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pfeilWas ist das?

Als Thrombophilie bezeichnet man eine erhöhte Neigung zu Thrombosen (Blutgerinnseln), dadurch, dass entweder die Blutzellen, das Blutplasma, die Blutströmung oder Gefäßwände verändert sind.

pfeilWann zum Arzt?

Akute, plötzlich aufgetretene Symptome werden häufig von den Ärzten der Notaufnahme behandelt, eher chronische vor allem vom Hausarzt.

Nach Behandlung des akuten Problems und/oder nach Abschluss der nötigen Untersuchungen werden die Betroffenen bei auffallenden Ergebnissen häufig an Spezialisten weitergeleitet.

Dazu gehören je nach Ursache die Ärzte der Inneren Medizin, der Hämatologie (Blut), der Phlebologie (Gefäße) oder der Onkologie (Tumorleiden).

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Einteilung & Formen

Für eine erhöhte Gerinnungsneigung sind bereits zahlreiche Auslöser bekannt.

So unterscheidet man zwischen den erworbenen und den angeborenen, genetischen Ursachen.

Während zu den erworbenen beispielsweise Tumorerkrankungen, Schwangerschaft, Einnahme der Anti-Baby-Pille oder Autoimmunerkrankungen gezählt werden, so gehören zu den angeborenen häufig Krankheiten, die durch molekulare Veränderungen an den Gerinnungsfaktoren entstanden sind.

Hinweisend für eine erhöhte Gerinnung und damit für eine Thrombophilie sind immer wiederkehrende Thrombosen, vor allem in jungen Jahren (unter 45 Jahren), an nicht typischen Stellen wie der Milz oder der Leber.
Bei Frauen fallen höhere Fehlgeburtenraten und Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie auf.

Im Labor kann die ursächliche Krankheit meist nach mehreren Tests herausgefunden werden.

Eine komplette Heilung gibt es eher selten, allerdings kommt es hier auch auf die Ursache an. So können erworbene Thrombophilien eher geheilt werden als angeborene, zum Beispiel durch das Absetzen der Anti-Baby-Pille.

Jedoch können die meisten dieser Erkrankungen auch gut mit Blutverdünnern oder Ersatz-Faktoren behandelt werden.

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Ursachen Thrombophilie

  • Unterschiedliche Gründe
  • In 40% der Fälle keine konkrete Ursache feststellbar
  • APC-Resistenz (Faktor-V-Leiden-Mutation):
  • Das Protein APC kann Faktor V (einen Gerinnungsfaktor) nicht inaktivieren, es kommt so zu einer erhöhten Thromboseneigung
  • Protein-S-Mangel / Protein-C-Mangel : Inaktivieren ebenso Gerinnungsfaktoren
  • Antithrombinmangel
  • Prothrombinmutation 
  • heparin-induzierte Thrombozytopenie
  • Bildung von Antiphospholipid-Antikörpern (greifen die Strukturen des Köroers an)
  • Risikofaktoren einer Thrombophilie:
    • hohes Lebensalter
    • Tabakkonsum
    • Wenig Bewegung
    • Schwangerschaft
    • Übergewicht
    • Anti-Babypilleneinnahme 
    • bösartige Erkrankungen
    • Herzinsuffizienz
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Symptome Thrombophilie

Eine Thrombophilie an sich macht zunächst keine direkten Symptome.
Die daraus resultierende Ausbildung eines Thrombus mit dem Verschluss eines Gefäßes führt zu Anzeichen.

Manchmal kann das Gerinnsel auch symptomlos sein, manchmal macht es erst nach einer Weile auf sich aufmerksam.

  • Unterschiedliche Symptome – Sehr unterschiedliche Ausprägung der Anzeichen.
    Eine Thrombophilie ist eine Neigung zur erhöhten Blutgerinnung und damit keine einheitliche Erkrankung an sich, die spezifische Symptome auslösen kann.
    Die Anzeichen hängen von den betroffenen Gefäßen ab.
  • Neigung zu Blutgerinnseln – Die Thrombophilie führt vermehrt zu Blutgerinnseln (Thrombose), die entweder an der Stelle eine Engstelle, später einen Verschluss bilden (Thrombus, Embolie) oder dieser Gerinnsel wird von irgendwohin eingeschwemmt und verstopft etwas weiter ein Gefäß (Embolie, z. B. Lungenembolie).
    Je nachdem, in welchen Organen oder Gliedmaßen sich der Thrombus bildet oder die Embolie stecken bleibt, unterscheiden sich die Symptome.
  • Tiefe Beinvenenthrombose – Häufig Thrombosen in den tiefen Beinvenen.
    Dafür sprechen eine Schwellung des betroffenen Beines, genauso wie ein Spannungs- und Wärmegefühl.
    Nicht selten verfärbt sich die Haut des betroffenen Bein-Abschnitts rot oder blau und fängt an zu glänzen.
    Bemerkbar macht sich die tiefe Beinvenenthrombose (TBVT, TVT) außerdem auch durch einen ziehenden Schmerz, teilweise einem Muskelkater ähnlich, weswegen die Betroffenen schließlich zum Arzt gehen.
    Durch die Verstopfung in der Tiefe sind teilweise die Venen an der Oberfläche vermehrt sichtbar.
  • Venenentzündung – sind die oberflächlichen Venen oder Krampfadern betroffen, so kommt es im Laufe der Thrombose zu einer Venenentzündung, auch Thrombophlebitis genannt.
    Hier fällt auf, dass die entzündete Ader dicker, härter und schmerzhafter ist.
    Außerdem ist die Stelle gerötet und zu warm.
  • Embolie – Embolien (Arterienverstopfung): Lunge, Gehirn, Herz.
    • Lungenembolie – Vor allem bei der tiefen Bein- oder Beckenvenenthrombose ist nun das Risiko für eine Lungenembolie oder Verschleppung des Thrombus in die Lunge besonders hoch.
      Dabei kommt es zu Symptomen wie plötzlich einsetzende Luftnot, Schmerzen beim Atmen, blutiger Husten, Herzrasen und sogar Bewusstlosigkeit. Durch das Kreislaufversagen ist die Lungenembolie somit sehr lebensgefährlich.
    • Herzinfarkt/ Schlaganfall – Liegt der Thrombus oder Embolus in einer Arterie wie im Herzen oder im Gehirn, so löst dies die typischen Herzinfarkt- und Schlaganfall-Symptome wie Druck auf der Brust oder hängende Gesichtshälfte aus.
  • Wiederholtes Auftreten von Blutgerinnseln auch in Niere, Darm und Milz möglich.
    Weitaus typischer für eine Thrombophilie aufgrund von genetischen, autoimmunen oder tumorbedingten Ursachen (und nicht aufgrund von Risikofaktoren wie das Alter, Flüssigkeitsmangel oder Übergewicht) sind atypische Lokalisationen der Thrombose.
    Dazu gehören zum Beispiel die Venen von Milz, Leber, Niere oder die des Bauches. Außerdem sind diese Patienten meist jünger, also unter 45 Jahren.

Damit wird deutlich, wie vielfältig die Symptome einer Thrombophilie sind.

Schließlich können alle Gefäße betroffen sein und damit auch alle Organe sowie Gliedmaßen.

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Diagnose Thrombophilie

  • Verdachtsdiagnose – durch Arzt, wenn häufiger Blutgerinnsel vorliegen
  • Laborwerte – Mehrere Labortests mit Blutentnahme.
    • Untersuchung der Blutprobe auf APC-Resistenz, Blutgerinnungsfaktoren, Proteine C und S, Antithrombin und Antikörper
  • Bildgebung – CT, MRT

Eine Thrombose lässt sich je nach Ereignis durch verschiedenste Blutuntersuchungen und Bildgebungen wie CT oder MRT diagnostizieren.

Symptome wie bei einer tiefen Beinvenenthrombose sprechen zum Beispiel ziemlich eindeutig für die Erkrankung und helfen damit sehr bei der Diagnosestellung.

Nach einem Thrombose-Ereignis werden häufig verschiedene Thrombophiliemarkern gemessen.

Wichtig ist dabei, dass dies im therapie- und symptomfreien Intervall erfolgt, um möglichst reine, unverfälschte Werte zu erlangen. Dafür werden drei Monate Abstand empfohlen.
Eine Ausnahme stellen hier genetische Marker dar.

Zuerst werden die häufigen Ursachen getestet, daraufhin die seltenen.

Vor allem ein junges Alter (unter 45 Jahren), Fällen in der Familie und atypische Lokalisationen sprechen für eine ausführliche Thrombophilie-Diagnostik.

Dasselbe gilt auch bei Frauen mit Kinderwunsch ab der dritten Fehlgeburt.

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Differenzialdiagnose

Da die Symptome so vielfältig sind, können verschiedenste Differentialdiagnosen in Frage kommen.

Dabei sind die Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose relativ spezifisch und weisen schnell auf die richtige Diagnose hin.

Bei Symptomen der Lungenembolie wie Luftnot oder Schmerzen beim Atmen kann auch ein Herzinfarkt, eine Lungenentzündung oder ein Pneumothorax in Frage kommen.

Bei den atypischen Lokalisationen eines Thrombus vermuten Ärzte häufig eine Erkrankung des Organs, ehe sich herausstellt, dass die Symptome nicht mit dem Organ, sondern einem verstopften Gefäß zu tun haben.
Das kommt davon, dass solche Thrombosen viel seltener vorkommen, aber ähnliche Anzeichen aufweisen. So sprechen beispielsweise die Symptome einer Nierenvenenthrombose auch für viele andere typische Nierenerkrankungen wie Nephrotisches Symptom oder Glomerulonephritis.

Kommt es bei Frauen zu häufigen Fehlgeburten, so ist nicht immer eine Thrombophilie daran Schuld.

Die Ursachen sind vielfältig: Von Fehlbildungen bis Myome der Gebärmutter zu hormonellen Störungen können viele Gründe für die Aborte verantwortlich sein. Eine Präeklampsie kann außerdem auch von einem chronisch erhöhten Blutdruck in der Schwangerschaft kommen.

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Behandlung Thrombophilie

  • Vorbeugung – der Entstehung von Blutgerinnseln
  • Risikofaktoren entgegenwirken – ausreichend Bewegung, genug Flüssigkeit, Tragen von Thrombosestrümpfen
  • Gerinnungshemmer – wie Marcumar®

Thromboseprophylaxe

Bislang gibt es noch keine Heilung, was erbliche Störungen des Blutgerinnungssystems angeht.
Allerdings kann man durch verschiedene Blutverdünner oder Ersatz-Gerinnungsfaktoren viele angeborene Thrombophilien relativ gut behandeln.

Dazu lässt sich das Risiko für Thrombosen noch weiter senken, indem man regelmäßig die wichtigsten individuellen Gerinnungswerte kontrolliert und vorbeugende Maßnahmen ergreift, wie ausreichend Bewegung sowie das Weglassen von Schadstoffen wie Nikotin und Alkohol.

Behandlung der Grunderkrankung

Bei den erworbenen Ursachen sind manchmal Autoimmunerkrankungen oder Tumorleiden für eine erhöhte Thromboseneigung verantwortlich.
Hier steht die Behandlung der Grunderkrankung an erster Stelle.

Auch bei den anderen Auslösern gilt Ursachenbeseitigung. So sollten beispielsweise die Anti-Baby-Pille oder andere auslösende Medikamente abgesetzt werden, Übergewicht sowie Nikotin- und Alkoholsucht sollten den Kampf angesagt werden.

Bei Kinderwunsch sollte bei Thrombophilie eine blutverdünnende Therapie mit Thrombo ASS 100 oder Heparin-Injektionen eingeleitet werden.

Dieselbe Behandlung sollte auch während der Schwangerschaft und nach der Entbindung fortgeführt werden.

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Prognose

  • Ursachenabhängig – die Prognose bei einer Thrombophilie kommt stark auf die Ursache an.
  • Wenn Gendefekt der Grund – keine ursächliche Behandlung.
  • Durch Anpassung des Lebensstils und medikamentöse Therapie kann die Thrombosegefahr jedoch gesenkt werden.

Eine Thrombophilie hat auf den ersten Blick keine so gute Prognose.
Sie beschreibt eine Neigung zu Thrombosen und Embolien, welche alle Organe sowie Gliedmaßen betreffen kann und teilweise lebensgefährliche Organschäden verursacht.

Allerdings sieht die Prognose vor allem nach vorbeugenden Maßnahmen und regelmäßigen Kontrollen recht gut aus.

Auch eine Thrombose kann, wenn rechtzeitig eingegriffen wird, meist gut und schnell mittels Blutverdünner aufgelöst werden.

So ist die Lebenserwartung bei einer gut behandelten und kontrollierten Thrombophilie nicht viel geringer als die der Normalbevölkerung, erst recht, wenn gar keine Thrombosen oder Embolien auftreten.

Allerdings ist für die Prognose, die Risikoberechnung sowie für die voraussichtliche Lebenserwartung immer eine Zusammenschau aller Werte nötig.

Dazu gehört unter anderem herauszufinden, um welche angeborene oder erworbene Ursache es sich handelt und vor allem, ob schon mal eine Thrombose vorgekommen ist. Letzteres erhöht das Risiko für erneute Thrombosen nämlich erheblich und spielt sich auch auf die Lebenserwartung aus.

Insgesamt bleibt bei der Thrombophilie also immer ein gewisses Restrisiko bestehen und Thrombosen verursachen nicht selten dauerhafte Schäden an den betroffenen Organen.

Das Risiko und die Komplikationen können aber durch eigenverantwortliche Maßnahmen, Vorbeugung, regelmäßige Blutabnahmen und eventuell Medikamente relativ gut kontrollieren sowie minimieren.

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Verlauf

Eine Thrombophilie kann angeboren sein oder auch erworben werden.

Durch die Summation mehrerer Risikofaktoren sowie manchmal auch Blut- oder Gefäßerkrankungen steigt das Risiko für Blutgerinnsel.
Diese Gerinnsel können je nach Verlauf größer werden und damit entweder an der Stelle einen Thrombus bilden oder sie schwemmen woanders ein und lösen in einem anderen Teil des Körpers eine Embolie aus.

Dort kommt es je nach Organ und Gliedmaß zu unterschiedlichen Symptomen.

Die Thromben können abhängig vom Ort und der Ursache mit blutverdünnenden Medikamenten wieder aufgelöst werden, manchmal braucht es aber auch eine operative Maßnahme.

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Vorbeugung

  • Risikofaktoren entgegenwirken
    • Verzicht auf Tabak
    • Übergewicht abbauen
    • Ausreichende Bewegung 
    • Gesunde Ernährung

Bei der angeborenen Thrombophilie kann man die genetische Grunderkrankung an sich nicht vorbeugen.

Allerdings gibt es viele Punkte, an denen gearbeitet werden kann, um eine Thrombose zu vermeiden.

Dafür müssen alle möglichen Risikofaktoren reduziert werden.
Dazu gehört es, bei Übergewicht abzunehmen und auf Alkohol sowie Nikotin zu verzichten.

Außerdem sollten lange Perioden mit wenig bis gar keiner Bewegung wie bei langen Zugfahrten vermieden werden. In solchen Fällen können auch Stützstrümpfe helfen.

Allgemein ist Bewegung sehr wichtig, weil so das Blut zum Laufen gebracht wird.
Ein Blutstau ist sehr schlecht, da sich so viel leichter Thrombosen bilden können. Krampfadern sollten behandelt und wenn möglich entfernt werden, da sich auch hier das Blut oftmals staut.

Die Einnahme von Medikamenten, welche eine Thrombose begünstigen können, wie die Antibabypille, sollten ebenfalls vermieden werden.

Insgesamt treffen alle oben genannten Vorbeugemaßnahmen auf alle mit einer erhöhten Gerinnungsbereitschaft zu, aber auch genauso auf die Normalbevölkerung als Prophylaxe gegen Thrombosen.

Schließlich kann es vor allem durch die Summation mehrerer Risikofaktoren auch bei sonst gesunden Personen zu Thrombosen oder Embolie kommen.

Stecken bestimmte Erkrankungen wie Autoimmunkrankheiten hinter einer erworbenen Thrombophilie, so sollten diese schleunigst behandelt werden, um die Ursache der erhöhten Blutgerinnselbildung zu beseitigen.
Dafür müssen bei manchen Krankheiten bestimmte Medikamente oder andere Behandlungsmaßnahmen eingesetzt werden. 

In manchen Fällen müssen blutverdünnende Medikamente für eine längere Zeit eingenommen werden, um einer Thrombose bei Thrombophilie zuvorzukommen.

Dies trifft vor allem bei Kinderwunsch und Schwangerschaft sowie einige Wochen noch nach der Entbindung zu. Genauso aber auch nach Operationen mit anschließender Bettlägerigkeit für mehrere Tage oder Wochen.
Eine solche Thromboseprophylaxe wird jedoch nicht grundsätzlich empfohlen, auch nicht für Angehörige von Erkrankten.

Allgemein sollte man sich bei der Vorbeugung nach den Vorschriften des behandelnden Spezialisten richten, schließlich handelt es sich bei der Thrombophilie um eine individuell sehr verschiedene Erkrankung.

Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung hilft aber immer, das Risiko um ein Vielfaches zu senken.

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Heilung

Die angeborene Thrombophilie kann an sich nicht geheilt werden, aber sie kann durch manche Medikamente oder Ersatz-Faktoren meist gut behandelt werden.

Bei der erworbenen Thrombophilie sollte an der Wurzel des Problems gezogen werden.
Grundsätzlich helfen häufig vorbeugende Maßnahmen – dann verläuft die Thrombophilie meist milder und mit weniger Komplikationen wie Thrombosen oder Embolien.

pfeilIn der Schwangerschaft

Das Risiko einer Thrombose ist in der Schwangerschaft bis zu zehnmal so hoch, im Wochenbett sogar bis zu zwanzigfach erhöht.

Dies liegt zum einen an der Gewichtszunahme, zum anderen an den hormonellen Veränderung wie dem Anstieg des Gelbkörperhormons Progesteron.
Dadurch weiten sich die Venen und der Blutfluss wird langsamer. Infolgedessen neigt sich das Blut zu Verklumpungen - vor allem bei bestehdner Thrombophilie.

Somit kommt es häufiger zu Fehlgeburten oder Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie und Plazentaablösung.

Dies hat den Hintergrund, dass ab der achten Schwangerschaftswoche Mikrothromben in den Plazentagefäßen entstehen, welche aber für die Versorgung des Kindes essentiell sind und ohne die es zur Minderversorgung kommt.

Deswegen werden bei bekannter Thrombophilie oder bei bereits gehabten Thrombosen in der Schwangerschaft häufig schon bei Kinderwunsch geeignete Blutverdünner gegeben, die bei Schwangerschaft und nach dem Wochenbett weiter genommen werden müssen.

Neben Thrombo ASS 100 werden gerne auch Niedermolekulare Heparine (NMH) verschrieben.

Schwangere sollten vor allem die Vorbeugemaßnahmen bei Thrombophilie beachten, denn diese gelten zu dieser Zeit erst recht.

Zum einen sollten regelmäßige Kontrollen des Blutes sowie auch des Kindes selbst stattfinden, um im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können.
Zum anderen gibt es noch vieles, was die Schwangere selbst tun kann.

Neben einer gesunden Ernährung zählt vor allem viel Bewegung, um das Blut in Schwung zu bringen. Auch Stützstrümpfe können helfen, vor allem gegen die Schwangerschaftsödeme.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

AQ`sFAQ`s

Für die Untersuchung ist nach dem ärztlichen Gespräch und der Aufklärung nur noch eine Blutentnahme nötig.

Im Labor werden so folgende Werte gemessen:

  • Für die angeborenen Risikofaktoren die APC-Resistenz,
  • die Prothrombin G20210A-Mutation (Faktor II-Genmutation),
  • die Protein C-Aktivität,
  • das Freie Protein S und
  • die Antithrombin
  • sowie Faktor VIII-Aktivität.
  • Zur Testung der erworbenen Risikofaktoren werden das Lupus-Antikoagulans, der Cardiolipin IgG/IgM-Antikörper, der beta-2-Glykoprotein-Antikörper und die D-Dimere getestet.

Wer und wie viele sind von einer Thrombophilie betroffen?

Je nach Studien bekommen in Deutschland jedes Jahr über 400.000 Menschen eine Thrombose.
In etwa 40.000 sterben dabei jährlich an den Folgen einer Lungenembolie, das sind also rund zehn Prozent.

Damit sterben fünfmal mehr Menschen infolge einer Thrombose als bei einem Verkehrsunfall. Was momentan besonders auffällt, ist, dass diese hohen Zahlen trotz neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Medizin nicht wirklich zurückgehen.

Angeborene Auslöser

Bei rund der Hälfte der Personen mit einer spontanen venösen Thrombose werden thrombophile Risikofaktoren im Blut gefunden.

Die sogenannte APC-Resistenz (oder auch Faktor-V-Leiden-Mutation) ist dabei der bislang häufigste, mit 5 bis 7 Prozent.
Diese Erkrankung gehört zu den angeborenen oder auch genetischen Ursachen einer Thrombophilie.

Auch Personen mit folgenden angeborenen Blutkrankheiten neigen zu einer erhöhten Thrombosebildung:

Erworbene Auslöser

Daneben existieren noch die erworbenen Ursachen.

So kommen Thrombosen häufig bei Menschen mit Antiphospholipid-Syndrom, Heparin-induzierter Thrombozytopenie, Herzinsuffizienz oder nephrotischem Syndrom vor.

Auch Tumorkranke neigen zu Thrombose.
Dazu gehören die verschiedenen bösartigen, malignen Tumoren, aber auch die myeloproliferativen, bei denen ein krankhaft erhöhter Wert von Thrombozyten (oder auch Blutplättchen) vorkommen kann. Diese verstopfen in zu hoher Menge die Blutgefäße und bilden die gefährlichen Thrombosen.

Einige Frauen, welche die Östrogen-haltige Kontrazeptiva einnehmen (für die meisten eher unter dem Namen „Antibabypille“ bekannt), leiden ebenfalls an einer erhöhten Thromboseneigung.
Ähnliches gilt auch für Schwangere.

Bei dem anderen Teil der Thrombosefälle, bei denen keine potentiell thrombophilen Faktoren im Blut gefunden werden, liegen häufig andere Risikofaktoren vor.
Nicht selten summieren sich diese auf und führen dadurch zu einer Thrombose.

Alter und Thrombophilie

So spielt unter anderem das Alter eine große Rolle.
Viele Personen über 50 Jahren haben eher dickflüssigeres Blut mit bereits einigen Verstopfungen oder Engstellen in den Gefäßen, beispielsweise ausgelöst durch eine Arteriosklerose.
Außerdem vergessen vor allem Senioren häufig das Essen und Trinken. Ein Flüssigkeitsmangel kann aber sehr gefährlich werden. Im Hinblick auf das Blut kann fehlende Flüssigkeit das Blut dicker machen – Thrombosen entstehen dadurch viel häufiger.

Lebensgewohnheiten

Übergewichtige, Raucher und Alkoholiker stehen durch die erhöhten Fette und Schadstoffe im Blut ebenfalls unter einem vielfach erhöhten Risiko. Eine Umstellung des Lebensstils ist bei ihnen sehr ratsam und kann Thrombosen häufig effektiv vorbeugen.

Menschen mit Krampfadern

Das Vorhandensein von Krampfadern, auch Varizen genannt, bedingt auch eine Thrombophilie.
Dies liegt an der Stauung des Bluts in den Venen, wodurch Blutplättchen und andere Faktoren eher verklumpen können.

Dies gilt auch für andere Stellen im Körper, an denen sich das Blut staut. Aneurysmen, also Gefäßaussackungen, verursachen Turbulenzen und damit auch Verklumpungen. Dahingehend ebenfalls gefährlich sind Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder auch die Herzinsuffizienz.

Hier fließt das Blut nicht immer ohne Verwirbelungen wieder aus dem Herzen. Dabei können sich Klumpen bilden, die zum Beispiel über die Halsarterien in den Kopf fließen und damit einen Schlaganfall auslösen können.

Bewegungsmangel

Fehlende Bewegung oder Immobilisation durch Bettlägerigkeit bei schwer Erkrankten führt ebenfalls zur Thrombophilie. Dies liegt daran, dass sich auch hier das Blut staut, vor allem in den Beinen. Deswegen werden häufig Kompressionsstrümpfe verschrieben.

Ähnliches trifft auch für Personen auf Langstreckenflügen oder langen Zug- und Busfahrten zu. Die fehlende Bewegung und damit fehlende Zirkulation in den Blutgefäßen führt tatsächlich sehr häufig zu Thrombosen in den tiefen Beinvenen.

Weitere Auslöser

Weitere Ursachen können längere operative Eingriffe sein. Diese Personen entwickeln durch die offenen Wunden vermehrt Gerinnungsfaktoren, um die Wunden zu verschließen. Dadurch verklumpen diese eher mit anderen Zellen des Blutes. Deswegen wird diesen Patienten vor allem nach großen Operationen mit anschließend langer Bettlägerigkeit regelmäßig ein Blutverdünner wie Mono-Embolex gespritzt.

Für Personen mit größeren Wunden oder Knochenbrüchen gilt Ähnliches, denn auch hier werden vermehrt Gerinnungsfaktoren für den Wundverschluss gebildet.

Insgesamt haben vor allem diejenigen Menschen ein ziemlich hohes Risiko für eine Thrombose, die bereits eine gehabt haben. Auch Personen mit nahen Familienangehörigen, die an Thrombophilie leiden, werden durch Ärzte häufig zur Sicherheit auf diese Gerinnungskrankheiten getestet.

aktualisiert: 08.12.2025
KI-Training
EigenschaftWert
AnatomieBlut, Blutgefäße, Gerinnungssystem (Gerinnungsfaktoren, Antithrombin, Protein C, Protein S)
Differentialdiagnosegerinnungsbedingte Blutungen (Hämophilie, Von-Willebrand-Syndrom), sekundäre Thrombosen durch Immobilisation, Tumore, Schwangerschaft
MedikamenteAntikoagulanzien (Heparin, Vitamin-K-Antagonisten, DOAKs), Thrombozytenhemmer, bei Bedarf Gerinnungsfaktor-Substitution
Epidemiologierelativ häufig; angeborene Formen wie Faktor-V-Leiden (3–8% heterozygot), Protein-C-, Protein-S- und Antithrombin-Mangel selten
Prognosegut bei Prävention und frühzeitiger Therapie; unbehandelt erhöhtes Risiko für tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien und Rezidive
Verlaufhäufig latent; thrombotische Ereignisse treten meist unter Risikofaktoren (Operation, Immobilisation, Schwangerschaft) auf; chronisches Risiko für Rezidivthrombosen
PathophysiologieUngleichgewicht zwischen Gerinnungs- und Antikoagulationsfaktoren → gesteigerte Gerinnungsneigung → Thrombosen
Komplikationtiefe Venenthrombosen, Lungenembolien, postthrombotisches Syndrom, wiederholte Thrombosen, Schwangerschaftskomplikationen
Behandlungpräventive Antikoagulation bei Risikofaktoren, therapeutische Antikoagulation bei Thrombosen, Lebensstilmaßnahmen, Kontrolle von Risikofaktoren
Primärvorbeugunggenetische Beratung bei Familienanamnese, Vermeidung von Risikofaktoren (Rauchen, Immobilisation, orale Kontrazeptiva)
Sekundärvorbeugungregelmäßige Kontrolle bei bekannten Thrombophilien, prophylaktische Antikoagulation in Risikosituationen, frühzeitige Therapie bei ersten Thrombosen
Risikofaktorenangeborene Thrombophilien (Faktor-V-Leiden, Protein-C-/Protein-S-Mangel, Antithrombin-Mangel), Immobilisation, Operationen, Schwangerschaft, Adipositas, Rauchen, hormonelle Kontrazeptiva
Anzeichenmeist asymptomatisch; bei Thrombose: Schwellung, Schmerzen, Rötung, Wärme; bei Lungenembolie: Atemnot, Brustschmerzen, Husten
Stadienlatent (Träger ohne Symptome), manifest (Thrombose aufgetreten), postthrombotisches Syndrom
DiagnostikBlutgerinnungstests, genetische Analyse (Faktor-V-Leiden, Protein-C/S, Antithrombin), Gerinnungsprofil, Familienanamnese
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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