Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), wenn der Körper überempfindlich auf Gluten (vor allem in Getreideprodukten) reagiert. Glutenunverträglichkeit zählt als eine Autoimmunerkrankung.
Die Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) beschreibt eine entzündliche, autoimmune Darmerkrankung. Das Immunsystem reagiert dabei fälschlicherweise auf Gluten. Durchfall, Blähungen & Abgeschlagenheit sind die Leitsymptome.
Abhängig von den Anzeichen lässt sich eine Glutenunverträglichkeit einteilen in:
Bei einer Glutenunverträglichkeit werden die sog. Darmzotten zerstört. Das Immunsystem bildet fälschlicherweise Antikörper gegen ein Enzym in der Dünndarmschleimhaut.
Die Darmzotten sind Ausstülpungen in der Dünndarmwand und vergrößern somit die innere Oberfläche des Dünndarms, wodurch Nahrungsbestandteile besser aufgenommen werden können
Folglich kommt es zu Mangelerscheinungen und Durchfall sowie Symptome an anderen Organen.
Es kommt bei einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu wiederkehrenden Entzündungen im Dünndarm. Anzeichen sind:
Aufgrund der unzureichenden Aufnahme der Nährstoffe aus dem Dünndarm, kann es zu Mangelerscheinungen kommen.
Hinweis! Im Dünndarm werden die Nährstoffe an den Körper abgegeben.
Es kommt bei einer Glutenunverträglichkeit aufgrund der unzureichenden Nahrungsverwertung im Dünndarm zu Mangelerscheinungen.
Die Glutenunverträglichkeit ist nicht heilbar und bleibt ein Leben lang bestehen.
Betroffen müssen gezwungenermaßen die Ernährung auf glutenfreie Ernährung umstellen.
Hinweis! Bei einer strikten Ernährungsumstellung bilden sich die Symptome der Glutenunverträglichkeit in der Regel wieder zurück. Bei einer erneuten glutenhaltigen Ernährung treten die Symptome jedoch erneut wieder auf.
Eine Glutenunverträglichkeit bleibt ein Leben lang bestehen.
Da die Ursache einer Glutenunverträglichkeit noch nicht geklärt ist, kann der Erkrankung nicht vorgebeugt werden.
Es exisiteren jedoch einige Maßnahmen, die das Erkrankungsrisiko senken können.
Eine Heilung der Glutenunverträglichkeit ist bisher nicht möglich.
Bei einer glutenfreien Ernährung verschwinden die Symptome jedoch fast immer vollständig.
Hinweis! Auch wenn es zunächst oftmals mit starken Einschränkungen verbunden ist, kann man sich trotz einer Glutenunverträglichkeit abwechslungsreich ernähren.
Bei einem Verdacht auf Glutenunverträglichkeit (vor allem bei Kleinkindern beim Abstillen) solltest Du umgehend einen Arzt aufsuchen.
Bei ausbleibender Behandlung drohen aufgrund des Mangelzustandes schwere Entwicklungsstörungen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Dünndarm, Darmschleimhaut, Zotten des Dünndarms |
| Differentialdiagnose | Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption, Reizdarmsyndrom, Weizenallergie, Morbus Crohn |
| Medikamente | keine kausale medikamentöse Therapie; ggf. Vitamin- und Mineralstoffsupplemente |
| Epidemiologie | Prävalenz ca. 1 % bei Zöliakie; Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität häufiger |
| Prognose | bei konsequenter glutenfreier Ernährung sehr gut |
| Verlauf | chronisch; Symptome bessern sich nach Glutenverzicht |
| Pathophysiologie | immunvermittelte Entzündung der Dünndarmschleimhaut durch Gluten |
| Komplikation | Malabsorption, Mangelernährung, Osteoporose, Anämie |
| Behandlung | lebenslange glutenfreie Ernährung |
| Primärvorbeugung | derzeit keine gesicherte Prävention bekannt |
| Sekundärvorbeugung | konsequente Diät, regelmäßige ärztliche Kontrollen |
| Risikofaktoren | genetische Veranlagung (HLA-DQ2/DQ8), Autoimmunerkrankungen |
| Anzeichen | Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit |
| Stadien | asymptomatische Form, klassische Zöliakie, atypische Verlaufsformen |
| Diagnostik | Antikörper im Blut, Dünndarmbiopsie, genetische Tests |