Thalassämie, wenn es zu einer Erkrankung der roten Blutkörperchen kommt.

Bei der Thalassämie, auch Mittelmeeranämie genannt, handelt es sich um eine erbliche Erkrankung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Man unterscheidet zwischen Alpha- und Beta-Thalassämie, je nachdem wird zu wenig Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff in den Blutkörperchen, der den Sauerstoff bindet) produziert oder es wird zu schnell abgebaut. Das führt zu einer sogenannten Blutarmut (Anämie).
DIe Symptome einer Thalassämie hängen sehr stark von der Ausprägung ab
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Blut, rote Blutkörperchen (Erythrozyten), Hämoglobin, Knochenmark, Milz, Leber |
| Differentialdiagnose | Eisenmangelanämie, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, andere hämolytische Anämien, Sichelzellanämie |
| Medikamente | Bluttransfusionen, Eisenchelation (Deferoxamin, Deferasirox), evtl. Hydroxyurea, ggf. Stammzelltransplantation |
| Epidemiologie | häufig in Mittelmeerraum, Naher Osten, Südostasien, Afrika; autosomal-rezessiv vererbt |
| Prognose | variabel; milde Formen (Thalassämia minor) meist asymptomatisch; schwere Formen (Thalassämia major) ohne Therapie lebensbedrohlich |
| Verlauf | chronisch; milde Formen unauffällig, schwere Formen ab frühem Kindesalter mit Anämie, Wachstumseinschränkung und Organbelastung |
| Pathophysiologie | Genetische Störung der Hämoglobinsynthese → gestörte Erythropoese → hämolytische Anämie und Eisenüberladung |
| Komplikation | Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen, Infektionen, Eisenüberladung, Knochendeformationen, Wachstumsstörungen |
| Behandlung | regelmäßige Bluttransfusionen, Eisenchelation, Knochenmark-/Stammzelltransplantation bei schweren Formen, symptomatische Therapie |
| Primärvorbeugung | genetische Beratung, pränatale Diagnostik, Aufklärung in Risikogebieten |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige Kontrolle von Hämoglobin, Ferritin und Organfunktion; frühzeitige Therapie von Anämie und Eisenüberladung |
| Risikofaktoren | familiäre Veranlagung (autosomal-rezessive Vererbung), ethnische Herkunft aus Risikoregionen |
| Anzeichen | Blässe, Müdigkeit, Wachstumsstörungen, Knochendeformationen, vergrößerte Milz/Leber, Ikterus, Herzbelastung |
| Stadien | Thalassämia minor (Träger, meist asymptomatisch), Thalassämia intermedia (moderat), Thalassämia major (schwer, lebensbedrohlich ohne Therapie) |
| Diagnostik | Blutbild, Hämoglobin-Elektrophorese, DNA-Analyse, Ferritin, Retikulozytenzahl, klinische Untersuchung |