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pfeilWas ist das?

Morbus Basedow beschreibt eine Schilddrüsenfehlfunktion, genauer gesagt handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Überfunktion der Schilddrüse führt.

Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 4 / 10.000
Alters FaktenAlter~ 20 - 40
Geschlecht FaktenGeschlecht5-8 : 1
pfeilIst das gefährlich?

Die Schilddrüsenhormone sind überlebenswichtig und spielen für fast jedes Organ des Körpers eine Rolle und übernehmen verschiedene Funktionen.

An sich ist eine Überfunktion der Schilddrüse nicht gefährlich und lässt sich gut medikamentös oder operativ behandeln.

Da aber auch das Herz und andere lebenswichtige Organe auf das „Mehr-Vorhandensein“ der Hormone reagieren, kann eine unbehandelte Überfunktion gefährlich werden.

Die gefürchtetste Komplikation ist die thyreotoxische Krise. Ein lebensbedrohlicher Zustand, der sofortiger intensivmedizinischer Betreuung bedarf. → Mehr dazu im Abschnitt Komplikationen.

Gefährlichkeit - 4.2 /10
pfeilWann zum Arzt?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu verschiedenen Symptomen.

Wenn man über einen längeren Zeitraum unklare und verschiedenste Symptome hat, sollte man dies in jedem Fall einmal ärztlich abklären lassen.
Abklärungsbedürftige Symptome können sein:

  • vermehrtes Schwitzen
  • Unwohlsein
  • Durchfall
  • innere Unruhe
  • Gewichtsabnahme

Es kann auch zu Schluckstörungen oder einem Engegefühl im Hals bei einer in der Größe zunehmenden Schilddrüse kommen.

Letztendlich kann eine lange unbehandelte Überfunktion der Schilddrüse zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen.

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Ursachen Morbus Basedow

  • Unklar – Die Ursache für die Entstehung eines Morbus Basedow als Autoimmunerkrankung ist nicht klar. Autoimmun bedeutet, der Körper richtet sich gegen sich selbst.
  • Autoimmunerkrankungen – Morbus Basedow zählt zu den Autoimmunerkrankungen.
    Eine Assoziation zu anderen Autoimmunerkrankungen, wie Diabetes Typ 1 besteht.
    Wenn man an einer Autoimmunerkrankung erkrankt, hat man automatisch ein höheres Risiko, auch an einer anderen zu erkranken.
  • Familiäre Veranlagung – Weiterhin besteht eine familiäre Häufung, sodass von einer genetischen Komponente ausgegangen wird.
    Ein genetischer Marker, mit dem Morbus Basedow assoziiert ist, ist HLA-DR3.
    Dieser kann in Laboruntersuchungen bestimmt und zur Diagnose herangezogen werden.
  • Virusinfektion – Es wird diskutiert, ob andere Faktoren, wie zum Beispiel Viruserkrankungen, Auslöser sein könnten. 

Entstehung

Letztendlich kommt es beim Morbus Basedow zu einer Bildung von Autoantikörpern gegen bestimmte Strukturen in der Schilddrüse.
Die sogenannten „TRAK“ sind Antikörper, die sich gegen die TSH-Rezeptoren der Zellen in der Schilddrüse richten.
TSH ist das Hormon, welches im Gehirn ausschüttet wird (genauer gesagt in der Hypophyse), um die Schilddrüse zu stimulieren und Hormone zu produzieren.
Dabei wird ein Gleichgewicht angestrebt, sodass nicht zu viele, aber auch nicht zu wenig Hormone produziert werden.

Durch diese Antikörper kommt es zu einer Blockade der Rezeptoren, die sensibel auf das TSH reagieren und somit zu einer Daueraktivierung der Schilddrüse.

Der Einfluss des Hormons fehlt und die Schilddrüse „macht im Prinzip, was sie will“.

Diese Aktivierung hat neben der dauerhaften Produktion von Hormonen noch einen 2. Einfluss – und zwar setzt sie einen dauerhaften Wachstumsreiz für die Schilddrüse, sodass sich diese vergrößert (als Struma bezeichnet).

Außerdem setzen die Antikörper einen Entzündungsreiz, sodass es zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes kommt, was irgendwann zu einer Unterfunktion (→ siehe Schilddrüsenunterfunktion) führt, die ebenfalls behandelt werden muss.

Ein diagnostisch relevanter Fakt ist, dass die TRAK – die TSH Rezeptor Antikörper auch die Rezeptoren in der Hypophyse besetzten, die TSH produziert und hier die Ausschüttung unterdrückt.

Normalerweise wird aber der TSH Spiegel genutzt, um die Stoffwechsellage der Schilddrüse einzuschätzen. Bei einer Überfunktion ist der Spiegel normalerweise erniedrigt und gibt Hinweise über die Schwere der Überfunktion.

Durch die Blockade in der Hypophyse korreliert nun aber der erniedrigte Spiegel nicht mehr mit dem Schweregrad der Hyperthyreose, sodass zur Verlaufskontrolle noch andere Parameter herangezogen werden müssen.

Weiterhin wirken diese Antikörper nicht nur an der Schilddrüse und der Hypophyse, sondern auch in der Augenhöhle.
Das Fettgewebe dort verfügt ebenfalls über TSH Rezeptoren, sodass auch hier ein Wachstumsreiz gesetzt wird.
Dies erklärt den Exophthalmus – das Hervorstehen der Augen bei Betroffenen vom Morbus Basedow. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Morbus Basedow durch die Bildung von Autoantikörpern gegen bestimmte Rezeptoren in der Schilddrüse ausgelöst wird und dies...

  1. zu einer vermehrten Bildung und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen (T3 und T4) durch eine Daueraktivierung führt.
  2. zu einem vermehrten Wachstum der Schilddrüse und
  3. zu einer Zerstörung des Schilddrüsengewebes durch einen Entzündungsreiz führt.
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Symptome Morbus Basedow

Bei einem Morbus Basedow kann es zu verschiedenen Symptomen kommen.
Ein bestimmter Symptomkomplex (Merseburger Trias) wird als typisches Diagnosekriterium genutzt.

  • Merseburger Trias – Hier kommt es zu …
    • Schilddrüsenvergrößerung (Struma)
    • Herzrasen (Tachykardie)
    • Hervorstehen der Augen (Exophthalmus)
  • Weitere Anzeichen eines Morbus Basedow:
    • Gewichtsverlust (ungewollt)
    • Durchfall
    • Hyperhidrosis (vermehrtes Schwitzen)
    • Herzrhythmusstörungen
    • Wärmeintoleranz, ggf. subfebrile Temperaturen (leichtes Fieber)
    • Psychomotorische Unruhe (Nervosität, Schlafstörungen, Zittern)
    • kognitive Einschränkungen (eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit)
    • Osteoporose
    • Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
    • Gestörte Glucosetoleranz
    • Zyklusstörungen
    • Muskelschwäche (Myopathie)
    • Schluckstörungen
    • Engegefühl im Hals
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Diagnose Morbus Basedow

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Abfragen der typischen Symptome von Morbus Basedow
    • Sind in der Familie Schilddrüsenerkrankungen bekannt?
    • andere Autoimmunerkrankungen in Familie oder bei Betroffenen bekannt?
  • Körperliche Untersuchung 
    • hervorstehende Augen?
    • vermehrtes Schwitzen an den Handinnenflächen sichtbar?
    • Schilddrüse sichtbar bzw. „Schwellung am Hals“?
    • Abtasten der Schilddrüse → Vergrößert tastbar?
    • Abhören der Schilddrüse → Schwirren hörbar, spricht für gesteigerte Durchblutung
    • Abhören des Herzens
    • Tasten des Pulses
    • Abhören und Abtasten des Bauches 
  • Bildgebung
    • Ultraschalluntersuchung → Schilddrüse messbar vergrößert? Durchblutung gesteigert? Knoten?
    • Szintigraphie (nuklearmedizinische Untersuchung, die eine aktivitätsgesteigerte Schilddrüse zeigt
  • Laboruntersuchungen (Blutuntersuchung)
    • TSH (↓, allerdings nicht verlässlich nutzbar aufgrund der TSH Unterdrückung in der Hypophyse - siehe Ursachen) und T3, T4 (↑) bestimmten
    • TRAK bestimmen → TSH Rezeptor Antikörper sind positiv bei Morbus Basedow.
    • HLA-DR3 bestimmen möglich, aber nicht zwingend notwendig (genetische Untersuchung
    • weitere Antikörper, die bestimmt werden können: TPO-Antikörper und Thyreoglobulin-Antikörper
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Bilder

Die Merseburger Trias ist die typische Symptomkonstellation für einen Morbus Basedow.

  • Größenzunahme der Schilddrüse – Hierbei kommt es zu einer Größenzunahme der Schilddrüse, die teils von außen als „Verdickung“ am Hals gesehen werden kann.
  • Exophthalmus – Zudem kommt es zu hervorstehenden Augen (Exophthalmus).
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Differenzialdiagnose

  • Schilddrüsenadenom (der häufigste gutartige Tumor der Schilddrüse)
  • Hypophysenadenom (gutartiger Tumor der Hypophyse)
  • Hyperthyreose – Medikamenteninduzierte Schilddrüsenüberfunktion
  • Angst- und Panikstörung
  • Drogenmissbrauch
  • Psychose
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Behandlung Morbus Basedow

Jede manifeste Überfunktion der Schilddrüse stellt eine klare Indikation zur Therapie dar.

  • Medikamente – Thiamazol / Carbimazol → siehe Abschnitt Medikamente
    Wenn die Überfunktion trotz medikamentöser Therapie oder wenn TRAK weiterhin unter der Therapie nachweisbar sind, sollte das Therapieverfahren gewechselt werden.
    Zur Auswahl stehen dann eine Radiojodtherapie oder eine Entfernung der Schilddrüse.
  • Operation – Bei aktuell bestehendem Kinderwunsch und wenn mittelgroße bis große Struma vorliegen, wird eine Operation bevorzugt.
    Hierbei wird die Schilddrüse vollständig entfernt. Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und man bleibt danach für ein paar Tage zur Überwachung im Krankenhaus.
    Vor der Operation ist es wichtig eine euthyreote Stoffwechsellage zu erreichen, da durch die operative Manipulation der Schilddrüse die Hormone freigesetzt werden und wenn schon eine hyperthyreotische Stoffwechsellage besteht, verursachen die dann zusätzlich frei werdenden Hormone eine sogenannte thyreotoxische Krise (mehr dazu unter Komplikationen).
    Da bei der OP die gesamte Schilddrüse entfernt wird, müssen die Hormone danach substituiert, also eingenommen werden.
    Hierfür nimmt man morgendlich in unterschiedlichen Dosen Levothyroxin ein.
    In regelmäßiger Nachsorge wird kontrolliert, ob wirklich die ganze Schilddrüse entfernt ist und auch sichergestellt, dass ausreichend Levothyroxin eingenommen wird. 
    • Komplikationen der OP – Bei der Operation kann es zu Komplikationen kommen, die im Allgemeinen aber sehr selten auftreten. Hierzu zählen:
      • Verletzung von Nachbarstrukturen – besonders der Nebenschilddrüsen, eine Mitentfernung ist teils unvermeidbar, da diese kleinen Drüsen teils gar nicht von Schilddrüsengewebe abgrenzbar sind, es resultiert in täglicher Substitution von Calcium- und Vitamin D (auch dies wird in der Nachsorge kontrolliert).
        Verletzung eines Nervs, dem Nervus laryngeus recurrens, der sogenannte Stimmbandnerv (es kann zu Heiserkeit bis hin zu beidseitiger Schädigung mit Atemproblemen kommen)
      • Blutungen
      • Wundheilungsstörungen und Entzündungen
  • Radiojodtherapie – Bei der Radiojodtherapie wird eine „radioaktiv markierte“ Iodtablette geschluckt, die dann ihren Weg in die Schilddrüse findet, da Iod essentieller Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist. ​​​​​​
    Die Radioaktivität zerstört dann die Schilddrüsenzellen und führt so zu einer Verkleinerung, und auch zu einer verminderten Produktion von Schilddrüsenhormonen.
    • Kontraindikation – Auch wenn die Strahlenbelastung und Radioaktivität eher gering sind, sind strenge Kontraindikationen für diese Therapieform Schwangerschaft und Stillzeit. ​​​​​​
      Auch mindestens 6 Monate im Anschluss solch einer Therapie sollte keine Schwangerschaft eintreten.
    • Durchführung – Auch bei einer Radiojodtherapie muss vor der Therapie eine euthyreote Stoffwechsellage erreicht werden, da auch bei dieser Form der Zerstörung der Schilddrüsenzellen eine thyreotoxische Krise entstehen kann.
      Für die Radiojodtherapie ist ein stationärer Aufenthalt von ca. 3 - 12 Tagen nötig.
      Die Patienten sind nach der Einnahme der Kapsel für 48 Stunden „in Quarantäne“ und dürfen ihr Patientenzimmer nicht verlassen.
      Die Ausscheidungen sowie die Atemluft können in der Zeit radioaktive Teilchen enthalten.
      Wie viel Strahlendosis nötig ist, wird individuell entschieden. Auch während des Aufenthalts kommt es zu regelmäßigen Kontrollen, sodass auch kontrolliert werden kann, dass die richtige Menge an Gewebe zerstört wird.
      Der Wirkeintritt dieser Therapie dauert teils mehrere Monate, das gute ist aber, dass eine Operation umgangen werden kann.
      Das ist besonders für Patienten mit hohem Narkoserisiko von Vorteil.
      Auch hier ist manchmal eine Substitution der Schilddrüsenhormone nötig. Die Therapieentscheidung ist letztendlich individuell.
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Medikamente

  • Thiamazol / Carbimazol (Blockade der Schilddrüsenhormonbildung) – Zum Einsatz kommen hier Thiamazol und Carbimazol.
    Diese Medikamente führen über die Hemmung der Iodierung eines Enzyms zu der Blockade der Schilddrüsenhormonbildung.
    Hierbei wird nur die Neubildung der Hormone beeinflusst.
    Bereits gebildetes oder gespeichertes T3 und T4 (die beiden Schilddrüsenhormone) werden nicht in der Wirkweise behindert.
    • Dauer der Einnahme – Diese Medikamente werden so lange eingenommen, bis sich der Stoffwechsel der Schilddrüse normalisiert hat und eine sogenannte euthyreote Stoffwechsellage erreicht ist.
      In der Regel dauert es ca. 1–2 Wochen, bis die Medikamente wirken.
      Nach ca. 5–6 Wochen können schon Normalwerte erreicht werden.
      Nach einer bestimmten Zeit, meist nach weniger als einem Jahr, kann ein sogenannter Auslassversuch bzw. eine Therapiepause gestartet werden.
      Hierbei lässt man die Medikamente weg und kontrolliert regelmäßig die Schilddrüsenwerte.
      In vielen Fällen lässt sich so eine Remission erreichen, das bedeutet, dass die Erkrankung vorerst geheilt ist. Manchmal tritt aber während der Therapiepause erneut eine hyperthyreotische Stoffwechsellage auf, sodass eine definitive Therapie in Erwägung gezogen werden muss.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

Die Prognose eines Morbus Basedow hängt von individuellen Faktoren ab.
In der Regel lässt sich die Erkrankung aber gut behandeln.

  • Remission (Verschwinden der Krankheit) – In ca. 50 % der Fälle kommt es zu einer Remission, das bedeutet, dass sich die Erkrankung zurückbildet.
    Dies geschieht meist innerhalb von 2 - 3 Jahren und oftmals spontan.
    • Erneutes Auftreten – Es kann auch passieren, dass die Erkrankung nach ein paar Jahren erneut auftritt.
  • Chronischer Verlauf – Die anderen 50 % leiden unter einem chronischen Verlauf und müssen langfristig Medikamente einnehmen und regelmäßige Kontrollen wahrnehmen.
    In seltenen Fällen kommt es zu einer sogenannten endokrinen Orbitopathie.
    Darunter versteht man eine Entzündung in der Augenhöhle, bei der es ebenfalls zu einem Hervortreten der Augen kommt.
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Komplikationen

Im Rahmen des Morbus Basedow kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

  • Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion – Das sind teils auch die Symptome, wie Herzrhythmusstörungen, hervorstehende Augen oder eine vergrößerte Schilddrüse.
  • Thyreotoxische Krise – Die gefürchtetste Komplikation ist die thyreotoxische Krise.
    Hierbei kommt es zu einer massiven Freisetzung von Schilddrüsenhormonen.
    Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und erfordert sofortige intensivmedizinische Betreuung. Das Ausmaß bzw. die Schwere der Krise hängt dabei von der Menge der freien Hormone ab und kann in 3 in ihrer Letalität aufsteigenden Stadien eingeteilt werden. Folgende Symptome treten in de verschiedenen Stadien auf:
    • Stadium 1 - Extremes Schwitzen, erhöhte Temperatur (Fieber mit 38-42°), extremes Herzrasen, Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz, Gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Unruhe, Angst, Agitation, Dehydratation
    • Stadium 2 - zusätzliche Bewusstseinseintrübung, Halluzinationen, Desorientiertheit, Delir
    • Stadium 3 - Bewusstlosigkeit → Koma

Thyreotoxische Krise im Detail

Die Symptome sind erst einmal recht unspezifisch und können durch eine Vielzahl an Erkrankungen ausgelöst werden.

Es gibt Scores anhand derer man die thyreotoxische Krise diagnostizieren kann.
Therapiert wird multimodal.
An erster Stelle steht die Stabilisierung der betroffenen Person und anschließend die Wiederherstellung einer euthyreoten Stoffwechsellage.

  • Thiamazol oder Carbimazol – Man verabreicht hochdosiert Thiamazol oder Carbimazol, um sofort die Bildung neuer Schilddrüsenhormone zu unterbinden.
  • Paracetamol – Paracetamol zum Beispiel dient der Fiebersenkung
  • Betablocker – Betablocker sollen die Herzfrequenz wieder normalisieren.
  • Sedativa – Sedativa wie Diazepam kommen zur Ruhigstellung bei sehr aufgebrachten, agitierten Betroffenen zum Einsatz.
  • Glukokortikoide – Man kann Glukokortikoide geben, um die Umwandlung von T4 in T3 zu hemmen (der aktiven Form der Hormone) oder Gallensäurebindner, um den enterohepatischen kreislauf zu umgehen und somit eine erhöhte Ausscheidung der Hormone zu erzielen. 
  • Plasmapherese – In akut lebensbedrohlichen Krisen, die durch zu viel Iod ausgelöst wurden (zum Beispiel bei Kontrastmittelgabe bei einer schlecht eingestellten Schilddrüse) kommt die Plasmapherese zum Einsatz.
    Hierbei soll das gesamte Blutvolumen von T3 und T4 befreit werden, indem dieses durch eine spezielle Maschine geleitet wird, die die Hormone „rausfiltert“. 
  • Flüssigkeit – Um eine Austrocknung zu verhindern, wird Flüssigkeit gegeben
  • Wadenwickel – Wadenwickel dienen weiterhin der Fiebersenkung
  • Ernährung – es sollte auf eine parenterale Ernährung geachtet werden, solange bis sich der Zustand wieder stabilisiert.
  • Thromboseprophylaxe – Weiterhin sollte eine Thromboseprophylaxe erfolgen.

Die Letalität liegt bei ca. 10–40 %. 

Dank der medikamentösen und operativen Behandlungsmethoden und der Prophylaxe bei z. B. notwendiger Kontrastmittelgabe im CT sind die thyreotoxischen Krisen selten geworden.

Trotzdem sind sie ernstzunehmende Komplikationen, die in jedem Fall einer Behandlung bedürfen.

 

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Dauer

Die Dauer des Morbus Basedow variiert.

  • Kurzeitige Dauer – Bei manchen Betroffenen kann innerhalb eines Jahres oder sogar in kürzerer Zeit eine Heilung erzielt werden.
  • Wiederauftreten – Andere sind vorerst geheilt, irgendwann bricht die Erkrankung aber erneut aus
  • Dauerhaft – Wieder andere Betroffene können trotz Medikamenten nicht richtig eingestellt werden.
    • Mit der Operation wird der Hauptwirkort der Antikörper, nämlich die Schilddrüse, entfernt, sodass danach die Erkrankung nicht ausbrechen sollte.
      Eine lebenslange Einnahme der Schilddrüsenhormone ist dann aber unumgänglich.
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Lokalisation

Die Schilddrüse befindet sich am Hals, vor der Luftröhre.

Als Hormondrüse ist sie etwa so groß wie 2 größere Oliven. Sie kann dort auch getastet oder mit dem Ultraschall begutachtet werden.

Die Drüse setzt sich aus 2 Lappen zusammen, die über eine schmale „Gewebsbrücke“ miteinander verbunden sind.

Bei Erwachsenen beträgt das Volumen ca. 18 ml bei Frauen und 25 ml bei Männern.

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Zahlen & Statistiken

  • Prinzipiell kann jedes Alter betroffen sein.
  • In der Regel sind die Betroffenen aber Frauen nach dem 35. Lebensjahr.
  • Nur 1/3 der Betroffenen ist jünger als 35 und Männer erkranken 5 - 8 mal seltener als Frauen.
aktualisiert: 30.01.2025
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