Herzbeutelentzündung (Perikarditis), wenn sich die Gewebehülle, die das Herz umgibt, entzündet. Eine rechtzeitige Behandlung wird notwendig.

Eine Herzbeutelentzündung (lat. Perikarditis) ist eine Entzündung der äußeren Haut des Herzens. Durch die anatomische Nähe des Herzens führt sie häufig auch zur Entzündung der Herzmuskelzellen (lat. Myokarditis), sodass man meistens von einer Perimyokarditis spricht. Eine Herzbeutelentzündung kann verschiedene Auslöser haben und wird in verschiedene Formen eingeteilt. Die Therapie erfolgt meist symptomatisch.

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!
Atemnot und Herzrasen.
Eine Herzbeutelentzündung (Perikarditis) kann sehr gefährlich werden.
Es handelt sich dabei um eine lebensbedrohliche Erkrankung und kann unbehandelt tödlich verlaufen.
Die Sterblichkeitsrate liegt bei etwa 50% und macht es somit zu einer sehr ernstzunehmenden Erkrankung.
Obwohl sie laut Definition die äußere Schicht des Herzens betrifft, kann sie sich ausbreiten und den Herzmuskel oder – im schlimmsten Fall auch – das komplette Herz befallen.
Sollte es zu einem Erguss in den Herzbeutel kommen, einer sogenannten Herzbeuteltamponade, muss dieser entlastet werden, denn bei zunehmender Größe kann der Erguss das Herz so sehr komprimieren, dass es sich nicht mehr richtig mit Blut füllen kann.
Dadurch sinkt die Pumpmenge und es kann bis hin zum Kreislaufversagen kommen.
Wenn Du Schmerzen im Brustbein bemerkst, solltest Du Deinen Hausarzt zur Abklärung aufsuchen.
Kommt es zu Atemnot und Herzrasen, muss sofort ein Notarzt verständigt werden.
Im Falle einer Herzbeutelentzündung sollte man zu einem Internisten, einem Facharzt für Innere Medizin, oder am besten zu einem Kardiologen, einem Facharzt für Herzerkrankungen.
Der Herzbeutel (Perikard) schützt das Herz, sorgt dafür, dass das Herz an seinem Platz bleibt. Der Herzbeutel besteht aus festem Bindegewebe. Zwischen Herz und Herzbeutel befindet sich Flüssigkeit.
Bei einer Herzbeutelentzündung wird unterschieden in:
Die Ursachen einer Herzbeutelentzündung kann man in infektiöse und nicht-infektiöse Ursachen unterteilen. Infektiöse Ursachen sind folgende:
Nicht- infektiöse Ursachen sind folgende:
Die Risikofaktoren lassen sich eigentlich an den Ursachen ableiten.
Hierzu zählt ein geschwächtes Immunsystem, chronische Grunderkrankungen (Rheuma und Niereninsuffizienz) und ein Krebsleiden.
Die Symptome einer Herzbeutelentzündung entstehen meist durch eine gestörte Pumpfunktion des Herzens.
Die Ventrikel können sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen.
Das Blut staut sich und führt zu einem erhöhtem Venendruck.
Dies kann man an gestauten Halsvenen erkennen.
Auch die Lebervenen können sich füllen und einen Spannungsschmerz hervorrufen.
Ferner kann es zu Wassereinlagerungen (Ödemen) im Körper kommen.
Neben der Stauung des Blutes wird zu wenig Blut in den Kreislauf gepumpt.
Die körperliche Leistungsfähigkeit nimmt ab - man fühlt sich müde und abgeschlagen. Das Herz versucht dem entgegenzusteuern und pumpt schneller, um mehr Blut in den Kreislauf zu bringen. Betroffene Patienten können dies als Herzrasen wahrnehmen.
Darüber hinaus kann es durch die Entzündung zu einer Wasseransammlung zwischen den Schichten des Herzbeutels kommen.
Dies wird in der Medizin als Perikarderguss bezeichnet.
Der Erguss kann mit Schmerzen im Brustbereich, Husten, Heiserkeit oder Schluckstörungen einhergehen.
Zur Entlastung des Herzens sollte ein großer Erguss punktiert werden.
Die Diagnose einer Herzbeutelentzündung kann durch verschiedene diagnostische Mittel erfolgen:
Bei einer reinen Herzbeutelentzündung (lat. Perikarditis) kann man meist erhöhte Entzündungsparameter, wie ein erhöhtes CRP erkennen.
Die Herzenzyme sind in der Regel unauffällig.
Falls die Entzündung sich aber auf das Herz ausgedehnt hat und die Muskelzellen ebenfalls betroffen sind, spricht man von einer Perimyokarditis.
In diesem Fall sind die Herzenzyme (CK, CK-MB, Troponin-T) erhöht.
Da sich eine Herzbeutelentzündung (lat. Perikarditis) durch Schmerzen im Brustbereich äußert, müssen alle Erkrankungen, die zu dieser Schmerzsymptomatik führen, ausgeschlossen werden. In der Akutsituation sollten insbesondere die lebensbedrohlichen Krankheitsbilder abgeklärt werden.
Zu diesen gehören:
Neben den akuten Krankheitsbilder sollten natürlich auch die anderen Differentialdiagnosen berücksichtigt werden. Diese wären:
Die Behandlung der Herzbeutelentzündung richtet sich nach dessen Ursache.
Die Therapie einer Herzbeutelentzündung (lat. Perikarditis) erfolgt meist symptomatisch.
Das heißt man therapiert nur die Symptome, an denen der Patient leidet.
Falls der Patient beispielsweise an Schmerzen leidet, kann man Schmerzmittel verabreichen.
Ferner sollte der Patient sich körperlich schonen und unbedingt auf Sport verzichtet, da dies zu einer Überlastung des Herzens führt und ernsthafte Folgen mit sich führen kann.
Falls die Herzbeutelentzündung durch Bakterien bedingt ist, kann man Antibiotika verschreiben.
Bei einer Infektion durch Pilze können sogenannte Antimykotika verabreicht werden.
Da eine Herzbeutelentzündung sich auch häufig auf die Herzmuskelzellen auswirken kann, kann dies zur Schädigung des Herzens führen.
Dies kann zu einer Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörungen führen, die natürlich therapiert werden müssen.
Hierfür gibt es spezielle Leitlinien, an denen sich der behandelnde Arzt orientiert.
Bei einer Herzbeutelentzündung werden je nach Ursache verschiedene Medikamente verarbreicht.
Eine Herzbeutelentzündung führt häufig auch zu einer Entzündung der Herzmuskelzellen und sollte aus diesem Grund nicht unterschätzt werden.
Hausmittel sollten nie zur alleinigen Therapie angewandt werden, sondern nur unterstützend.
Grundsätzlich kann man alle Hausmittel verwenden, die man bei einem grippalen Infekt benutzt. Beispielsweise kann man Kamillen- oder Salbeitee trinken.
Beide Kräuter haben eine entzündungshemmende Wirkung.
Um eine Dehydrierung zu verhindern, sollte man auf eine ausreichende Trinkmenge achten.
Hierfür hilft auch der Verzehr von Gemüsebrühe, da es wichtige Elektrolyte besitzt.
Falls man an einer verstopften Nase leidet, kann man sich eine Nasenspülung besorgen.
Eine Herzbeutelentzündung alleine ist eigentlich nicht tödlich.
Allerdings sollten die Folgekomplikationen nicht unterschätzt werden. Die Entzündung kann zu einer Flüssigkeitsansammlung zwischen den verschiedenen Häuten des Herzbeutels (Perikarderguss) führen.
Dies birgt die Gefahr einer sogenannten Perikardtamponade. Durch den Druck der Flüssigkeit von außen kann das Herz nicht mehr richtig pumpen.
Es gelangt zu wenig Blut in den Kreislauf und im schlimmsten Fall kann es zu einem Kreislaufversagen kommen.
Darüber hinaus kann eine Herzbeutelentzündung zu einer Entzündung der Herzmuskeln (lat. Myokarditis) führen.
Eine Myokarditis wiederum kann zur Schädigung des Herzens führen und im Extremfall einen plötzlichen Herztod herbeiführen.
Eine Komplikation der Herzbeutelentzündung ist die Herzbeuteltamponade.
Dabei sammel sich Blut und Eiter im Herzbeutel an. Die Herzkammern können sich nicht mehr vollständig ausdehnen und pumpen zu wenig Blut in den Kreislauf, wodurch es zu Unterversorgung der Organe mit Blut kommt.
In der Regel dauert eine Heilung etwa sechs Wochen.
Allerdings kann sich der Verlauf ziehen, wenn die Entzündung sich auf die Herzmuskeln (lat. Perimyokarditis) ausgebreitet hat.
Auch bei vorliegenden Risikofaktoren, wie einer rheumatologischen Erkrankung kann sich die Heilung verzögern.
Um den Heilungsverlauf nicht negativ zu beeinflussen, sollten alle Empfehlungen des Arztes eingehalten werden.
Insbesondere die körperliche Schonung, da man Folgekomplikationen einer Perimyokarditis, wie eine Herzrhythmusstörung oder Herzinsuffizienz (Herzschwäche) vermeiden möchte.
Man kann versuchen, eine Herzbeutelentzündung vorzubeugen, indem man sein Immunsystem stärkt.
Hierzu gehört eine ausgewogene Ernährung, Bewegung im Freien und ein Verzicht von Nikotin.
Auch der Alkoholkonsum sollte gemäßigt werden.
Darüber hinaus kann man Stress durch verschiedene Entspannungstechniken reduzieren.
Das alles zusammen ist protektiv für das Herz.
Wie bereits zuvor beschrieben ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Herzbeutelentzündung auf die Herzmuskelzellen übergeht, hoch.
Dieses Krankheitsbild bezeichnet man als Perimyokarditis.
Die Perimyokarditis kann in extremen Fällen lebensgefährlich sein.
Aus diesem Grund ist bei einer Herzbeutelentzündung eine körperliche Schonung essentiell.
Das Herz darf nicht weiter belastet werden.
Nach einer Perimyokarditis empfiehlt man sogar einen Sportverzicht von sechs Monaten.
Die genau Inzidenz ist leider unbekannt, da eine Herzbeutelentzündung häufig nicht diagnostiziert wird.
Man nimmt an, dass 1-5% aller viralen Infektionen zu einer Entzündung des Herzens führen.
Betroffen sind Menschen aus jeder Altersklasse.
Allerdings haben Patienten, die an rheumatischen Erkrankungen leiden, ein erhöhtes Risiko an einer Herzbeutelentzündung zu erkranken.
Hierbei kommt es zur Zerstörung von körpereigenen Zellen, welche eine Entzündungsreaktion im Körper auslösen.