Nebenhodenentzündung (Epididymitis), wenn es zu einer Infektion der Hoden mit Viren, Bakterien oder Pilzen kommt.

Eine Nebenhodenentzündung (lat. Epididymitis) beschreibt eine Entzündung dieses Organs. Sie kann durch eine Harnwegsinfektion oder eine sexuell-übertragbare Erkrankung ausgelöst werden. Betroffene Patienten klagen häufig über einseitige Schmerzen und eine Schwellung. Die Therapie besteht aus einer Gabe von antientzündlichen und antibiotischen Medikamenten.
Die Ursachen einer Nebenhodenentzündung kann man in infektiöse und nicht-infektiöse Auslöser unterteilen.
Zu den infektiösen Ursachen gehören bakterielle Erreger durch eine Harnwegsinfektion oder eine sexuell übertragbare Erkrankung (→ Geschlechtskrankheiten).
Zu den viralen Erregern zählen meist der Mumpsvirus.
Auch Pilze und Parasiten zählen zu den infektiösen Auslösern einer Nebenhodenentzündung.
Zu den nicht-infektiösen Ursachen zählen die Verletzung (Trauma) oder Autoimmunerkrankungen.
Zudem kann die Einnahme einiger Medikamente zu einer Nebenhodenentzündung führen. Insebesondere die Einnhame von Amiodaron steht im Zusammenhang mit Nebenhodenentzündungen.
Die Risikofaktoren sind meist anatomische Gegebenheiten des Samenstranges oder des Harnleiters.
Mit zunehmendem Alter kann es durch eine Vergrößerung der Prostata zu einer Restharnbildung kommen.
Auch dies begünstigt das Entstehen einer Nebenhodenentzündung.
Eine Nebenhodenentzündung äußert sich durch die klassischen Entzündungszeichen:
Betroffene Patienten klagen zusätzlich noch über Schmerzen, die meist einseitig lokalisiert sind.
In einigen Fällen kann es auch zu einer Schwellung der Lymphknoten kommen und das Wasserlassen kann schmerzhaft (med. Dysurie) sein.
In ausgeprägten Fällen kann es zu einem Fieber kommen.
Körperliche Untersuchung
In der körperlichen Untersuchung ist das Prehn-Zeichen positiv.
Das bedeutet, dass der Schmerz abnimmt, wenn der Hoden auf die betroffene Seite angehoben wird.
Die Diagnose einer Nebenhodenentzündung kann durch verschiedene diagnostische Verfahren gestellt werden.
Hierzu gehören:
Bei einer Nebenhodenentzündung sollte man einen Urologen, einen Facharzt für Erkrankungen der Harnorgane und der männlichen Geschlechtsorgane aufsuchen.
Verschiedene urologische Erkrankungen können ähnliche Symptome aufweisen.
Aus diesem Grund sollte man die Differenzialdiagnosen im Hinterkopf behalten und diese abklären.
Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen gehören:
Eine Nebenhodenentzündung kann durch verschiedene Allgemeinmaßnahmen und eine medikamentöse Therapie behandelt werden.
Die allgemeinen Maßnahmen beruhen auf einer Hochlagerung des Hodens auf den Hodenbänkchen.
Dadurch kann die sich die Flüssigkeit, die sich im Nebenhoden angesammelt hat, leichter abfließen.
Des Weiteren sollten sich die Patienten körperlich nicht belasten und eine Bettruhe einhalten.
Zusätzlich sollten engmaschige Verlaufskontrollen erfolgen, um bei Verschlechterung des Befundes eine operative Therapie einzuleiten.
Falls die Harnblase nicht vollständig entleert werden kann, kann ein Katheter gelegt werden.
Dies verhindert die Restharnbildung, welches das Infektionsrisiko minimiert.
Medikamentös können verschiedene antientzündliche Substanzen verabreicht werden.
Die Gabe von Antibiotika ist meist kalkuliert.
Das bedeutet, dass man versucht, die häufigsten bakteriellen Erreger abzudecken.
Bei einer Nebenhodenentzündung kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.
Die häufigsten Medikamente werden im Folgenden näher erklärt:
Eine Nebenhodenentzündung sollte niemals nur durch Hausmittel therapiert werden.
Hausmittel können unterstützend angewandt werden und können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Besonders effektiv ist die Hochlagerung des Hodens.
Hierfür kann man spezielle Hodenbänkchen aus der Apotheke erwerben. Dadurch kann die Flüssigkeit, die sich durch die Entzündung gebildet hat, leichter abfließen.
Darüber hinaus sollte man die Hoden/ Nebenhoden immer kühlen.
Neben diesen Maßnahmen kann das Immunsystem allgemein unterstützt werden.
Heilpflanzen, die hierfür geeignet sind, ist der Thymian, Koriander, Salbei, Kamille, Kümmel, Sonnenhut, Zitronenmelisse, Ingwer und Kurkuma.
Die Kräuter können als Tee oder als Direktsaft konsumiert werden.
Eine unkomplizierte Nebenhodenentzündung heilt meist folgenlos aus.
Die Prognose ist sehr gut.
In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Sterilität (Unfruchtbarkeit) kommen.
In der Regel verläuft eine Nebenhodenentzündung folgenlos.
Allerdings kommt es in den seltenen Fällen zu einer Sterilität.
Falls die Infektion durch Mumps-Viren bedingt ist, kann es zu einer Verkleinerung der Hoden (med. Hodenatrophie) kommen.
Die Beschwerden bei einer Nebenhodenentzündung entwickeln sich allmählich in der Leistenregion.
Die Schmerzen und die Schwellung nehmen kontinuierlich zu.
Durch die Entzündungsreaktion verfärbt sich die Haut rot und schwillt an.
Im Verlauf ist die Haut derb und kann nicht mehr verschoben werden.
Bei einem schwerwiegenden Verlauf kann es zu Komplikationen, wie einer Abszessbildung (Eiteransammlung) oder zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
Eine Sepsis sollte nicht unterschätzt werden. Diese kann lebensgefährlich verlaufen.
Eine Nebenhodenentzündung dauert in der Regel mehrere Tage.
Eine akute Nebenhodenentzündung verläuft in der Regel unter 6 Wochen.
Falls die Entzündung nicht innerhalb von 6 Wochen abklingen sollte, chronifiziert sie.
Dies kommt etwa in 15% der Fälle vor.
Eine Nebenhodenentzündung kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgelöst werden.
Aus diesem Grund sollte man zur Vorbeugung einer Nebenhodenentzündung verhüten.
Dieses schützt auch vor bakteriellen Erkrankungen.
Des Weiteren sollten Infektionen der Harnorgane und der Geschlechtsorgane frühzeitig behandelt werden, um Folgekomplikationen zu vermeiden.
Je nach Genese der Nebenhodenentzündung kann diese ansteckend sein.
Häufige bakterielle Erreger, die diese Erkrankung hervorrufen, sind Chlamydien oder Gonokokken.
Sie gehören zu den sexuell-übertragbaren Erkrankungen (→ Geschlechtskrankheiten) und können durch einen geschützten Geschlechtsverkehr vermieden werden.
In der Regel sind erwachsene Männer betroffenen. Pro Jahr erkranken 25-65 von 10.000 Männern.
Vor der Pubertät tritt die Erkrankung eher seltener auf.