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pfeilWas ist das?

Beim akuten Nierenversagen kommt es innerhalb einer kurzen Zeit (meist einige Stunden bis Tage) zu einer raschen Abnahme der Nierenfunktion. Kommt es zu einem Nierenversagen, sammeln sich Substanzen im Blut an und lösen Vergiftungserscheinungen aus. Es gibt viele Ursachen für ein Nierenversagen, wie einen ausgeprägten Flüssigkeitsmangel oder starke Durchfallerkrankungen.

Zusammenfassung Akutes Nierenversagen

  • Es wird zwischen prärenales, renales und postrenales Nierenversagen unterschieden.
  • Verschiedene Ursachen führen zu einem Nierenversagen.
  • Betroffene müssen umgehend ins Krankenhaus.
  • Es kommt zu extrem geringer Urinausscheidung trotz normaler Trinkmenge.
  • Die Behandlung und Prognose ist abhängig von der Ursache des Nierenversagens.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 2-3 / 1000
Alters FaktenAlterjung/alt
Geschlecht FaktenGeschlechtk. A.
pfeilIst das gefährlich?
potentiell Lebensgefährliche Erkrankung

Ein akutes Nierenversagen ist sehr gefährlich. Innerhalb kurzer Zeit verliert die Niere Ihre für den Körper lebenswichtige Entgiftungsfunktion. Bei ausbleibender Behandlung besteht Lebensgefahr.

pfeilWann zum Arzt?

Mit Beschwerden, wie fehlender Harnmenge sollte nicht gezögert werden und bei anhaltenden Beschwerden zügig ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

Fachärzt*innen der Urologie oder der Nephrologie können bei Beschwerden gut und schnell Hilfe leisten.

Liegt bei Dir ein dringender Verdacht auf Nierenversagen vor (siehe Symptome) musst Du umgehend ins Krankenhaus.

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Anatomie

Die Nieren kann man auch als Klärwerke des Körpers betrachten. Durch die Produktion von Urin werden Abfallstoffe abtransportiert.
Die 5 Aufgaben der Nieren:

  1. Ausscheidung von Giften
  2. Regulierung des Wasserhaushaltes
  3. Hormonproduktion
  4. Regelung des Blutdrucks
  5. Regelung der Bildung roter Blutkörperchen
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Einteilung & Formen

Unterteilung des akuten Nierenversagens

Die Ursachen des akuten Nierenversagens können in drei Punkte unterteilt werden.

  1. Prärenales Nierenversagen – Beim Prärenalen Nierenversagen liegt die Ursache vor der Niere und ist in etwa 60 % der Fälle für eine Nierenschädigung verantwortlich.
    Dabei wird die Niere nicht genug durchblutet.
    Das kann einerseits daran liegen, dass die Nierengefäße durch bestimmte Medikamente oder Erkrankungen zu eng sind oder im Körper zu wenig Flüssigkeit ist.
    Die wenige Flüssigkeit kann durch zu wenig Trinken, erhöhten Blutverlust durch Unfälle, Durchfall oder eine Operation bedingt sein.
    Das führt dazu, dass sich die Gefäße verengen, um die noch enthaltene Flüssigkeit im Körper zu behalten.
    Die Niere kann unter diesen Umständen aber nicht genug Blut filtern und es sammeln sich die giftigen Substanzen im Blut an. Für diese Ursache der Nierenschädigung sind besonders ältere Menschen, Personen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung oder Herzinsuffizienz.
     
  2. Intrarenale Ursache – Bei der intrarenalen Ursache liegt die Schädigung direkt in der Niere und kommt in etwa 35 % der Fälle vor.
    Die funktionellen Bestandteile der Nieren wie die Nierenkörperchen und Tubuli werden durch Entzündungen (viral oder bakteriell) oder Sauerstoffmangel geschädigt.
    Der Sauerstoffmangel kann durch Thromben entstehen.
    Eine Schädigung der Niere durch toxische Substanzen wie Kontrastmittel, bestimmte Medikamente wie Antibiotika und Zytostatika kann auch eine Ursache sein.
    Es können auch körpereigene Substanzen die Niere schädigen.
    Beim Untergang der Muskelzellen werden Substanzen wie Myoglobin, Hämoglobin und Eiweiße frei, die einerseits die Nierengefäße verengen, aber auch die Niere selbst schädigen.
     
  3. Postrentale Ursache – In etwa 5 % liegt die Ursache hinter der Niere (postrenal) und bezieht sich meistens auf Verengungen des Harnleiters und damit den verhinderten Abfluss des Urins.
    Der Harnleiter kann durch Steine (Harnleiterstein), eine Prostatavergrößerung beim Mann, Tumore, angeborene Fehlbildungen oder gynäkologische Erkrankungen verengt sein.
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Ursachen Akutes Nierenversagen

1. Prärenales Nierenversagen (60%)
Aufgrund einer verminderten Nierendurchblutung

2. Renales Nierenversagen (35%)
Durch direkte Schädigung von Nierengewebe

  • Durch Entzündungen (Nierenentzündung (Glomerulonephritis), Gefäßentzündung (Vaskulitis), Blutgerinnsel (Thromboembolie) )
  • Niereninfektionen durch Bakterien (Nierenbeckenentzündung)
  • Infektion durch Viren (interstitielle Nephritis)
  • Giftige Substanzen, Medikamente

3. Postrenales Nierenversagen (5%)
Durch Behinderung des Harnabflusses

  • Durch Nierensteine, Tumore, angeborene Fehlbildung, Prostatavergrößerung

Das Risiko ein Nierenversagen zu erleiden, sind im Allgemeinen ein höheres Alter und Vorerkrankungen wie Diabetes Mellitus, Bluthochdruck, Erkrankungen der Niere, Lunge, des Herzens und der Leber sowie Blutarmut erhöht.

Weitere Risikofaktoren sind Schmerzmittelmissbrauch, oder die Nachwirkungen eines Schocks, einer schweren Verletzung einer Sepsis oder des Multiorganversagens.

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Symptome Akutes Nierenversagen

  • Ohne Anzeichen – Im Anfangsstadium asymptomatisch (ohne Anzeichen)
  • Erste Anzeichen eines akuten Nierenversagens
    • Wasserretention (Ödeme/ mehr Wasser aufnehmen als abgeben)
    • Erhöhter Blutdruck
  • Später einsetzende Symptome
  • Oligurie (Urinproduktion <500ml/24h)
  • Anurie (Ausfall der Urinproduktion)
  • Flankenschmerzen (renales und postrenales Nierenversagen)

Symptome oft schwer zu deuten

Die Anzeichen eines akuten Nierenversagens sind oft unspezifisch oder es kommen keine Symptome vor.
Das macht es besonders schwierig, die Erkrankung zeitnah zu erkennen.

Die Symptome sind sehr variabel und bei jeder betroffenen Person unterschiedlich.
Es können Schmerzen im Bereich der Nieren (Flankenschmerzen) oder Fieber bei Entzündungen vorkommen.

Das wichtigste und häufigste Symptom ist allerdings das Verminderte oder fehlende Wasserlassen, auch Oligurie oder Anurie genannt.

Stadien-abhängige Symptome bei einem Nierenversagen

Die Ausprägung des akuten Nierenversagens ist auch von eventuellen Grunderkrankungen abhängig.
Die Erkrankung lässt sich in drei Phasen gliedern.

Erste Phase
In der ersten Phase, der Initialphase, treten häufig noch keine Symptome auf, aber die Nierenschädigung hat schon seit einigen Stunden oder Tagen begonnen.

Zweite Phase
In der zweiten Phase (Oligo,-Anurie-Phase) kommt es zu Symptomen des fehlenden Wasserlassens.
Die Betroffenen scheiden keine oder sehr wenig Flüssigkeit aus, weil die Nieren das Blut nicht mehr filtern können.
Dadurch kommt es zur Überwässerung des Körpers, welches sich durch Wassereinlagerungen (Ödembildung)zeigt.
Das Wasser sammelt sich am häufigsten in den Beinen an, kann aber auch in die Lunge gelangen und dort ein Lungenödem hervorrufen.
Die Steigerung des Blutdrucks und Ansammlungen von Stoffen im Blut wie Kalium oder Kreatinin, die sonst über die Niere ausgeschieden werden, sind auch Anzeichen einer Nierenschädigung.
Der Anstieg des Kaliums ist besonders engmaschig zu überwachen, weil daraus Probleme des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzrhythmusstörungen oder Schwindel entstehen können.

Weiterer Verlauf
Im späteren Verlauf kann es auch zu Symptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Erbrechen kommen.

Letzte Phase
Die letzte Phase  (Diuretische Phase) bezeichnet den Zeitraum, in dem sich die Nieren erholen und wieder Urin produzieren.
Sie produzieren allerdings so viel Urin, dass auch wichtige Elektrolyte und viel Wasser verloren gehen. Es muss also gut darauf geachtet werden, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Es dauert einige Wochen, bis die Funktion der Nieren wiederhergestellt ist.

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Diagnose Akutes Nierenversagen

  • Anamnese (Arzt-Patient-Gespräch)
  • Blutuntersuchung
    • Kreatininwertbestimmung (Kreatinin steigt bei Nierenversagen)
    • GFR-Wert (Flitrationsleistung der Niere) wird bestimmt
  • Urinuntersuchung
    • Bei Nierenschädigung Eiweiß und Blut im Urin
  • Ultraschall (Sonographie)
    • Abflussbehinderung Urin
    • Nieren verkleinert
    • Gefäße der Nieren beurteilen
  • Nierenbiopsie (Gewebsprobe der Niere), wenn Ursache nach allen Untersuchungen unklar

Ablauf der Diagnostik

Anamnese
Die Diagnosestellung beginnt normalerweise mit der Anamnese, wo der behandelnde Arzt Fragen zu den bestehenden Beschwerden stellt.
Wichtige Punkte sind dabei die ausgeschiedene Harnmenge, Blutdruck, Medikamenteneinnahme und schon vorhandene Erkrankungen.

Körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung wird besonders auf Wassereinlagerungen und Zeichen der Dehydratation geachtet.

Blutuntersuchung
Blutuntersuchungen zeigen oft einen erhöhten Kreatinin und Harnstoff Spiegel.
Die Kreatinin-Clearance ist ein Maß dafür, wie gut die Niere funktioniert und ist bei einer Nierenschädigung vermindert.
Es können auch noch weitere Parameter im Blut verändert sein. Weitere Diagnosekriterien sind Untersuchungen des Urins.
Neben der verminderten Urinmenge, kann man im Urin Eiweiß, Blutbestandteile und Salzkristalle finden.

Ultraschall
Anhand von einer Ultraschalluntersuchung können die Nieren und ableitenden Harnwege beurteilt werden.
Dabei achtet man auf eine mögliche Harnstauung in den Nieren und die Größe.

Bei Unklarheiten
Bei Unklarheiten oder weiterem Untersuchungsbedarf kann auch eine Röntgenuntersuchung oder eine Gewebeentnahme erfolgen.

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Differenzialdiagnose

  • Chronisches Nierenversagen – Von einer akuten Niereninsuffizienz ist die chronische zu unterscheiden.
    Bei einer dauerhaften Schädigung der Niere kommen die gleichen Symptome vor wie bei der akuten, nur viel stärker und länger.
    Es unterscheidet sich auch dadurch, dass die Symptome nicht umkehrbar sind, dauerhaft bleiben und in einer Niereninsuffizienz enden können.
  • Flüssigkeitsmangel – Bei Personen, die kein oder sehr wenig Wasserlassen können, muss auch genau hingesehen werden, ob es sich um ein Nierenversagen handelt, oder ob beispielsweise nur zu wenig getrunken wurde, was bei älteren Personen öfter vorkommt.
  • Pseudo-Nierenversagen – Es gibt auch noch das Pseudo-Nierenversagen, wobei eine Schädigung in den ableitenden Harnwegen, also der Harnröhre oder dem Harnleiter besteht.
    Stoffe, wie Kreatinin, die von der Niere regelrecht gefiltert werden, gelangen allerdings nicht aus dem Körper, sondern werden wieder zurück ins Blut fehlgeleitet.
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Behandlung Akutes Nierenversagen

Die Behandlung eines akuten Nierenversagens ist immer abhängig von der Ursache.

  • Katheter – bei Abflussbehinderungen
  • Flüssigkeitszufuhr – durch Infusionen
  • Immunsuppressive Therapie – Bei Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis)
  • Nierenersatztherapie (Hämodialyse) – bei stark eingeschränkter Nierenfunktion
    • Beenden der Dialysetherapie bei erfolgreicher Behandlung

Ursachenabhängige Behandlung des Nierenversagens

Die Behandlung des akuten Nierenversagens richtet sich nach den Ursachen der Nierenschädigung.

Flüssigkeitszufuhr
Allgemein wird jeder betroffenen Person Flüssigkeit in Form von Infusionen gegeben, damit wieder genug Volumen im Körper ist und bei ausbleibendem Harn wieder Urin produziert wird.
Durch die Flüssigkeit werden dem Körper auch verlorene Elektrolyte wieder zugeführt.
Wenn die Ursache prärenal, also vor der Niere liegt, ist in der Regel eine Flüssigkeit und Elektrolytgabe ausreichend.

Ggf.Medikamente absetzen
Das Absetzen von Medikamenten, die der Niere schaden, ist auch notwendig.
Das betrifft bestimmte Blutdruckmedikamente, ein Diabetes-Medikament (Metformin) und Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin.

Medikamente
Es können auch Medikamente, sogenannte Diuretika verabreicht werden.
Diese fördern einerseits die Arbeit und Filtration der kleinen Nierenkörperchen (Glomeruli) in der Niere, und somit die Harnausscheidung.

Probleme an der Niere selbst
Wenn die Ursache in der Niere selbst liegt und sich beispielsweise eine Entzündung der Nierenkörperchen zeigt, wird eine immunsuppressive Therapie angeordnet, damit die Entzündung rasch abklingt.
Wenn es in der Niere Probleme mit der Durchblutung gibt (Ischämien), werden Maßnahmen ergriffen, damit diese wieder hergestellt wird.

Probleme „hinter“ der Niere
Bei Ursachen nach der Niere (postrenal), also bei Abflusshindernissen wie beispielsweise Steinen im Harnleiter, werden diese entfernt. Entweder gehen sie mit genug Flüssigkeitsgabe spontan ab, oder mithilfe bestimmter Medikamente.
Wenn dies nicht gelingt, muss von innen eine Harnleiterschiene gelegt werden, oder von außen der Stein kleiner gemacht werden, damit er abgeht.

Dialyse
Es gibt Fälle, wo die oben genannten Maßnahmen nicht oder nicht genug wirken, sodass sich die Nieren nicht genügend erholen.
Da kann ein künstliches Nierenersatzverfahren, die Dialyse, zum Einsatz kommen.
Vom Patienten wird Blut entnommen, in einer Dialysemaschine gefiltert, gereinigt und wieder in den Patienten zurückgegeben.
Die Maschine filtert giftige Substanzen aus dem Blut und übernimmt damit die eigentliche Aufgabe der Niere.
Der Patient verliert auch keine Flüssigkeit, da ihm das ganze Blut wieder zurückgegeben wird.
Dies sollte nur eine Übergangslösung sein, bis die Nieren wieder selbstständig arbeiten können, kann aber bei fehlender Erholung der Nieren auch dauerhaft verwendet werden.

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Prognose

  • Ernst zunehmende und schwere Erkrankung
    • 1960: Sterblichkeit bei nahezu 100 %
    • heute: Sterblichkeit bei 40–70 %

Die Prognose bei einem Nierenversagen oft individuell

Ob und wie sich die Nieren nach einem akuten Nierenversagen erholen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Das ist oft davon abhängig, ob und welche Vorerkrankungen vorliegen.

Da das akute Nierenversagen auf dem Boden einer schweren Grunderkrankung auftritt, werden viele Menschen auf der Intensivstation versorgt.

Dort versterben etwa 60 % der Menschen an einem akuten Nierenversagen oder den systemischen Komplikationen, die daraus folgen.

Es ist aber auch möglich, dass sich die Nieren nach einer Schädigung nach etwa 1–3 Wochen wieder vollständig erholen, wenn keine schwere Grunderkrankung vorliegt.

Nichtsdestotrotz besteht die Gefahr der Chronifizierung, also dass sich die Nieren nicht wieder erholen.

Etwa 10 % der Menschen sind nach einem akuten Nierenversagen dialysepflichtig.

Auch haben Betroffene nach einem akuten Nierenversagen ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- Erkrankungen.

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Vorbeugung

  • Schmerzmittel vermeiden – Keine langfristige oder hochdosierte Einnahme von Schmerzmitteln
    • Absprache mit Arzt!
  • Ausreichend trinken!
  • Nierenkontrolle – Regelmäßige Nierenkontrolle durch Hausarzt

Vorbeugung eines Nierenversagens nicht direkt möglich

Es ist nicht direkt möglich, ein akutes Nierenversagen vorzubeugen, es gibt aber manche Punkte, auf die man in Bezug auf die Nierengesundheit achten kann.

Flüssigkeitszufuhr
Für die Nieren ist es besonders wichtig, dass genug Volumen, also Flüssigkeit im Körper ist, damit sie das Blut problemlos filtern können.
Deswegen kann man einem Nierenversagen vorbeugen, indem man genug trinkt.
Etwa 2–3 L Wasser oder ungesüßte Getränke sind dafür eine gute Menge.
Das fördert eine gute Durchblutung der Niere. Die ausreichende Trinkmenge beugt ebenso der Entstehung von Harnleitersteinen vor, die auch zu einem Nierenschaden führen können.

Bewegung
Körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersport, weitet die Gefäße und trägt somit zu einer besseren Durchblutung bei.

Ernährung
Gesunde Ernährung verhindert, dass sich in den Gefäßen Ablagerungen bilden und sorgt für einen gleichmäßigen Blutfluss.

Alkoholverzicht
Der Verzicht auf Drogen, Alkohol und vor allem nierenschädigende Medikamente wie Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) beugt ebenfalls ein akutes Nierenversagen vor.
Es empfiehlt sich in dem Zusammenhang die Einnahme von Schmerzmitteln ärztlich abklären zu lassen, besonders wenn man schon vorerkrankt ist und auch die Nierenwerte durch eine Blutentnahme regelmäßig zu kontrollieren.

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Stadien

Die Stadien bei einem akuten Nierenversagen werden nach der KDIGO-Klassifikation eingeteilt.
Dabei handelt es sich um eine internationale Organisation, welche die Einteilung von Nierenerkrankungen einheitlich macht, sodass die Behandlung besser erfolgen kann.

Es gibt drei Stadien, welche die ausgeschiedene Urinmenge und den Kreatininspiegel im Blut berücksichtigen.
Kreatinin ist eine sogenannte harnpflichtige Substanz, die normalerweise durch die Nieren gefiltert und ausgeschieden wird.
Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, steigt das Kreatinin also im Blut an.

  • Stadium I – Im Stadium 1 steigt der Kreatininspiegel innerhalb von 48h um 0,3 mg/dl und die Urinausscheidung ist innerhalb von 6-12 h unter 0,5 ml pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde.
  • Stadium II – In Stadium 2 steigt der Kreatininspiegel innerhalb von 7 Tagen um das 2-2,9 fache an und die Urinausscheidung ist für über 12 h unter 0,5.
  • Stadium III – Im dritten und letzten Stadium steigt der Kreatininspiegel auf das 3-fache, oder es muss eine Nierenersatztherapie (Dialyse) begonnen werden und die Urinausscheidungsmenge sinkt noch weiter ab oder bleibt gänzlich aus.

Das sind die Stadien, mithilfe man die Nierenschädigung einordnen kann, um diese zu diagnostizieren.

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Zahlen & Statistiken

  • 1960 lag die Sterblichkeit bei akutem Nierenversagen bei 100 %
  • Heutzutage liegt die Sterblichkeit bei ca. 40 - 70 %
  • Ca. 2–3 pro 1000 Menschen erleiden jährlich ein akutes Nierenversagen
  • Vor allem Kleinkinder und ältere Menschen sind betroffen
aktualisiert: 18.08.2025
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