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pfeilWas ist das?

Als Urämie bezeichnet man in der Fachsprache die Verunreinigung bzw. Vergiftung des Blutes mit sonst harnpflichtigen Substanzen, also denjenigen Stoffen, die eigentlich mit dem Urin aus dem Körper gelangen. Das zeitliche Auftreten lässt sich hier nicht gut eingrenzen. Ein akutes Nierenversagen kann theoretisch in jedem Alter auftreten, ein chronisches betrifft zwar an sich eher ältere Menschen, kann aber auch schon in jüngeren Altersgruppen auftreten.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Urämie ist gefährlich!

Man kann zwischen einer akuten und chronischen Urämie unterscheiden:
Die akute ist schnell gefährlich, während die chronische Form nicht sofort gefährlich wird, aber je länger sie besteht, desto mehr Folgen können entstehen.

Eine Urämie ist immer ernst zu nehmen und sollte in jedem Fall behandelt werden.

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pfeilWann zum Arzt?

Wenn man unter einer chronischen Niereninsuffizienz leidet, sollte man regelmäßig zum Arzt gehen, um diese kontrollieren zu lassen.
Im Falle einer Niereninsuffizienz fällt eine Urämie schnell an den Blutwerten auf, die man behandeln kann. 

Kommt es auf einmal zu Unwohlsein, dicken Beinen (Wasseransammlungen) und Bluthochdruck sollte man in jedem Fall ärztliches Personal aufsuchen.

Wenn sonst ein starker Juckreiz, Übelkeit, Veränderungen der geistigen (kognitiven) Fähigkeiten oder Bluthochdruck besteht, sollte man ebenfalls zum Arzt.

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Einteilung & Formen

Bei einer Urämie kann zwischen einer akuten und chronischen Form unterschieden werden.

  • Akute Urämie – Symptome setzen plötzlich ein, führend sind vor allem Ödeme (Wasseransammlungen, vor allem in den Beinen) und Blutdruckanstieg.
  • Chronische Urämie – die Symptome bei einer chronischen Urämie treten eher allmählich und schleichend auf.
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Ursachen Urämie

Eine Urämie tritt eigentlich nur als Folge von zwei Situationen auf.

  • Nierenversagen (Niereninsuffizienz) – Einmal aufgrund eines akuten Nierenversagens oder aufgrund eines chronischen Nierenversagens. Es hat also immer etwas mit den Nieren zu tun, da dies die Organe sind, die sonst diese Substanzen herausfiltern.
    • Es kommt bei beiden Fällen aufgrund der Unfähigkeit (Insuffizienz) der Niere, die „schädlichen“ Substanzen auszuscheiden, zu einer Ansammlung dieser, was letztendlich zu den Symptomen führt. Die harnpflichtigen Substanzen lagern sich teils im Gewebe ab, so auch im Herzen oder am Lungenfell (Pleura) und sorgen dort für lokale Entzündungsreaktionen. 
  • Grunderkrankungen – Die Niereninsuffizienz kann im Rahmen von verschiedenen Krankheiten auftreten.
    Diese können entweder direkt die Nieren betreffen, zum Beispiel bei Zystennieren oder der IgA-Nephritis oder aber sie betreffen andere Organsysteme, wie das Herz-Kreislaufsystem.
    Akute Nierenfunktionseinschränkungen sind meist Folge einer Sepsis (Urosepsis), einer Abflussstörung des Harns (Harnsteine) oder aber eines Flüssigkeitsmangels.
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Symptome Urämie

Die Symptome, die durch eine Urämie ausgelöst werden, sind sehr vielfältig. Je nach betroffenem Organsystem sind folgende möglich:

Symptome am Magen-Darm-Trakt

  • Übelkeit
  • Erbrechen 
  • Brauchwasser (Aszites)
  • Entzündung des Magens oder Darms 
  • Vermehrtes Auftreten von Ulcera (Geschwüren in Magen und Darm

Symptome am Nervensystem

  • Desorientiertheit
  • Amnesie (Vergessen von bestimmten Ereignissen oder ganzen Lebensabschnitten)
  • Somnolenz (Bewusstseinsstörung, eine Stufe „stärker“, als Benommenheit)
  • Restless-Leg-Syndrom
  • Polyneuropathie
  • Hirnödem
  • Unwillkürliche Muskelzuckungen (Myoklonie
  • Schluckauf (in der Medizin teils als „Singultus“ bezeichnet)

Symptome am Auge

  • Schwachsichtigkeit (Amblyopie)
  • Blindheit (Amaurose)

Symptome im Hormonhaushalt

  • Unfruchtbarkeit (Impotenz)
  • Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)
  • Wachstumsstörung bei Kindern
  • sekundärer Hyperparathyreoidismus (Störung im Kalzium- und Vitamin-D-Haushalt, es kommt zu Muskelschwäche und Knochenschmerzen)

Symptome im Blut

  • Blutarmut (Anämie)
  • Thrombozytenfehlfunktion – nicht richtiges Funktionieren der Blutplättchen → erhöhte Blutungsneigung, da dies sonst die Blutbestandteile sind, die für den Verschluss von Wunden enorm wichtig sind.
  • verminderte Immunkompetenz (bis hin zum Immundefekt)

Symptome am Herz-Kreislauf-System

  • Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis
  • Bluthochdruck
  • Kardiomyopathie (Veränderung des Herzmuskels → Verdickung oder „Ausleiern“)
  • Symptome an der Lunge 
    • Veränderte Atmung – sogenannte „Kussmaul-Atmung“ → sehr tiefe Atmung.
    • Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem)
    • Verkalkungen
    • Entzündung des Lungenfells – Pleuritis, durch Ablagerungen an dem Lungenfell → Reibung → Entzündungsreaktion.

Symptome an der Haut

  • Juckreiz! (Pruritus)
  • Pigmentstörungen
  • Verkalkungen
  • Fleckige, grau-gelblich-bräunliche Verfärbung („Café-au-lait Flecken” → können, wenn sie einzeln auftreten, auch bei Gesunden vorkommen, oder aber Hinweise auf andere Erkrankungen geben) 
  • ‚Ausschwitzen‘ der harnpflichtigen Substanze (“Urohidrosis”) → weißliche Ablagerungen, vor allem im Gesicht

Symptome am Knochen

  • Amyloidose – Erkrankung, durch Ablagerungen bestimmter Stoffe.
  • Veränderte Knochenstruktur aufgrund des Nierenversagens.

Weitere Symptome

  • Foetor uraemicus” – Körpergeruch der Betroffenen, vor allem nach Urin (aufgrund der Abatmung und der Schweißsekretion → Ammoniak, der bei dem Abbau von Harnstoff entsteht, einer harnpflichtigen Substanz)

Letztendlich ist wichtig zu wissen, dass eine unbehandelte Urämie immer zum Koma, aufgrund der Ablagerungen und neurologischen Symptome bis letztendlich zum Tod führt.

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Diagnose Urämie

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Kontakt)
    • Wichtigstes – Ist Betroffene ansprechbar? Wenn nicht, Hilfe holen (Vorgehen nach dem ABCDE Schema durch Rettungsdienst
    • Welche Symptome?
    • Seit wann? 
    • Nierenerkrankungen bekannt?
    • Alter?
    • Vorerkrankungen?
  • Körperliche Untersuchung
    • Blutdruck messen
    • Herz und Lunge abhören 
    • Haut inspizieren 
    • Ödeme an den Unterschenkeln?
    • Geruch? (eher bei fortgeschrittener Krankheit) 
  • Blutabnahme (Blutuntersuchung)
    • Überprüfung der Nierenparameter → erhöht aufgrund des Nierenversagens
    • Harnpflichtige Substanzen erhöht (Harnstoff, Harnsäure, Ammoniak)
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Differenzialdiagnose

  • Lymphom
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Post-Zoster-Neuralgie
  • Hepatische Enzephalopathie
  • Drogen- oder Alkoholmissbrauch
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Behandlung Urämie

  • Schnelles Handeln – Oberstes Gebot der Behandlung ist die zeitnahe Durchführung dieser.
  • Dialyse – Die Dialyse ist die Methode der Wahl, um die giftigen Stoffe aus dem Körper zu filtern.
    Hierbei wird das Blut des Körpers über eine Maschine geleitet, in der eine Art Filter ist, an dem die giftigen Substanzen „hängen“ bleiben.
  • Behandlung der Grunderkrankung (siehe unten) – Weiterhin gilt es, die Grunderkrankung zu behandeln.
  • Nierentransplantation – Je nach Alter der Betroffenen ist manchmal eine Nierentransplantation nötig.

Wenn die akute Phase überstanden ist und die Betroffenen nicht mehr dialysepflichtig sind, spielen folgende Punkte eine wichtige Rolle

  • Ernährung – Eiweiß- und salzarme, aber kalorienreiche Diät
  • Trinkmenge kontrollieren – Genaues Monitoring der Trinkmenge → Protokollführung.
  • Wassertabletten (Diuretika) → erhöhen auch die Ausscheidung von Harnstoff.
  • Einstellung eines Bluthochdrucks

Ein Zusammenspiel aus Linderung der Symptome, aber auch Behandlung des Grundleidens, stehen im Fokus.

  • bei Krampfanfällen werden krampflösende Medikamente eingesetzt.
  • bei Blutungen gilt es die Anämie (Blutarmut) zu korrigieren, aber auch den akuten Zustand durch zu Beispiel die Gabe von Blutkonserven.
  • Eine Polyneuropathie kann mit Gabapentin oder Pregabalin behandelt werden.
  • Bei Schmerzen kommen bestimmte Schmerzmittel zum Einsatz.
  • Gegen Juckreiz können Antihistaminika oder andere Therapien, wie bestimmte Lichttherapien helfen.
  • Bei der Entzündung des Herzbeutels gilt es in erster Linie auch den Spiegel der toxischen (in dem Falle harnpflichtigen Substanzen) zu senken → Dialyse, aber auch Cortison oder entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente
  • Bei Übelkeit und Erbrechen kann etwas dagegen gegeben werden  

Letztendlich muss die akut lebensbedrohliche Situation behandelt werden, durch Dialyse und andere Medikamente, je nach Symptomen, bevor man über eine Langzeittherapie nachdenken kann.

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Prognose

Die Prognose bei einer Urämie lässt sich nicht pauschalisieren, da sie von verschiedene, teils sehr individuellen Faktoren abhängt.

Alles in allem ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie aber das, was über die Prognose entscheidet.

Je früher eine Urämie erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Prognose.

Es ist daher wichtig, bei Anzeichen einer Urämie rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen.

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Komplikationen

  • Urämische Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels)
  • Urämische Pleuritis (Entzündung des Lungenfells)
  • Nierenversagen 
  • Kognitive Einschränkungen 
  • Koma
  • Tod
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Dauer

Die Dauer der Urämie richtet sich nach der Ursache.

Es gilt aber, dass eine unbehandelte Urämie nach gewisser Zeit durch Auftreten von Komplikationen zum Tod führt, da die Stoffe zu giftig für den Körper sind.
Eine Behandlung ist daher zwingend notwendig.

Mit der Behandlung können aber viele gut therapiert werden, sodass eine Urämie auch wieder verschwinden kann.

Zudem muss beim Vorliegen einer Grunderkrankung diese natürlich therapiert werden. 

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Vorbeugung

Um einer Urämie vorzubeugen, muss man einer Niereninsuffizienz vorbeugen.

Nicht jede Form kann man allerdings „verhindern“.

Alles in allem hilft aber ein gesunder Lebensstil auch Erkrankungen der Niere und somit ein mögliches Nierenversagen zu verhindern.

Gesunde Ernährung, ausreichende Bewegung und Sport sowie Blutdruck- und Blutzuckerkontrollen können das Risiko minimieren. Das Vermeiden exzessiver Nutzung nierenschädigender Medikamente (zum Beispiel bestimmte Schmerzmittel oder Antibiotika) kann auch helfen.

aktualisiert: 31.03.2025
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