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pfeilWas ist das?

Eine Entzündung des Samenleiters (Deferentitis) tritt selten alleine auf. Der Samenleiter, welcher vom Nebenhoden durch den Leistenkanal zur Blase in die Harnröhre läuft, kann mitbetroffen sein, wenn sich Prostata, Hoden oder Nebenhoden entzünden. Oftmals ist die Harnröhre in diesem Fall ebenfalls betroffen.

Zusammenfassung Samenleiterentzündung

  • Ausgelöst wird eine Samenleiterentzündung oftmals durch Bakterien.
  • Schmerzen beim Wasserlassen sind Anzeichen.
  • Es muss ein Arzt (Urologe) aufgesucht werden.
  • In den meisten Fällen kommt es zu einer folgenlosen Heilung.
Epidemiologische FaktenHäufigkeitselten
Alters FaktenAlter~ ab 45
Geschlecht FaktenGeschlechtm
pfeilIst das gefährlich?

Eine Samenleiterentzündung (Deferentitis) ist in aller Regel nicht gefährlich und lässt sich mit Medikamenten gut behandeln.

Unbehandelt kann es jedoch zu einem chronischen Verlauf mit Schäden am Samenleiter kommen. Im schlimmsten Fall droht eine Unfruchtbarkeit.

Gefährlichkeit - 1.9 /10
pfeilWann zum Arzt?

Die Samenleiterentzündung musst Du immer ärztlich von einem Urologen abklären lassen, da in den meisten Fällen eine Behandlung mit Antibiotika notwendig wird.

Typische Anzeichen sind Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen und bei der Ejakulation.

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Anatomie

Der Samenleiter [1] (Vas deferens) ist in etwa vom Durchmesser wie eine Spaghetti und entspringt im Nebenhoden und verläuft durch den Leistenkanal zur Harnblase und endet in der Harnröhre.

Er dient dem Transport der Spermien.

Aufgrund des anatomischen Zusammenhangs tritt eine Samenleiterentzündung selten isoliert auf.

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Ursachen Samenleiterentzündung

Meist tritt die Samenleiterentzündung als Folgeerkrankung einer weiteren Entzündung im Genitalbereich auf. Die Entzündung greift in diesem Fall auf den Samenleiter über.

  • Bakterien – Bakterielle Entzündung der Harnwege oder Prostata führt zu Entzündung von Hoden oder Nebenhoden und folglich zu Deferentitis.
  • Geschlechtskrankheiten (Chlamydien, Pilzerkrankungen, Herpes) – Häufig wechselnde Geschlechtspartner gelten als Risikofaktor.
  • Viren – Masern, Mumps oder Rötelnviren als weitere mögliche Auslöser der Samenleiterentzündung. Die Viren gelangen bei fortgeschrittener Erkrankung über die Blutbahn in den Genitalbereich.
  • Blasenkatheter – häufig bei Männern über dem 35. Lebensjahr.
  • Gewalteinwirkung – Schlag oder Tritt in die Hoden mit anschließender Wundentzündung.
  • Hygiene – unzureichende Hygiene im Intimbereich begünstigt die Entstehung einer Samenleiterentzündung.
  • Vasektomie (Vasitis nodosa) – als Sonderform unmittelbar nach einer Vasketomie in Form einer Verdickung des Epithels (es treten dabei jedoch keine Symptome auf).
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Symptome Samenleiterentzündung

  • Schmerzen
    • Leitsymptom – Brennende Schmerzen beim/ nach dem Wasserlassen. (→ Schmerzen beim Wasserlassen)
    • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Samenerguss)
    • Leistenschmerzen
    • Schmerzen im Hoden
    • Schmerzen in der Prostata
    • Schmerzen im Beckenboden.
  • Schwellung im Bereich des Samenleiters
  • Weißlicher Ausfluss – von Entzündungssekret. Vor allem morgens.
  • Vermehrter Harndrang
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Diagnose Samenleiterentzündung

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Behandlung Samenleiterentzündung

Die Behandlung der Samenleiterentzündung richtet sich nach der Ursache.

  • Antibiotika – In den meisten Fällen wird eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Um das richtige Antibiotikum zu wählen, muss ein Erregernachweis (Urinprobe, Abstrich) stattfinden.
    • Cephalosporin, Cotrimoxazol, Penicillin - Breitband gegen verschiedene Erreger
    • Tetracycline – bei Chlamydien und Mykoplasmen
    • Metronidazol – bei Trichomonaden
  • Antimykotika – Bei Pilzinfektionen als Ursache der Samenleiterentzündung. Eher selten.
  • Schmerzmittel – zur symptomatischen Behandlung der Schmerzen. NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac bieten sich in diesem Fall an.
  • Heilkräuter
    • Mönchspfeffer
    • Rot-Zeder
    • Guajak
    • Wacholder
  • Hoden hochlegen
  • Hoden kühlen
  • Wärmflasche, warme Dusche
  • Während der Therapie kein Geschlechtsverkehr
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Prognose

  • Die Prognose bei einer Samenleiterentzündung ist in fast allen Fällen sehr gut.
  • In den meisten Fällen kommt es zu einer folgenlosen Heilung, nur selten komm es zu Komplikationen und es entstehen keine bleibenden Schäden.
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Verlauf

In den meisten Fällen kommt es zunächst zu einer Entzündung in einem Bereich (oft Hodenentzündung), welche sich auf den Samenleiter ausbreitet.

Ohne Behandlung kommt es infolge der Samenleiterentzündung oftmals zu einer Samenstrangentzündung oder Nebenhodenentzündung.

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Komplikationen

  • Unfruchtbarkeit – Ohne entsprechende Behandlung kann es zu einem chronischen Verlauf mit Verklebungen und Verwachsungen am Samenleiter kommen. Die Funktion des Samenleiters wird dabei eingeschränkt.
  • Ausbreitung der Infektion – Eine weitere Gefahr besteht, wenn sich die Infektion auf weitere Organe ausbreitet.
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Dauer

Die Dauer der Samenleiterentzündung richtet sich nach dem Therapiebeginn und ggf. weiteren Entzündungen im Genitalbereich.

Nach Beginn der Therapie dauert es nur einige Tage bis max. wenige Wochen, bis es zu einer vollständigen Heilung kommt.

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Vorbeugung

  • Verhütung – Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. (Benutzung eines Kondoms)
  • Intimhygiene – Schutz vor Erregern.
  • Entleeren der Blase nach dem Geschlechtsakt.
aktualisiert: 31.10.2025
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