Nierenvergrößerung (Nephromegalie), wenn im Laufe der Zeit das Volumen der Nieren zunimmt.

Erfahrungs Berichte
Eine Vergrößerung einer oder beider Nieren wird durch den Arzt durch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Computertomographie festgestellt. Die normale Größe einer Niere beträgt 9x6x3 cm. Epidemiologische Zahlen bei einer Organveränderung mit einem sehr breiten Spektrum an Ursachen sind schwer zu erheben. Daher kann über eine ungefähre Anzahl von Betroffenen keine Aussage gemacht werden.
Das Bild einer vergößerten Niere kann unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen haben, die untschiedlich gefährlich sind.
Eine Hydronephrose bspw. kann bei ausbleibender Behandlung zu einer dauerhaften Funktionsstörung der Niere führen und ist daher ein ernstzunehmendes Krankheitsbild.
Zum Arzt (Internist, Nephrologie, Allgemeinmedizi) sollte man sofort, wenn zusätzlich folgende Symptome auftreten:
Die Ursachen und Risikofaktoren richten sich je nach dem Entstehungsgrund der Nierenvergrößerung.
Harnsteine
Das Harnsteinleiden ist eine Zivilisationskrankheit.
Eine stark proteinreiche Ernährung (viel Fleisch, Eier) erhöht das Risiko Harnsteine zu entwickeln.
Die Steine unterscheiden sich in ihrer Beschaffenheit.
Die Ursachen des jeweiligen Materials, aus dem der Stein beschaffen ist, liegen zu einem großen Teil an der individuellen Ernährung.
Andere Risikofaktoren, die zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Harnsteinentstehung führt, sind:
Pyelonephritis
Die Ursache der Pyelonephritis ist die aufsteigende Infektion, meist aus einer vorangegangenen Harnwegsinfektion, hier genauer die Zystitis (Blasenentzündung).
Frauen sind hierbei weit häufiger betroffen als Männer.
Dies ergibt sich aus anatomischen Gründen: die Harnröhre der Frau ist kürzer.
Auch ist ein Blasendauerkatheter Risikofaktor zur Entstehung einer Zystitis und somit der Pyelonephritis.
Nierenerkrankungen
Die genetisch bedingten Nierenerkrankungen haben den Risikofaktor der positiven Familienanamnese.
Nierentumor
Nierentumoren unterliegen der allgemeinen Risikofaktoren von Krebserkrankungen.
Hierzu zählen Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum, falsche Ernährung, Umgang mit giftigen Substanzen, Virusinfektionen, Stress, Adipositas, genetische Vorbelastung.
Die Symptome der Nierenvergrößerung variieren sehr stark, es kommt auf die Ursache der Nierenvergrößerung an.
Alle Veränderungen des Urinstatus können auf eine Nierenvergrößerung hinweisen, dazu zählen:
Um die Vergrößerung der Niere zu diagnostizieren, bedarf es einer Bildgebung.
Mittel der Wahl ist hierbei der Ultraschall.
Eine Computertomographie kann ebenfalls angewendet werden.
Ein Vergleich beider Nieren sollte bei der Bildgebung berücksichtigt werden, um den Unterschied feststellen zu können.
Bei der Bildgebung ist es möglich, die Lage der Niere zu beurteilen.
Ferner kann ebenfalls der Fluss des Harns dargestellt werden, mögliche Veränderungen der harnableitenden Strukturen und auch eventuell vorhandene Harnsteine.
Raumforderungen der Nieren können ebenfalls diagnostiziert werden.
Weitere Diagnostik neben der Bildgebung ist die körperliche Untersuchung, sowie eine Laboruntersuchung von Blut (Blutuntersuchung) und Urin (Urinuntersuchung).
Durch die Laborwerte können zusätzliche Informationen gewonnen werden, die auf die Ursache der Nierenvergrößerung hinweisen können.
Die zu einer Nierenvergrößerung führenden Krankheiten haben vielfältige Symptome und können daher bei mehreren anderen Erkrankungen auftreten.
Zu nennen sind:
Die Therapie der Nierenvergrößerung kommt auf die zugrunde liegende Erkrankung an:
Nierenbeckenentzündung
Bei der Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung), wird allein die Diagnosestellung als Indikation zum Einsatz eines Antibiotikums angesehen.
Bei einer schweren Infektion wird die antibiotische Therapie systemisch angewendet (über einen intravenösen Zugang), bei einer milden Infektion kann die antibiotische Therapie auch in Tablettenform dargereicht werden.
Wichtig ist auch die Flüssigkeitszufuhr, falls diese nicht ausreichend durch das Trinkverhalten des Patienten durchgeführt werden kann, werden Infusionen angewendet.
Wenn das Wasserlassen nicht mehr funktioniert und es zu einem Harnverhalt kommt, muss ein Blasenkatheter gelegt werden, damit die Harnableitung gesichert werden kann.
Harnsteinleiden
Harnsteinleiden erfordert als Erstes eine schmerzlindernde Therapie.
Bei kleinen Steinen kann konservativ vorgegangen werden: der spontane Abgang der Harnsteine ist möglich.
Zur Forcierung des Abgangs kann die Trinkmenge und das Maß der körperlichen Bewegung erhöht werden.
Die abgegangenen Steine können mit einem Sieb abgefangen werden und im Labor zur Analyse gegeben werden.
Polyzystische Nierenerkrankung
Die polyzystische Nierenerkrankung setzt das frühzeitige Erkennen, die Vorbeugung und die Behandlung einer Niereninsuffizienz voraus.
Dabei kommen regelmäßige Verlaufskontrollen per Ultraschall zum Einsatz, die Laborparameter der Niere werden ebenfalls erhoben.
Patienten mit polyzystischer Nierenerkrankung müssen daraufhin angeleitet werden, nephrotoxische Substanzen zu meiden (z. B. Medikamente wie Ibuprofen).
Wenn die Niereninsuffizienz sehr weit fortgeschritten ist, wird eine Dialyse angewendet und als letzte Option gibt es die Nierentransplantation.
Die polyzystischen Nierenerkrankungen werden in verschiedene Typen eingeteilt.
Jede Gruppe dieser Einteilung hat eine spezifische Therapie, so gibt es ein Medikament, das bei der Autosomal-Dominanten Polyzystischen Nierenerkrankung (Potter Typ 3) appliziert werden kann.
Bei der Autosomal Rezessiven Polyzystischen Nierenerkrankung (Potter Typ1) und der Autosomal dominanten Polyzystischen Nierenerkrankung (Potter Typ 3) muss ebenfalls die Leber mitkontrolliert werden, da diese bei diesen beiden Typen dazu neigt in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt zu werden.
Diabetes Insipidus
Der Diabetes Insipidus hat einen ADH (Antidiuretisches Hormon) Mangel als Ursache.
Um diesen zu beseitigen, kann das Hormon dem Körper zugeführt werden, z. B. als subkutane Spritze oder auch in Tablettenform.
Nierentumor
Verschiedene Tumoren der Niere können ebenfalls zur Nierenvergrößerung führen und werden unterschiedlich behandelt.
Das Nierenzellkarzinom wird in kurativer Absicht immer chirurgisch behandelt.
Dabei wird die Entfernung des Tumors als Ziel gesetzt.
Die Prognose ist je nach Ursache unterschiedlich.
Das Harnsteinleiden variiert in der Prognose, maßgeblich je nach Größe des Steins /der Steine.
Bis zu einem Durchmesser von 5mm gehen Harnsteine oft spontan ab.
Bei einer Größe von über 5mm Durchmesser, gehen sie nur noch sehr selten spontan ab.
Bei über der Hälfte der Betroffenen, die an Harnsteinen leiden, kommt es immer wieder zu beschwerdeartigen Zuständen.
10–20% der Betroffenen haben nach Abheilung beim erstmaligen Auftreten eine hohe Wahrscheinlichkeit bis zu 3 weitere Episoden zu erleiden.
Die akute Pyelonephritis hat bei schneller und adäquater Therapie eine sehr gute Chance auszuheilen und damit eine sehr gute Prognose.
Bei einer chronischen Pyelonephritis ist die Prognose deutlich schlechter.
Die entzündlichen Prozesse halten fortwährend an und schränken auf Dauer das Nierengewebe in seiner Funktionsfähigkeit ein, sodass es auch zu einer Niereninsuffizienz kommen kann.
Die Prognose einer Krebserkrankung hängt stark davon ab, welches Stadium der Erkrankung vorliegt.
Heutzutage kann man sagen, dass sich die Prognose in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, da durch viele bildgebende Verfahren (Ultraschall) früher Tumore erkannt werden.
Der Nierenvergrößerung vorzubeugen bedeutet, den verschiedenen Krankheiten vorzubeugen.
Beim Harnsteinleiden bedeutet dies, sich viel zu bewegen, auf die Ernährung zu achten, ausreichend zu trinken und kein Übergewicht zu haben bzw. dieses zu reduzieren.
Der Pyelonephritis vorzubeugen heißt auch einer Blasenentzündung vorzubeugen: auf eine immer ausreichende Trinkmenge pro Tag zu achten, sich nicht zu lange auf unterkühlte Sitzgelegenheiten zu setzen.
Um das Risiko an einem Nierentumor zu erkranken zu minimieren, gelten die allgemeinen Empfehlungen zur Vorbeugung von Krebserkrankungen: viel Bewegen, Sportlich aktiv sein, auf Rauchen /Alkohol und andere Genussmittel verzichten, auf eine gesunde Ernährung zu achten, zur Vorsorge zu gehen.
Bei einer erkannten Nierenvergrößerung bei Kindern ist zu beachten, was genau die Ursache ist.
Die Vergrößerung wird beobachtet durch Verlaufsuntersuchungen (körperliche Untersuchung, Ultraschall).
Ursächlich kann eine Fehlbildung sein, z. B. der Harnleiter.
Bei Kindern sollte man drauf achten, regelmäßige Arztbesuche wahrzunehmen, den Verlauf zu kontrollieren.
Eine spontane Zurückbildung ist möglich.
Besonders im Augenmerk liegt die Kontrolle der Nierenfunktion.
Eltern können z.B. darauf achten, dass bei kleineren Kindern beim Wickeln ausreichend Urin ausgeschieden wird.
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