Thrombozyten zu hoch (Thrombozytose), wenn die Anzahl der Blutplättchen mehr als 350.000 in einem µl Blut beträgt. Gesteigerte Blutgerinnung als Folge.

Erfahrungs Bericht
Eine Erhöhung der Blutplättchen, auch Thrombozyten genannt, nennt man Thrombozytose. Man spricht von einer Thrombozytose oder von einer Thrombozythämie, wenn die Anzahl der Thrombozyten im Blut 450000/µl übersteigt. Thrombozyten können wegen vielerlei Gründe erhöht sein. Zu unterscheiden ist hierbei die primäre Erhöhung von der sekundären Erhöhung. Bei der primären Erhöhung liegt ist ein genetischer Defekt der Auslöser, bei der sekundären Erhöhung ist der Grund eine andere Krankheit, die reaktiv zur Erhöhung der Thrombozyten führt. Da die Ursachen unterschiedlich sein können und auch schwerwiegende Krankheiten einem Anstieg der Thrombozyten zugrunde liegen können, ist eine Ursachensuche bei Diagnose sehr wichtig.
Erhöhte Thrombozyten im Blut sind meist kein eigenständiges Krankheitsbild und haben eine andere Erkrankung als Ursache.
Diese Grunderkrankung sagt aus, ob die Erhöhung der Thrombozyten gefährlich ist.
Wie in der Einleitung erwähnt, gibt es primäre und sekundäre Thrombozytenerhöhungen.
Grob kann gesagt werden, dass primäre Thrombozytosen gefährlicher sind, da hier auch Arten der Leukämie (Blutkrebs) dazugehören.
Dies bedeutete aber nicht, dass alle primären Thrombozytosen gefährlich sind.
Essentiell ist es also, die Ursache der erhöhten Thrombozyten zu finden, um die Bedrohlichkeit abzuschätzen und die richtige Therapie einzuleiten.
Der richtige Ansprechpartner bei einem Verdacht auf erhöhte Thrombozyten ist zunächst der Hausarzt.
Dieser wird die notwendigen diagnostischen Schritte einleiten und ggf., an einen Hämatologen (Spezialist für Bluterkrankungen) überweisen.
Die Ursachen von erhöhten Thrombozyten lassen sich in zwei Kategorien einteilen.
Im Folgenden gehen wir etwas auf die zwei Gruppen ein und nennen Beispiele.
Um die Ursache zu ermitteln, kann neben Anamnese und körperlicher Untersuchung eine mikroskopische Untersuchung eines Blutausstrichs folgen.
Auch können Entzündungsparameter untersucht werden.
Da erhöhte Thrombozyten keine Erkrankung an sich sind und verschiedene Krankheiten die Ursache sein können.
Als Differentialdiagnosen für die Ursache kommen demnach verschiedene Krankheiten infrage.
Zu den häufigsten zählen:
Die Therapie bei erhöhten Thrombozyten besteht aus zwei Ansätzen.
Dafür können folgende Dinge empfohlen werden:
Des Weiteren wird der Patient darüber informiert, wie er eine Thrombose im Falle des Falles erkennen kann.
Das ist mitunter der wichtigste Punkt, denn bei einer Thrombose kommt es darauf an, diese so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.
Anzeichen einer Thrombose (tiefe Beinvenenthrombose) sind:
Die Prognose erhöhter Thrombozyten hängt von ihrer Ursache ab.
Eine Infektion oder eine Operation sind Ursachen, die passagere (vorübergehende) Zustände sind.
Es kann mal länger oder kürzer dauern bis sie vergehen, aber sind sie vergangen, ist in der Regel auch die Thrombozytose verschwunden.
In diesen Fällen ist die Prognose günstig.
Bei einer primären Erhöhung der Thrombozyten ist die Ursache meist tieferliegender und dadurch schwerer zu behandeln. In diesen Fällen kann, natürlich wieder je nach Ursache, die Prognose schlechter ausfallen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Blut, Thrombozyten (Blutplättchen), Knochenmark |
| Differentialdiagnose | Essentielle Thrombozythämie, reaktive Thrombozytose (Infekte, Entzündungen, Operationen, Eisenmangel), Polycythaemia vera, myeloproliferative Erkrankungen, Splenektomie |
| Medikamente | Thrombozytenhemmer (z. B. ASS), Zytoreduktive Therapie (Hydroxyurea), Interferon-alpha; Behandlung der Grunderkrankung |
| Epidemiologie | Reaktive Thrombozytose häufig; essentielle Thrombozythämie ca. 1–2 pro 100.000 pro Jahr |
| Prognose | reaktive Form meist gut; primäre Thrombozythämie erhöht Risiko für Thrombosen und Blutungen, aber bei Therapie gute Langzeitprognose |
| Verlauf | reaktiv oft vorübergehend; primär chronisch-progredient; Thromboserisiko nimmt mit Thrombozytenzahl zu |
| Pathophysiologie | Überproduktion von Thrombozyten im Knochenmark (primär) oder Reaktion auf Entzündung, Stress, Blutverlust oder Eisenmangel (sekundär) |
| Komplikation | Thrombosen (Beine, Lunge, Herz, Gehirn), Schlaganfall, Herzinfarkt, paradoxe Blutungen bei extrem hohen Werten |
| Behandlung | Thrombozytenhemmung, Zytoreduktion bei hohem Risiko, Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung |
| Primärvorbeugung | keine spezifische Prävention; gesunde Lebensweise, Infektionen behandeln, chronische Entzündungen vermeiden |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßiges Blutbild bei Risikopatienten, Kontrolle bei Eisenmangel, Therapieoptimierung bei myeloproliferativen Erkrankungen |
| Risikofaktoren | Entzündungen, Infekte, Eisenmangel, Krebs, Operationen, Splenektomie, Rauchen, myeloproliferative Erkrankungen |
| Anzeichen | häufig asymptomatisch; Kopfschmerzen, Schwindel, Kribbeln, Sehstörungen, Rötung der Haut, Thrombosen, selten Blutungsneigung |
| Stadien | mild (350.000–600.000/µl), moderat (600.000–1.000.000/µl), schwer (>1.000.000/µl) |
| Diagnostik | Blutbild, Eisenstatus, Entzündungswerte, Knochenmarksbiopsie, molekulare Diagnostik (JAK2, CALR, MPL), Anamnese |