Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), wenn es zu einer vermehrten Einlagerung von Eisen im Körper (vor allem Herz und Lunge) kommt.

Bei der sog. Eisenspeicherkrankheit, auch als Hämochromatose bezeichnet, kommt es zu einer überschüssigen Einlagerung von Eisen im Körper. Vor allem das Herz und die Leber sind von dieser Erkrankung betroffen. Die Eisenspeicherkrankheit tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.
Kommt es zu den Symptomen einer Eisenspeicherkrankheit, muss ein Arzt aufgesucht werden.
Der erste Ansprechpartner ist dabei der Hausarzt.
Dieser wird möglicherweise eine weitere Diagnostik veranlassen.
Der Ansprechpartner dabei ist der Hepatologie (Stoffwechsel Arzt).
Die Hämochromatose ist die erbliche Eisenspeicherkrankheit.
Bei der Erkrankung wird vermehrt Eisen aus dem Darm resorbiert (Abgabe aus dem Darm) und weniger abgebaut und weniger ausgeschieden.
Durch Gendefekten von Transportern in der Darmschleimhaut entstehen so bis zu 10-fach höhere Konzentrationen an Eisen im Blut als normal.
In so hohen Mengen lagert sich das Eisen über den Blutkreislauf in vielen Organen ab. Am meisten betroffen sind hierbei:
Diese Organe werden durch die Eisenablagerung geschädigt.
Vor allem durch die Ablagerung in der Leber wird die erbliche Eisenspeicherkrankheit zu einer hereditären Stoffwechselerkrankung und kann zu schweren Folgeerkrankungen führen.
Bei der Ursache der Eisenspeicherkrankheit muss zwischen den angeborenen und erworbenen Ursachen unterschieden werden.
Die hereditäre Hämochromatose ist eine erblich bedingte Eisenspeicherkrankheit.
Hintergrund ist ein homozygoter Defekt des HFE Gens (“high fe” = viel Eisen), welches zu einer unregulierten Eisenaufnahme im Dünndarm führt.
Homozygot bedeutet, dass der Gendefekt auf beiden Chromosomen unseres Genoms vorhanden sein muss, damit sich die Erkrankung ausprägt. Durch die unregulierte Aufnahme des Eisens in den Blutkreislauf entsteht eine 10-fach höhere Konzentration von Eisen im Körper, sodass sich dieser in den Organen ablagert.
Die sekundären Eisenspeicherkrankheiten können transfusionsbedingt sein oder durch andere Erkrankungen im Nachhinein entstehen. Diese sind näher bei Differentialdiagnosen beschrieben.
Erste Symptome der erblichen Eisenspeicherkrankheit sind Potenzstörungen und Libidoverlust bei Erwachsenen, Gelenkbeschwerden in den Fingergelenken (Arthralgien) und Müdigkeit.
Oftmals wird bereits in diesem Anfangsstadium der Erkrankung eine Diagnose gestellt und eine Therapie eingeleitet, sodass es nicht zu einer schlimmeren Organmanifestation kommen kann.
Greift die Eisenablagerung bereits die Bauchspeicheldrüse und die Hirnanhangsdrüse an, kommt es zu einem sogenannten Bronze-Diabetes.
Dabei wird die Haut, vor allem in den Achseln, stärker pigmentiert.
Auffällig ist dann auch der Haarverlust in den Achseln.
Der Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) manifestiert sich durch eine eingeschränkte Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse und ist eine sehr häufige Folge der erblichen Eisenspeicherkrankheit.
Ebenfalls sehr häufig kommt es zu einer Leberzirrhose und Herzinsuffizienz sowie Schädigung der Nebennieren, wenn die Hämochromatose nicht richtig behandelt wird oder zu spät entdeckt wurde.
Die meisten Patienten gehen mit den anfänglichen Symptomen wie Müdigkeit und neu auftretende Hautpigmentierung zum Hausarzt.
Nach einem Anamnesegespräch folgt dann eine Blutentnahme, bei der dann meist bereits zu hohe Eisenwerte auftreten.
Damit ist die Diagnose oft schon bestätigt.
Tritt die Erkrankung auch bei anderen Familienmitgliedern auf, spricht dies deutlich für eine hereditäre Hämochromatose.
Bei fortgeschrittenen Eisenspeicherkrankheiten kann dann auch eine Leberbiopsie durchgeführt werden, um herauszufinden, wie stark die Leber bereits durch die Eisenablagerung geschädigt ist.
Durch eine spezielle Anfärbung der Biopsie, kann man auch hier deutlich eine Eisenablagerung feststellen.
Die Biospie ist auch besonders wichtig, um ein Leberkarzinom ausschließen zu können.
Ziel der Therapie der erblichen Eisenspeicherkrankheit ist die Senkung des Gehalts des Eisen-Transport-Proteins Ferritin auch unter 50 Mikrogramm pro Liter.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Einnahme von Eisenchelatoren, wie Deferoxamin (Desferal) oder Deferasirox (Exjade), welche den Eisen binden und wieder ausscheiden. Diese medikamentöse Therapie birgt allerdings sehr viele Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Tinnitus und Sehstörungen. Deswegen sollten Eisenchelatoren nur angewendet werden, wenn der Aderlass nicht durchgeführt werden kann.
Je nachdem, in welchem Stadium die Eisenspeicherkrankheit diagnostiziert wird, kann die Erkrankung gut behandelt werden.
Ist es bei einer Diagnose noch nicht zu einer zirrhotischen Leber gekommen, ändert sich die Lebenserwartung zunächst einmal nicht.
Alle bisher aufgetretenen Folgeerkrankungen sind oft nicht mehr rückgängig zu machen.
Das bedeutet, dass Gelenkbeschwerden, Diabetes oder Impotenz bleiben.
Ist die Leber bei der Diagnose jedoch bereits zirrhotisch, besteht nun ein erhöhtes Risiko für Leberkrebs.
Je nach Schweregrad der Erkrankung ist in diesem Fall eventuell eine Lebertransplantation notwendig.
Bei der Eisenspeicherkrankheit wird zunehmend Eisen in den Organen abgelagert.
Die hohen Eisenmengen im Blut entstehen durch eine erhöhte unregulierte Resorption von Eisen, vor allem im Dünndarm
Wird diese Erkrankung nicht richtig behandelt oder erst in einem späten Stadium entdeckt, kann die Eisenablagerung viele Organe beschädigen.
Häufige Folgeerkrankungen sind Diabetes mellitus, Impotenz, Herzinsuffizienz und Leberzirrhose.
Letztere kann im Weiteren auch zu einem Leberzellkarzinom führen.
Je nach Stadium der erblichen Eisenspeicherkrankheit, indem diese diagnostiziert wird, ändert sich die Lebenserwartung.
Diese hängt nämlich vor allem vom Zustand der Leber ab.
Liegt noch keine Leberzirrhose vor, hat man eine normale Lebenserwartung.
Ändert sich aber der Zustand der Leber zu einem pathologischen Umbauprozess, sinkt die 1-Jahres-Überlebensrate immer weiter, je mehr Gewebe der Leber geschädigt ist.
Dies liegt zum einen an einem erhöhten Risiko für Leberkrebs, aber auch an andern möglichen Komplikationen, die auftreten können, wie Blutungen und Leberversagen.
Hinweis! Auch schon vor der Geburt kann ein Embryo an der Eisenspeicherkrankheit leiden. Dabei entsteht eine Leberzirrhose bereits im Mutterleib, sodass das Kind nach der Geburt direkt eine Lebertransplantation braucht (LTX).
Diese Form der Eisenspeicherkrankheit ist allerdings noch viel seltener als die juvenile Eisenspeicherkrankheit.
Bei der erblichen Eisenspeicherkrankheit sind die Eisen Transportproteine im Blut deutlich erhöht.
Diese sind vor allem Ferritin und Transferrin.
Aus letzterem lässt sich die Transferrinsättigung berechnen.
Übersteigt diese 45 % und die Ferritinkonzentration 300 Mikrogramm pro Liter, ist das eine Bestätigung für die Eisenspeicherkrankheit.
Wenn man an der Eisenspeicherkrankheit leidet, sollte man sich möglichst eisenarm ernähren.
Das bedeutet einen Verzicht auf Fleisch und grünes Gemüse wie zum Beispiel Spinat und Brokkoli, da diese Lebensmittel viel Eisen enthalte
Außerdem sollte man schwarzen Tee zu den Mahlzeiten trinken. Die in ihm enthaltenen pflanzlichen Stoffe hemmen die Eisenaufnahme im Darm und senken somit auf lange Sicht indirekt den Eisengehalt im Blut.
Die hereditäre Hämochromatose ist eine erbliche Form der Eisenspeicherkrankheit und mit einer Häufigkeit von 1:1000 die häufigste erblich bedingte Stoffwechselerkrankung in Nordeuropa.
Die Eisenspeicherkrankheit wird in 4 Typen eingeteilt. Typ 1-3 werden autosomal rezessiv vererbt und Typ 4 autosomal dominant.
Daher besteht "nur" eine 25 %-ige Wahrscheinlichkeit die Erkrankung zu haben, wenn beide Elternteile nur auf einem der beiden Chromosomen den Gendefekt haben und somit nicht erkrankt sind.
Diese Personen sind Überträger oder auch Konduktoren genannt.
Ist einer der beiden Elternteile erkrankt und der andere ein Überträger, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50%, dass man auch erkrankt.
Bei Typ 1 der hereditären Hämochromatose, der eigentlichen erblichen Eisenspeicherkrankheit, ist das HFE Gen (“high fe” = viel Eisen) auf beiden Chromosomen 6 mutiert. Die Erkrankung macht sich erstmal zwischen dem 30 und 50 Lebensjahr bemerkbar und manifestiert sich in Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, in den Gelenken und in der Hirnanhangsdrüse.
Alle anderen Typen sind sehr viel seltener und treten vor allem im früheren Lebensalter auf.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Leber, Herz, Pankreas, Haut, Gelenke, Hypophyse |
| Differentialdiagnose | Leberzirrhose anderer Ursache, Hämosiderose, Thalassämie, Eisenmangel, Porphyrien |
| Medikamente | keine kausale medikamentöse Therapie; Phlebotomie (Aderlass), Chelatbildner bei Kontraindikationen |
| Epidemiologie | häufigste genetische Stoffwechselerkrankung bei Europäern; autosomal-rezessiv; Prävalenz 0,3–0,5 % |
| Prognose | gut bei frühzeitiger Diagnose und Therapie; unbehandelt Risiko für Organversagen (Leberzirrhose, Diabetes, Herzinsuffizienz) |
| Verlauf | schleichend über Jahre; zunächst Müdigkeit und unspezifische Beschwerden, später Organbeteiligung |
| Pathophysiologie | Übermäßige Eisenaufnahme aus dem Darm → Eisenablagerung in Organen → oxidativer Stress und Gewebeschädigung |
| Komplikation | Leberzirrhose, Leberkrebs, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Gelenkbeschwerden, Hautverfärbungen |
| Behandlung | regelmäßiger Aderlass, Eisendiät vermeiden, selten Chelatbildner, Behandlung von Folgeerkrankungen |
| Primärvorbeugung | früherkennung bei Risikopatienten, genetische Beratung |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige Kontrolle der Eisenspeicherwerte (Ferritin, Transferrinsättigung), kontinuierliche Therapieüberwachung |
| Risikofaktoren | genetische Prädisposition (HFE-Mutation), männliches Geschlecht (spätere Manifestation bei Frauen durch Menstruation verzögert) |
| Anzeichen | Müdigkeit, Gelenkschmerzen, dunkle Hautverfärbung, Lebervergrößerung, Diabetes, Herzbeschwerden |
| Stadien | präklinisch (keine Symptome), subklinisch (unspezifische Beschwerden), klinisch manifest (Organbeteiligung, Folgeerkrankungen) |
| Diagnostik | Ferritin, Transferrinsättigung, HFE-Genanalyse, Leberwerte, Ultraschall/MRI der Leber, Leberbiopsie bei unklaren Fällen |
Die Hämochromatose ist die erbliche Eisenspeicherkrankheit.
Bei der Erkrankung wird vermehrt Eisen aus dem Darm resorbiert (Abgabe aus dem Darm) und weniger abgebaut und weniger ausgeschieden.
Durch Gendefekten von Transportern in der Darmschleimhaut entstehen so bis zu 10-fach höhere Konzentrationen an Eisen im Blut als normal.
In so hohen Mengen lagert sich das Eisen über den Blutkreislauf in vielen Organen ab. Am meisten betroffen sind hierbei:
Diese Organe werden durch die Eisenablagerung geschädigt.
Vor allem durch die Ablagerung in der Leber wird die erbliche Eisenspeicherkrankheit zu einer hereditären Stoffwechselerkrankung und kann zu schweren Folgeerkrankungen führen.