Endokarditis, wenn es zu einer Entzündung der Herzinnenhaut, vor allem an den Herzklappen kommt.

Eine Endokarditis beschreibt eine Entzündung der innersten Schicht der Herzwand - dem sogenannten Endokard - oder der Herzklappen und wird durch infektiöse Keime, meistens Bakterien, hervorgerufen.
Eine infektiöse Endokarditis ist sehr gefährlich.
Unbehandelt verläuft diese immer tödlich.
Bei Verdacht auf eine Endokarditis musst Du sofort ins Krankenhaus und medizinisch behandelt werden.
Das Endokard ist die Gewebsschicht, welche die gesamte innere Fläche des Herzens auskleidet.
Es wird eingeteilt in:
Bei einer Endokarditis kann zwischen einer infektiösen und nicht-infektiösen Form unterschieden werden.
Eine Endokarditis kann infektiös oder nicht-infektiös bedingt sein und setzt sich meist aus mehreren Faktoren zusammen.
Die häufigsten Erreger einer infektiösen Endokarditis sind:
Das Risiko an einer Endokarditis zu erkranken ist erhöht bei einem schon bestehenden Defekt am Herzen.
Fast immer befällt die infektiöse Endokarditis einen Klappenapparat, der bereits defekt ist, dieser kann im Laufe des Lebens erworben oder schon seit Geburt bestehend sein.
→ Herzklappenfehler
Zu den Leitsymptomen der Endokarditis zählt das Fieber, das bei etwa 90% der Patienten auftritt und meist mit einer Tachykardie, also einer Erhöhung der Herzfrequenz einhergeht.
Des Weiteren kann man die Symptome in folgende drei Gruppen einteilen:
Seltener, aber doch, kann es durch die bakterielle Besiedlung zu Mikroembolien kommen, die Funktionen anderer Organe beeinträchtigen können.
Auch kann es zu einer Nierenbeteiligung kommen, die sich durch eine Hämaturie und eine Proteinurie, also durch blutigen oder erhöht proteinhaltigen Urin, bemerkbar machen kann.
Im Verlauf kann es zu einer Splenomegalie - einer Vergrößerung der Milz - kommen.
Die Diagnostik setzt sich zusammen aus einem Patientengespräch (Anamnese), einer körperlichen Untersuchung, einem Schluck-Ultraschall des Herzens und positiven Blutkulturen vor Beginn einer Therapie.
Die infektiöse Endokarditis ist ein schwerwiegendes und gefährliches Krankheitsbild und erfordert den sofortigen Beginn einer Therapie, sobald der klinische Verdacht besteht, auch wenn keine positiven Blutkulturen abgenommen werden konnten.
Es ist wichtig, die Endokarditis je nach Ursache genau zu behandeln.
Die Endokarditis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die sich nicht nur auf ein Organsystem beschränkt, und sollte daher immer in einem interdisziplinären Team behandelt werden.
Am besten mit Kardiologen, Mikrobiologen, Infektiologen und Herzchirurgen, bei schweren Verläufen können auch Radiologen oder Neurologen beispielsweise hinzugezogen werden.
Die Therapie besteht aus einer Antibiotika-Einnahme über einige Wochen.
Wichtig dabei ist zu beachten, ob der Patient noch seine natürliche Herzklappe hat oder ein Ersatz entzündet ist.
Ist ein zu großer Teil der Herzklappe entzündet, muss diese frühzeitig ausgetauscht werden. Die Erfolgskontrolle erfolgt engmaschig mittels klinischer und sonographischer Untersuchung und der Durchführung einer Laborkontrolle.
Die Leitlinien besagen, dass bei Verdacht sofort mit einer kalkulierten Antibiotikatherapie begonnen werden soll.
Man teilt die Patienten in zwei Gruppen ein und passt die Antibiose dementsprechend an:
Bei Nicht-Vertragen bestimmter Präparate werden individuell Alternativen angewandt.
Auch wird individuell abgestimmt, wann mit der Einnahme welches Präparates begonnen werden und für wie lange die Therapie durchgeführt werden soll.
Bei einer bakteriell bedingten Endokarditis erhält der Patient Antibiotika intravenös per Infusion. Die Dauer der Medikamentengabe beträgt ca. 6 Wochen. Schlägt die Antibiotikagabe nicht an, muss operiert werden.
Unbehandelt ist die Prognose einer Endokarditis ungünstig.
Die Prognose bei Behandlung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zu jenen zählen die Vorschädigung des Herzens, die Empfindlichkeit der Erreger gegen die eingesetzten Antibiotika, das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten und der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns.
Daher ist es essentiell auch nur beim kleinsten Verdacht auf eine Endokarditis mit einer Therapie zu beginnen.
Es gibt zwei verschiedene Verlaufsformen der Endokarditis: Einmal die akute, die in der Häufigkeit zunimmt, und einmal die subakute.
Aufgrund der Entzündung der Herzinnenwand kommt es zu Schäden an den Herzklappen und somit zur Funktionseinschränkung. Es können sich Blutgerinnsel bilden, die zu Schlaganfällen, Lungenembolien oder einem Nierenschaden führen.
Unbehandelt droht eine Blutvergiftung mit Multiorganversagen.
Die Behandlung bei einer Endokarditis beträgt mindestens zwei, bis hin zu acht Wochen.
Eine Endokarditis kann durch die Einnahme eines Antibiotikums vorgebeugt werden.
Hierfür wird meistens ein Aminopenicillin verwendet.
Die Indikation stellt sich bei besonderen Eingriffen oder bei Patienten, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, einen schweren Verlauf zu entwickeln.
Je nach Zustand des Patienten wird entschieden, welche Dosis eingenommen wird und ob eine einzelne Einnahme ausreichend ist.
Bei der Endokarditisprophylaxe geht es um die Vorbeugung einer Endokarditis. Verwendet wird meist ein Aminopenicillin.
Dies ist vor allem wichtig bei Risikopatienten, also jenen, die eine Klappenersatz in den letzten 6 Monaten erhalten haben, jenen, die eine Endokarditis schon einmal überstanden haben, und jenen mit angeborenen oder erworbenen Herzfehlern.
Des Weiteren kommt sie bei jenen Patienten zum Einsatz, die zum Zeitpunkt eines Eingriffes an einer manifesten Infektion leiden, damit es nicht zu einer Keimverschleppung kommt.
Auch kommt eine Prophylaxe bei Erwachsenen ohne erhöhten Risiko zum Einsatz, wenn ein zahnärztlicher Eingriff bevorsteht, da offene Stellen im Mund eine gefährliche Eintrittspforte für Bakterien darstellen.
Eine Endokarditis ist nicht ansteckend. Es handelt sich zwar in vielen Fällen um Bakterien als Auslöser, allerdings befinden sich diese im Herz und Blutbahn und es kommt somit zu keiner Übertragung.
Die Überlebensrate beträgt bei optimaler Behandlung etwa 75%.
Diese hängt wiederum davon ab, wie vorgeschädigt Patienten sind.
Patienten, die beispielsweise eine Herzklappenprothese besitzen oder an einem Herzfehler leiden, haben ein höheres Risiko einen schweren Verlauf zu entwickeln.
Die häufigste Todesursache ist die kardiale Dekompensation, die in Folge einer schweren Klappen- oder Muskelschädigung eintritt.
An einer infektiösen Endokarditis erkranken im Schnitt mehr Männer als Frauen, das Verhältnis liegt bei etwa 2:1.
Unter 100.000 Einwohnern in Europa erkranken pro Jahr durchschnittlich 3 Menschen.