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pfeilWas ist das?

Bei einer Hüftkopfnekrose handelt es sich um ein Absterben des Hüftkopfes (oberster Anteil des Oberschenkelknochens, der mit der Hüftgelenkspfanne das Hüftgelenk bildet). Von dieser schmerzhaften Erkrankung sind besonders Männer zwischen 35 und 45 Jahren betroffen. (nekros (griechisch) = abgestorben)

Zusammenfassung Hüftkopfnekrose

  • Bei einer Hüftkopfnekrose kommt es zu einem stetig fortschreitenden Abbau des Knochens im Hüftgelenk.
  • Ursache ist eine Durchblutungsstörung.
  • Es entstehen zunehmende Schmerzen in Hüfte und Leiste.
  • Eine Hüftkopfnekrose muss zwingend behandelt werden.
  • Ohne Behandlung drohen schwere, irreparable Schäden am Hüftgelenk.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1/10.000
Alters FaktenAlter~ 35 - 45
Geschlecht FaktenGeschlecht1 : 4
pfeilIst das gefährlich?

Bei der Hüftkopfnekrose handelt es sich um eine ernste und gefährliche Erkrankung des Hüftgelenks.

Unbehandelt kann die Hüftkopfnekrose zu Schäden im Hüftgelenk führen.

Bei 85 % der Patienten kommt es zum Einbruch des Hüftkopfes und/oder zur Bildung einer Hüftarthrose.

Es dauert in etwa 3 Jahre, bis es zu einer Zerstörung des Gelenks kommt.

Gefährlichkeit - 4.7 /10
pfeilWann zum Arzt?

Bestehen bei Dir über einen längeren Zeitraum Probleme bei der Belastung im Hüftgelenk, oder bestehen Ruheschmerzen in der Hüfte, solltest Du zur Abklärung einen Arzt (Orthopäden) aufsuchen.

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Was passiert mit dem Knochen?

Unsere Knochen unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau, um den alltäglichen Belastungen standhalten zu können. Dafür müssen die Knochen mit Nähstoffen versorgt werden.

Bei der Hüftkopfnekrose wird der Kopf des Oberschenkelknochens nicht mehr ausreichend mit Blut (Nährstoffen) versorgt und der Knochen kann den Belastungen nicht mehr standhalten.

Der Knochen kann sich nicht mehr erneuern und bricht im Laufe der Zeit in sich zusammen und schädigt massiv den umgebenen Knorpel.

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Einteilung & Formen

Mediziner unterscheiden zwischen einer

  • Primären Hüftkopfnekrose – idiopathisch, ohne erkennbare Ursache.
  • Sekundärer Hüftkopfnekrose – als Folge einer Erkrankung.
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Ursachen Hüftkopfnekrose

  • Durchblutungsstörungen (Minderdurchblutung) – die zu einer Demineralisierung des Knochens und damit zu einer Instabilität führt.
    • Warum es zu dieser Durchblutungsstörung kommt, ist nicht immer eindeutig.
    • Stoffwechselbedingte Durchblutungsstörung des Hüftkopfs
  • Unfallverletzungen – (z. B. Oberschenkelhalsbruch)
  • Osteochondrose – des Hüftgelenks
  • Drogenkonsum – übermäßiger Alkohol, Nikotinkonsum
  • Gerinnungsstörungen

Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Kortisontherapie
  • Verletzungen der Hüftknochen
  • Chemotherapeutika
  • Tauchen (Taucherkrankheit)
  • Diabetes mellitus

Hinweis! Bei der Hüftkopfnekrose wird der Hüftknochen nicht mehr ausreichend durchblutet und stirbt allmählich ab.

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Symptome Hüftkopfnekrose

  • Ziehen (Schmerzen) in der Leiste – tritt zu Beginn einer Hüftkopfnekrose auf.
    • Die Schmerzen treten vermehrt unter Belastung des Hüftgelenks auf, können jedoch auch in Ruhe (nachts) auftreten.
    • Die Beschwerden werden im Laufe der Zeit allmählich stärker.
  • Hüftschmerzen – im fortgeschrittenen Stadium massive Schmerzen.
    • Es kommt zu einschießenden Schmerzen.
  • Die Beweglichkeit ist in den meisten Fällen nicht eingeschränkt.

Beachte! Massive, stärkste Schmerzen treten meist erst spät auf, wenn der Hüftkopf zusammenbricht.

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Diagnose Hüftkopfnekrose

  • Anamnese – In einem Gespräch zwischen Arzt und Patient wird die Krankengeschichte erhoben.
  • Körperliche Untersuchung – mit Inspektion, Überprüfung der Beweglichkeit des Hüftgelenks.
  • MRT (Magnetresonanztomografie) – zur bildlichen Darstellung von Weichteilen. Im frühen Stadium kann eine Hüftkopfnekrose nur mittels MRT dargestellt werden.
  • Röntgenuntersuchungen – zur Darstellung der knöchernen Strukturen im Hüftgelenk. Erst im späteren Stadien ist die Veränderung des Knochens im Röntgenbild darstellbar.

Beachte! Oftmals wird die Diagnose Hüftkopfnekrose erst zu einem späten Zeitpunkt bei weit fortgeschrittener Erkrankung diagnostiziert.

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Behandlung Hüftkopfnekrose

Bei der Behandlung einer Hüftkopfnekrose wird zwischen konservativer (nicht-operativer) und operativer Therapie unterschieden.

In der Regel umfasst die Behandlung zuerst operative und anschließend konservative Maßnahmen. Ziel der Behandlung ist, das Hüftgelenk, solange wie möglich zu erhalten.

Operative Therapie

  • Mittels minimalinvasiver Anbohrung des Knochens soll die Durchblutung gesteigert werden.

Konservative Therapie

  • Besonders im frühen Stadium.
  • Entlastung – Nach der Diagnose wird zunächst das Hüftgelenk mittels Gehilfen entlastet.
  • Medikamente – Antientzündliche und schmerzlindernde Medikamente (z. B. Ibuprofen)
  • Physiotherapie

Hinweis! Das letzte Mittel bei der Therapie ist der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks.

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Übungen bei Hüftkopfnekrose

Bevor Du trainierst!
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Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

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Medikamente

  • Schmerzmittel – antientzündliche und schmerzlindernde Medikamente (z.B. Ibuprofen)
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

Die Prognose einer Hüftkopfnekrose ist abhängig vom Ausmaß der Nekrose, dem individuellen Krankheitsverlauf und der Operation ab.

Ohne eine entsprechende Behandlung, je nach Stadium kommt es zu einem irreparablen Schaden am Hüftgelenk.

Hinweis! Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser erweist sich die Prognose.

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Verlauf

Im Verlauf einer Hüftkopfnekrose kommt es aufgrund der unterbrochenen Durchblutung zu einer allmählichen Zerstörung des Hüftkopfes.

Im fortgeschrittenem Stadium kommt es zu einem Einbrechen der Gelenkfläche.

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Komplikationen

  • Absterben des Hüftknochenkopfes – Ohne eine entsprechende Behandlung kommt es zu einem fortschreitendem Absterben des Hüftknochens.
  • Hüftarthrose – Die Gefahr einer Hüftarthrose ist deutlich erhöht.
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Dauer

Bei der Hüftkopfnekrose handelt es sich um eine stetig fortschreitende Erkrankung.

Ohne adäquate Behandlung dauert es bei der Hüftkopfnekrose ca. 2–3 Jahre, bis das Gelenk zerstört ist.

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Vorbeugung

Einer Hüftkopfnekrose kann man nicht gezielt vorbeugen.

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Lokalisation

Lokalisation Hüftkopfnekrose
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Am Ende des Oberschenkelknochens (femur) befindet sich der kugelförmige Hüftkopf (Caput femoris).

Das knöcherne Gegenstück im Hüftgelenk bildet die Gelenkpfanne (Acetabulum).

In ca. 30 - 70 % (je nach Quelle) tritt eine Hüftkopfnekrose beidseitig auf.

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Stadien

Die Klassifizierung einer Hüftkopfnekrose erfolgt anhand der Kriterien der internationalen Gesellschaft für Hüftkopfnekrose (ARCO).

  • Hüftkopfnekrose Stadium 0 - Keine Beschwerden. Im Röntgenbild sind noch keine Veränderungen sichtbar. Die Hüftkopfnekrose kann nur mit einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop (histologisch) diagnostiziert werden.
  • Hüftkopfnekrose Stadium 1 - Bei Belastung treten leichte Schmerzen in der Leiste auf. Im MRT sind erste Veränderungen des Hüftgelenks zu erkennen.
  • Hüftkopfnekrose Stadium 2 - Im Röntgenbild des Hüftgelenks sind erste Veränderungen des Knochens zu sehen.
  • Hüftkopfnekrose Stadium 3 - Ruheschmerzen. Auf Röntgenbildern zeigen sich nekrotische Veränderungen am Knorpel.
  • Hüftkopfnekrose Stadium 4 - Der Hüftkopf ist eingebrochen. Dadurch kommt es zu einer Einschränkung der Beweglichkeit der Hüfte.
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Heilung

Die Chancen auf eine selbstständige Heilung bei einer Hüftkopfnekrose stehen eher schlecht.

Bessere Chancen auf die eigenständige Heilung haben Kleinkinder bei dem sog. Morbus Perthes.

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Bei Kindern

Im Kleinkindesalter bezeichnet man eine Hüftkopfnekrose als Morbus Perthes.

Bei Kleinkindern besteht eine Chance auf Selbstheilung. Es gilt, je jünger das Kind bei der Diagnose, desto besser die Chancen einer selbstständigen Heilung.

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Zahlen & Statistiken

  • Alter – In der Regel handelt es sich bei den Betroffenen einer Hüftkopfnekrose um jüngere Patienten im Alter zwischen 35 und 45.
  • Häufigkeit – Pro Jahr erkranken in Deutschland mehrere Tausend Erwachsene an einer Hüftkopfnekrose.
  • Geschlecht – Männer sind häufiger von einer Hüftkopfnekrose betroffen als Frauen.
arrow downZusammenfassende Tabelle

Unsere Knochen unterliegen einem ständigen Auf- und Abbau, um den alltäglichen Belastungen standhalten zu können. Dafür müssen die Knochen mit Nähstoffen versorgt werden.

Bei der Hüftkopfnekrose wird der Kopf des Oberschenkelknochens nicht mehr ausreichend mit Blut (Nährstoffen) versorgt und der Knochen kann den Belastungen nicht mehr standhalten.

Der Knochen kann sich nicht mehr erneuern und bricht im Laufe der Zeit in sich zusammen und schädigt massiv den umgebenen Knorpel.

Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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aktualisiert: 22.03.2025
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