Siegel Docset
QualityUnser
Versprechen
SafetyIcon Doc
Docset ist ein medizinisches Nachschlagewerk. Unser Ziel ist, das Wissen von Medizinern in einer Plattform zu sammeln.
Mediziner können somit schnell und einfach ihr Wissen teilen.
Der Text wird ärztlich validiert, aktualisiert und darf für Forschung/Training genutzt werden.
alles aufklappen
pfeilWas ist das?

Unter einem Myofaszialem Schmerzsyndrom, kurz MMS versteht man eine chronische Schmerzstörung des Körpers mit anhaltenden, lokalisierten Schmerzen des Bewegungsapparates, ohne dass eine rheumatische, neurologische oder entzündliche Ursache zugrunde liegt. Besonders betroffen sind Menschen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Es ist die häufigste Ursache von lokal begrenzten Muskelbeschwerden.

pfeilIst das gefährlich?

Ein myofasziales Schmerzsyndrom ist nicht gefährlich, führt aber zu einer erheblichen Belastung der Betroffenen.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeilWann zum Arzt?

Wenn es immer wieder zu Muskelschmerzen in einer bestimmten Region oder zu anhaltenden Schmerzen kommt, sollte man ärztliches Personal aufsuchen.

Besonders wenn kein richtiger Auslöser (z. B. Muskelkater nach dem Sport) eruierbar ist.

Auch bei sehr druckempfindlichen, harten Muskeln, besonders wenn einzelne Muskeln oder Muskelgruppen betroffen sind, lohnt sich der Gang zum Arzt, da es eins der Symptome des myofaszialen Schmerzsyndroms ist und hier gilt: je früher behandelt wird, desto besser.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Ursachen Myofasziales Schmerzsyndrom

  • Muskeln und Faszien – Der Begriff „myofasziales Schmerzsyndrom“ setzt sich aus der Silbe "Myo", was so viel wie Muskel bedeutet und „Faszie“, welche die „Haut“ um den Muskel bezeichnet, zusammen.
  • Multifaktoriell – Durch eine Kombination aus individuellen Faktoren und Belastung kommt es zu den Symptomen.
    • Einseitige Belastung – Durch eine wahrscheinlich zu lange einseitige Beanspruchung kommt es zu kleinsten Verletzungen in dem Muskel, dieser kann sich dann entzünden und ist dadurch schon gereizt.
    • Überbelastung – Nicht nur eine einseitige Belastung, sondern auch eine Überbelastung führen zu den Symptomen.
    • Muskelschwäche – Eine Überbelastung entsteht durch Muskelschwäche, Fehlbelastung oder monotone, sich immer wiederholende Bewegungsabläufe.
    • Überempfindlichkeit – Folge ist dann auch eine lokale Überempfindlichkeit des Muskelgewebes, sodass es zu schmerzhaften Kontraktionen, also Spannungen kommt.
  • Trigger – Stress, Kälte, Stoffwechselentgleisungen oder Ernährung können Trigger für Schmerzattacken sein.
    Besonders die Gesichts- und Nackenmuskulatur sind betroffen.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Symptome Myofasziales Schmerzsyndrom

  • Muskelschmerzen – tiefsitzender Muskelschmerz, lokal begrenzt entweder auf einen Muskel oder auf Muskelgruppen.
    • Druckempfindlicher Muskel.
    • Vor allem Gesichts, Schulter- und Nacken- und Beckenbereich betroffen.
    • Schmerzen nehmen mit der Zeit zu.
    • Je fortgeschrittener das Syndrom, desto weniger Druck oder Belastung reicht, um die Schmerzen auszulösen.
  • Unterleibschmerzen – bei Frauen auch Schmerzen im Unterleib möglich.
  • Krampfartige Kontraktion → Muskelhartspann bzw. krampfartige Verhärtung tastbar.
    •  Entstehung der „Krämpfe“ spontan oder durch Druck auf die Stelle oder den Muskel 
    • (Muskel)Zuckungen 
  • Triggerpunkte – manche haben sogenannte „Triggerpunkte“ → bei Druck auf diese Triggerpunkte strahlt der Schmerz, teils auch mit Gelenkschmerz „verwechselt“.
  • Weitere mögliche Symptome – Stress, Angst, gestörter Schlaf, Anspannung
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Diagnose Myofasziales Schmerzsyndrom

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome bestehen?
    • Seit wann (um als myofasziales Schmerzsyndrom diagnostiziert zu werden, müssen die Beschwerden mind. 3 Monate anhalten)?
    • Wie oft?
    • Trigger?
    • Art und Stärke der Schmerzen
    • Schmerz durch Druck auf den Muskel auslösbar/ verstärkt? 
  • Körperliche Untersuchung
    • bei Druck auf Triggerpunkte kommt es neben den Schmerzen auch zu einem „reflektorischen Zucken“, Muskel wird auch ganz hart vor Anspannung → lokale Muskelschwäche und eingeschränkte Bewegung im angrenzenden Gelenk als Folge.
  • Ausschluss anderer Ursachen
    • z. B. Ultraschall und Blutuntersuchung sowie genetische Marker für rheumatische Erkrankungen.
    • Bildgebung des Gehirns – um eine entzündliche Erkrankung auszuschließen (beispielsweise geht auch MS (Multiple Sklerose) mit lokalisierten Schmerzen am Körper einher).
    • Neurologische Untersuchung – zum Ausschluss neurologischer Probleme.
    • Muskelbiopsie – zur Untersuchung des Muskels, etc. 
    • Besonders, wenn Gelenkschmerz im Raum steht ein Röntgen bei Verdacht auf Arthrose, Ultraschall bei Verdacht auf Gelenkentzündung sowie Blutabnahme mit Kontrolle der Entzündungswerte und rheumatologischen Antikörpern (kann auch rheumatologische Ursache haben).
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Differenzialdiagnose

  • Fibromyalgiesyndrom
  • Polymyalgia rheumatica (auch eine rheumatische Erkrankung
  • Myopathien (muskuläre Erkrankungen, die mit Schmerzen einhergehen)
  • Neuropathien (neurologische Erkrankungen, die meist mit einer Nervenschädigung einhergehen)
  • Somatisierungsstörung (hierbei kommt es zu körperlichen Symptomen, obwohl „medizinisch gesehen“ keine „organische“ Ursache gefunden wird, eine Art psychische Störung
pfeil

Behandlung Myofasziales Schmerzsyndrom

  • Multidimesionales Therapiekonzept – Zur Behandlung kommt ein multimodales Therapiekonzept zum Einsatz.
  • Individuelle Therapie – Es gibt auch nicht die eine Behandlung, sondern sie gestaltet sich immer individuell.
    • Medikamente – Eine Mischung aus Schmerzmitteln, teils auch Muskelrelaxantien oder Antidepressiva
    • Physiotherapie
    • Psychotherapie sowie Patientenschulungen kommt zum Einsatz.
      Schmerzmittel sollten immer nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden und sind nie eine Dauerlösung.
    • Wärmeanwendungen oder Kältepackungen
    • Massagen – je nach Präferenz und auch Massagen
    • Stärkung der Muskulatur – spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Hierbei sollten sowohl Ausdauertraining als auch Krafttraining betrieben werden. 
    • Entspannungsthechniken – Regelmäßiges autogenes Training und das Erlernen von Entspannungstechniken hilft, die Körperwahrnehmung zu verbessern und auch die Beschwerden zu lindern. 
    • Triggerpunkt-Injektion – Eine weitere Möglichkeit bietet die Triggerpunkt-Injektion. Hierbei werden die Triggerpunkte mittels Botox oder einem Lokalanästhetikum infiltriert, um eine Linderung der Schmerzen zu erreichen.
  • Weitere Therapiemöglichkeiten – Außerdem bestehen noch folgende weitere Therapiemöglichkeiten:
    • TENS-Behandlung (transkutane elektrische Nervenstimulation)
    • (Laser-) Akupunktur
    • Eigendehnungsübungen
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Prognose

Die Prognose bei einem myofaszialen Schmerzsyndrom ist gut, wenn das Syndrom frühzeitig erkannt und behandelt wird und es gelingt, die Schmerzentstehung sowie die -aufrechterhaltung frühzeitig zu unterbrechen.

Teilweise sind dafür vor allem Änderungen am Arbeitsplatz nötig.

Die meisten Betroffenen werden gesund, die Erkrankung ist ungefährlich.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Verlauf

Der Verlauf und auch die Dauer eines myofaszialen Schmerzsyndroms sind individuell verschieden und auch vom Therapiezeitpunkt abhängig.

Es gilt, je früher behandelt wird, desto besser, da man so früher und hoffentlich nachhaltiger den „Teufelskreis“ unterbrechen kann.

Oftmals halten die Beschwerden eine bestimmte Zeit an (meist Monate, teils Jahre, besonders, wenn man nichts dagegen tut), verschwinden unter regelmäßiger Therapie (Eigenübungen, Entspannungstechniken, dem zeitlich beschränkten Einsatz von Schmerzmitteln, etc.) aber wieder.
Die meisten Betroffenen werden wieder gesund.

Über die Dauer lässt sich allerdings leider keine pauschale Aussage treffen.

pfeil

Komplikationen

  • Psychische Belastung – aufgrund der anhaltenden Schmerzen.
  • Bewegungseinschränkung
  • Muskelverspannungen
  • Kosmetisches Problem“ – durch mögliche Fehlhaltungen oder aber „hervorstehende“ Muskeln teils möglich, besonders im Nacken- und Schulterbereich.
  • Im Arbeitsumfeld – teils Arbeitsplatzwechsel nötig bzw. Änderungen am Arbeitsplatz.
pfeil

Vorbeugung

Regelmäßige Bewegung, das Achten auf einen ergonomischen Arbeitsplatz, aber auch regelmäßige gezielte Entspannung besonders der Schulter- und Nackenmuskulatur kann helfen, ein myofasziales Schmerzsyndrom in diesem Bereich vorzubeugen.

Die Vermeidung von immer wieder der gleichen Bewegung (monotonen Bewegungsabläufen, z. B. bei Fließbandarbeit) und Krafttraining zur Stärkung der Muskulatur helfen ebenfalls.

aktualisiert: 08.09.2025
Autor werden
Photo schicken
Instagram Docset
Erfahrung einreichen
Deine Anzeichen
SafetyIcon Doc
Wenn Du bereits weißt, dass Du betroffen bist, kannst Du uns und anderen Betroffenen helfen.
Nenn uns einfach Deine Symptome und wir lernen mehr über die Erkrankung.
Mach mit
Community
SendErfahrung
Du hast Anregungen, Fragen oder Erfahrungen zum Thema Myofasziales Schmerzsyndrom und möchtest diese gerne mit anderen Menschen teilen?
Stell einfach eine Frage oder teile Deine Erfahrung in unsere neue Community.
zur Community
Dein Wissen
Autor werden
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen gerne mit anderen Teilen.
Dann werde ganz einfach Autor für Docset.de
Autor werden
Dein Bild auf Docset
SendPicIcon
Bilder sagen oftmals mehr als Worte.
Falls Du ein passendes Bild zu diesem Thema hast, kannst Du uns und anderen Betroffen damit helfen.
Bild schicken
Patienteninformation
Myofasziales Schmerzsyndrom
Patienteninformation
Schließen
Du willst uns helfen?
Arzttermin buchen
Wenn Dir unsere Website gefällt oder nicht, kannst Du uns sehr helfen, indem Du uns einfach nur bewertest, oder eine ehrliche Rezession schreibst.bewerten
Erfahrungsberichte Myofasziales Schmerzsyndrom
Patienteninformation

Zum Thema Myofasziales Schmerzsyndrom liegen leider noch keine Patientenberichte vor.
Wir laden Sie ein, Ihre Erfahrungen oder Ihr Wissen zum Thema Myofasziales Schmerzsyndrom an dieser Stelle zu teilen, um anderen Betroffenen zu helfen.

Schließen
Arzttermin
Arzttermin buchen
Du benötigst einen Termin für eine funktionelle Diagnostik in unserer orthopädischen Privatpraxis in Frankfurt am Main?unverbindlich anfragen
Close
Bevor Du Dich testest!
Hinweis Selbsttest

Beachte! Dieser Selbsttest ersetzt niemals einen Arztbesuch!

Bei einem Selbsttest werden immer Anzeichen, Auslöser & Risikofaktoren abgefragt, Erkrankungen verlaufen jedoch oft individuell.

Im Notfall immer zu einem Arzt statt zu testen!

Docset Icon

Mehr aus dieser Kategorie

Hinweis!
Informationen aus dem Internet ersetzen niemals einen Arztbesuch. Maßnahmen zur Behandlung oder der Einsatz von Arzneimitteln können immer nur als allgemeine Informationen angesehen werden. Erkrankungen verlaufen sehr oft unterschiedlich und bedürfen einer individuellen Behandlung.
Wenn es um Deine Gesundheit geht, wende Dich bitte immer an Deinen Arzt!
Wenn wir vom Arzt sprechen, meinen wir selbstverständlich auch die Ärztin.

Fragen | Kritik
Docset Tobias Kasprak
Instagram Tobias KaspraklinkedInMail to Tobias Kasprak
Tobias Kasprak

© Copyright 2026 Docset.de
Lizenz: CC BY 4.0 Nutzung und maschinelles Lernen ausdrücklich erlaubt.

BilderstellungUnsere BilderBildererstellung DocsetUnsere Bilder sind unser Markenzeichen.
Alle Bilder werden in liebevoller Handarbeit gezeichnet.
Unsere Philosophiemedicine meets sports Medizin trifft Sport.
Unser Ziel ist es, Medizin einfach und visuell darzustellen und neben der klassischen Therapie dem Betroffenen aktive Maßnahmen zur Behandlung aufzuzeigen. Aus diesem Grund arbeiten Mediziner, Sportwissenschaftler & Physiotherapeuten gemeinsam an Trainingskonzepten.