CRPS, wenn es nach Verletzungen oder Operationen zu unverhältnismäßig starken, anhaltenden Schmerzen kommt.

Erfahrungs Berichte
CRPS steht für „complex regional pain syndrome“, auch Morbus Sudeck genannt. Hierbei handelt es sich um eine chronisch neurologische Erkrankung, die mit Schmerzen und lokalen Gewebsveränderungen einhergeht. Sie tritt häufig im Zusammenhang mit Frakturen oder Quetschungen auf.
Nein, ein CRPS (Morbus Sudeck) ist an sich nicht gefährlich, schränkt die Betroffenen aber oft erheblich in ihrem Alltag und der Lebensqualität ein.
Es ist daher eine ernst zu nehmende Erkrankung, die für Betroffene eine große Belastung darstellt.
Die Symptome eines CRPS sind anfangs sehr unspezifisch, sodass sie von Betroffenen, aber auch von ärztlichem Personal teils nicht erkannt werden.
Wenn aber nach einer Verletzung einer Extremität Schmerzen, Wassereinlagerungen (Ödeme) bzw. Schwellungen mit Haut-, Haar- und Nagelveränderungen auftreten, sollte man auf jeden Fall zum Arzt.
Zudem kann es zu Bewegungseinschränkungen und Muskelschwäche kommen.
Auch wenn diese Beschwerden ohne eine „erinnerliche“ Verletzung auftreten, sollte man die Ursache ärztlich abklären lassen.
Man kann das CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) in 3 bis 4 Schweregrade, je nach Quelle, einteilen.
Eine weitere Einteilung des CRPS kann anhand seiner Ätiologie (Ursache) erfolgen.
Man unterscheidet hier zwei Typen.
Zudem wird diskutiert, ob zu der Fehlregulation auch eine Entzündungsreaktion kommt, bei der eine zu große Menge an Mediatoren ausgeschüttet wird, die ebenfalls auf die Schmerzwahrnehmung wirken.
Sie können nicht adäquat abgebaut werden und führen so neben einer lokalen Entzündungsreaktion auch zu einer Entzündungsreaktion der Nerven („neurogene Entzündung“).
Die Dysregulation tritt hierbei nicht nur in der Peripherie auf, sondern auch im ZNS, also im Gehirn, wodurch letztendlich schmerzverarbeitende Neurone aktiviert bzw. sensibilisiert werden, sodass sie aktiv sind, obwohl eigentlich kein Schmerzreiz ausgelöst wurde.
Durch ebenfalls nur unzureichend verstandene Prozesse kommt es auch zu einer Verarbeitungsstörung der Schmerzreize im Cortex des Gehirns.
Das bedingt zusätzlich die Schmerzen.
Die Pathogenese ist sehr komplex und bedarf weiterer Erforschung, um die genauen Entstehungsmechanismen zu klären.
Anfangs sind die Symptome oft sehr unspezifisch und lassen einen nicht unbedingt gleich an ein CRPS denken.
Man kann die Symptome eines CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) nach ihren Lokalisationen genauer einteilen. Hierzu zählen:
Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel klinisch, ist aber teils schwer zu stellen.
Ein Merkmal des CRPS ist das Missverhältnis von Gewebeschaden und Symptomen.
Oftmals sind die Symptome sehr stark ausgeprägt bei eher geringen Gewebeschaden. Zudem gibt es die sogenannten “Budapest-Kriterien”, die einem helfen, die Diagnose zu stellen.
Folgende Punkte sind enthalten:

Hast Du ein passenden Bild für uns?
Man erkennt ein CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) auch von außen, da Veränderungen der Haut, Nägel und des Haarwachstums zu den Symptomen gehören.
Die Haut verfärbt sich und wirkt trocken, die Nägel und Haare wachsen nicht mehr richtig bis gar nicht und zudem wirken die betroffenen Stellen dick bzw. geschwollen (Ödeme) und teils auch rot.
Zudem kann es zu einer schmerzbedingten Schonhaltung kommen.
Außerdem ist ein vermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose) ein weiteres Symptom eines CRPS.
Die Behandlung eines CRPS erfordert ein multimodales Therapiekonzept.
Neben einer medikamentösen Behandlung erfolgt eine lokale Therapie im Rahmen von Physio- und Ergotherapie, aber auch eine psychologische Unterstützung ist wichtig.
Zu den medikamentösen Optionen gehören:
Reichen diese nicht aus, gibt es auch lokale und invasive Verfahren, die man zur Schmerzstillung anwenden kann.
Es kommen schmerzlindernde Salben und die Applikation von Lokalanästhetika als lokale und z.B. eine “Stellatumblockade” als invasives Verfahren zum Einsatz.
Weitere Therapieoptionen, die zur Verfügung stehen, sind:
Es gibt keine Hausmittel, die zur alleinigen Behandlung eines CRPS ausreichen.
Es sind immer mehrere Therapiepfeiler nötig.
Sanfte Bewegungen können jedoch in den Alltag gut integriert werden, um die Prognose zu verbessern.
Zudem sollte man sein Stresslevel so stark wie möglich reduzieren und eine guten Umgang mit Stress finden.
Was auch immer gut ist, ist eine gesunde Ernährung mit Fokus auf entzündungshemmende Stoffe (z.B. Kurkuma).
Die Prognose eines CRPS lässt sich nicht pauschalisieren.
Sie hängt von verschiedenen Faktoren ab und variiert interindividuell sehr stark.
Es gibt Verläufe, bei denen die Symptome spontan nach wenigen Wochen sistieren (aufhören), aber auch andere, bei denen die Stärke der Symptome immer weiter zunimmt.
Teils sind Betroffene sogar ihr ganzes Leben lang erkrankt, bei anderen kommt es zu ständigen Wechseln von Symptomfreiheit und akuter Verschlechterung.
Wichtig ist ein individuelles und multimodales Therapiekonzept, um die Prognose zu verbessern.
Der Verlauf und auch die Krankheitsdauer sind individuell sehr unterschiedlich.
Teilweise sistieren (verschwinden) die Beschwerden nach wenigen Wochen spontan, andere Betroffenen leiden dauerhaft an der Erkrankung.
Manchmal nehmen die Beschwerden auch an Intensität sogar zu, sodass die Betroffenen kein normales Leben mehr führen können.
Bei einigen Patienten kommt es auch immer wieder zum Wechsel von “Remission”, also quasi Heilung und “Exazerbation”, also akuter Verschlimmerung der Symptome.
Um einem CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) vorzubeugen, ist es wichtig, bei einer Verletzung (Fraktur, Quetschung, etc.) eine ausreichende und rechtzeitige Schmerzlinderung (Analgesie) herzustellen.
Zudem sollte bei einer offensichtlichen Fehlstellung nur nach Analgesie und auch nur einmal eine geschlossene Reposition versucht werden, um das Weichteiltrauma so gering wie möglich zu halten.
Gelingt sie nicht, sollte sich eine Operation anschließen.
Zudem sollte man bei Verletzungen immer auf eine gute Durchblutung, aber auch auf einen guten Lymphabfluss achten.
So sollten stark geschwollene Extremitäten z.B hochgelagert werden.
Ein CRPS tritt oft an den Extremitäten auf.
Die Arme sind häufiger betroffen als die Beine und am häufigsten tritt das Schmerzsyndrom nach einer distalen Radiusfraktur, also einem handgelenksnahen Bruch der Speiche auf.
Auch bei Kindern kann es zu einem CRPS (Complex Regional Pain Syndrome / komplexes regionales Schmerzsyndrom), kommen.
Hier gibt es einige Besonderheiten im Vergleich zu Erwachsenen:
Für eine Schwangerschaft stellt ein CRPS keine Kontraindikation dar.
Besonders ist hier, dass einige Medikamente abgesetzt werden müssen und auch hier Physio- und Ergotherapie eher in den Vordergrund rücken.
Je nach betroffener Person kann die Schwangerschaft die Symptome verschlimmern oder sogar lindern.
Eine gute Betreuung während der Schwangerschaft ist wichtig.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Deine Erfahrung zählt!
Du kannst Anderen helfen, indem Du Deine Erfahrung zum Thema CRPS mit anderen Menschen teilst.
Völlig anonym.
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen zum Thema CRPS teilen?
Hilf uns, unsere Qualität stetig zu verbessern.