Beckenschiefstand, wenn das Becken nicht waagerecht verläuft, sondern zur Seite kippt und dadurch eine Seite der Hüfte höher steht als die andere.

Zu einem Beckenschiefstand kommt es, wenn die Beine eine unterschiedliche Länge haben oder eine Dysbalance der Muskeln oder Sehne das Becken in eine schiefe Stellung bringt. Eine Seite des Hüftgelenks steht dann höher als die andere.
In der Regel ist eine Beckenschiefstand nicht gefährlich.
Die Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Hüftschmerzen, die durch einen Beckenschiefstand entstehen können, sind zwar oftmals lästig, aber es geht keine akute Gefahr davon aus.
Kommt es zu Folgeerscheinungen wie Bandscheibenvorfällen, kann es jedoch gefährlich werden.
Ein Beckenschiefstand macht oft zu Beginn keine Symptome und wird oftmals „zufällig“ diagnostiziert.
Sobald bei Dir Beschwerden auftreten, solltest Du einen Arzt (Orthopäden) aufsuchen, damit frühzeitig therapiert werden kann und eine weitere Entwicklung von Dysbalancen und Muskelverspannungen verhindert wird.
Das Becken setzt sich aus den beiden Hüftbeinen und dem Kreuzbein zusammen.
Im hinteren Teil des Beckens ist das linke und rechte Hüftbein jeweils über das Iliosakralgelenk mit der Lendenwirbelsäule verbunden.
Im vorderen Bereich treffen die beiden Hüftbeine an der Symphysenfuge aneinander.
Die Oberschenkelknochen (Femur) bilden zusammen mit der Hüftgelenkspfanne jeweils links und rechts das Hüftgelenk.
Das Becken ermöglicht uns Menschen die aufrechte Haltung und den Gang.
Einen Beckenschiefstand kann man einteilen in:
Hinweis! In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich um einen funktionalen Beckenschiefstand.
Eine leichte Schiefstellung des Beckens verursacht in den meisten Fällen jedoch gar keine Beschwerden.
Hinweis! Die Diagnose eines Beckenschiefstandes wird meist bereits per Anamnese und Blickdiagnose gestellt.
Bei der Behandlung eines Beckenschiefstandes muss zwischen einem strukturellen und funktionellen Beckenschiefstand unterschieden werden.
Hinweis! Eine Behandlung wird in der Regel erst dann erforderlich, wenn der Beckenschiefstand Beschwerden verursacht.
Die Prognose eines Beckenschiefstandes hängt vor allem vom Ausmaß der Differenz und der zugrunde liegenden Ursache ab.
Eine konservative Therapie kann die Beschwerden jedoch in den meisten Fällen lindern.
Ist die Beinlängendifferenz auf eine Muskelverspannung oder eine muskuläre Dysbalance zurückzuführen, ist die Prognose sehr gut. Durch Physiotherapie und Muskeltraining kann Abhilfe verschafft werden.
Je nach Ausprägung und Dauer der Fehlbelastung können im Laufe der Zeit Folgeschäden durch einen Beckenschiefstand entstehen.
Die Dauer eines Beckenschiefstandes hängt vom Alter des Betroffenen und der Ursache ab. Drei Verläufe können dabei in Betracht gezogen werden.
Ein Beckenschiefstand bedingt aufgrund einer Beinlängendifferenz kann eingeteilt werden in:
Beachte! Eine leichte Schrägstellung kann der Körper kompensieren, bei einer ausgeprägten Fehlstellung entstehen Überbelastungen an Sehnen, Muskeln, Knochen und Bändern.
Da sich Kinder noch im Wachstum befinden, findet man bei ihnen besonders häufig einen Beckenschiefstand.
Diese Unterschiede in der Beinlänge gleichen sich im Verlauf des Wachstums jedoch häufig wieder aus.