Osteomyelitis, wenn es zu einer Knochen(marks)entzündung und dadurch zu einer Zerstörung des Knochens kommt.


Erfahrungs Berichte
Genau genommen versteht man unter einer Osteomyelitis eine Entzündung des Knochenmarks. Da diese Erkrankung aber fast nie ohne Knochenentzündung besteht (Ostitis) werden die Begriffe häufig synonym verwendet. Eine Osteomyelitis wird am häufigsten durch Bakterien ausgelöst und kann entweder akut, subakut oder chronisch auftreten.
Eine Osteomyelitis kann sehr gefährlich werden.
Bei bestehendem Verdacht sollte umgehend ärztliches Personal aufgesucht werden.
Zur Therapie ist zwingend eine intravenöse Antibiotikagabe nötig, sodass ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt folgt.
Je nachdem, welcher Knochen befallen ist, kann es zu Bewegungseinschränkungen durch defekte Knochenheilung kommen.
Wenn die Wirbelsäule betroffen ist, kann es zu einem Querschnittssyndrom mit Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen.
Im schlimmsten Fall kann man sogar an einer Osteomyelitis sterben, bzw. durch die Weiterleitung der Erreger im Blut und der Entwicklung einer Sepsis.
Unbehandelt hat eine Osteomyelitis eine hohe Letalität (Sterblichkeit).
Bei Verdacht auf Osteomyelitis mit anhaltenden Beschwerden, sowie Allgemeinzustandsverschlechterung mit Fieber oder Schüttelfrost sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Vor allem, wenn Kinder plötzlich Gliedmaßen nicht mehr richtig bewegen oder eine Schonhaltung aufweisen, zusätzlich zu eben genannten Symptomen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Die klassischen Symptome: Schmerz, Allgemeinzustandsverschlechterung und Schüttelfrost und Fieber können je nach Alter unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
Auch anhaltende Schmerzen oder ein geminderter Allgemeinzustand über längere Zeit sollten unabhängig der Ursache immer ärztlich abgeklärt werden.
Um die Wichtigkeit der Lokalisation zu verstehen, schauen wir uns einmal den Aufbau des Knochens an.
Die Röhrenknochen in unserem Körper (z. B. Oberschenkel-, der Armknochen, aber auch Fingerknochen) bestehen aus:
Letztendlich sind alle Knochen aus Kopf, Hals, Schaft und dann quasi wieder Hals und Kopf aufgebaut.
Zudem bestehen die Knochen von außen nach innen aus der Knochenhaut (Periost), dem sich die Rindenschicht von innen anschließt (Corticalis).
Sie besteht aus festem Knochenmaterial, der Compacta.
Weiter innen schließt sich ein schwammiges Gewebe, die Substantia spongiosa an.
Die Hohlräume dazwischen sind von Endost ausgekleidet (der „Knocheninnenhaut“), zwischen ihnen befindet sich das Knochenmark.
Der Raum wird auch als Markhöhle bezeichnet. Mit zunehmendem Lebensalter verfettet der Markraum.
Wichtig ist auch die Blutversorgung.
Bei Kindern und Jugendlichen ist sie noch etwas anders als bei Erwachsenen. Das spielt besonders bei einer Entzündung im Bereich des Knochens eine entscheidende Rolle.
Die Knochen von Kindern sind extrem gut durchblutet, vor allem die Metaphyse ist deswegen Prädilektionsstelle für Entzündungen.
Ebenfalls können die Entzündungen auf die benachbarten Gelenke übergreifen.
Man kann eine akute Osteomyelitis von einer subakuten und einer chronischen unterscheiden.
Weiterhin kann man die Osteomyelitiden anhand des Infektionsmusters einteilen.
Hier unterscheidet man:
Je nach Art der Osteomyelitis kommen verschiedenen Erreger in Betracht:
Bei den Symptomen einer Osteomyelitis muss zwischen der akuten und chronischen Form unterschieden werden.
Akute Osteomyelitis:
Chronische Osteomyelitis:

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Man kann teilweise von außen eine Schwellung und Rötung der Haut über dem betroffenen Knochenareal sehen.
Auch wenn sich eine Fistel oder gar ein Abszess bildet, kann man dies in einigen Fällen von außen erkennen.
Eine Osteomyelitis ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die nicht mit Hausmitteln behandelt werden kann.
Die Erkrankung erfordert immer eine ärztliche Abklärung und eine intravenöse, antibiotische Therapie, sodass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.
Ziel der Operation ist es, den betroffenen Knochen zu „reinigen“ bzw. zu entfernen, um eine Weiterleitung oder gar eine Sepsis (Blutvergiftung) zu verhindern.
Die Operation findet in Vollnarkose statt.
Der betroffene Knochenanteil, sowie mögliche Abszesse oder Fisteln werden ausgeschnitten, Abstriche zur Erregerdiagnostik werden entnommen und der restliche Knochen gereinigt.
Auch eine adäquate Wundversorgung kann Ziel der Operation sein.
Die Antibiotikatherapie ist aber auch hier ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Indikationen für eine operative Therapie sind:
Nach der Operation ist es wichtig, sich zu schonen und die Extremität heilen zu lassen.
Wie lange richtet sich nach betroffenen Knochen und Ausmaß der Operation.
Eine gute Schmerzlinderung ist unumgänglich, hierfür können z. B. Ibuprofen, aber auch stärkere Medikamente eingesetzt werden, je nachdem wann man schmerzfrei ist.
Ein Sonderfall ist die Spondylitis / Spondylodiszitis.
Hier liegt eine Osteomyelitis der Wirbelsäule vor.
Die Prognose bei einer Osteomyelitis hängt von mehreren Faktoren ab.
Im Kindesalter heilt eine Osteomyelitis oft relativ schnell und in der Regel ohne Folgen aus.
Erwachsene zeigen sehr unterschiedliche Verläufe, sodass man die Prognose nicht pauschalisieren kann.
Eine chronische Osteomyelitis kann lange symptomfreie Intervalle zeigen und dann auch nach Jahrzehnten erneut auftreten.
Oftmals ist der Verlauf an sich auch langwieriger.
Der Verlauf einer Osteomyelitis richtet sich nach persönlich unterschiedlichen Faktoren, wie
Auch ob Komplikationen auftreten oder nicht, nimmt Einfluss auf den Verlauf und die Dauer der Erkrankung.
Im Kindesalter heilen Osteomyelitiden oftmals vollständig aus, meist ohne Komplikationen zu verursachen.
Es kann allerdings zu Wachstumsstörungen kommen, wenn die Epiphysenfugen (Wachstumsfugen) betroffen sind.
Eine Wachstumsstörung kann je nach Ausprägung dafür sorgen, dass eine Extremität (deutlich) kürzer ist, als die andere.
In der Regel heilen Osteomyelitiden bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung gut aus.
Nach einer Osteomyelitis kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.
Hierzu zählen:
Eine Osteomyelitis ist nicht ansteckend.
Sie läuft innerhalb des Körpers, genauer innerhalb des Knochens ab.
Prinzipiell kann jeder Knochen von einer Osteomyelitis betroffen sein.
Die genaue Lokalisation der Entzündung unterscheidet sich bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Auch Kinder können von Osteomyelitiden betroffen sein.
Im Kindesalter sind vor allem die Metaphysen der langen Röhrenknochen betroffen.
Aufgrund der guten Durchblutung und den offenen Epiphysenfugen, also den Wachstumsfugen, die uns das Längenwachstum ermöglichen, können auch die Gelenke befallen sein.
Bei Erwachsenen sind die Epiphysenfugen geschlossen und funktionieren als Art Barriere für die Bakterien.
Diese können folglich nicht so leicht ins Gelenk gelangen, bei Kindern allerdings schon.
In der Regel lassen sich Osteomyelitiden im Kindesalter aber gut behandeln und heilen folgenlos aus.
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