Morbus Addison, wenn es zu einer Schädigung der Nebennierenrinde kommt und dadurch zu wenig lebenswichtige Hormone produziert werden.

Erfahrungs Berichte
Morbus Addison, auch Addisonkrankheit genannt, ist ein potenziell lebensbedrohliches Krankheitsbild, das zwar selten auftritt, aber zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Hierbei kommt es zu einem Verlust der Nebennierenrindenfunktion.
Ja, Morbus Addison ist gefährlich, potenziell sogar lebensbedrohlich.
Besonders der akut auftretende Zustand, die sogenannte „Addison-Krise“, ist lebensbedrohlich und bedarf dringender notärztlicher bzw. ärztlicher Behandlung.
Wenn ein Morbus Addison aber rechtzeitig erkannt wird, haben Betroffene eine normale bis nur gering reduzierte Lebenserwartung.
Man sollte vor allem dann zum Arzt, wenn man sich immer schwach fühlt, auch dann, wenn man eigentlich genug geschlafen hat und ausgeruht ist.
Weiterhin sollte ein schneller Gewichtsverlust und regelmäßig auftretender niedriger Blutdruck (Schwindel, vor allem nach dem Aufstehen) einen zum Arzt gehen lassen.
Zudem können Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen (ohne „erkennbaren Grund“), aber auch Salzhunger, Reizbarkeit und besonders eine Verfärbung der Haut dazu kommen. Auch wenn schon eine Nebennierenrindenstörung bekannt ist, sollte man bei gerade genannten Symptomen zum Arzt gehen.
In der Notaufnahme sollte man sich vorstellen, wenn es zu starker Schwäche und unerklärlicher Erschöpfung sowie starkem Blutdruckabfall (Schock), Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen (aus dem Nichts), Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Fieber mit einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommt.
Hier kann dann eine „Addison-Krise“ vorliegen – ein dringend behandlungsbedürftiger Notfall, bei dem der Zustand der Betroffenen nicht von alleine besser wird.
Es ist immer eine Intervention (Verabreichung von Glukokortikoiden) nötig.
Letztendlich kommt es beim Morbus Addison auf verschiedene Arten zu einer vollständigen Zerstörung der Nebennierenrinde.
Die Nebennierenrinde ist normalerweise für die Produktion von 3 großen Hormongruppen zuständig, nämlich:
Das sind überlebenswichtige Hormone für unseren Körper, die, ausgenommen die Sexualhomronoe, bei verschiedensten Prozessen eine lebenswichtige Rolle spielen (z. B. Blutdruckregulation, Stresshormone - Cortisol, Verwertung von Zucker im Körper, etc.).
Wenn diese Funktionen wegfallen, kann es zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen. Dabei ist die Wichtigkeit der Hormone „gegliedert“ von „eher nicht so wichtig bei den Sexualhormone“ zu überlebensnotwendig bei den Glukokortikoiden.
Es gibt verschiedene Ursachen für die Zerstörung der Nebennierenrinde. Folgende kommen in Frage:
Um zu verstehen, warum das aber so wichtig ist, muss man noch etwas genauer nachforschen.
Letztendlich kommt es durch die Zerstörung des Gewebes (erst einmal egal auf welche Art) zu einer eingeschränkten Steroidhormonsynthese (Cortisol).
Noch dazu kommt es aber auch zu einem Verlust von Aldosteron (dem Hormon, das eine zentrale Rolle in der Blutdruckregulation spielt).
Bei Frauen kommt es dann noch zu einem Androgenmangel (Vorstufen der Sexualhormone).
Besonders aber durch den Cortisol- und Aldosteronmangel treten Symptome wie Hyponatriämie (zu wenig Natrium - Salz im Körper), Hypoglykämie (Unterzuckerung), Hyperkaliämie (zu viel Kalium im Körper) und eine Azidose (der Körper wird sauer, vom pH-Wert her) auf.
Jedes der Symptome alleine kann schon lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen, aber treten sie zusammen auf, ist das für den Körper nicht besser.
Noch dazu kommt, dass die Hormone eine gemeinsame Vorstufe haben (Cholesterin) und dann durch weitere Enzyme quasi in die Endform umgebaut werden.
Es kann zu sehr diffusen, teils erstmal unspezifischen Symptomen kommen.
Der Ausfall der Nebennierenrinde hat Auswirkungen auf die verschiedensten Organe im Körper. Folgende Symptome sind möglich:
Die Symptome, die einen am ehesten an Morbus Addison denken lassen, sind niedriger Blutdruck, Hyperpigmentation der Haut, Schwäche und Gewichtsverlust, eher selten treten aber alle gleichzeitig auf.
Symptome einer Addison-Krise sind:
Eine Addison-Krise kann durch verschiedene Umstände ausgelöst werden (Erbrechen, Durchfall, starker Stress, Infekte oder Operationen), nämlich dann, wenn der Körper sich auf einmal akut in einer “Stresssituation” befindet und die Hormonproduktion dann plötzlich nicht mehr ausreicht, um die lebenswichtigen Funktionen wie Blutdruckregulation am Laufen zu halten.
Mittels Schulung der Betroffenen lässt sich das Risiko aber senken, da in solchen Situationen eine Anpassung der Medikation nötig ist.
Außerdem hilft sie, mögliche Trigger und Warnsymptome zu erkennen.
Ein ganz typisches Merkmal der primären Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison) ist eine Braunfärbung der Haut, auch als Hyperpigmentation bezeichnet.
Die Betroffenen sehen immer so aus, als ob sie im Urlaub waren.
Man beschreibt den Farbton auch als Bronzefarben.
Bei der Therapie ist es wichtig, zwischen einem Morbus Addison und einer akuten Addison-Krise zu unterscheiden.
Die Prognose ist abhängig von individuellen Faktoren, aber auch dem Zeitpunkt der Behandlung.
Es gilt: Je früher die Erkrankung erkannt und dann auch behandelt wird, desto besser ist die Prognose.
Trotzdem bleibt es eine nicht heilbare Erkrankung, mit der man aber dank der Therapie gut leben kann.
In der Regel ist die Prognose vor allem unter laufender Therapie gut und die Betroffenen können ein weitestgehend normales Leben führen.
Wichtig ist eine lebenslange Substitution der Hormone.
Die Addison-Krise muss gesondert betrachtet werden, da es sich um eine akut lebensbedrohliche Situation handelt.
Wird auch sie jedoch frühzeitig erkannt, lässt sie sich behandeln und die Betroffenen erholen sich meist.
Der Verlauf von Morbus Addison richtet sich nach individuellen Faktoren.
Prinzipiell ist mit einer frühzeitigen Erkennung der Erkrankung und dann auch Behandlung von einer normalen Lebenserwartung auszugehen.
Die Betroffenen müssen geschult werden, um adäquat mit der Erkrankung umgehen zu können, da sie selbst ein wichtiger Teil der Therapie sind.
Wenn man die Dosis der Hormone an die jeweilige Lebenssituation gut anpasst, ist auch nicht mit Komplikationen zu rechnen.
Eine engmaschige ärztliche Kontrolle ist sinnvoll, besonders wenn es um die Einstellung der Hormone bzw. der Dosisanpassung geht.
Abhängig von der medikamentösen Einstellung:
Morbus Addison ist eine nicht heilbare Erkrankung, die die Betroffenen ihr ganzes Leben lang (nach der Symptomausprägung) begleitet.
Man kann einem Morbus Addison nicht vorbeugen.
Einer Addison Krise lässt sich unter Umständen auch nicht immer vorbeugen, allerdings werden die Betroffenen geschult und wissen, welche Situation „gefährlich“ sind, sodass sie entsprechend reagieren können, um eine Krise zu verhindern.
Prinzipiell kann jeder in jedem Alter von einem Morbus Addison oder einer Addison-Krise betroffen sein.
Tendenziell sind Frauen häufiger betroffen und die Erkrankung manifestiert sich oft zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
Meist ist die Lebenserwartung bei einem Morbus Addison gar nicht bzw. nur gering reduziert.
Auch Kinder können von einem Morbus Addison betroffen sein.
Die Symptome und auch die Behandlung sind gleich.
Auch Kinder haben in der Regel eine gute Prognose und können entsprechend mit der Erkrankung leben.
Letztendlich ist eine Schwangerschaft bei einem gut eingestellten Morbus Addison kein Problem.
Frauen können „normal“ schwanger werden und genauso gesunde Kinder zur Welt bringen wie jemand ohne die Erkrankung.
Es muss nur eine Anpassung der Glukokortikoiddosis erfolgen, da in der Schwangerschaft ein erhöhter Bedarf besteht.
Mittel der Wahl ist Hydrocortison, da es kaum über die Plazenta zum Ungeborenen gelangt.
Das Mineralokortikoid bleibt in der Regel gleich.
Eine engmaschige Kontrolle, besonders einiger Blutwerte (z.B. Blutzucker und Elektrolyte) empfiehlt sich auf jeden Fall.
Zudem sollten die Schwangeren immer ihren Notfallausweis und das Notfallset mit dem Glukokortikoid zusätzlich zum Mutterpass mit sich führen, um in einem Notfall entsprechend reagieren zu können (bzw. für die Rettungskräfte oder generell Helfende).
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.