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pfeilWas ist das?

Genau genommen versteht man unter einer Osteomyelitis eine Entzündung des Knochenmarks. Da diese Erkrankung aber fast nie ohne Knochenentzündung besteht (Ostitis) werden die Begriffe häufig synonym verwendet. Eine Osteomyelitis wird am häufigsten durch Bakterien ausgelöst und kann entweder akut, subakut oder chronisch auftreten.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Osteomyelitis kann sehr gefährlich werden.
Bei bestehendem Verdacht sollte umgehend ärztliches Personal aufgesucht werden.

Zur Therapie ist zwingend eine intravenöse Antibiotikagabe nötig, sodass ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt folgt.

Je nachdem, welcher Knochen befallen ist, kann es zu Bewegungseinschränkungen durch defekte Knochenheilung kommen.
Wenn die Wirbelsäule betroffen ist, kann es zu einem Querschnittssyndrom mit Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen.

Im schlimmsten Fall kann man sogar an einer Osteomyelitis sterben, bzw. durch die Weiterleitung der Erreger im Blut und der Entwicklung einer Sepsis.

Unbehandelt hat eine Osteomyelitis eine hohe Letalität (Sterblichkeit).

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pfeilWann zum Arzt?

Bei Verdacht auf Osteomyelitis mit anhaltenden Beschwerden, sowie Allgemeinzustandsverschlechterung mit Fieber oder Schüttelfrost sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Vor allem, wenn Kinder plötzlich Gliedmaßen nicht mehr richtig bewegen oder eine Schonhaltung aufweisen, zusätzlich zu eben genannten Symptomen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Die klassischen Symptome: Schmerz, Allgemeinzustandsverschlechterung und Schüttelfrost und Fieber können je nach Alter unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Auch anhaltende Schmerzen oder ein geminderter Allgemeinzustand über längere Zeit sollten unabhängig der Ursache immer ärztlich abgeklärt werden. 

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Anatomie

Um die Wichtigkeit der Lokalisation zu verstehen, schauen wir uns einmal den Aufbau des Knochens an.

Die Röhrenknochen in unserem Körper (z. B. Oberschenkel-, der Armknochen, aber auch Fingerknochen) bestehen aus:

  • Epiphyse – die Epiphyse entspricht quasi dem Kopf des Knochens, der mit einem anderen Knochen ein Gelenk bildet.
  • Metaphyse – die Metaphyse entspricht dem Knochenhals, hier setzen oft noch Bänder und Sehnen von Muskeln an.
  • Diaphyse – die Diaphyse bildet den Schaft des Knochens.

Letztendlich sind alle Knochen aus Kopf, Hals, Schaft und dann quasi wieder Hals und Kopf aufgebaut.

Zudem bestehen die Knochen von außen nach innen aus der Knochenhaut (Periost), dem sich die Rindenschicht von innen anschließt (Corticalis).
Sie besteht aus festem Knochenmaterial, der Compacta.

Weiter innen schließt sich ein schwammiges Gewebe, die Substantia spongiosa an.
Die Hohlräume dazwischen sind von Endost ausgekleidet (der „Knocheninnenhaut“), zwischen ihnen befindet sich das Knochenmark.
Der Raum wird auch als Markhöhle bezeichnet. Mit zunehmendem Lebensalter verfettet der Markraum. 

Wichtig ist auch die Blutversorgung.
Bei Kindern und Jugendlichen ist sie noch etwas anders als bei Erwachsenen. Das spielt besonders bei einer Entzündung im Bereich des Knochens eine entscheidende Rolle.
Die Knochen von Kindern sind extrem gut durchblutet, vor allem die Metaphyse ist deswegen Prädilektionsstelle für Entzündungen.
Ebenfalls können die Entzündungen auf die benachbarten Gelenke übergreifen.

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Einteilung & Formen

Man kann eine akute Osteomyelitis von einer subakuten und einer chronischen unterscheiden.

  1. Eine akute Osteomyelitis tritt innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen auf.
  2. Eine subakut innerhalb von Wochen
  3. Eine chronische Osteomyelitis kann auch erst nach Monaten bis Jahren symptomatisch werden.

Weiterhin kann man die Osteomyelitiden anhand des Infektionsmusters einteilen.
Hier unterscheidet man:

  • Exogene Osteomyelitis – die Infektion wird von außen in den Körper gebracht. Die tritt vor allem bei Erwachsenen auf.
    • posttraumatisch (nach einem Unfall)
    • postoperativ (nach einer Operation
  • Endogene Osteomyelitis – die Infektion kommt vom Körper selbst.
    • hämatogene Osteomyelitis (über das Blut fortgeleitete Osteomyelitis)
    • häufiger bei Kindern und Jugendlichen, betrifft da dann oftmals die Metaphysen langer Röhrenknochen, aufgrund der Durchblutung im Kindesalter.
    • bei Säuglingen und Kleinkinder: Gefahr des Übergangs der Entzündung auf benachbarte Gelenke aufgrund der Durchblutung.
    • bei Erwachsenen: oft als Entzündung der Wirbelkörper und Bandscheiben (Spondylitis/Spondylodiszitis
  • Fortgeleitete Osteomyelitis – durch z. B. Infektionen um den Knochen, die dann auf den Knochen übergreifen, wie z. B. bei einer Nagelentzündung, die dann auf den darunterliegenden Fingerknochen übergehen kann.
    • vor allem Mischinfektionen
    • spezifische Osteomyelitis (oftmals durch Tuberkulosebakterien ausgelöste Knochenmarkentzündung, vor allem in der Wirbelsäule → „spezifische Spondylitis“, Symptome eher schleichend im Vergleich zu anderen Erregern)
    • chronische nicht-bakterielle Osteomyelitis (autoinflammatorisch, die Entzündung kommt aus dem Körper, ohne dass Keime dafür verantwortlich sind, der Körper „greift sich selber an“)

Sonderformen der Osteomyelitis

  • Brodie-Abszess – Von einem Brodie Abszess sind vor allem Kinder betroffen.
    Wenn die Kinder ein gutes Immunsystem haben oder die Erreger eine geringe Virulenz, kann sich die Osteomyelitis abkapseln und „nur“ als Brodie-Abszess symptomatisch werden. Meist kommt dieser an den Meta-/Epiphysen der langen Röhrenknochen, vor allem im Bein, vor und äußert sich meist nicht wirklich, manchmal kommt es zu Schmerzen.
    Therapie der Wahl ist hier die operative Entfernung des Abszesses.  
  • Spezifische Spondylitis/Spondylodiszitis – Eine spezifische Spondylitis/Spondylodiszitis beschreibt eine Entzündung der Wirbelkörper und Bandscheiben, ausgelöst durch Tuberkulosebakterien.
    Sie sind oft symptomarmer als Entzündungen, die durch andere Bakterien ausgelöst werden und zeigen einen eher schleichenden Beginn. Es kann zu subfebrilen Temperaturen, dumpfen Rückenschmerzen oder Klopfschmerz über den Wirbelkörpern kommen.
    Therapiert wird mit Antibiotika und strikter Bettruhe, damit sich die Entzündung nicht ausbreitet. Man muss die Tuberkulosebakterien beseitigen, damit langfristig eine Heilung möglich ist.
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Ursachen Osteomyelitis

  • Erreger – oftmals sind Bakterien Auslöser einer Osteomyelitis, selten Pilze.
    • In ca. 80 % der Fälle ist Staphylococcus aureus der Auslöser und das sowohl bei Kindern und Erwachsenen, sowie bei akuten und chronischen Infektionen.
    • Infektionswege – Der Erreger gelangt auf verschiedenste Wege in den Körper oder in die Blutbahn.
      Eine endogene Osteomyelitis (von „innen“ ausgelöst, im Körper) wird häufiger nur durch einen Erreger verursacht, während exogene Osteomyelitiden öfter durch mehrere Erreger gleichzeitig ausgelöst werden.
  • Risikofaktoren – es gibt bestimmte Risikofaktoren, die das Auftreten einer Osteomyelitis begünstigen.
    • Offene Frakturen (Knochenbrüche) – durch die Wunde können Bakterien in den Knochen gelangen.
    • Verminderte Durchblutung – im Blut „schwimmen“ auch unsere Immunzellen und wenn eine Stelle weniger durchblutet wird, stehen auch weniger Immunzellen zur Verfügung, um eine mögliche Infektion zu bekämpfen.
    • Schwere Weichteilschäden (z. B. aufgrund von verminderter Durchblutung bei der pAVK und einem Ulcus)
    • Eingeschränkte Immunabwehr (z. B. bei Immunsuppression, HIV, Neoplasien)
    • Systemerkrankungen (z. B. bei Diabetes)
    • Substanzabusus (Nikotin, Alkohol, Drogen)
    • Hohe Erregerlast

Je nach Art der Osteomyelitis kommen verschiedenen Erreger in Betracht:

  • Häufigster alleine und in Mischinfektionen ist Staphylococcus aureus.
  • Nach offenen Frakturen muss vor allem an gramnegative Keime gedacht werden, wie Anaerobier und Pseudomonas (generell ein Problemkeim in der Medizin).
  • Bei einer Osteomyelitis, die nach einer OP auftritt, muss man an Koagulase-negative Staphylokokken (KGNS) denken.
  • Bei immunsupprimierten Patienten müssen bei einer hämatogenen Osteomyelitis auch Pilze mit bedacht werden.
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Symptome Osteomyelitis

Bei den Symptomen einer Osteomyelitis muss zwischen der akuten und chronischen Form unterschieden werden.

Akute Osteomyelitis:

  • Rötung und Schwellung – des Hautareals über dem betroffenen Knochen. Die Schwellung drückt gegen den Knochen und behindert den Blutfluss. Dadurch kann es zum Absterben des Knochens kommen.
  • Knochenschmerzen – vor allem bei Belastung, aber auch in Ruhe  
    • Druckschmerz und teigige Schwellung über dem betroffenen Knochen (Druckschmerz nur, wenn auch die Knochenhaut betroffen ist → Periostitis
  • Fieber, Schüttelfrost – Verschlechterung des Allgemeinzustandes
  • Schonhaltung des Körperteils
  • Es gibt auch Verläufe, die eher wenig symptomatisch sind (subfebrile Temperaturen, nur leichte Schmerzen oder keine Allgemeinzustandsverschlechterung)

Chronische Osteomyelitis:

  • Wenig Symptome!
  • Immer wiederkehrende Knochenschmerzen oder Schmerzen generell (dumpfer Charakter)
  • Verdickung des Knochens 
  • Wenn es zu einer sogenannten Fistelbildung in die Haut kommt, kann es zu Eiterabsonderungen kommen (eine Fistel beschreibt einen sich neu bildenden „Gang“ zwischen zwei Strukturen, z. B. dem Knochen und der Haut im Rahmen einer Infektion)  
  • Manchmal wird man auch nur aufmerksam, weil sich Implantate lockern oder weil der Knochen ohne adäquates Trauma bricht.
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Diagnose Osteomyelitis

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • bestehen Risikofaktoren? Operation? Trauma mit offenem Bruch? Immunsuppression?
    • Alter?
    • besteht möglicherweise eine Infektion mit Tuberkulosebakterien?
  • Körperliche Untersuchung
    • Druckschmerz über der betroffenen Stelle nur, wenn auch die Knochenhaut betroffen ist (Periostitis), diese ist nämlich der schmerzempfindliche Teil des Knochens 
    • Schonhaltung
    • Schwellung und Rötung?
  • Blutuntersuchung (Entzündungsparameter, wie z. B. CRP, BSG, Leukos erhöht)
    • Blutkulturen zum Erregernachweis 
  • Bildgebung – Mittel der Wahl bleibt MRT
    • Ultraschall – zum Nachweis einer Umgebungsreaktion, bei Verdacht auf Abszess des Weichgewebes.
    • Röntgen – Achtung: ein Röntgenbild kann besonders in den Anfangsstadien unauffällig sein – erst ab dem 3. Tag kann man Veränderungen erkennen.
    • MRT (Magnetresonanztomografie) – Nachweis der Veränderungen schon am 1. Tag möglich.
    • ggf. Skelettszintigraphie 
  • Biopsie – ggf. eine Biopsie bzw. Punktion zum Erregernachweis oder zur Entlastung.
  • Abstrich – während einer Operation (zur Sanierung der Infektion)
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Bilder

Man kann teilweise von außen eine Schwellung und Rötung der Haut über dem betroffenen Knochenareal sehen.

Auch wenn sich eine Fistel oder gar ein Abszess bildet, kann man dies in einigen Fällen von außen erkennen.

  • Fistel – Eine Fistel macht sich durch ein „Loch“ der Haut, mit oder ohne Eiterabsonderung bemerkbar.
  • Abszess – Ein Abszess führt zu geschwollener und geröteter Haut.
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Differenzialdiagnose

  • Knochentumor – Ein Knochentumor kann vor allem im Kindesalter auch zu Fieber, Allgemeinzustandsverschlechterung, Schmerzen und Geh-Verweigerung führen.
    Im Kindesalter muss an ein Ewing-Sarkom oder Osteosarkom gedacht werden, ältere sind eher von einem Chondrosarkom betroffen.
    • Die klassischen Symptome, wie Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder Fieber können auch fehlen.
    • In jedem Fall muss eine ärztliche Abklärung erfolgen. Je nach Entität werden Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung als Therapie angewendet.
    • Zur Diagnosesicherung werden MRT, Anamnese und körperliche Untersuchung sowie eine Biopsie benötigt.
  • Leukämie – Besonders Kinder können nur durch eine Bewegungsverweigerung und Allgemeinzustandsveränderung auffällig werden.
    Das gilt sowohl für eine Osteomyelitis als auch für eine Leukämie, also Blutkrebs.
    • Diagnostisch werden neben Anamnese und körperliche Untersuchung eine Blutabnahme, Knochenmarkspunktion und bildgebende Verfahren eingesetzt, um beide zu unterscheiden.
    • Die Therapie richtet sich nach genauer Art der Leukämie und erfolgt anhand von Studienprotokollen.  
  • Knochenzyste – Eine Knochenzyste beschreibt einen Hohlraum des Knochens, der mit Flüssigkeit gefüllt ist.
    Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche.
    • Meist sind diese benigne, also harmlos, können aber zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sowie pathologischen Frakturen führen.
    • Zur Diagnostik können Röntgen oder MRT eingesetzt werden.
    • Je nach Entität und Symptomatik kann man abwarten oder operieren.  
  • Septische Arthritis – Unter einer septischen Arthritis versteht man eine Gelenkentzündung, die durch Fortleitung der Bakterien über die Blutbahn entsteht.
    • Sie präsentiert sich ebenfalls mit Fieber und Allgemeinzustandsverschlechterung, Schmerzen und Gehverweigerung bzw. Bewegungseinschränkungen sowie Rötung und Schwellung des betroffenen Gelenks. Am häufigsten sind Kinder und das Kniegelenk betroffen.
    • Diagnostisch kommen eine Punktion oder Biopsie in Frage. MRT und Röntgen dienen eher der Verlaufskontrolle.
    • Behandelt wird auch primär antibiotisch und schmerzlindernd. 
  • Knochennekrose – Eine Knochennekrose beschreibt ein durch Minderdurchblutung entstehendes Absterben des Knochens.
    • Sie präsentiert sich vor allem durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
    • Im Röntgen oder MRT lassen sich die Veränderungen nachweisen.
    • Je nach Ausprägung der Nekrose, Alter des Betroffenen und gesundheitsbezogenen Faktoren kommen therapeutisch Physiotherapie bis hin zu einer Operation in Frage.
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Behandlung Osteomyelitis

  • Schonen / Entlastung – ein zentraler Aspekt der Behandlung ist die Ruhigstellung.
    Die Entlastung ist Pflicht, egal durch welche Ursache die Osteomyelitis ausgelöst wurde.
  • Antibiotika – des Weiteren wird eine Osteomyelitis antibiotisch behandelt.
    Bei der akuten Form reicht meist eine alleinige Antibiotikatherapie aus.
    • Die Therapie erfolgt initial für ca. 2–4 Wochen intravenös und anschließend über mehrere Wochen mit oraler Antibiotikatherapie.
      Demzufolge ist bei einer Osteomyelitis ein Krankenhausaufenthalt unumgänglich.
    • ​​​​Bei der chronischen Verlaufsform müssen oftmals Antibiotika und Operation kombiniert werden.
  • Schmerztherapie – Auch die adäquate Behandlung der Schmerzen ist ein wichtiger Therapiebestandteil.
  • Amputation – In schlimmen Fällen, bei denen auch eine Operation die Infektion nicht eingrenzen kann, ist eine Amputation nötig. siehe Operation
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Hausmittel Osteomyelitis

Eine Osteomyelitis ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die nicht mit Hausmitteln behandelt werden kann.

Die Erkrankung erfordert immer eine ärztliche Abklärung und eine intravenöse, antibiotische Therapie, sodass ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Operation

Ziel der Operation ist es, den betroffenen Knochen zu „reinigen“ bzw. zu entfernen, um eine Weiterleitung oder gar eine Sepsis (Blutvergiftung) zu verhindern.

Die Operation findet in Vollnarkose statt.

Der betroffene Knochenanteil, sowie mögliche Abszesse oder Fisteln werden ausgeschnitten, Abstriche zur Erregerdiagnostik werden entnommen und der restliche Knochen gereinigt.

Auch eine adäquate Wundversorgung kann Ziel der Operation sein.
Die Antibiotikatherapie ist aber auch hier ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Indikationen für eine operative Therapie sind: 

  • Abszessbildung
  • Fistelbildung
  • Frakturen
  • Knochennekrose (abgestorbene Knochenanteile)
  • Sequesterbildung (sich lösende Knochenstücke
  • auch eine anhaltende Bakteriämie (Erreger im Blut nachweisbar) über 48 Stunden nach eingeleiteter antibiotischen Therapie ist eine Indikation für eine Operation. 

Nach der Operation ist es wichtig, sich zu schonen und die Extremität heilen zu lassen.
Wie lange richtet sich nach betroffenen Knochen und Ausmaß der Operation.

Eine gute Schmerzlinderung ist unumgänglich, hierfür können z. B. Ibuprofen, aber auch stärkere Medikamente eingesetzt werden, je nachdem wann man schmerzfrei ist. 

Ein Sonderfall ist die Spondylitis / Spondylodiszitis.
Hier liegt eine Osteomyelitis der Wirbelsäule vor.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
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Prognose

Die Prognose bei einer Osteomyelitis hängt von mehreren Faktoren ab.

  • Einerseits vom Alter und der Ausbreitung bzw. des betroffenen Knochens,
  • andererseits von persönlichen Faktoren, wie Gesundheitszustand und Compliance.

Im Kindesalter heilt eine Osteomyelitis oft relativ schnell und in der Regel ohne Folgen aus.

Erwachsene zeigen sehr unterschiedliche Verläufe, sodass man die Prognose nicht pauschalisieren kann.

Eine chronische Osteomyelitis kann lange symptomfreie Intervalle zeigen und dann auch nach Jahrzehnten erneut auftreten.
Oftmals ist der Verlauf an sich auch langwieriger.

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Verlauf

Der Verlauf einer Osteomyelitis richtet sich nach persönlich unterschiedlichen Faktoren, wie

  • Gesundheitszustand
  • Alter
  • betroffenes Gebiet (betroffener Knochen)

Auch ob Komplikationen auftreten oder nicht, nimmt Einfluss auf den Verlauf und die Dauer der Erkrankung.

Im Kindesalter heilen Osteomyelitiden oftmals vollständig aus, meist ohne Komplikationen zu verursachen.
Es kann allerdings zu Wachstumsstörungen kommen, wenn die Epiphysenfugen (Wachstumsfugen) betroffen sind.

Eine Wachstumsstörung kann je nach Ausprägung dafür sorgen, dass eine Extremität (deutlich) kürzer ist, als die andere.

In der Regel heilen Osteomyelitiden bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung gut aus.

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Komplikationen

Nach einer Osteomyelitis kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

Hierzu zählen:

  • Abszessbildung
  • Ausbreitung der Infektion – Übergang auf benachbarte Gelenke und anschließende Gelenkdestruktion (Zerstörung des Gelenks) mit vorzeitiger Arthrose oder Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.
  • Pathologische Frakturen (Knochenbrüche)
    • Wenn es zu einer Fraktur kommt, dann kann es zu einer gestörten Knochenheilung kommen.
  • Knochenzerstörung – Zunehmende Zerstörung (Destruktion) des Knochens.
  • Rezidiv – es kann erneut zu einer Entzündung kommen, auch wenn alles abgeheilt ist und das teilweise erst Jahre später.
  • Wachstumsstörungen – bei Kindern, wenn die Epiphysenfuge betroffen ist (der Teil des Knochens, der das Wachstum erlaubt)
  • Chronifizierung – eine akute Entzündung kann in eine chronische Form übergehen.
  • Plattenepithelkarzinom – seltene Komplikation einer chronischen Osteomyelitis, die Fisteln ausbildet, ist das Plattenepithelkarzinom (Krebs ausgehend von der Haut oder von Schleimhautgewebe
  • Bei Spondylitis / Spondylodiszitis – speziell bei einer Spondylitis/Spondylodiszitis. Querschnittslähmung, Wirbeldefomitäten (z.B. Blockwirbelbildung), es kann zu einer Buckelbildung kommen.
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Dauer

  • Im Kindesalter – Bei Kindern heilt eine Osteomyelitis oft relativ schnell aus (wenige Wochen).
  • Im Erwachsenenalter – Erwachsene zeigen sehr unterschiedliche Verläufe.
    Hier lässt sich keine pauschale Aussage über die Dauer treffen. Generell zeigen chronische Osteomyelitiden einen längeren Verlauf als akute - teilweise Monate bis Jahre.
    Eine akute Osteomyelitis kann aber jederzeit in eine chronische übergehen.
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Ansteckung & Übertragung

Eine Osteomyelitis ist nicht ansteckend.

Sie läuft innerhalb des Körpers, genauer innerhalb des Knochens ab.

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Lokalisation

Prinzipiell kann jeder Knochen von einer Osteomyelitis betroffen sein.

Die genaue Lokalisation der Entzündung unterscheidet sich bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

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Bei Kindern

Auch Kinder können von Osteomyelitiden betroffen sein.
Im Kindesalter sind vor allem die Metaphysen der langen Röhrenknochen betroffen.

Aufgrund der guten Durchblutung und den offenen Epiphysenfugen, also den Wachstumsfugen, die uns das Längenwachstum ermöglichen, können auch die Gelenke befallen sein.

Bei Erwachsenen sind die Epiphysenfugen geschlossen und funktionieren als Art Barriere für die Bakterien.
Diese können folglich nicht so leicht ins Gelenk gelangen, bei Kindern allerdings schon.

  • Symptome bei Kindern – Kinder präsentieren sich oft mit Gehverweigung und Verschlechterung des Allgemeinzustandes.
    Kleine Kinder weinen häufiger und sind „unleidlich“.
    Auch Fieber kann auftreten.
    Manche Kinder präsentieren sich auch mit Bauchschmerzen (besonders, wenn Oberschenkelknochen, Hüfte oder Knie betroffen sind).
  • Behandlung bei Kindern – Bei Kindern ist ebenfalls eine mehrwöchige antibiotische Therapie nötig.
  • Komplikationen bei Kindern (selten) – Wenn ein Gelenk befallen ist, kann es zu frühzeitigem Verschleiß kommen. Weiterhin kann es durch Ausbreitung des Erregers zu einer Sepsis oder Funktionseinschränkungen kommen.

In der Regel lassen sich Osteomyelitiden im Kindesalter aber gut behandeln und heilen folgenlos aus.

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Zahlen & Statistiken

  • Alter – Jedes Alter kann von einer Osteomyelitis betroffen sein.
    ​​​Bei Kindern und Jugendlichen kommt eine endogene Erregerausbreitung häufiger vor, während bei Erwachsenen eher eine exogene Osteomyelitis auftritt.
  • 1–5 % Risiko nach einer geschlossenen Fraktur
  • 25 % Risiko bei offener Fraktur
  • In 10 - 30 % der Fälle geht die akute Form in eine chronische über.
Epidemiologische FaktenHäufigkeitk. A.
Alters FaktenAlterjung / alt
Geschlecht FaktenGeschlechtw < m
aktualisiert: 22.03.2025
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