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pfeilEinleitung

Muskelverhärtungen / Muskelverspannungen im Rücken entstehen durch dauerhaft, ungewollt angespannte Muskelfasern. Der Grund hierfür ist meist eine Überbeanspruchung oder eine Schutzspannung der Muskulatur des Rückens.

ArrowDownIst das gefährlich?

Im Normalfall sind Verspannungen im Rücken harmlos und kein Grund zur Sorge.

In seltenen Fällen sind die Muskelverspannungen ein Symptom einer Grunderkrankung.
Aus diesem Grund sollte man anhaltende Verspannungen im Rücken ärztlich abklären lassen.

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Ursachen

Muskuläre Überlastung

  • Sportliche Überbelastung (einseitige Belastung im Sport), Muskelkater
  • Heben schwerer Gegenstände
  • Übergewicht
  • Muskuläre Dysbalance (im unteren Rücken, zwischen Rückenmuskulatur und Bauchmuskulatur)

Bewegungsmangel

  • Auch zu wenige körperliche Belastung (z. B. Bettlägerigkeit) kann zu einer Verspannung im unteren Rücken führen.
  • Zu gering ausgeprägte Muskulatur

Fehlhaltung

  • Falsche Liegeposition. (falsche Matratze)
  • Überwiegend sitzende Tätigkeit.
  • Einseitig körperliche Belastung. (Bauarbeit, Gartenarbeit)

Fehlstellung der Wirbelsäule

Auch eine anatomische Abweichung von der Norm kann zu einer Verspannung im Rücken führen.

(Neuromuskuläre) Erkrankung

Auch eine strukturelle Schädigung an der Wirbelsäule kann als Folge eine Schutzspannung der Muskulatur auslösen.

Psychische Faktoren

Auch ein dauerhafter Stress oder eine psychische Belastung kann zu einer angespannten und verhärtenden Muskulatur führen.
In diesem Fall helfen Entspannungstechniken.

Unbekannte Ursache

In vielen Fällen bleibt eine Verspannung im Rücken ohne klar erkennbare Ursache.

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Wann zum Arzt?

Mit einer verspannten Muskulatur im Rücken muss man noch nicht sofort zum Arzt.
In den meisten Fällen lösen sich die Verhärtungen von selbst, bzw. lassen sich die Beschwerden mit einfachen Hilfsmitteln beseitigen.

Ein Besuch beim Arzt (Orthopäden) ist ratsam, wenn …

  • die Schmerzen über einen längeren Zeitraum (mehrere Tage) bestehen bleiben, oder im Verlauf sogar stärker werden.
  • die Schmerzen sehr stark sind und die Bewegung sehr stark einschränken.
  • ein Unfall als Auslöser der Verspannungen infrage kommt.
  • weitere Symptome wie Taubheit, Lähmung, Kribbeln, Abgeschlagenheit oder Fieber auftreten.
pfeilLokalisation des Symptoms
  • Verspannungen im oberen Rücken (HWS)
    • Verspannung im Nacken
    • Ausstrahlung in Armen möglich.
    • Steifer Hals (Unbeweglichkeit des Kopfes)
    • Ggf. Kopfschmerzen, Schwindel
  • Verspannungen im mittleren Rücken (BWS) – eher selten
    • Beschwerden bei der Atmung.
    • Eingeschränkte Bewegung der Brustwirbelsäule.
  • Verspannungen im unteren Rücken (LWS)
    • Schmerzen bei der Bewegung und im Stand
    • Schonhaltung (Überstreckung der Wirbelsäule)
    • Ggf. Ausstrahlung in die Bein (Ischialgie)
    • Ggf. ISG-Blockade
arrow downBegleitende Symptome
  • Muskelverhärtung (Myogelosen) – verhärtete Muskulatur mit tastbaren Knötchen.
    • LWS/HWS – Oft ist der Bereich der Lendenwirbelsäule oder Halswirbelsäule betroffen.
    • BWS – Die Brustwirbelsäule ist aufgrund der Unbeweglichkeit eher selten betroffen.
  • Rückenschmerzen – des betroffenen Muskels mit stechendem bis dumpfem Charakter.
    • brennend
    • stechend
    • ziehend
  • Funktionseinschränkungen – und reduziertes Bewegungsausmaß, Gefühl einer Rückenblockade und Abschwächung der Muskulatur
  • Schonhaltung
  • Kopfschmerzen – bei Muskelverhärtungen im Nacken- und Schulterbereich.
  • Schlafstörung – Bleibt die Verhärtung auch im Liegen bestehen, kommt es oftmals zudem zu Störung des Schlafs.
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Diagnose Verspannung im Rücken

  • Anamnese (Arzt-Patient-Gespräch) – Erfassen der Symptome
  • Klinische Untersuchung (körperliche Untersuchung)
    • der betroffene Muskel ist verhärtet und kann bei leichter Massage nur als „Paket“ verschoben werden.
    • betroffene Stellen schmerzen zudem bei der Berührung (Palpation).
  • Elektromyografie (EMG) – Mittels EMG lassen sich muskuläre Verhärtung der oberflächlichen Muskulatur gut darstellen.
    • Ruhemessung – Im EMG ist ein erhöhter Muskeltonus messbar. Der Ruhetonus beträgt in etwa 1–3 Mikrovolt (μV) im Normalzustand.
    • Die Elektromyografie bietet zudem die Möglichkeit der Therapie (siehe Therapie).
  • Ggf. Bildgebung – Um ggf. eine zugrundeliegende Erkrankung/Verletzung zu diagnostizieren, bietet sich im weiteren Verlauf eine Magnetresonanztomografie zur weiteren Diagnostik an.
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Behandlung Verspannung im Rücken

  • Trainingstherapie / Physiotherapie (aktive Therapiemaßnahmen, je nach Lokalisation)
    • Muskelaufbau – ausgewogenes Training aller Muskelgruppen (tiefe Rückenstreckmuskulatur, Bauchmuskulatur, ggf. Nackenmuskulatur).
    • Dehnübungen – tiefe Rückenstreckmuskulatur, rückseitigen Oberschenkelmuskulatur, ggf. Nackenmuskulatur.
    • Faszientraining – Faszienrollen über die verspannte Muskulatur. Analog zu einer Massage.
  • Wärmetherapie
    • Physikalische Wärme – in Form von Wärmeflasche, Körnerkissen, heißes Bad, Sauna
    • Wärmecreme / Wärmpflaster (Durchblutungsfördernde Salben)
  • Leichte Massage – Kreisende Bewegung auf dem verhärteten Muskel. Mehrmals täglich.
  • Entspannung – z. B. progressive Muskelentspannung
  • Schmerzmittel – schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac)
    • Salben (mit Wirkstoff) – Salben wie z. B. Voltaren/Diclofenac, Ibuprofen.
  • Hausmittel – Auflegen von sog. Kartoffelkissen auf den verhärteten Muskel.
  • Orthese (Entlastung)
  • Tapeverband – Tapen von Muskeln
  • TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) – Reizstromtherapie. Die Muskeln werden durch schwache elektrische Impulse aktiviert.
  • Akupunktur
  • ggf. Einnahme von Magnesium
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Medikamente

Zur medikamentöse Behandlung von Verspannungen im Rücken bieten sich folgende Medikamente an

  • Schmerzmittel – nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie z. B. Ibuprofen und Diclofenac
    • Topisch (äußerliche Anwendung) – als Creme direkt auf die betroffene Stelle auftragen.
    • Systemisch – als Tablette
  • Muskelrelaxantien (Wirkstoffe zur Entspannung der Muskulatur)
    • Tablette
    • Spritze
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Prognose

  • Muskelverspannungen im Rücken sind meist harmlos und heilen selbstständig wieder ab.
  • In der Regel bessern sich die Symptome innerhalb weniger Tage.
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Vorbeugung

  • Regelmäßige Bewegung und Sport
  • Ergonomisches Arbeiten
  • Rückenfreundliches Tragen und Heben von Lasten
  • Entspannungsmaßnahmen
  • Rückenfreundliche Wahl von Matratze und Kissen
aktualisiert: 03.06.2025
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Tobias Kasprak
Diplom - Sportwissenschaftler
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Tobias Kasprak studierte Diplom-Sportwissenschaft an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und ist Gründer der Seite Docset. Mit seinem Partner Dr. Nicolas Gumpert betreibt er zudem das medizinische Portal Dr-Gumpert.de. Bei Lumedis arbeitet Tobias als Diagnostiker und Trainingstherapeut.

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  2. Mobilisieren Deinen Rücken mit Kräftigung, Dehnung und Faszienrollen.
  3. Sorge mit Wärme für eine verbesserte Durchblutung.
  4. Optimiere Deinen Arbeitsplatz und Deine Schlafposition.
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