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pfeilWas ist das?

Eine Nebenhodenentzündung (lat. Epididymitis) beschreibt eine Entzündung dieses Organs. Sie kann durch eine Harnwegsinfektion oder eine sexuell-übertragbare Erkrankung ausgelöst werden. Betroffene Patienten klagen häufig über einseitige Schmerzen und eine Schwellung. Die Therapie besteht aus einer Gabe von antientzündlichen und antibiotischen Medikamenten.

Zusammenfassung Entzündung Nebenhoden

  • Auslöser einer Nebenhodenentzündung sind meistens Bakterien.
  • Es tritt eine Schwellung, Erwärmung und Rötung der Hoden auf.
  • Auch Schmerzen beim Wasserlassen können bei einer Nebenhodenentzündung auftreten.
  • Eine Urinanalyse gibt Aufschluss über die Ursache.
  • Betroffene brauchen Bettruhe und Hochlagerung. 
  • Ggf. wird eine Anwendung von Antibiotika notwendig.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 2-6 /1000 p.A.
Alters FaktenAlter~ 20 - 60
Geschlecht FaktenGeschlechtm
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Ursachen Entzündung Nebenhoden

  • Bakterien – Ursachen für eine infektiöse Nebenhodenentzündung sind in den meisten Fällen Bakterien.
  • Weitere infektiöse Auslöser – Auch Pilze, Viren und Parasiten können eine Nebenhodenentzündung auslösen.
  • Nicht-infektiöse Auslöser – Auslöser einer nicht-infektiösen Nebenhodenentzündung sind Verletzungen, Autoimmunerkrankungen, anatomische Gegebenheiten und die Einnahme bestimmter Medikamente.

Was sind die Ursachen einer Nebenhodenentzündung?

Die Ursachen einer Nebenhodenentzündung kann man in infektiöse und nicht-infektiöse Auslöser unterteilen.

Zu den infektiösen Ursachen gehören bakterielle Erreger durch eine Harnwegsinfektion oder eine sexuell übertragbare Erkrankung (Geschlechtskrankheiten).
Zu den viralen Erregern zählen meist der Mumpsvirus.
Auch Pilze und Parasiten zählen zu den infektiösen Auslösern einer Nebenhodenentzündung.

Was sind die nicht-infektiösen Auslöser einer Nebenhodenentzündung?

Zu den nicht-infektiösen Ursachen zählen die Verletzung (Trauma) oder Autoimmunerkrankungen.
Zudem kann die Einnahme einiger Medikamente zu einer Nebenhodenentzündung führen. Insebesondere die Einnhame von Amiodaron steht im Zusammenhang mit Nebenhodenentzündungen.

Die Risikofaktoren sind meist anatomische Gegebenheiten des Samenstranges oder des Harnleiters.
Mit zunehmendem Alter kann es durch eine Vergrößerung der Prostata zu einer Restharnbildung kommen.
Auch dies begünstigt das Entstehen einer Nebenhodenentzündung.

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Symptome Entzündung Nebenhoden

  • Entzündungszeichen – Bei einer Nebenhodenentzündung kommt es entzündungsbedingt zur Schwellung, Rötung, Schmerzen am Hoden und Überwärmung der Hoden.
    • Wird der Hoden auf der betroffenen Seite angehoben, lässt typischerweise der Schmerz nach.
  • Schmerzen beim Wasserlassen – Zudem können Schmerzen beim Wasserlassen auftreten.
  • Fieber – Auch Fieber und eine Lymphknotenschwellung können auftreten

Was sind die Symptome einer Nebenhodenentzündung?

Eine Nebenhodenentzündung äußert sich durch die klassischen Entzündungszeichen:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Überwärmung.

Betroffene Patienten klagen zusätzlich noch über Schmerzen, die meist einseitig lokalisiert sind.

In einigen Fällen kann es auch zu einer Schwellung der Lymphknoten kommen und das Wasserlassen kann schmerzhaft (med. Dysurie) sein.

In ausgeprägten Fällen kann es zu einem Fieber kommen.

Körperliche Untersuchung
In der körperlichen Untersuchung ist das Prehn-Zeichen positiv.
Das bedeutet, dass der Schmerz abnimmt, wenn der Hoden auf die betroffene Seite angehoben wird.

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Diagnose Entzündung Nebenhoden

  • Klinische Diagnose – Der Arzt stellt die Diagnose Nebenhodenentzündung anhand einer körperlichen Untersuchung (klinischen Diagnostik) und einer Urinanalyse.
  • Ultraschall – Auch Ultraschalluntersuchung des Hodens (Hodensonografie) ist möglich

Wie wird eine Nebenhodenentzündung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Nebenhodenentzündung kann durch verschiedene diagnostische Verfahren gestellt werden.
Hierzu gehören:

Zu welchem Arzt muss man mit einer Nebenhodenentzündung?

Bei einer Nebenhodenentzündung sollte man einen Urologen, einen Facharzt für Erkrankungen der Harnorgane und der männlichen Geschlechtsorgane aufsuchen.

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Differenzialdiagnose

Verschiedene urologische Erkrankungen können ähnliche Symptome aufweisen.
Aus diesem Grund sollte man die Differenzialdiagnosen im Hinterkopf behalten und diese abklären.

Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen gehören:

  • Hydrozele testis – Hierbei handelt es sich um eine schmerzlose Flüssigkeitsansammlung zwischen der Hodenhülle.
  • Varikozele testis – Es kommt zu einer Erweiterung des Nervengeflechts im Bereich des Hodens.
  • Spermatozele testis – Es handelt sich um eine Anhäufung von mehreren Zysten im Bereich des Nebenhodens. Sie gehen vom Samenstrang aus und enthalten meist Spermien.
  • Hodentorsion – Hierbei handelt es sich um einen Notfall, da es zu einer Verdrehung des Hodens und des Samenstranges kommt. Bei zu langem Warten kann es zu einem Organverlust kommen. 
  • Hodentumor – Durch eine Entartung von Zellen kann ein Tumor im Hoden entstehen.
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Behandlung Entzündung Nebenhoden

  • Schonen – Die Behandlung der Nebenhodenentzündung besteht aus Bettruhe und Hochlagerung des Hodens.
  • Schmerzmittel – Gegen die Schmerzen können Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) eingesetzt werden.
    → siehe Abschnitt Medikamente
  • Antibiotika – Auch die Gabe von Antibiotika ist möglich, bzw. notwendig.
  • Hodenentfernung (selten) – Bei sehr schweren Verläufen muss der Hoden entfernt werden.
  • Blasenkatheter – Bei Unfähigkeit der Blasenentleerung wird ein Katheter notwendig.

Wie wird eine Nebenhodenentzündung behandelt?

Eine Nebenhodenentzündung kann durch verschiedene Allgemeinmaßnahmen und eine medikamentöse Therapie behandelt werden.

Die allgemeinen Maßnahmen beruhen auf einer Hochlagerung des Hodens auf den Hodenbänkchen.
Dadurch kann die sich die Flüssigkeit, die sich im Nebenhoden angesammelt hat, leichter abfließen.
Des Weiteren sollten sich die Patienten körperlich nicht belasten und eine Bettruhe einhalten.

Zusätzlich sollten engmaschige Verlaufskontrollen erfolgen, um bei Verschlechterung des Befundes eine operative Therapie einzuleiten.

Falls die Harnblase nicht vollständig entleert werden kann, kann ein Katheter gelegt werden.
Dies verhindert die Restharnbildung, welches das Infektionsrisiko minimiert.

Medikamentös können verschiedene antientzündliche Substanzen verabreicht werden.

Die Gabe von Antibiotika ist meist kalkuliert.
Das bedeutet, dass man versucht, die häufigsten bakteriellen Erreger abzudecken.

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Medikamente

Bei einer Nebenhodenentzündung kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz.

Die häufigsten Medikamente werden im Folgenden näher erklärt:

  • Antientzündliche Therapie – Hierfür können Medikamente aus der Klasse der NSAR’s (nicht-steroidale Antirheumatika) verabreicht werden. Sie wirken entzündungshemmend und reduzieren Schmerzen. Das bekannteste Medikament aus dieser Klasse ist das Ibuprofen.
  • Antibiotische Therapie – Bei Erwachsenen können bei milden Verläufen Fluorchinolone oder Doxycycline gegeben werden.
    Bei schwerwiegenden Verläufen werden Cephalosporine und Azithromycin verschrieben.
    Bei Kindern gibt man Cotrimoxazol.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Entzündung Nebenhoden

Eine Nebenhodenentzündung sollte niemals nur durch Hausmittel therapiert werden.

Hausmittel können unterstützend angewandt werden und können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. 

Besonders effektiv ist die Hochlagerung des Hodens.
Hierfür kann man spezielle Hodenbänkchen aus der Apotheke erwerben. Dadurch kann die Flüssigkeit, die sich durch die Entzündung gebildet hat, leichter abfließen.

Darüber hinaus sollte man die Hoden/ Nebenhoden immer kühlen. 

Neben diesen Maßnahmen kann das Immunsystem allgemein unterstützt werden.
Heilpflanzen, die hierfür geeignet sind, ist der Thymian, Koriander, Salbei, Kamille, Kümmel, Sonnenhut, Zitronenmelisse, Ingwer und Kurkuma.
Die Kräuter können als Tee oder als Direktsaft konsumiert werden.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

  • Nimmt die Nebenhodenentzündung einen unkomplizierten Verlauf, ist die Prognose sehr gut und heilt folgenlos aus.
  • In seltenen Ausnahmefällen kann eine Nebenhodenentzündung jedoch zu einer Unfruchtbarkeit führen.
  • Zu den Komplikationen zählen eine Abszessbildung und eine Blutvergiftung.

Wie ist die Prognose bei einer Nebenhodenentzündung?

Eine unkomplizierte Nebenhodenentzündung heilt meist folgenlos aus.

Die Prognose ist sehr gut.

In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Sterilität (Unfruchtbarkeit) kommen.

Was sind die Folgen einer Nebenhodenentzündung?

In der Regel verläuft eine Nebenhodenentzündung folgenlos.

Allerdings kommt es in den seltenen Fällen zu einer Sterilität.

Falls die Infektion durch Mumps-Viren bedingt ist, kann es zu einer Verkleinerung der Hoden (med. Hodenatrophie) kommen.

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Verlauf

Die Beschwerden bei einer Nebenhodenentzündung entwickeln sich allmählich in der Leistenregion.

Die Schmerzen und die Schwellung nehmen kontinuierlich zu.
Durch die Entzündungsreaktion verfärbt sich die Haut rot und schwillt an.
Im Verlauf ist die Haut derb und kann nicht mehr verschoben werden. 

Bei einem schwerwiegenden Verlauf kann es zu Komplikationen, wie einer Abszessbildung (Eiteransammlung) oder zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.
Eine Sepsis sollte nicht unterschätzt werden. Diese kann lebensgefährlich verlaufen.

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Dauer

Eine Nebenhodenentzündung dauert in der Regel mehrere Tage.

Eine akute Nebenhodenentzündung verläuft in der Regel unter 6 Wochen.
Falls die Entzündung nicht innerhalb von 6 Wochen abklingen sollte, chronifiziert sie.

Dies kommt etwa in 15% der Fälle vor.

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Vorbeugung

  • Eine Vorbeugung vor einer Nebenhodenentzündung ist nur bedingt möglich.
  • Da ein ungeschützter Geschlechtsverkehr einen Risikofaktor darstellt, sollte stets verhütet werden.

Wie kann man einer Nebenhodenentzündung vorbeugen?

Eine Nebenhodenentzündung kann durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgelöst werden.

Aus diesem Grund sollte man zur Vorbeugung einer Nebenhodenentzündung verhüten.
Dieses schützt auch vor bakteriellen Erkrankungen. 

Des Weiteren sollten Infektionen der Harnorgane und der Geschlechtsorgane frühzeitig behandelt werden, um Folgekomplikationen zu vermeiden.

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Ansteckung & Übertragung

Je nach Genese der Nebenhodenentzündung kann diese ansteckend sein.

Häufige bakterielle Erreger, die diese Erkrankung hervorrufen, sind Chlamydien oder Gonokokken.
Sie gehören zu den sexuell-übertragbaren Erkrankungen (Geschlechtskrankheiten) und können durch einen geschützten Geschlechtsverkehr vermieden werden.

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Zahlen & Statistiken

 

Wie viele und welche Männer sind von einer Nebenhodenentzündung betroffen?

In der Regel sind erwachsene Männer betroffenen. Pro Jahr erkranken 25-65 von 10.000 Männern.

Vor der Pubertät tritt die Erkrankung eher seltener auf.

aktualisiert: 15.10.2025
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