistenzen testen.
  • Antibiotika – Eine unkomplizierte Infektion lässt sich meist mit einer Einmalgabe eines Antibiotikums behandeln.
    Dies erfolgt oral mit Azythromycim in Kombination mit einer Injektion in den Muskel oder über eine Infusion mit Ceftriaxon.
    Falls die Therapie nicht wirkt, sollte auf jeden Fall eine Resistenztestung durchgeführt werden und dann entsprechend der Ergebnisse therapiert werden. Die Bakterien entwickeln zunehmend Resistenzen gegenüber Antibiotika.
    • Penicilline – Penicilline haben initial sehr gut gewirkt und dafür gesorgt, dass die Infektion nicht mehr so gefürchtet wurde, allerdings ist heutzutage eine Behandlung damit nicht mehr empfohlen. Besonders in Großstädten treten Resistenzen auf.
      Besonders auch gegen Cephalosporine und Chinolone entwickeln sich zunehmend Resistenzen. 
    • Antibiotika – Infusion – Wenn ein komplizierter Verlauf vorliegt oder vermutet wird, muss das Antibiotikum über die Vene gegeben werden und sollte möglichst gegen viele Erreger wirksam sein, so auch gegen Chlamydien.
  • Partnerbehandlung – Wichtig ist auch, den Sexualpartner stets mitzubehandeln, um ein „sich gegenseitig“ wieder anstecken (Ping-Pong-Effekt) zu verhindern. 
  • Bei Kindern – Kinder werden auch mit Antibiotika behandelt, hier meist aber über eine Infusion, die in die Vene läuft.
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Prognose

Ein behandelter Tripper (Gonorrhö) heilt oft wieder aus.

Wenn die Erkrankung jedoch nicht behandelt wird, kommt es zu Unfruchtbarkeit und teils anderen schweren Komplikationen.

Es lässt sich daher eine pauschale Aussage über die Prognose von Tripper treffen.

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Komplikationen

Unbehandelt kann es bei Tripper zu Komplikationen kommen.

Es ist daher wichtig, bei Verdacht auf Tripper immer rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen und eine Behandlung mit Antibiotika einzuleiten.

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Vorbeugung

  • Verhütung – ungeschützten Geschlechtsverkehr vermeiden → Kondome verwenden.
  • Ggf. Meningokokkenimpfung – Studien haben gezeigt, dass Menschen, die gegen Meningokokken Gruppe B geimpft sind, sich seltener anstecken.
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Ansteckung & Übertragung

Tripper (Gonorrhö) ist ansteckend.

Die Übertragung findet nur über direkten, ungeschützten Schleimhautkontakt (vaginal, anal, selten oral) statt.

Ist der Geschlechtspartner mit Tripper infiziert, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung bei einmaligen, ungeschützten Geschlechtsverkehr von Frau zu Mann bei etwa 20 %.
Das Risiko einer Übertragung von Mann zu Frau oder Mann zu Mann liegt vermutlich etwas höher.

Eine Infektion über zum Beispiel „verschmutze“ Handtücher ist fast unmöglich.

Wenn die Haut unverletzt (intakt) ist, ist selbst bei Kontakt mit infiziertem Material keine Ansteckung zu erwarten.
Allerdings kann man nicht jede Haut- oder Schleimhautläsion mit dem Auge erkennen, da die Verletzungen teils mikroskopisch klein sind.
Daher sollte man immer vorsichtig sein.

Auch eine Ansteckung während der Geburt auf das Kind ist möglich.
Es kommt in diesem Fall zu einem Befall der Schleimhäute des Auges des Kindes.

Der Nachweis einer Gonokokkeninfektion ist nicht namentlich meldepflichtig. 

Bei allen Geschlechtskrankheiten gilt, dass sie das Auftreten anderer Geschlechtskrankheiten begünstigen.

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Bei Kindern

Auch bei Kindern kann es zu einer Infektion mit dem Bakterium kommen.

Wenn Kinder eine Gonorrhö entwickeln, besteht immer der Verdacht auf sexuellen Missbrauch.

Mädchen entwickeln dann meist eine „Vulvovaginitis gonorrhoica infantum“, also Entzündung der Vulva und Vagina, weil bei ihnen noch keine ausreichende Östrogenproduktion stattfindet und das Bakterium sich in die Vaginalschleimhaut einnisten kann.

Nach der Pubertät kann diese dann nicht mehr auftreten.

pfeilIn der Schwangerschaft

Besonders bei einer bestehenden Tripperinfektion während der Geburt kann sich die Erkrankung auf das Kind übertragen.

Während des Geburtsvorgangs muss das Kind durch den Geburtskanal treten und kann sich dann auch genau da infizieren.

Bei Neugeborenen kommt es dann zu einer „Gonokokken-Konjunktivitis“.
Die Augen der Kinder sind sehr stark verklebt und verkrustet.

Wenn man das Auge versucht zu öffnen, zum Beispiel für Untersuchungen, muss man aufpassen, dass einem das Sekret nicht selbst in die Augen spritzt.

Häufig besteht auch eine Mischinfektion mit Chlamydien.

Auch hier wird dann aber antibiotisch behandelt.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

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Zahlen & Statistiken

  • Es sind vor allem sexuell aktive Menschen betroffen.
  • Neugeborene können sich während der Geburt anstecken und auch Kinder können betroffen sein.
aktualisiert: 07.03.2025
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  1. Kommt es bei Dir zu einem ungewöhnlichen Ausfluss oder einem Brennen beim Wasserlassen (v.a. bei Männern) musst Du immer einen Urologen / Gynäkologen aufsuchen.
    Vor allem, bei Verdacht auf eine Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit.
  2. Mittels Abstrich kann dieser auf eine mögliche Geschlechtskrankheit (u. a. Tripper) testen.
  3. Bei Verdacht auf eine Ansteckung, kann auch ohne Anzeichen eine Testung erfolgen.
  4. Bestätigt sich der Verdacht, wird eine Behandlung mit einem „ausgewähltem“ Antibiotikum eingeleitet.
  5. Erfolgt die Therapie rechtzeitig, ist die Prognose gut und es kommt nur selten zu Komplikationen.
  6. Bleibt die Therapie im Falle einer Ansteckung jedoch aus, droht ein komplizierter Verlauf mit schweren Komplikationen.
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