Diabetische Neuropathie, als Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems, bei denen die Nerven aufgrund eines Diabetes geschädigt sind.
Unter einer diabetischen Neuropathie versteht man eine Komplikation des Diabetes mellitus, bei der es zu einer Erkrankung der peripheren Nerven kommt. Es ist eine der häufigsten Komplikationen des Diabetes und betrifft je nach Literatur zwischen 10 bis 100 % der an Diabetes erkrankten Personen.
Naja, man kann nicht direkt sagen, dass die Neuropathie gefährlich ist.
Eher ist ein Diabetes bzw. ein schlecht eingestellter Diabetes eine ernst zu nehmende Erkrankung, die zu schwerwiegenden, teils lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann, also schon gefährlich ist.
Durch die Nervenschäden werden irgendwann vor allem keine Schmerzen in den Zehen und Füßen wahrgenommen, was dann bei Verletzungen gefährlich wird.
Betroffene merken dies nicht und gehen in der Regel viel zu spät zum Arzt.
Das Problem ist, dass nicht nur die Nerven geschädigt sind, sondern auch die Blutgefäße.
Dadurch kommt es zu einer Minderdurchblutung und letztendlich zu einem Absterben der Zehen oder gar des Fußes.
Es kommt dann zu teils aufwendigen OPs oder gar Amputationen, bei denen die Wunden auch oftmals nicht so gut heilen, da Diabetes auch die Wundheilung negativ beeinflusst (→ Wundheilungsstörung).
Es ist also mehr eine Abwärtsschleife bei den Komplikationen des Diabetes, die die Erkrankung gefährlich machen.
Man sollte sich beim Arzt vorstellen, wenn es immer wieder zu Missempfindungen in den Füßen oder Beinen, wie zum Beispiel dem Gefühl von Ameisenlaufen oder aber auch Schmerzen kommt.
Zudem sollte man eine Gangunsicherheit oder Gleichgewichtsstörungen abklären lassen.
Das sollte man sowohl bei einem bekannten Diabetes, als auch wenn kein Diabetes bekannt ist tun.
Hier gilt es dann vielleicht einen Diabetes oder eben andere Erkrankungen zu diagnostizieren.
Je weiter die Neuropathie fortgeschritten ist, desto eher werden Betroffene vorstellig aufgrund von schlecht heilenden Wunden.
Ein weiteres Merkmal ist nämlich, dass Betroffene irgendwann eben keine Schmerzen mehr spüren und so gar nicht merken, wenn sie sich stoßen.
Dabei reichen schon kleinste Verletzungen, die dann bei einer schlechten Durchblutung (eine weitere Komplikation eines Diabetes) schlecht heilen.
Zudem können, wenn die peripheren Nerven betroffen sind, auch schon andere Organe betroffen sein.
Hier sollten dann ebenfalls die Augen (→ diabetische Retinopathie) und Nieren (→ Nephropathie) genauer betrachtet werden.
Man kann diabetische Neuropathien anhand ihrer „Auftretensform“ einteilen in
Weiterhin kann man die diabetische Neuropathien anhand der „Menge“ der betroffenen Nerven einteilen in:
Alles in allem sind es sehr komplexe Vorgänge, die zu den ganzen Komplikationen eines Diabetes führen, was die Erkrankung ebenfalls so gefährlich macht.
Wenn eine autonome Neuropathie vorliegt, also die Nerven betroffen sind, die sämtliche Abläufe innerhalb unseres Körpers regulieren, kann es zu folgenden Symptomen kommen:
Eine diabetische Neuropathie ist eine Spätfolge des Diabetes mellitus, die in der Regel frühestens nach 5 bis 10 Jahren auftritt.
Es gilt, je schlechter der Blutzucker eingestellt ist, desto früher treten sämtliche Komplikationen auf.
Das zeitliche Auftreten ist zudem abhängig vom Alter bei der Diagnosestellung.
Generell gilt aber, je später Diabetes im Leben diagnostiziert wird (und damit ist nicht eine zu späte Diagnosestellung gemeint, weil Betroffene nicht zum Arzt gehen oder Symptome ignorieren) und je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto später treten die Spätfolgen, so auch die diabetische Neuropathie auf.
Zu den Erkrankungen, die ähnliche Symptome verursachen, zählen:
Die Prognose bei einer diabetischen Neuropathie ist abhängig von individuellen Faktoren und der Diabeteseinstellung.
Diabetes ist zwar nicht heilbar, jedoch ist auch die diabetische Neuropathie eine Spätfolge, die sich behandeln lässt, wie auch Diabetes generell.
Wichtig ist die gute Blutzuckereinstellung - dann können auch Komplikationen verhindert und Spätfolgen hinausgezögert werden.
Regelmäßige Kontrollen und Fußpflege sind unerlässlich.
Der Verlauf und auch die Dauer sind abhängig von mehreren Faktoren, unter anderem von der Art des Diabetes (Diabetes Typ 1 oder Diabetes Typ 2), von individuellen Faktoren (wie der Therapiecompliance), dem Vorliegen von weiteren Risikofaktoren (z.B. zusätzlicher Bluthochdruck), dem Zeitpunkt der Diagnosestellung und der genauen Art der Neuropathie.
Oftmals kommt es zu schleichenden Symptomen, die sich besonders bei schlechter Blutzuckereinstellung immer weiter verschlechtern.
Wenn behandelt wird, kommt es in der Regel zu einer Stabilisierung der Symptome oder gar zu einer Verbesserung.
Bei strikter Einhaltung des Therapiekonzepts und früher Diagnosestellung können sich mögliche Schaden teilweise zurückbilden. Wichtig ist aber zu wissen, dass Diabetes eine chronische Erkrankung ist, die Betroffene ihr Leben lang begleiten wird.
Es dauert so ca. 5-10 Jahre bei einem Diabetes Typ 1 bis die ersten Schäden entstehen, bei einem Diabetes Typ 2 ist das eher früher der Fall.
Dann schließt sich eine (meist jahrzehntelang andauernde) stumme Phase an, bei der die Schäden bestehen, aber noch keine Symptome.
Anschließend kommt es zum Auftreten von Symptomen, die zunehmend schlechter werden und mittels Therapie aber behandelt werden können.
Falls es zu einer Rückbildung der Symptome kommen kann, dauert das meist Monate bis Jahre und ist auch wirklich nur bei guter Therapiekontrolle und frühzeitiger Diagnose möglich.
Ohne Behandlung kommt es definitiv zu Komplikationen. Mit einer Therapie können diese verhindert oder zumindest hinausgezögert werden.
Einem Diabetes Typ 2 kann man oftmals vorbeugen, jedoch nicht immer, da eben nicht nur die Ernährung eine Rolle spielt.
Von einer diabetischen Neuropathie sind vor allem die Nerven an den Füßen und Beinen betroffen.
Oftmals beidseitig, es kann aber auch nur eine Seite betroffen sein.
Weiterhin können die Nerven, die für sämtliche Körperfunktionen wichtig sind, betroffen sein (sogenannte vegetative Nerven).
Bei Kindern kommt es nicht zu einer diabetischen Neuropathie, da es sich um eine Spätfolge handelt, die in der Regel nach frühestens 5 bis 10 Jahren entsteht.
Auch bei Kindern mit einem Diabetes Typ 1 (→ Diabetes im Kindesalter) ist es eher unwahrscheinlich, dass sie schon im Kindesalter an einer diabetischen Neuropathie leiden, außer der Blutzucker ist wirklich über Jahre unzureichend eingestellt.