Nierenzyste, wenn es zu einer flüssigkeitsgefüllten, abgekapselten Hohlraumstruktur in der Niere kommt. Oft gutartig und asymptomatisch.

Erfahrungs Berichte
Eine Zyste (auf deutsch: “Blase”) beschreibt einen Hohlraum, welcher mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Dieser Hohlraum ist von einer Schicht Epithelzellen ausgekleidet, bei Fehlen dieser Schicht wird eine ähnliche Formation auch als Pseudozyste bezeichnet. Diese Zysten können in fast jedem Gewebe des Körpers vorkommen und sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Ob es sich bei einer oder mehrerer Nierenzysten um eine gefährliche Veränderung handelt, ist nicht pauschal zu beantworten.
Bei einfachen, beschwerdefreien Läsionen, die nicht stark in der Größe zu nehmen, kann grundsätzlich von einer harmlosen Situation ausgegangen werden.
Bei multi-zystischen Nierenerkrankungen und Erbkrankheiten kann jedoch der Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich sein.
Die jeweilige Gefahr für Komplikationen oder eine Verschlechterung der Gesundheit durch die Zyste(n) hängt dabei von der Form der Nierenzystenerkrankung ab.
→ siehe Abschnitt Stadien
Besteht der Verdacht auf eine Nierenzyste, sollte ein Facharzt für Urologie aufgesucht werden.
Diese Fachrichtung der Medizin hat sich auf den oberen Teil des Urogenitaltraktes spezialisiert, wobei unter anderem die Nieren und Harnleiter mit eingeschlossen sind.
Dieser besitzt die notwendigen medizinischen Geräte und kann bei Bedarf auch an ein Zentrum mit möglichen Spezialisten überweisen.
Da es sich bei den meisten, einfachen Nierenzysten jedoch um symptomlose Erscheinungen handelt, werden diese vom Patienten selbst meist gar nicht bemerkt.
Häufig ist der Hausarzt, oder ein anderer Arzt welcher eine bildgebende Diagnostik des Bauchraums durchführt, derjenige, der die Nierenzyste diagnostiziert.
Je nach Klassifikation kann der Befund erhebende Arzt dann weiter an einen Urologen zur genaueren Untersuchung überweisen oder regelmäßige Kontrollen durchführen.
Grundsätzlich handelt es sich bei Zysten meist um gutartige Veränderungen, welche jedoch ärztlich begutachtet werden sollten
Zysten können bereits bei Geburt vorliegen, sie entstehen durch falsche Zellentwicklungen in der Embryonalzeit, oder erst im Laufe des Lebens entstehen.
Verletzungen oder Erkrankungen sowie Operationen können zu erworbenen Zysten führen, auch Parasiten können selten Ursache für das Auftreten von Zysten sein.
Das Vorkommen von Zysten in einer oder beiden Nieren ist relativ häufig.
Eine einzelne Ursache für das Entstehen für Nierenzysten kann nicht sicher ausgemacht werden, jedoch gibt es einige Fälle genetischer Veranlagung und einige Grunderkrankungen, die mit einem häufigeren Auftreten von Nierenzysten vergesellschaftet sind.
In der überwiegenden Anzahl der Fälle sind Nierenzysten ein zufälliger Befund bei bildgebenden Untersuchungen oder bei Operationen.
Die Nierenzysten sind häufig vollkommen symptomlos und werden daher häufig von Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen.
Bei Vorkommen von sehr vielen Zysten kann die Niere auch als Zystenniere beschrieben werden, auch wenn durch die größe oder die Anzahl von Zysten in der Niere die Organfunktion beeinträchtigt wird, sollte Vorsicht geboten sein.
In diesen Fällen kann eine Erberkrankung ursächlich für die Zysten sein und es bedarf möglicherweise einer medizinischen Behandlung oder eines operativen Eingriffs um die Funktion zu sichern.
Auch bei Beschwerden ausgelöst durch eine oder mehrere Nierenzysten sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Dieser kann die Nierenzyste diagnostizieren und auch bösartige Differentialdiagnosen ausschließen.
Ebenso kann eine Klassifikation der Zyste erfolgen, um einzuschätzen, ob es einer medizinischen Therapie bedarf und ob das Risiko einer bösartigen Entwicklung besteht.
Die Niere ist ein paarig angelegtes Organ, das im hinteren Bauchraum rechts und links der Wirbelsäule liegt.
Jede Niere ist bohnenförmig und etwa 10–12cm lang.
Ihre Grundstruktur besteht aus der Nierenrinde (Cortex) und dem Nierenmark (Medulla), in dem die Nierenpyramiden mit den Sammelrohren liegen. Das Nierenbecken sammelt den Urin und leitet ihn über den Harnleiter zur Harnblase.
Die Nieren sind, neben der Leber, wichtige Ausscheidungsorgane für ungewollte Substanzen im Körper. Sie filtern giftige und überschüssige Substanzen aus dem Blut und halten so die richtige Zusammensetzung des Blutes aufrecht. Durch die Filterfunktion der Nieren entsteht der Urin als Ausscheidungsprodukt. Eine oder auch beide Nieren können Zysten vorweisen.
Die Hauptaufgabe der Niere ist jedoch die Blutfiltration.
In den Nephronen – den kleinsten Funktionseinheiten – wird das Blut durch den Glomerulus gefiltert. Dabei entstehen der Primärharn und nachfolgend der konzentrierte Endharn.
Wichtige Funktionen der Niere sind:
Je nach Lage, Größe und Form einer Zyste in der Nierengegend, kann diese auch verschiedenste Symptome verursachen.
Da sich die klassischen erworbenen Nierenzysten eher selten zu großer Größe entwickelt, bleibt sie in der Regel jedoch ohne Symptome.
Da es jedoch erbliche Fälle von Zystischen Nierenerkrankungen gibt, sollten die dabei auftretenden möglichen Symptome gesondert beschrieben werden, beispielsweise bei:
Autosomal-dominante polyzystische Nierenerkrankung (auch MCKD1 und 2):
Dies ist die häufigste Form der erblichen Nierenzysten.
Diese Form tritt meist erst im Erwachsenenalter auf.
Im Verlauf kann es zu einer Vergrößerung der Nieren kommen.
Dadurch kann das Organgewebe geschädigt werden und das Risiko für Infekte erhöht werden. Dies kann sich durch die klassischen Symptome eines Harnwegsinfekts (Volksmund: Blasenentzündung/ Nierenentzündung) mit Schmerzen in der Flanke, beim Wasserlassen und Zeichen von Blut im Urin zeigen.
Zusätzlich können sich auch in anderen Organen, wie Leber, Milz oder Bauchspeicheldrüse Zysten entwickeln.
Autosomal-rezessive polyzystische Nierenerkrankung:
Diese Form der erblichen Zystennieren ist seltener als die dominante Variante.
Da bei rezessiven Erbkrankheiten beide Chromosomen betroffen sein müssen, damit es zu einer Manifestation der Krankheit kommt, zeigen sich die Symptome in der Regel schon sehr früh und deutlich.
Die Symptome zeigen sich schon kurz nach der Geburt und verursachen starke Blutdruckschwankungen. Im Verlauf kommt es meist zum fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion, sodass schon im Kindesalter intensive medizinische Betreuung notwendig wird und es häufig zur Notwendigkeit einer Nierentransplantation kommt.
Nephronophthise
Eine Erkrankungsgruppe mit genetischen Nierenzysten.
Die eher seltene Erkrankung führt zu einer Nierenentzündung welche über einen längeren Zeitraum zu Schrumpfnieren führen kann.
Durch den Abbau von Nierengewebe kommt es zu Ausbildung kleinerer Zysten und dem fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion.
Die Zyste wird nach der Bosniak-Klassifikation beurteilt und je nach Stadium eine weiterführende Diagnostik angeordnet.
Erfüllt die Zyste Kriterien, die auf eine mögliche Entartung (Malignität) hinweisen, kann eine Probenentnahme (Biopsie) oder Operation notwendig werden.
In den meisten Fällen reicht jedoch eine regelmäßige Kontrolle des Befundes.

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Die Größe von Nierenzysten kann sehr stark variieren.
Bei einfachen, klassischen Nierenzysten ohne grundlegende Erkrankung, wird laut BOSNIAK Klassifikation ab einem Durchmesser > 3 mm von einem erhöhten Entartungsrisiko ausgegangen.
Bei verschiedenen zystischen Nierenerkrankungen können die Anzahl und Größe der Zysten sehr stark variieren, von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern.
Bei großem Durchmesser besteht die Gefahr einer Ruptur und Infektion im Bauchraum.
Ein starkes Wachstum oder eine Zunahme der Anzahl von Zysten können auf eine grundlegende (bösartige) Erkrankung hinweisen.
Daher ist es wichtig, je nach Patient individuell das Risiko zu beurteilen und regelmäßige Verlaufskontrollen durchzuführen, um die Nierenzyste im Blick zu behandeln.
Bei jeder Ultraschalluntersuchung sollte dann die Größe dokumentiert werden, um Veränderung rechtzeitig zu erkennen.
Die Differentialdiagnosen zu Nierenzysten können je nach Ausprägung der Symptomatik sehr vielfältig sein.
Die sichere Diagnose kann jedoch sehr gut durch eine klinische und bildgebende Diagnostik eingegrenzt werden.
Ist die Diagnose einer Nierenzyste gestellt, sollte unbedingt eine Einteilung nach BOSNIAK erfolgen. (→ siehe Abschnitt Stadien)
Da das Erkrankungsbild bei einer oder mehrere Nierenzysten sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, ist somit die Prognose auch nicht allgemein zu stellen.
Im Normalfall einer einzelnen oder weniger kleiner Nierenzysten, ohne Symptomatik und bei Ausschluss einer erblichen Grundlage, ist die Prognose einer Nierenzyste sehr gut.
Diese Zysten sind in der Mehrzahl der Fälle harmlos und zeigen keine Tendenz zu wachsen oder sich bösartig zu entwickeln.
Bei der Einteilung nach BOSNIAK (→ siehe Abschnitt Stadien) kann das Risiko ermittelt werden, nach dem sich aus der Zyste eine bösartige Erkrankung entwickeln kann.
Die Prognose ist bei den fortgeschrittenen Stadien schlechter, da sich bei Entwicklung eines Tumors auch mit Operation nicht immer ein vollständiger Erfolg erzielen lässt.
Bei Entartung, aber auch bei Zystennieren kann die Entfernung einer Niere oder eines Teils einer Niere notwendig werden.
Durch solch einen Eingriff ist die gesamte Nierenfunktion herabgesetzt.
Dies birgt ebenfalls Gesundheitsrisiken und kann auf lange Sicht eine Dialyse und als Endlösung eine Nierentransplantation notwendig machen.
Hat sich aus einer gefährlichen Zyste ein Nierenkrebs entwickelt, ist die Lebenserwartung des Patienten reduziert.
Je nach Krebsstadium kommen unterschiedliche Therapieoptionen in Frage, jedoch kommt es meist zu einer verkürzten Lebenszeit und zu Bedarf einer intensiven medizinischen Unterstützung.
Daher sollte bei auffälligen Läsionen frühstmöglichst ein Arzt zur Beurteilung und Kontrolle aufgesucht werden.
Um die Bedrohlichkeit von einer oder mehrerer Nierenzysten einzuschätzen, hat sich in der Medizin die Bosniak-Klassifikation etabliert.
Grundsätzlich handelt es sich bei Zysten meist um gutartige Veränderungen, welche jedoch ärztlich begutachtet werden sollten
Zysten können bereits bei Geburt vorliegen, sie entstehen durch falsche Zellentwicklungen in der Embryonalzeit, oder erst im Laufe des Lebens entstehen.
Verletzungen oder Erkrankungen sowie Operationen können zu erworbenen Zysten führen, auch Parasiten können selten Ursache für das Auftreten von Zysten sein.
Das Vorkommen von Zysten in einer oder beiden Nieren ist relativ häufig.
Eine einzelne Ursache für das Entstehen für Nierenzysten kann nicht sicher ausgemacht werden, jedoch gibt es einige Fälle genetischer Veranlagung und einige Grunderkrankungen, die mit einem häufigeren Auftreten von Nierenzysten vergesellschaftet sind.
In der überwiegenden Anzahl der Fälle sind Nierenzysten ein zufälliger Befund bei bildgebenden Untersuchungen oder bei Operationen.
Die Nierenzysten sind häufig vollkommen symptomlos und werden daher häufig von Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen.
Bei Vorkommen von sehr vielen Zysten kann die Niere auch als Zystenniere beschrieben werden, auch wenn durch die größe oder die Anzahl von Zysten in der Niere die Organfunktion beeinträchtigt wird, sollte Vorsicht geboten sein.
In diesen Fällen kann eine Erberkrankung ursächlich für die Zysten sein und es bedarf möglicherweise einer medizinischen Behandlung oder eines operativen Eingriffs um die Funktion zu sichern.
Auch bei Beschwerden ausgelöst durch eine oder mehrere Nierenzysten sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Dieser kann die Nierenzyste diagnostizieren und auch bösartige Differentialdiagnosen ausschließen.
Ebenso kann eine Klassifikation der Zyste erfolgen, um einzuschätzen, ob es einer medizinischen Therapie bedarf und ob das Risiko einer bösartigen Entwicklung besteht.
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