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pfeilWas ist das?

Bei einer Blasenentzündung ist, wie der Name schon sagt, die Harnblase entzündet. Häufig sind Frauen betroffen, da aufgrund der Anatomie die Harnröhre kürzer ist und Bakterien dadurch leichter und schneller in die Blase aufsteigen können.

Epidemiologische FaktenHäufigkeitsehr oft
Alters FaktenAlter~ ab 50
Geschlecht FaktenGeschlechtw > m
pfeilIst das gefährlich?

Eine Blasenentzündung ist oftmals harmlos.

In seltenen Fällen kann eine Blasenentzündung jedoch einen gefährlichen Verlauf nehmen.

Vor allem ältere Patienten können schwer betroffen sein und ggf. eine Sepsis („Blutvergiftung“) entwickeln, da sie nicht immer die klassischen Symptome der Blasenentzündung zeigen, oder diese schlichtweg einfach nicht erkannt wird (leider oft in Pflegeheimen ein Problem).

Somit kann durch eine Blasenentzündung unter Umständen eine lebensbedrohliche Situation entstehen, die umgehender stationärer Behandlung bedarf.
Oftmals sind die Betroffenen eher verwirrt, aggressiv und vergesslich.

Da die meisten eher dehydriert sind, müssen sie auch oftmals nicht vermehrt auf die Toilette.

Auch bei anderen Risikogruppen, wie z. B. Schwangeren kann es durchaus zu Komplikationen, wie z.B. Frühgeburten kommen.

pfeilWann zum Arzt?

Unter folgenden Umständen solltest Du mit einer Blasenentzündung einen Arzt aufsuchen.

Bei länger bestehenden Beschwerden sollte ein Arzt (Hausarzt) aufgesucht werden.

Nicht jede Blasenentzündung ist symptomatisch und wird von den Betroffenen gemerkt. Die Beschwerden können aber sehr unangenehm sein.

Teils ist auch eine antibiotische Behandlung erforderlich, vor allem bei komplizierten Harnwegsinfekten/Blasenentzündungen ist dies wichtig. Für mehr Information siehe Einteilung.

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Einteilung & Formen

Eine Blasenentzündung (Zystitis) kann man nach unterschiedlichen Kriterien einteilen.

1. Einteilung nach zeitlichen Auftreten:

  • Akute Blasenentzündung – plötzlich aufgetreten.
  • Chronische Blasenentzündung – immer wieder kehrend und schon seit längerem bestehend.

2. Einteilung nach dem Auslöser:

  • Bakterielle Blasenentzündung – Bakterien sind der Auslöser.
  • Abakterielle Blasenentzündung – es sind keine Bakterien Auslöser, sondern z. B. mechanische Reize durch einen liegenden Katheter oder Irritationen durch Medikamente/Chemotherapeutika.

3. Einteilung nach Kofaktoren – Die Unterscheidung ist besonders wichtig, da es diagnostische und therapeutische Konsequenzen gibt.

  • Komplizierte Blasenentzündung – Bei einer komplizierten Zystitis liegen Risikofaktoren vor, die dafür sorgen, dass sich der Infekt beispielsweise leichter ausbreitet.
    Immunschwäche, Nierenfunktionseinschränkungen, Schwangerschaft, Grunderkrankungen, wie Diabetes oder Anomalien (Fehlentwicklung) der Harnwege sind Beispiele, die einen komplizierten Harnwegsinfekt und eine komplizierte Blasenentzündung auslösen können.
    Auch das männliche Geschlecht zählt zu den Risikofaktoren.
    Hier therapiert man in jedem Fall mit einem Antibiotikum, da die Komplikationsrate erhöht ist. 
  • Unkompliziert Blasenentzündung – Von einer unkomplizierten Zystitis spricht man, wenn keine Risikofaktoren vorliegen (also die Harnröhre normal geformt ist, es keine Engstellen oder Grunderkrankungen gibt, wenn keine Schwangerschaft vorliegt und wenn der Infekt erstmals bzw. selten auftritt).

4. Nach Ausmaß / Lokalisation:

  • Urozystitis – Entzündung der Harnblasenschleimhaut.
  • Panzystitis – Entzündung aller Wandschichten der Harnblase.

5. Sonderformen einer Blasenentzündung

  • Interstitielle Blasenentzündung – Eine chronische, nicht-infektiös bedingt Entzündung aller Wandschichten der Blase.
    • Symptome – Auch hier treten Schmerzen beim Wasserlassen, vermehrtes und nächtliches Wasserlassen auf.
    • Diagnose – In der Blasenspiegelung sieht man vermehrt punktförmige rote Einblutungen in der Schleimhaut.
      Oftmals bestehen Begleiterkrankungen, wie Reizdarm, Fibromyalgiesyndrom oder allgemeiner Erschöpfung.
      Oftmals ist die Erkrankung schwer zu diagnostizieren und noch nicht genau verstanden. Es wird vermutet, dass ein initialer Barriere- und Gewebsdefekt der Harnblasenschleimhaut vorliegt, sodass es zu einer chronischen Entzündung kommt.
      Es können sowohl Männer als auch Frauen jeden Alters betroffen sein.
    • Therapie – Therapeutisch kommen vor allem Lebensstiländerungen und Ernährungsumstellungen in Frage.
      Viele Patienten berichten zudem von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Manche Sportarten, Stress, bestimmte Sexualpositionen und -praktiken können die Symptome verschlimmern.
      Eine psychotherapeutische Behandlung kann helfen, mit den Beschwerden umzugehen und die häufig zusätzlich auftretenden Erschöpfungszustände und Depressionen zu behandeln.
      Physiotherapie kann auch helfen, da der Beckenboden oft überaktiv ist.
      Medikamentös kommt Pentosanpolysulfat zum Einsatz. Ein Arzneimittel, das die Blasenschleimhaut wieder etwas reparieren kann, sodass der Urin, der auch Reize der Schleimhaut auslöst, wieder besser abgefangen wird und gar nicht erst an die Schleimhaut richtig ran kommt. Der Wirkeintritt dauert teilweise 3 bis 6 Monate.
      Generell gestaltet sich die Behandlung eher schwierig.    
  • Eosinophile Blasenentzündung – Auch hier liegt eine Entzündung aller Wandschichten der Harnblase vor (eine sogenannte transmurale Entzündung).
    Diese Entzündung ist chronisch und durch ein eosinophiles Bild in der Histologie charakterisiert (ein bestimmtes Färbeverhalten der Zellen, das zu einer rötlichen Anfärbung führt). Das Krankheitsbild ist sehr selten.
    Jedes Alter kann betroffen sein, ⅓ der Erkrankungen kommen allerdings bei Kindern vor.
    Weiterhin wird die eosinophile Zystitis in allergische und nicht-allergische eosinophile Blasenentzündung unterteilt.
    • Allergische Form – Die allergische Variante tritt häufig in Kombination mit Nahrungsmittelallergien, inhalativen Allergenen (Allergene, die eingeatmet werden), Medikamenten, Parasiten und Fremdkörper auf.
    • Nicht-allergische Form – die nicht-allergische Form tritt häufig mit einer Operation innerhalb der Blase bei einem Tumor und anschließender Chemotherapie assoziiert ist.
    • Symptome – Blut im Urin, Schmerzen über der Symphyse und erschwertes und schmerzhaftes Wasserlassen. Ein Tumor sollte immer ausgeschlossen werden.
    • Diagnose – Im Blut finden sich häufig erhöhte Werte für die Eosinophilen (eine bestimmte Art Blutkörperchen).
    • Therapie – Therapeutisch kommen Antihistaminika in Frage sowie eine enge Kontrolle und Suche nach einem Tumor.
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Ursachen Blasenentzündung

  • Bakterien – Am häufigsten sind Bakterien Auslöser der Blasenentzündung (> 80 %).
    Hierbei steigen vor allem Darmkeime durch die Harnröhre in die Blase auf und führen dort zu einer Irritation und Entzündung.
    Zu den häufigsten Keimen zählen:
    • E. coli
    • Pseudomonas
    • Proteus 
    • Klebsiella
  • Auslöser beim Mann – Tritt eine Blasenentzündung beim Mann auf, kommt ein etwas anderes Keimspektrum in Frage.
    Hier gilt es in erster Linie Geschlechtskrankheiten auszuschließen, da die Harnröhrenentzündung beim Mann als Geschlechtskrankheit gilt.
    Auch hier können die Keime dann aufsteigen, allerdings aufgrund anatomischer Gegebenheiten (längere Harnröhre) deutlich schwerer als bei der Frau.
    In Frage kommen:
    • Chlamydien
    • Mykoplasmen (z. B. Mycoplasma genitalium, Ureaplasma urealyticum)
  • Weitere Erreger – In einigen Fällen sind nicht Bakterien die Auslöser, sondern Viren (vor allem Adenoviren) oder Hefepilze. Hier wird anders therapiert. 
  • Nicht-infektiöse-Blasenentzündung – Es gibt auch Blasenentzündungen, die nicht durch Keime ausgelöst werden, sondern durch eine Irritation der Schleimhaut, zum Beispiel durch Bestrahlung (bei Tumorerkrankungen) oder durch bestimmte Medikamente (Cyclophosphamid → hämorrhagische, also Zystitis als eine der unerwünschten Wirkungen).
    Auch mechanische Reizung, wie zum Beispiel durch einen Blasenkatheter, kann zu einer Entzündung führen. 

Risikofaktoren
Es gibt Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Entstehung einer Blasenentzündung erhöhen. Hierzu zählen:

  • Geschlechtsverkehr
  • Schwangerschaft – in der Schwangerschaft erweitert sich die Harnröhre aufgrund hormoneller Einflüsse, sodass Bakterien noch leichter aufsteigen können.
  • Östrogenmangel und Östrogenüberschuss 
  • Harnabflussstörungen 
  • Tragen eines Dauerkatheters – unter anderem in der Geriatrie, also der Medizin des alten Menschen relevant.
  • Diabetes mellitus, hier auch Medikamente, die einen Diabetes behandeln sollen (sogenannte SGLT-2-Hemmer, die durch die vermehrte Ausscheidung von Zucker das „Milieu“ für die Bakterien positiv beeinflussen, sodass diese sich leichter „einnisten“)
  • Immunschwäche
  • Unterkühlung 
  • Häufiger Antibiotikagebrauch
  • Beckenbodenschwäche in den Wechseljahren
  • Benutzung von Diaphragma und Spermiziden zur Verhütung 
  • Chemotherapie oder Bestrahlung 
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Symptome Blasenentzündung

  • Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) – Schmerzen oberhalb der Symphyse während der Miktion (Wasserlassen).
  • Nächtliches Wasserlassen (Nykturie)
  • Blasenkrämpfe
  • Vermehrter Harndrang
    • Häufiges Wasserlassen mit kleinen Mengen Urinabgangs (Pollakisurie)
  • Ggf. Blut im Urin (Hämaturie)
  • Übel riechender Urin 
  • Fieber – Fieber tritt nicht auf! Wenn es zu Fieber kommt, ist die Infektion meist aufgestiegen und betrifft nun auch die Nieren (Pyelonephritis), hier muss dringend gehandelt werden.
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Diagnose Blasenentzündung

  • Anamnese – Arzt-Patienten-Gespräch
    • Typische Symptome?
    • Risikofaktoren? Diese dienen auch als Indikator für einen komplizierten Verlauf.
  • U-Stix – mittels einfachen Streifen, die man in den Urin taucht, lässt sich ablesen, ob eine Infektion vorliegt oder nicht.
    • erhöhte Werte – Leukozyten, Nitrit, teilweise Erythrozyten nachweisbar  
    • können in der Apotheke gekauft und zu Hause angewendet werden 
  • Urinkultur – Nachweis der Bakterien.
  • Blutuntersuchung – ggf. Blutabnahme, um die Entzündungswerte zu überprüfen (bei unkomplizierten Blasenentzündungen nicht nötig)
  • Ultraschall – wenn man vermutet, dass die Nieren mitbetroffen sind: Ultraschall der Nieren, ggf. CT (Computertomografie).
  • Invasive Methoden – Zystoskopie, je nach Fragestellung. Besonders, wenn es um einen Tumorausschluss geht, kommt eine Blasenspiegelung zum Einsatz.
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Bilder

Von außen sieht man nichts, da sich die Entzündung in der Harnblase abspielt.

Oftmals riecht der Urin allerdings komisch.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Differenzialdiagnose

  • Entzündungen im Genitalbereich (Vulvovaginitis) – Auch eine Entzündung im Genitalbereich kann zu Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen führen.
    Auch Unterleibsschmerzen können auftreten. Oftmals kommt es zu anderem Ausfluss als sonst (Farbe, Konsistenz, Geruch) und vaginalem Jucken.
    Eine gynäkologische Untersuchung kann Aufschluss bringen, U-Stix werden ebenfalls eingesetzt, um die Situation einzuschätzen.
    Je nach Ursache kann antibiotisch behandelt werden. 
  • Harnblasenkarzinom (Krebs der Harnblase) – Ein Tumor der Harnblase wird auch als Harnblasenkarzinom bezeichnet.
    Er geht von der Schleimhaut der Blase, dem Urothel aus. Symptome sind vor allem eine schmerzlose Hämaturie, das bedeutet, dass sich Blut im Urin befindet.
    In späteren Stadien kommen Schmerzen beim Wasserlassen, Unterbauchschmerzen und häufiger Harndrang hinzu.
    Zur Diagnostik werden die Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch), U-Stix und eine Blasenspiegelung eingesetzt (Zystoskopie).
    Je nach Stadium wird verschieden therapiert. In Frage kommen eine Entfernung des Tumors mit anschließender Installation von Chemotherapie in die Blase, enger Nachkontrolle oder die Entfernung der Blase mit Formung einer neuen aus Darm oder Ableitung des Urins nach außen.
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Behandlung Blasenentzündung

  • Ursachenabhängig – Die Behandlung einer Zystitis (Blasenentzündung) richtet sich nach der Ursache.
  • Ohne Behandlung – Nicht jede Blasenentzündung muss behandelt werden.
    Vor allem unkomplizierte Entzündungen, bei denen keine Risikofaktoren vorliegen und bei Blasenentzündungen, die erstmalig auftreten, ist oft kein Antibiotikum nötig. 
  • Antbiotika – Wenn Bakterien die Auslöser sind, kann ein Antibiotikum eingesetzt werden.
  • Schmerzmittel – Neben der Behandlung der Ursache können Schmerzmittel wie Ibuprofen bei Blasenkrämpfen eingesetzt werde.
  • Ausreichend trinken – und es sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Blasenentleerung geachtet werden.
  • Arztbesuch – Sollten sich die Beschwerden nicht innerhalb von 72 Stunden bessern, muss eine erneute ärztliche Vorstellung erfolgen, dies gilt sowohl für antibiotisch behandelte als auch für nicht antibiotisch behandelte Blasenentzündungen.
    Hier muss ggf. weitere Diagnostik gemacht werden und teilweise ist eine Krankenhauseinweisung nötig.
    Besonders, wenn eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) mit schwerem Verlauf vermutet wird, eine Nierenbeckenentzündung bei Schwangeren, die Infektion bei Kindern und Säuglingen in den ersten Lebensmonaten oder der Verdacht auf eine Sepsis besteht, muss eine Klinikeinweisung erfolgen.
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Hausmittel Blasenentzündung

  • Viel trinken – hier ist es wichtig keine harntreibenden Tees zu trinken, da diese zu einer Reizung der Blase führen können.
  • Wärmebehandlung – warme Sitzbäder lindern teils die Schmerzen.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Die Prognose einer Blasenentzündung ist in der Regel sehr gut, richtet sich aber nach der Ursache und den individuellen Kofaktoren.

Die Prognose lässt sich nicht pauschalisieren.

Oft heilt die Blasenentzündung ohne Folgen aus, kann aber immer wieder und das teilweise sehr häufig auftreten.
In einigen, jedoch seltenen Fällen kommt es zu teils lebensbedrohlichen Komplikationen, die notfallmäßige ärztliche Behandlung erfordern.

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Verlauf

  1. Tag 0 - Bakterien steigen die Harnröhre auf. (Alternativ kann die Harnröhre mechanisch gereizt werden)
  2. Tag 1 - Es kommt zu Schmerzen beim Wasserlassen und häufiges Wasserlassen, vor allem nachts.
  3. Tag 2 - 4 - Die Schmerzen werden zunehmende stärker, es kann zu Schmerzen im Unterleib kommen. Die Urinmenge ist verringert. Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen, die Sympotme zu lindern.
    • Kommt es zu keiner Besserung, muss die Ursache geklärt werden.
    • Ggf. muss ein Antibiotikum verschrieben werden.
  4. Tag 5 - 7 - Die Beschwerden klingen allmählich ab.

Komplizierter vs. unkomplizierter Verlauf
Der Verlauf lässt sich in unkompliziert und kompliziert einteilen.
Somit richtet er sich nach der Ursache und den individuellen Risikofaktoren. 

Nicht jede Blasenentzündung muss antibiotisch behandelt werden.
Gerade junge Frauen, die kaum Symptome haben, brauchen kein Antibiotikum. Teilweise merken manche nicht einmal, dass sie eine Blasenentzündung haben. 

Bei Risikogruppen, wie zum Beispiel Schwangeren, kann es jedoch zu Komplikationen und auch Frühgeburten kommen.
Auch ältere Personen sind gefährdet und können besonders, wenn der Harnwegsinfekt bzw. die Blasenentzündung nicht erkannt wird, eine Sepsis (Blutvergiftung) erleiden, die einen Notfall darstellt und umgehend behandelt werden muss. 

In der Regel lassen sich Blasenentzündungen aber gut antibiotisch behandeln.

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Komplikationen

Bei einer Blasenentzündung können in seltenen Fällen verschiedene Komplikationen auftreten.

Hierzu zählen unter anderem: 

  • Aufsteigen der Infektion (in die Harnleiter und Nieren) – Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), die mit Fieber, Unwohlsein und Verschlechterung des Allgemeinzustandes einhergeht, hier ist immer eine antibiotische Therapie nötig, teilweise auch eine Operation, um den Eiter, der möglicherweise entsteht, entfernen zu können.
  • Prostataentzündung / Nebenhodenentzündung – bei Männern können sich die Prostata und der Nebenhoden entzünden.
    Durch die anatomische Nähe kann die Infektion aus der Blase bzw. dem Harnleiter in die Prostata und den Nebenhoden gelangen.
    • Bei einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) können ein Druckschmerz im Skrotalbereich sowie eine Rötung und Schwellung entstehen.
    • Bei einer Prostataentzündung (Prostatitis) kann es zu Schmerzen während der Defäkation kommen.  
  • Abszesse – Durch jede Entzündung können potentiell Abszesse entstehen.
    Bei einer Blasenentzündung kommt es vor allem dazu, wenn die Infektion auch die Nieren bzw. Nierenbecken betrifft und sich da Eiter abkapselt.
  • Urosepsis – Die Erreger breiten sich in der Blutbahn aus und betreffen den ganzen Körper.
    Dies ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der umgehend stationär behandelt werden muss.
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Dauer

In der Regel legen sich die Beschwerden innerhalb von ein paar Tagen.

Besonders nach Antibiotikagabe sollten die Symptome innerhalb von etwa 72 Stunden verschwinden.

Falls nach dieser Zeit keine Besserung der Symptome auftritt, sollte eine erneute ärztliche Vorstellung erfolgen.

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Vorbeugung

Nicht jede Blasenentzündung lässt sich vorbeugen.
Es existieren jedoch einige Maßnahmen für einen bestmöglichen Schutz.

  • Ausreichend Trinken
  • Nasse (Bade-) Sachen immer schnell ausziehen.
  • Unterkühlung vermeiden – nicht auf feuchte/nasse Untergründe setzen.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr immer auf Toilette gehen.
  • Bei Säuglingen und Kleinkindern – regelmäßiges Wechseln der Windeln.
  • Falls Nierensteine bestehen, sollten diese entfernt werden.
  • bei Menschen, die einen Katheter benötigen, sollte regelmäßig überprüft werden, ob dieser auch tatsächlich weiterhin erforderlich ist.
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Ansteckung & Übertragung

Eine Blasenentzündung, die durch Bakterien verursacht wird, kann in seltenen Fällen ansteckend sein.

Der häufigste direkte Übertragungsweg ist hierbei Geschlechtsverkehr.

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Lokalisation

Die Blasenentzündung kann nur die Schleimhaut der Blase betreffen, also der innersten Schicht zum Lumen gerichtet (auch Urothel genannt), oder aber die gesamte Wand der Harnblase

Hier besteht die Gefahr, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet.

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Zeiltiches Auftreten

Betroffen sind vor allem Frauen.

Jedes Alter ist möglich, in der Regel sind aber vor allem Frauen über dem 50. Lebensjahr betroffen.

Bei ca. 25% der Frauen treten Blasenentzündungen immer wieder im Leben auf.

Männer sind eher selten betroffen, dann vor allem während der Geschlechtsreife oder bei Vorerkrankungen, wie z. B. einer Prostatahyperplasie (diese drückt auf die Harnröhre und stellt eine Abflussbehinderung dar).

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Bei Kindern

Kinder können durchaus von Blasenentzündungen betroffen sein.

Harnwegsinfekte zählen zu den häufigsten Infektionen im Kindesalter.
Die Symptome sind etwas anders als bei Erwachsenen. Kinder zeigen je nach Alter bei einer Blasenentzündung folgendes:

Säuglinge (0–1 Jahre):

  • Hohes Fieber (siehe Fieber beim Baby)
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Trinkunlust
  • Blässe
  • Unangenehmer Geruch des Urins
  • Trübung de Urins
  •  Blut im Urin – eher bei fortgeschrittenen Entzündungen. Dies sollte einen immer hellhörig werden lassen und umgehend zu einer ärztlichen Vorstellung führen.

Bei Säuglingen wird häufig Zahnen als Grund für die Symptomatik angesehen.
Man sollte aber immer einmal den Urin untersuchen, um eine mögliche Blasenentzündung auszuschließen. 

Kleinkinder (1-5 Jahre):

  • Kratzen zwischen den Beinen
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen 

Schulkinder:

  • Schmerzen beim Wasserlassen, brennendes Gefühl
  • Häufiger Harndrang
  • Bauchschmerzen
  • Plötzliches Einnässen, bei eigentlich bereits trockenem Kind

Auch bei Kindern sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen.

  • Ursachen – Darmkeime, wie E.coli, sind Hauptauslöser der Infektionen, was besonders bei noch Windeln tragenden Kinder und zu seltenem Wechseln der Windeln eine Rolle spielt.
  • Behandlung – Nicht jede Blasenentzündung muss antibiotisch behandelt werden. Wenn jedoch keine Besserung der Symptome innerhalb von 2 Tagen nach Vorstellung beim Kinderarzt erfolgt, sollte ein Antibiotikum verordnet werden.
  • Antibiotikum – Das Antibiotikum soll die Ausbreitung der Infektion verhindern und besonders die Niere schützen.
    Die Beschwerden sollen dann innerhalb von 2–3 Tagen abklingen.
  • Arztbesuch – Wichtig ist eine erneute Vorstellung, wenn die Beschwerden nicht besser werden. Hier muss die Niere untersucht werden (z. B. mittels Ultraschall) und entsprechend gehandelt werden.
pfeilIn der Schwangerschaft

Besonders in der Schwangerschaft sind Frauen anfälliger für Blasenentzündungen.

Durch hormonelle Umstellungen erweitert sich die Harnröhre, sodass Bakterien und andere Keime leichter aufsteigen und in der Blase zu einer Entzündung führen können.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

aktualisiert: 05.02.2025
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