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pfeilWas ist das?

Bei einer Nierenkolik kommt es zu einer Verlegung des Nierenbeckens oder des Harnleiters durch einen Stein. Nierensteine an sich lösen keine Symptome aus, wenn der Stein aber abgeht und sich verfängt, löst das stärkste akute Schmerzen aus. Diese Attacken werden dann als Nierenkolik bezeichnet.

pfeilIst das gefährlich?

Ja und nein.

Wenn eine Nierenkolik behandelt wird, sorgen die Koliken zwar für erhebliche Schmerzen, ist aber per se nicht gefährlich.

Es wird gefährlich, wenn man die Nierensteine nicht behandelt und es zum Beispiel zu einem Harnstau kommt (kann für eine Nierenfunktionseinschränkung bis hin zum Nierenversagen führen) oder sich die Niere infiziert.

Es gilt also, die Steine in jedem Fall zu behandeln, auch um ein erneutes Auftreten der Schmerzattacke zu verhindern bzw. das Risiko zu minimieren (die Steine können sich leider auch neu bilden, selbst wenn man die „alten“ entfernt).

pfeilWann zum Arzt?

Eine Nierenkolik ist meist so sehr schmerzhaft, sodass die Betroffenen sich automatisch beim Arzt bzw. in der Notaufnahme vorstellen.

Es kommt zu wellenartigen, meist einseitigen Flankenschmerzen- bzw. Schmwerzen im Bauchbereich, die ausstrahlen können, die klassischerweise mit einem „Schmerzpeak“ (also den stärksten Schmerzen) gefolgt von einem Nachlassen der Schmerzen gekennzeichnet sind.

Betroffene sind ganz unruhig und können nicht still sitzen oder liegen.
Zudem kann es zu Veränderungen des Urins kommen (beispielsweise Blutbeimengungen oder aber dem Gefühl, keinen Urin ablassen zu können).

Die Schmerzen entstehen dadurch, dass der Harnleiter kontrahiert (also zusammenzieht), was normalerweise dem Transport des Urins von der Niere zur Blase dient. Ist das Lumen aber durch einen Stein verschlossen, kontrahiert er sich gegen diesen Stein, was zu den starken Schmerzen führt.
Entspannt er sich dann wieder, lassen auch die Schmerzen nach.
Und da er sich abwechselnd kontrahiert und entspannt, kommt es zu den wellenförmigen Schmerzattacken.

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Ursachen Nierenkolik

  • Nierensteine – Auslöser einer Nierenkolik sind Nierensteine.
    Diese befinden sich entweder in der Niere und verlegen dann das Nierenbeckenkelchsystem oder aber den Harnleiter. Die Steine entstehen aus Substanzen im Urin, die im Nierenbecken auskristallisieren und so harte Substanzen formen. Man kann verschiedene Arten von Steinen unterscheiden:
    • Calciumsteine (70–80 %)
    • Harnsäuresteine (10–15 %)
    • Struvitsteine (5–10 %)
    • Cystinsteine (1 %)

Entstehung der Nierensteine

Letztendlich kommt es aber zur Steinbildung durch eine Übersteigung des Löslichkeitsproduktes für die jeweiligen Substanzen.
Man muss sich das so vorstellen, dass es für jede Substanz eine gewisse Menge im Wasser bzw. Urin gibt, die darin gelöst werden kann. Wenn diese Menge aber aus welchen Gründen auch immer überstiegen wird und der Urin quasi vollständig gesättigt ist, kommt es zur Kristallbildung mit den „überschüssigen“ Substanzen.

So entstehen dann auch die Nierensteine.
Der Prozess ist recht kompliziert und teils immer noch nicht abschließend verstanden. Teils wird auch die Rolle von Bakterien bei der Steinbildung diskutiert.
Außerdem kommt es, wenn wir zu wenig Flüssigkeit in unserem Körper haben, auch eher zur Steinbildung, weil dann ja von Anfang an weniger Flüssigkeit vorhanden ist, in der Substanzen gelöst werden können. 

Erkrankungen mit erhöhtem Risiko der Steinbildung

  • Dehydratation/ Exsikkose → Flüssigkeitsmangel  
  • Gicht
  • Hyperparathyreoidismus
  • Infektionskrankheiten
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Symptome Nierenkolik

  • Asymptomatisch (ohne Anzeichen) – In der Regel bleiben die Steine so lange asymptomatisch, bis sie sich im Harnleiter verfangen.
    Dann kann es zu folgenden Symptomen kommen: 
  • Flankenschmerzen – wellenförmige starke Schmerzen in den Flanken bzw. im Bauchbereich, der teils bis in den Rücken oder aber bis zum Genitalbereich (besonders bei Männern bis zum Hoden) ausstrahlt.
    • Schmerzausstrahlung in Unterbauch, Leiste, Hoden oder Schamlippen
  • Unruhe (Bewegungsdrang)
  • Unwohlsein
  • Übelkeit / Erbrechen möglich 
  • Blut im Urin (Mikro- oder Makrohämaturie)
  • Fehlende Urinausscheidung (Harnverhalt) / Harndrang
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Diagnose Nierenkolik

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch
    • Welche Symptome bestehen? Schmerzcharakter, Ausbreitung? Was macht es besser bzw. schlimmer? Beginn? Auslöser eruierbar?
    • Seit wann?
    • Nierensteinleiden bekannt? 
    • Alter
    • Vorerkrankungen
    • Medikamenteneinnahme? 
      → meist passen die beschriebenen Schmerzen zu einem agitierten Patienten, der kaum still sitzen kann vor Schmerzen
  • Körperliche Untersuchung 
    • Nieren abklopfen → Schmerz (eher bei einer Entzündung) 
    • Bauch abhören und abtasten → Darmgeräusche? Druckschmerz? Resistenzen tastbar? 
    • Temperatur messen
    • Blutdruck messen 
    • Hoden untersuchen bei Männern, bei Frauen auch an gynäkologische Untersuchung denken (nicht bei jedem zwingend nötig) 
  • Urinuntersuchung
    • Blut?
    • Eiweiß?
  • Blutuntersuchung
    • Nierenwerte? 
    • Entzündungsparameter? 
  • Bildgebung
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Differenzialdiagnose

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Behandlung Nierenkolik

  • Schmerzlinderung – Der erste Schritt bei der Therapie ist die Behandlung der Schmerzen.
    • Hierfür eignen sich besonders krampflösende Schmerzmittel wie Metamizol besonders gut.
    • Teils können auch Opioide bei sehr starken Schmerzen eingesetzt werden.
      Weitere Möglichkeiten sind Diclofenac oder Paracetamol.
  • Übelkeit behandeln – Wenn Übelkeit besteht, gibt man auch Medikamente dagegen, bevor man letztendlich versucht den Stein an sich „zu bekämpfen“.
  • Flüssigkeitszufuhr / Bewegung – Wenn die Schmerzen nachlassen, ist es wichtig, viel zu trinken. Auch Bewegung tut gut. Manche empfinden Wärme als angenehm, da sie auch krampflösend auf die Harnleiter wirkt. 
  • Nierensteine behandeln – Um den Stein an sich zu behandeln, gibt es verschiedene Optionen.
    Diese reichen von konservativen Therapien bis hin zu „endourologischen“ Behandlungen, um den Stein zu entfernen.
    Folgende sind möglich:
    • Stoßwellentherapie 
    • minimalinvasive Entfernung durch den Harnleiter 
    • Medikamentöse Auflösung des Steins
    • OP bei möglichen Komplikationen
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Prognose

Bei einer Behandlung ist die Prognose Nierenkoliken in der Regel gut.

Wichtig ist es aber zu wissen, dass sie öfter als einmal auftreten können.

Je früher die Steine behandelt werden, desto besser, auch um mögliche Komplikationen zu vermeiden.

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Verlauf

Die Steine bleiben oft sehr lange unbemerkt.
Oftmals entwickeln sie sich über Wochen bis Monate und bleiben teils Jahre symptomfrei.

Erst wenn sie den Harnleiter „verstopfen“ und es zu den akuten kolikartigen Schmerzen kommt, werden sie bemerkt.

Teils sind sie auch Zufallsbefunde in der Bildgebung.
Die akute Phase mit den Schmerzen hält meist Stunden an.
Vor allem ohne entsprechende Behandlung, allerdings auch länger, bis zu wenigen Tagen.

Nach der akuten Phase kommt es je nach Steingröße zu einem spontanen Abgang der Steine (meist bei kleinen, bis zu 5 mm großen Steinen, kann mehrere Wochen dauern) oder eben nicht, sodass weitere Behandlungsmethoden neben den Schmerzmitteln nötig sind.

Es dauert teils Tage bis wenige Wochen, bis man sich vollständig erholt hat.

Nachdem der Stein aber entweder von alleine oder aber durch Hilfe abgegangen ist, sollte eine gute Nachsorge stattfinden.

Eine Ernährungsberatung, Trinkmengenerhöhung und mögliche Analyse des Steins, um auf die Ursache schließen zu können, sind hilfreich.

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Komplikationen

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Vorbeugung

Nierensteine neigen zu einer hohen Rezidivrate, das bedeutet, dass sie öfter als einmal auftreten.

Um das Risiko zu minimieren, ist es wichtig, ausreichend zu trinken.

Besonders wer schon einmal Nierensteine hatte, sollte mindestens 3–4 Liter am Tag trinken.

Weiterhin gilt es, die möglicherweise auslösende Krankheit zu behandeln.

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Lokalisation

Die Steine befinden sich in der Niere bzw. gehen möglicherweise irgendwann in den Harnleiter ab.

Oftmals bleiben die Steine so lange unbemerkt, bis sie sich im Harnleiter festsetzen und zur Nierenkolik führen.

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Zahlen & Statistiken

  • Betroffen sind vor allem Männer zwischen 20 und 40.
  • Männer sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
  • Generell gelten Regionen mit großer Trockenheit als gefährdet.
aktualisiert: 03.11.2025
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