Brustfellentzündung (Pleuritis / Rippenfellentzündung), wenn es zu einer Entzündung des Rippenfells (Pleura parietalis) und des Lungenfells (Pleura viszeralis) kommt

Erfahrungs Berichte
Eine Brustfellentzündung oder auch Rippenfellentzündung wird in der Fachsprache auch Pleuritis genannt. Hierbei ist, wie der Name schon sagt, das Brustfell/Rippenfell (Pleura) entzündet. Das ist die „Haut“ zwischen Lunge und Brustkorb, die diesen von innen auskleidet.
Je nach Ursache kann eine Rippenfellentzündung gefährlich werden.
Besonders das Pleuraempyem als Komplikation kann lebensbedrohlich werden (siehe Komplikationen).
Abhängig von der auslösenden Erkrankung bzw. Grunderkrankung heilt die Brustfellentzündung im Normalfall jedoch wieder gut aus.
Eine Brustfellentzündung/ Rippenfellentzündung ist oft sehr schmerzhaft, sodass sich Betroffene ohnehin recht schnell ärztlich vorstellen.
Besonders aber eine „trockene Pleuritis“ (siehe Einteilung) kann aufgrund der sich nicht berührenden Pleurablätter eher klinisch stumm verlaufen.
Die typischen starken atemabhängigen Schmerzen können in diesem Fall fehlen.
Wenn also Abgeschlagenheit, Fieber und Luftnot bestehen, sollte man dies immer unabhhängig der Ursache ärztlich abklären lassen.
Die Betroffenen wirken sehr krank.
Da differentialdiagnostisch auch akute Notfälle wie z. B. ein Herzinfarkt oder Pneumothorax infrage kommen, sollten man lieber einmal öfter zum Arzt gehen.
Eine Brustfellentzündung/Rippenfellentzündung betrifft, wie der Name schon sagt, das Rippenfell.
Dabei handelt es sich um die „Haut“, die den Brustkorb auskleidet.
Man unterscheidet bei der Pleura 2 Schichten:
Das innere Blatt umhüllt die beiden Lungenflügel und liegt wie eine Haut außen auf, während das äußere Blatt den Brustkorb von innen auskleidet.
Es gibt im Brustkorb verschiedene „Reserveräume“, in der Fachsprache als Recessus bezeichnet, die während der Atmung Platz für die sich entfaltende Lunge halten.
Bei einer Entzündung kann es zu Flüssigkeitsansammlungen kommen, die sich dann in diesen Reserveräumen finden lassen und somit die Ausdehnung der Lunge beschränkt sein kann.
Aufgrund der Schwerkraft sind meist die beiden Reserveräume auf der linken und rechten Seite unten am Brustkorb betroffen, die sogenannten Recessus costodiaphragmaticus links und rechts.
Man kann die Brustfellentzündung nach 2 Kriterien einteilen.
Einmal nach dem Verlauf und dann nach Ursache (Genese)
Einteilung nach Verlauf:
Einteilung nach Ursache:
Es gibt aber auch auslösende Erkrankungen, bei denen die Lunge an sich nicht betroffen ist.
Hierzu zählen:

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Da sich die Entzündung im Inneren des Brustkorbes abspielt, sieht man von außen nichts.
Da Atmen aber sehr schmerzhaft ist, kann man eine verkürzte Atmung beobachten, die eher flach ausfällt.
Der Brustkorb hebt sich schneller als sonst und die Betroffenen wirken angestrengt.
Hier geht es eher differentialdiagnostisch um den Schmerz, da dieser ein Warnsignal sein kann.
Die verschiedenen Grunderkrankungen, durch die eine Pleuritis ausgelöst werden kann, befinden sich bei Ursachen.
Die Behandlung einer Brustfellentzündung richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung.
Über die Prognose lässt sich pauschal keine Aussage machen.
Sie hängt von der Grunderkrankung, dem Verlauf und möglichen Komplikationen ab.
Oftmals heilt die Pleuritis wieder aus.
Je nach Gesundheitszustand kann sie aber durchaus gefährlich werden. Vor allem die Entwicklung von Eiter im Pleuraspalt ist eine ernstzunehmende Gefahr, die therapiert werden muss. (Siehe Komplikationen)
Der Verlauf einer Brustfellentzündung richtet sich nach der Ursache.
Je nachdem, welche Erkrankung zugrunde liegt, ist die Entzündung ein einmaliges Ereignis, z. B. im Rahmen einer Lungenentzündung oder nach einem Unfall oder sie kann immer wieder auftreten.
Dann meist im Rahmen einer rheumatologischen Grunderkrankung.
Im Rahmen einer Entzündung des Brustfells kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.
Hierzu zählen:
In der Regel dauert es wenige Tage, bis die Symptome einer Brustfellentzündung nachlassen.
Eine Brustfellentzündung an sich ist nicht ansteckend, wenn aber ein Virus der Erkrankung zugrunde liegt, dann ist das Virus natürlich schon ansteckend.
Betroffene können das Virus weitergeben und je nach Immunsystem des Angesteckten bricht dieser dort aus und äußert sich z. B. auch mit einer Pleuritis, anders oder gar nicht.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Pleura (Rippenfell und Lungenfell), Lunge, Brustkorb |
| Differentialdiagnose | Lungenentzündung, Pneumothorax, Rippenfellentzündung durch Tumore, Herzbeutelentzündung, Lungenembolie, Interkostalneuralgie |
| Medikamente | Schmerzmittel (NSAR), Antibiotika (bei bakterieller Ursache), Kortikosteroide, Behandlung der Grunderkrankung |
| Epidemiologie | häufig als Begleiterscheinung von Lungenentzündungen; Auftreten in allen Altersgruppen |
| Prognose | bei frühzeitiger Behandlung gut; abhängig von der Ursache; Komplikationen bei Pleuraerguss möglich |
| Verlauf | akut oder chronisch; kann mit oder ohne Pleuraerguss auftreten; Schmerzen meist atemabhängig |
| Pathophysiologie | Entzündung der Pleura führt zu Reibung der Pleurablätter oder vermehrter Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt |
| Komplikation | Pleuraerguss, Pleuraempyem, Atemnot, Verwachsungen, chronische Schmerzen |
| Behandlung | Analgetika, Atemtherapie, Antibiotika, Drainage bei Erguss, Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung |
| Primärvorbeugung | keine spezifische Prävention; Impfungen gegen Pneumokokken/Influenza können Risiko senken |
| Sekundärvorbeugung | frühe Behandlung von Atemwegsinfekten, regelmäßige Verlaufskontrollen |
| Risikofaktoren | Lungenentzündungen, Autoimmunerkrankungen, Lungenembolie, Virusinfektionen, Tumorerkrankungen, Asbestexposition |
| Anzeichen | stechende atemabhängige Brustschmerzen, Husten, Atemnot, Fieber, Schonatmung |
| Stadien | Pleuritis sicca (trocken), Pleuritis exsudativa (mit Erguss) |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, Auskultation (Reibegeräusch), Röntgen-Thorax, Ultraschall, CT, Blutwerte, Pleuraergussanalyse |
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