Abszess, wenn sich Eiter in einer abgekapselten Gewebehöhle sammelt.

Unter einem Abszess versteht man eine Ansammlung von Eiter in einer geschlossenen Körperhöhle. Es ist nur ein Abszess, wenn es sich bei der Höhle, in der sich der Eiter ansammelt, um eine Höhle handelt, die sich durch die Ansammlung gebildet hat. Abszesse können sich überall bilden und auch neben Eiter Blut enthalten.
An sich ist ein Abszess zunächst nicht gefährlich, da sich der Abszess abgekapselt im Gewebe befindet.
Bei dem Versuch der Manipulation (Öffnung durch Drücken) kann es jedoch zu einer gefährlichen Ausbreitung der Infektion kommen.
Im schlimmsten, jedoch zu Glück nur sehr seltenen Fall droht eine lebensgefährliche Blutvergiftung.
An einem Abszess solltest Du daher nie selbst Hand anlegen, sondern immer von einem Arzt öffnen lassen.
Bei Schmerzen, Fieber und Schüttelfrost in Kombination mit einem Abszess, bei einem roten Streifen, ausgehend vom Abszess oder einem Wachstum des Abszesses, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Treten eitrige Knoten im Gesicht, Nase oder Augen, kann dies ein Anzeichen eines Gehirnabszesses sein.
Die Ursache eines Abszesses sind zumeist Bakterien, die in den Körper eindringen und dort eine Entzündungsreaktion auslösen.
Zumeist geschieht das durch kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhäute.
Diese können zumeist nach dem Rasieren beispielsweise entstehen.
Aber auch Krankheiten und Therapien, die das Immunsystem schwächen, können zur Entstehung eines Abszesses beitragen.
Das Erscheinungsbild eines Abszesses auf der Haut ist sehr typisch. Je nach Größe des Abszesses ähnelt dieser optisch einem Pickel.
Achtung! Im schlimmsten (aber seltenen) Fall kann sich die Entzündung im Körper ausbreiten und eine Blutvergiftung verursachen. An einem Abszess daher niemals selbst rumdrücken.
Die Diagnose eines Abszesses erfolgt durch eine Blickdiagnose bei der körperlichen Untersuchung bei oberflächlichen Abszessen.
Bei Abszessen im Körperinneren ist Einsatz bildgebender Verfahren notwendig.
In der Laboruntersuchung können erhöhte Entzündungsparameter festgestellt werden.
Ein weiteres Zeichen ist der Abgang von Eiter bei der Punktion des Abszesses.
Erste Anlaufstelle bei einem Abszess ist der Hausarzt oder Dermatologe, bzw. Chirurg.
Da in vielen Fällen eine Öffnung des Abszesses notwendig wird, und nicht alle Arztpraxen diese Option anbieten, sollten Sie sich im Vorfeld bei ihrem Arzt informieren, welche Möglichkeiten einer Behandlung zur Verfügung stehen.
Ein Abszess ist meist 1 - 3 cm groß. In seltenen Fällen noch größer.
Die Haut ist an der Stelle erhaben, geschwollen, gerötet und erwärmt und reagiert schmerzempfindlich auf Berührung.
In der Mitte ist oft ein sichtbarer Eiter und ggf. eine dunkle Färbung zu erkennen.
Ähnliche Symptome können auch bei anderen Befunden auftreten.
Handelt es sich um oberflächliche Abszesse, können auch andere lokale Entzündungsformen Schmerzen und Rötung auslösen.
Bei Abszessen im Körperinneren sind die Symptome so unspezifisch, dass sie ohne einen Beweis auf eine Abszessbildung in einer bildgebenden Untersuchung auch auf sehr viele andere Krankheiten hinweisen kann.
Aus diesem Grund ist eine Diagnostik extrem wichtig.
Ein Abszess muss zur Behandlung eröffnet und der Eiter entfernt werden.
Abhängig davon wie groß der Abszess ist und wo er liegt, entscheidet sich welches Verfahren infrage kommt.
In der Regel ist die chirurgische Eröffnung mittels eines kleinen Schnittes, der im ambulanten Setting durchgeführt werden kann, ausreichend.
Bei besonders ausgedehnten Abszessen kann eine Ausräumung mit anschließender Spülung und Anlage einer Drainage vonnöten sein.
Bei Abszessen im Körperinneren kann der Abszess durch eine CT-gesteuerte Punktion oder im Rahmen einer Operation eröffnet werden.
Ein Abszess muss operiert werden, wenn er sehr ausgedehnt ist oder wenn dieser, unabhängig davon wie groß er ist, nicht erreicht werden kann für eine oberflächliche Ausräumung.
→ siehe Abschnitt Operation
Medikamente werden bei der Therapie nicht wirklich eingesetzt, da der Eiter entfernt werden muss.
In einigen Fällen mit ausgedehnten Abszessen wird zusätzlich eine Antibiotikatherapie durchgeführt.
Am effizientesten ist diese, wenn davor eine Resistenzbestimmung aus dem Eiter erfolgt.
Der Einsatz einer Zinksalbe kann unterstützend bei der Heilung wirken und wird manchmal zusätzlich eingesetzt.
Das Belegen des Abszesses mit einer Zwiebelscheibe oder gepresstem Knoblauch kann antimikrobiell und entzündungshemmend wirken
Auch Quarkwickel können eingesetzt werden.
Diese Methoden können und sollen aber keine medizinische Behandlung ersetzen und höchstens nach Absprache mit dem Arzt unterstützend zur Therapie durchgeführt werden.
Die Behandlung eines Abszesses gehört in die Hände eines Arztes.
Eine Verzögerung der Behandlung macht die Situation meist nur schlimmer.
Wie jedoch auch bei anderen Erkrankungen auch, können beim Abszess einige Hausmittel bedingt Abhilfe schaffen.
Diese sollten aber nicht den Besuch beim Arzt ersetzen, da sie den Abszess in der Regel nicht heilen, sondern die Schmerzen und Entzündung nur lindern.
Zu den Hausmitteln, die bei einem Abszess angewandt werden, zählen:
Ist eine Operation zur Behandlung eines Abszesses notwendig, wird dies eingehend mit dem Patienten besprochen und über die Operations- und die Anästhesiemethode informiert.
Während der Operation wird dann der Abszess aufgesucht und eröffnet, sodass der Eiter ausgeräumt werden kann.
Anschließend wird gespült und ggf. eine Drainage eingelegt, damit überschüssige Wundflüssigkeit in den nächsten Tagen ablaufen kann.
Im Rahmen der Nachbehandlung wird die Wundheilung kontrolliert, und evtl. die Drainage und nach etwa zwei Wochen auch die Hautfäden entfernt.
Da es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt, wird dieser von der Krankenkasse übernommen.
Bei richtiger Therapie ist die Prognose der Abszessheilung sehr gut.
Nach dem Eingriff sollte der Verband regelmäßig gewechselt und die Wunde sauber gehalten werden.
Wenn dies über die Wochen der Heilung hinweg richtig durchgezogen wird, ist die Prognose bei einem Abszess sehr gut und die Heilung tritt relativ schnell ein.
Bei nicht regelrecht behandelten oder nachbehandelnden Abszessen ist die Prognose nicht so gut, denn es kann sein, dass sich an der gleichen Stelle erneut ein Abszess bildet.
In der Regel erfolgt die Heilung eines Abszesses gut, kann aber einige Wochen dauern.
Nach der Ausräumung ist die Heilung nämlich nicht getan, denn die Wunde muss regelmäßig gesäubert und neu verbunden werden.
In dieser Zeit muss man diszipliniert bleiben und die Wunde auch nicht zu sehr strapazieren und weitestgehend sauber halten.
Bei komplizierten Abszessen kann sich die Heilung etwas mehr ziehen und länger dauern.
Wie lange, kann nicht genau gesagt werden.
Vorbeugen kann man Abszesse, die durch Eindringen von Bakterien entstehen, nur bis zu einem gewissen Grad.
Hat man einen Schnitt an der Hautoberfläche festgestellt, sollte dieser desinfiziert und weitestgehend sauber gehalten werden, solange noch Bakterien eindringen könnten.
Dies ist vor allem bei Einrissen im Analbereich zu berücksichtigen, da es dort beim Toilettengang und Abwischen schnell zu Verschmutzungen kommen kann.
Abszesse entstehen meist in der Haut, selten im Inneren des Körpers.
Prinzipiell können Abszesse überall auftreten.
Häufige Körperstellen sind: