Vena-cava-Syndrom, wenn es zu plötzlichen Blutdruckabfall mit kurzzeitigem Verlust des Bewusstseins während der Schwangerschaft kommt.

Erfahrungs Berichte
Das Vena-cava-Syndrom ist eine Kombination aus Kreislauf-Beschwerden, die meistens schwangere Frauen gegen Ende der Schwangerschaft betrifft. Typisch sind Blutdruckabfälle und sogenannte Synkopen, kurze Phase von Bewusstlosigkeit bzw. “schwarz-vor-Augen-werden”. Definitionsgemäß ist es keine eigene Erkrankung sondern ein Komplex aus Symptomen. Es entsteht durch den Druck der mit dem Kind gefüllten Gebärmutter auf die untere Hohlvene, die Vena cava, welche das Blut aus der unteren Hälfte des Körpers zurück in Richtung Herzen pumpt. Vor allem wenn die Schwangere Frau auf dem Rücken liegt drückt das Gewicht des Kindes in Richtung des Rückens der Frau und damit auf die untere Hohlvene. Wenn vom Vena-cava-Syndrom gesprochen wird geht es in der Regel um den eben genannten Symptomkomplex, der die untere Hohlvene betrifft, man bezeichnet es auch als Vena-cava-inferior-Syndrom. Es gibt allerdings auch Erkrankungen bei denen die obere Hohlvene abgedrückt wird, in diesen Fällen spricht man vom Vena-cava-superior-Syndrom.
In der Regel geht von einem Vena Cava Kompressionssyndrom keine ernstzunehmende Gefahr aus. Betroffene Frauen sollten durch einen Positionswechsel die Hohlvene entlasten, was zu einer Verbesserung der Symptome nach wenigen Minuten führt.
Kommt es aufgrund des Vena-cava-Syndroms zu einem Kreislaufschock, muss sofort ein Notarzt verständigt werden.
Anzeichen dafür sind:
Ein Vena-cava-Syndrom tritt in fortgeschrittenen Stadien einer Schwangerschaft auf.
Entscheidend für den Druck auf die untere Hohlvene ist dabei das Gewicht des Kindes.
Frauen mit besonders großen oder schweren Feten, zum Beispiel bei Müttern mit schlecht eingestelltem Diabetes ist das Risiko eines Vena-Cava-Syndroms erhöht.
Ebenso sind Schwangere mit Mehrlingen mehr gefährdet.
Die Symptome eines Vena-cava-Syndroms entstehen durch den verringerten Blutrückfluss aus der unteren Körperhälfte in Richtung Herz und Gehirn. Folgende Symptome treten bei Schwangeren Frauen häufig auf:
Die Beschwerden können, müssen aber nicht alle auftreten.
In der Regel verstärken sie sich mit der Zeit, wenn das Vena-cava-Syndrom nicht behoben wird.
Gegebenenfalls leidet auch das ungeborene Kind unter dem Vena-cava-Syndrom, da nicht genügend Blut die Gefäße erreicht, die das Kind über den Mutterkuchen (Placenta) versorgen.
Hierdurch kann das Kind nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt werden (fetale Hypoxie).
Zunächst wird der Arzt/die Ärztin nach typischen Symptomen fragen.
Ein Vena-cava-Syndrom in der Schwangerschaft ist eine relativ häufige Diagnose und wird deshalb in der Regel bei typischen Symptomen schnell erkannt. (klinische Dignose)
Zusätzlich wird eine CTG (Kardiotokographie) durchgeführt.
Diese zeichnet die Herztöne des ungeborenen Kindes, sowie eventuelle Wehentätigkeiten der Mutter auf. Die Patientin liegt dabei auf dem Rücken.
Kommt es bei einer Kompression der unteren Hohlvene zu einer mangelnden Blutversorgung des Babys, kann man das im CTG sehen.
In der Regel wird die Herzfrequenz des Kindes niedriger und zeigt einen typischen wannenförmigen Abfall.
Um andere Ursachen eines Blutdruckabfalls, wie zum Beispiel eine innere Blutung, auszuschließen, kann die Behandler:in zudem einen Ultraschall des Bauchraums durchführen
Zunächst ist das Verlassen der Rückenlage die wichtigste Therapie für das Vena-cava-Syndrom.
In vielen Fällen hilft bereits Aufsitzen gegen die Kreislauf-Symptome.
Oft werden die Betroffenen auf die linke Seite gelagert, hierdurch wird der Druck auf die untere Hohlvene, die in der Regel rechts der Wirbelsäule verläuft, bestmöglich entfernt.
Manchmal wird zusätzlich die rechte Hüfte hochgelagert, indem ein Kissen unter das Becken gelegt wird.
Durch die Hochlagerung der unteren Körperhälfte kann das Blut leichter zurück zum Herzen fließen.
Sollte die Reaktion des Kreislaufsystems sich durch die Lagerung nicht verbessern und es zu einem Kreislaufschock kommen, muss sofort der Notarzt alarmiert werden.
In diesen, sehr seltenen Fällen kommt es in der Regel zu einer Aufnahme auf eine Intensivstation, wo Flüssigkeit und Medikamente zur Stabilisierung des Kreislaufs verabreicht werden können.
Zudem werden dort Mutter und Kind engmaschig überwacht. In lebensbedrohlichen Fällen muss ein Notfall-Kaiserschnitt durchgeführt werden.
Diese Fälle sind allerdings sehr selten und in der Regel wird eine Linderung der Beschwerden durch eine entsprechende Lagerung erreicht.
In der Regel wird im letzten Trimenon, also circa ab der 26. Schwangerschaftswoche ein Gewicht des Fetus erreicht, welches das Risiko für ein Vena-cava-Syndrom erhöht.
Bei einer Mehrlingsschwangerschaft kann es bereits früher dazu kommen, auch bei großen Feten kann es bereits früher dazu kommen.
Das Baby ist während der Schwangerschaft darauf angewiesen, durch das mütterliche Blut mit Sauerstoff versorgt zu werden.
Das passiert über die Nabelschnur und den Mutterkuchen.
Bei niedrigem Blutdruck und insgesamt schwachem Kreislauf kann es sein, dass diese Versorgung nicht mehr sichergestellt werden kann.
Im schlimmsten Fall kann es durch längeren und/oder häufigen Mangel an Sauerstoff zu schweren Komplikationen, Fehlbildungen oder Entwicklungsverzögerungen beim Baby kommen.
Auch eine vorzeitige Plazentaablösung kann vorkommen.
All diese Komplikationen sind allerdings sehr selten, weil sich die Betroffenen in der Regel zügig auf die Seite drehen.
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