Siegel Docset
QualityUnser
Versprechen
SafetyIcon Doc
Docset ist ein medizinisches Nachschlagewerk. Unser Ziel ist, das Wissen von Medizinern in einer Plattform zu sammeln.
Mediziner können somit schnell und einfach ihr Wissen teilen.
Der Text wird ärztlich validiert, aktualisiert und darf für Forschung/Training genutzt werden.
alles aufklappen
pfeilWas ist das?

Bei der Harnröhrenverengung (auch unter der Bezeichnung Harnröhrenstriktur bekannt) handelt es sich um eine Enge in der Harnröhre, welche Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, schwachen Harnstrahl und häufige Harnwegsinfekte verursacht. Die Verengung entsteht häufig nach Verletzungen, nach medizinischen Eingriffen, durch Infektionen oder durch angeborene Fehlbildungen. Somit kann der Urin nicht mehr so gut über die Harnröhre aus der Harnblase abfließen. Folgen einer Harnröhrenverengung sind nicht nur häufige Blaseninfektionen, sondern auch ein Rückstau von Urin bis in die Niere. Bei längerem Bestehen kann es dadurch sogar im schlimmsten Fall zu einem Nierenversagen kommen. Ist die Enge in der Harnröhre besonders ausgeprägt, so kann es zu einem kompletten Harnverhalt mit starken Bauchschmerzen kommen. Hier handelt es sich um einen urologischen Notfall, der schnell behandelt werden sollte. Die Behandlung eines solchen akuten Notfalls besteht meist aus einer Entlastung der Blase und einem Ablassen des Urins. Dafür wird der Urin über einen Katheter durch die Bauchdecke oder die Harnröhre abgeleitet. Je nach Ursache und Ausprägung der Strikturen stehen für die Harnröhrenverengung verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung, welche die Enge beseitigen können. Damit ist die Prognose je nach Behandlungsmethode einer Harnröhrenverengung relativ gut. Allerdings ist die Rückfallrate durch eine erneute verengende Narbenbildung in der Harnröhre recht hoch.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Harnröhrenverengung ist in der Regel zunächst nicht gefährlich, jedoch sehr lästig und führt oft zu Einschränkungen in der Lebensqualität.

In Fällen von Komplikationen kann es zu einem dauerhaften Rückstau des Urins in die Niere kommen.
In diesen Fällen droht eine Nierenschädigung.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeilWann zum Arzt?

Bemerkst Du Anzeichen einer Harnröhrenverengung wie häufigen Harndrang und vermehrtes Wasserlassen, sowie Schmerzen beim Wasserlassen oder leidest Du häufiger unter Blasenentzündungen, solltest Du zeitnah einen Termin beim Urologen vereinbaren.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Anatomie

Die Harnröhre [5] (Urethra) bildet den letzten Teil des ableitenden Harnsystems.

Über die Harnröhre wird der Urin von der Blase (Harnblase) aus dem Körper befördert.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Ursachen Harnröhrenverengung

  • Verschiedene Ursachen
  • Bildung von Narbengewebe nach Verletzung der Harnröhre (z. B. nach Blasenspiegelung)
  • Urethritis (Entzündung der Harnröhre)
  • Unfälle (Beckenbrüche etc.)
  • Hypospadie (angeborene Fehlbildung der Harnröhre)
  • Meatusstenose (Verengung der Harnröhrenöffnung)
  • Angeborene Harnröhrenklappen
  • Lichen sclerosus (Erkrankung, bei der es zu bindegewebigen Verhärtungen der Haut von Penis und Eichel kommt)
  • Mechanische Ursachen (Krebs, Polypen)
  • In 30 % der Fälle keine Ursache bekannt

Verschiedene Ursachen einer Harnröhrenverengung

Bei einem Drittel der Harnröhrenverengungen ist die Ursache unbekannt, das bedeutet, sie ist idiopathisch.

Angeborene Ursachen
In anderen Fällen kann sie aber angeboren sein.
Dies ist bei einer Hypospadie, also frühem Abgang der Harnröhre, der Fall, genauso wie bei sogenannten Harnröhrenklappen, die teilweise einen Abfluss des Urins behindern. Angeborene Ursachen können sich im Säuglingsalter äußern, aber auch erst im dritten Lebensjahrzehnt.

Erworbene Ursachen
Zu den erworbenen Ursachen zählen zum einen Ursachen wie Traumata nach Beckenbruch oder Sportverletzungen im Bereich des Urogenitaltrakts.
Auch eine vaginale Geburt kann traumatische Folgen für die Harnröhre der Frau haben.

Operationsfolge
Ein sehr häufiger Grund und damit Risikofaktor für die narbige Harnröhrenverengung sind jedoch ärztliche Eingriffe.
Dazu gehören ärztliche Untersuchungen und Behandlungsmaßnahmen wie der Einsatz eines Katheters oder eines Spiegelgerätes bei Verdacht oder Entfernung eines Blasenkrebses.
Meist passiert bei diesen Eingriffen nichts, aber auch Mikroverletzungen können Narben und damit eine Verengung in der Harnröhre verursachen.
Manche Operationen wie die Prostataoperation beim Mann und die Inkontinenzoperationen bei der Frau können ebenfalls eine Verengung auslösen. Auch Strahlentherapie in diesem Bereich führt manchmal zu Veränderungen in der Harnröhre.

Weitere Ursachen
Weitere Ursachen sind Prostatavergrößerungen, Geschwüre, Polypen, Aussackungen, verdrängender Krebs oder das Absinken von Beckenorganen.
Diese können von außen auf die Harnröhre drücken und sie so verengen.

Steine in der Harnröhre verursachen außerdem auch Verletzungen, welche zu großflächigen Narben führen können.

Eine andere häufige Ursache ist das Vorliegen von Geschlechtskrankheiten-verursachenden Bakterien. Chlamydien oder Gonokokken (Tripper) können durch eine Infektion der Harnröhre (Urethritis) eine narbige Verengung verursachen.
Vor allem früher kam dies sehr häufig vor.
Heutzutage werden nicht nur häufiger Kondome benutzt, auch werden regelmäßiger Tests durchgeführt. Bei bereits vorliegenden Geschlechtserkrankungen wird oft schnell genug ein Antibiotikum eingesetzt.

Rund fünf Prozent der Harnröhrenstrikturen kommen von der nicht ansteckenden, entzündlichen Hauterkrankung Lichen sclerosus, die meistens im Genitalbereich auftritt und bei Frauen mit Scheidenpilz verwechselt werden kann.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Symptome Harnröhrenverengung

  • Änderung des Harnstrahls
    • Abgeschwächter Harnstrahl
    • Verformter, geteilter oder veränderter Harnstrahl
    • Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen
  • Häufiges Wasserlassen (→ vermehrter Harndrang)
  • Schmerzen beim Wasserlassen – häufig, wenn der Urin sich zurückstaut
  • Entstehung von Blasenentzündungen – da immer etwas Restharn in der Blase bleibt.
  • Bei weiterem Rückstau des Harns – Nierenbeckenentzündung möglich.

Abgeschwächter Harnstrahl

Ein wichtiges und häufiges Symptom ist der veränderte Harnstrahl.

Dieser ist häufig abgeschwächt, kann sich aber auch in seiner Form oder Richtung verändern.
Dabei kommt es zum Beispiel zu einem gespaltenen Harnstrahl oder zu „Spraying“.
Auch Unterbrechungen oder „Nachträufeln“ können vorkommen.

Das Wasserlassen ist außerdem häufig erschwert, weswegen die Betroffenen verstärkt pressen müssen – das ist bei einem normalen Harnfluss nicht nötig.
Auch kommt es bei Beginn des Urinierens häufig zu einem verzögerten Start, da die Engstelle erst überwunden werden muss.
Außerdem bleibt nach dem Klogang oft ein Gefühl von Restharn durch den ständigen Druck auf der Blase.

Restharn und ein reduzierter Harnstrahl sind Risikofaktoren für wiederkehrende Harnwegsentzündungen. Vor allem bei Männern ist dies ein Zeichen dafür, dass etwas nicht so richtig stimmt, da sie durch die längere Harnröhre sehr selten eine Blasenentzündung bekommen – nicht wie Frauen.

Daneben kommt häufig auch ein dauernder Harndrang vor, wobei allerdings sehr wenig ausgeschieden wird (Pollakisurie).

Weitere mögliche Anzeichen einer Harnwegverengung

Inkontinenz, also unkontrollierter Harnverlust, kann ein weiteres Symptom sein.

Blut im Urin kann bei Steinen, Blasenentzündungen oder beim zu starken Pressen vorkommen.

Kann der oder die Betroffene seit mehreren Stunden nicht Wasser lassen, spürt aber Harndrang und zunehmende Bauchschmerzen, so kann es sich um einen Harnverhalt handeln.
Dies ist ein urologischer Notfall und sollte dringend durch den Abfluss von Harn aus der vollen Blase behandelt werden.
Geschieht dies nicht rechtzeitig, so staut sich der Urin bis in die Nieren.
Dadurch kann es zum Nierenversagen kommen.

Ein Leben ohne Nieren ist aber nicht möglich – die Betroffenen sterben ohne Nierenersatzverfahren an Vergiftung, da sich gefährliche Stoffe wie Ammoniak im Körper ansammeln.
Normalerweise werden die Anzeichen eines Nierenversagens aber relativ schnell entdeckt und es kann meist rechtzeitig eingegriffen werden.

Auch der Schwellkörper des Penis kann insgesamt betroffen sein, im schlimmsten Fall vernarben sogar ganze Teile des sogenannten Corpus spongiosum.
Als Folge tritt eine erektile Dysfunktion auf.

Die Symptome einer Harnröhrenverengung entwickeln sich oft über den Verlauf von mehreren Monaten oder Jahren und werden manchmal zunehmend schlimmer. 

Daneben können auch Begleitsymptome wie sexuelle Dysfunktion auftreten.
Dies ist vor allem nach einer Prostataoperation der Fall.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Diagnose Harnröhrenverengung

  • Anamnese (Arzt-Patient-Gespräch) – meist durch Urologen.
  • Urinuntersuchung – zum Ausschluss von Harnwegsinfekten.
  • Körperliche Untersuchung – sichtbare Veränderungen und Untersuchung der Niere.
  • Uroflowmeter – Messen des Harnflusses mit Uroflowmeter.
  • Ultraschall (Sonographie) – nach dem Urinieren, um auf Restharn in der Blase zu untersuchen und Beurteilung der Harnblase (häufig verdickte Muskulatur)
    • Ultraschall der Nieren
  • Retrograde Urethrographie – Kontrastmittel wird in Harnröhre gespritzt, dann ein Röntgenbild angefertigt.
  • Harnröhrenspiegelung (Urethroskopie) – wenn Urethrographie nichts erkennen lässt.
    • Problem: Länge der Verengung kann nicht beurteilt werden
  • Urodynamische Untersuchungen in besonderen Fällen

Ablauf der Diagnostik

Zuerst erhebt der Arzt Ihre Krankengeschichte, also die Anamnese.
Dabei werden Fragen gestellt, die den Urologen über die Art, Dauer und Veränderung Ihrer Beschwerden aufklären sollen, genauso wie, ob bei Ihnen bereits invasive Untersuchungen durchgeführt wurden.

Bei der körperlichen Untersuchung werden eventuelle sichtbare Veränderungen inspiziert.
Auch die Flanken werden an beiden Seiten beklopft, um einen Klopfschmerz im Bereich der Nieren ausschließen zu können.

Eine Urinuntersuchung kann diagnostizieren, ob ein Harnwegsinfekt oder andere Auffälligkeiten vorliegen.

Ebenfalls erfolgt oft ein Ultraschall.
Durch diesen kann zum Beispiel festgestellt werden, ob nach der Blasenentleerung noch Restharn übrig geblieben ist – falls ja, dann ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht ganz richtig ist.

Auch kann die Blasendicke gemessen, sowie die Niere an sich beurteilt werden.
Eine Stauung des Urins bis in die Niere wird dadurch oft gut erkannt.
Eine Verengung der Harnröhre kann man aber nicht oder nur sehr schlecht durch das Ultraschallgerät sehen.

Eine weitere, wichtige Möglichkeit der Diagnostik ist die Uroflowmetrie, welche den Urinfluss aufnimmt und damit Auffälligkeiten erfassen kann.
Bei der Harnröhrenverengung ist der Harnstrahl oft schwächer und variiert eventuell zwischendurch.

Eine retrograde Urethrographie kann Auskunft über die Lokalisation, Art und Länge der Verengung geben.
Dafür wird ein Kontrastmittel rückwärts in die Harnröhre gespritzt und daraufhin ein Röntgenbild angefertigt.

Auch eine anterograde Urethrographie ist möglich.
Hierfür wird das Kontrastmittel durch einen Katheter oder eine Spritze direkt in die Harnblase gespritzt. Auch über die Vene kann eines gespritzt werden, das später über die Niere ausgeschieden wird, allerdings braucht dies mehr Zeit.

Gelegentlich kann bei fehlendem Erfolg oben genannter Untersuchungen oder bei fehlenden anderen Mitteln auch eine Blasen- und Harnröhren-Spiegelung erfolgen.
Diese ist jedoch weniger aufschlussreich bei Problemen der Harnröhre.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Differenzialdiagnose

Der häufige Harndrang mit dem Ausscheiden von wenig Harn ist charakteristisch für eine Harninkontinenz, die auch bei Männern, häufiger jedoch bei älteren Frauen nach der Geburt mehrerer Kinder auftritt.

Bei Frauen können außerdem auch Schmerzen im Unterleib und Probleme beim Wasserlassen während der monatlichen Periode auftreten.

Auch Harnwegsinfektionen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern.

Häufige Blasenentzündungen sind hier aber nicht automatisch ein Zeichen für eine Harnröhrenverengung, sondern Folge unterschiedlicher Ursachen.

Nicht nur Hormonänderungen wie in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren verursachen die ständige Neuinfektion, sondern auch das nicht ausreichende Trinken von ausreichend Flüssigkeit, das nicht adäquate Reinigen des Intimbereiches, kein Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr oder die Auskühlung des Nieren- und Beckenbereichs.

Ansonsten treten bei beiden Geschlechtern noch weitere Erkrankungen auf, welche einer Harnröhrenverengung ähneln.

So kann aufgrund einer Schädigung bestimmter Blasen- und Harnröhren-Nerven eine schlechte Harnentleerung stattfinden.

Auch eine vergrößerte oder entzündete Prostata, Steine und Tumore stören den Abfluss.

pfeil

Behandlung Harnröhrenverengung

  • Innere Harnröhrenschlitzung – Bei erstmaligem Auftreten: innere Harnröhrenschlitzung (Urethrotomie) mit endoskopisch geführten Messer.
    • Öffnung mit Lasersonde möglich
    • Eingriffe in Voll- oder Rückenmarksnarkose, Katheter bleibt in Harnröhre für einige Tage.
  • Offene Operation – Beim Wiederauftreten ist eine offene Operation die Therapie der Wahl.
  • Transplantat – Bei längeren Engstellen wird Transplantat aus Mundschleimhaut eingesetzt.

Möglichkeiten der Weitung der Hanrröhre

Zu den Behandlungsmöglichkeiten einer Harnröhrenverengung zählen vor allem operative Maßnahmen.

Hier gibt es zahlreiche Methoden, die bei einer Harnröhrenverengung helfen können. Welche genau eingesetzt werden, hängt von der genauen Art, Länge und Lokalisation der Verengung ab, von Begleitumständen wie einer Nierenbeteiligung, sowie auch von der Expertise und Empfehlung der Ärzte.

Zum einen steht den Betroffenen eine Aufdehnung der Harnröhre zur Verfügung.

Außerdem ist es möglich, die Harnröhre beziehungsweise die Narben darin zu spalten. Dies wird als Urethrotomia interna bezeichnet.

Auch sogenannte Holmium-Laser können eingesetzt werden.

Daneben stehen auch Stents zur Verfügung, also kleine Gitterröhrchen, welche die Harnröhre offen halten sollen.

In schlimmeren Fällen, wie nach Trauma mit Abriss, oder nach fehlendem Therapieerfolg der oben genannten Methoden muss die gesamte Harnröhre rekonstruiert werden.
Für den Ersatz der Harnröhre gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie das Nehmen von Teilen der Vorhaut oder Mundschleimhaut.

Auch kann der Harnröhrenausgang wie bei einer Boutonnière woanders hin verlagert werden.

Liegen Verengungen durch Abdrücken von außen vor, wie durch Prostatavergrößerung, Tumorwachstum oder Absenkung der Beckenorgane, so sollte zuerst diese Ursache beseitigt werden, um die Harnröhrenverengung zu behandeln.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Operation

Wann eine Harnröhrenverengung operiert werden muss, hängt zum einen von dem subjektiven Beschwerdenempfinden ab, zum anderen davon, ob verschiedene Organe oder Strukturen durch den verminderten Harnabfluss geschädigt werden oder nicht.

Zum Beispiel wird die Blase durch den Restharn und die ständigen Infektionen (Harnwegsinfekt) sehr belastet, genauso wie die Niere bei einem konstanten Rückstau von Harn.

Auch die Operationsmethode hängt sehr von der Symptomatik und von der Art sowie Länge der Verengung ab.

Deswegen lassen Sie sich bei einer operativ relevanten Harnröhrenverengung am besten von Ihrem behandelnden Arzt beraten.

Wie läuft die Operation ab?

Eine Aufdehnung oder auch Bougierung der Harnröhre erfolgt mittels eines speziellen Katheters in die Harnröhre.

Ballondilatation
Dabei wird häufig eine Ballondilatation benutzt.
Dieser Eingriff zählt zu den ambulanten, nicht stationären, das bedeutet, dass man danach wieder nach Hause gehen kann.
Die Bougierung lässt sich nach Anweisung übrigens auch alleine Zuhause durchführen.
Dies ist vor allem deswegen nötig, da eine einzige Aufdehnung häufig nicht ausreicht und es in über 90 Prozent der Fälle zu einer erneuten Harnröhrenverengung kommt, meist innerhalb von sechs Wochen.
Die Gefahr dieser Methode besteht vor allem bei selbstständiger Durchführung darin, dass neue Mikroverletzungen entstehen, welche neue Narben in der Harnröhre verursachen.
Deswegen wird dieser Eingriff eher bei denjenigen angewendet, die Angst vor einer Operation haben oder bei denen das Risiko einer Narkose zu hoch ist.

Harnröhrenschlitzung
Ist die Harnröhrenverengung sehr kurz (unter einem Zentimeter) und es liegt nur eine geringe Vernarbung des Penis-Schwellkörpers vor, so kommt eine Harnröhrenschlitzung oder Urethrotomia interna in Frage.
Hierfür wird der Patient erst in Vollnarkose versetzt, dann wird die narbige Verengung mit einem Laser oder einem “kalten” Messer gespalten.
Danach wird für mehrere Tage ein Katheter zur Schienung eingesetzt.
Da durch die Verletzung hier wieder Narben entstehen können, ist das Risiko eines Rezidives, also einer erneuten narbigen Verengung, mit rund 50 Prozent der Ersteingriffe relativ hoch. Dieses Risiko steigt mit jedem Eingriff.

Stent
Ein Stent wird häufig als palliative Lösung eingesetzt, da auch hier die Rezidivraten recht hoch sind und der Eingriff nur eine kurzzeitige Verbesserung bringt.
Er muss in einigen Fällen nach wenigen Monaten wieder gewechselt werden.

Operative Teilentfernung
Kommt die Verengung immer wieder und lässt sich anders nicht behandeln, so kann bei kurzstreckigen, narbigen Verengungen dieser Teil operativ herausgeschnitten werden.
Die beiden freien Ende werden daraufhin miteinander vernäht.
Die Erfolgsquote dieser sogenannten End-zu-End-Anastomose ist dabei ziemlich hoch, es kommt nur in rund zehn Prozent zu Rezidiven.

Harnröhrenersatz
Bei langstreckigen Verengungen muss manchmal die gesamte Harnröhre ersetzt werden.
Dies wird als Harnröhrenplastik bezeichnet. Als Material kann hierfür beispielsweise Mund-, Blasen-, Darmschleimhaut, die Vorhaut oder Schweinedarmhaut genutzt werden.
Nach der Operation muss der Blasenkatheter als Schiene noch bis zu drei Wochen liegen bleiben.
Auch muss man mit Krankenhausaufenthalten über drei Tage rechnen.
Komplikationen dieser Harnröhrenplastik sind recht selten, nur manchmal kann es zu Erektionsproblemen kommen.

Alle Operationen werden meist von den gesetzlichen Krankenkassen abgedeckt.

Für die Nachbehandlung gilt je nach Operation eine gesonderte Intimhygiene sowie -Pflege.
Ein Katheter muss häufig über mehrere Tage oder Wochen liegen bleiben, um optimale Heilungschancen zu garantieren.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Prognose

  • Bei Aufdehnung von Engstellen < 2 cm treten bei 40 % eine erneute Harnröhrenverengung auf.
  • Heilungsrate Urethrotomie: 20–70 %
  • Heilungsrate Urethrotomie bei langstreckigen Harnröhrenstrikturen ist schlecht: 80 % entwickeln eine neue Harnröhrenstriktur
  • Offene Operation: Heilungsrate von 75–95 %
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Verlauf

Eine Harnröhrenverengung schreitet meist langsam, aber zunehmend voran.

Dabei wird das Narbengewebe nicht selten länger und größer, die Beschwerden häufen sich immer mehr an und werden schlimmer.

Wegen der Folgen einer Striktur wie Nierenversagen oder häufigen Harnwegsinfektionen mit Blutvergiftung wird deswegen im Laufe der Erkrankung eine Operation empfohlen.

Die Heilungsraten nach Behandlung unterscheiden sich sehr von der Art der Operation und schwanken zwischen 10 und 95 Prozent.

Bei den Aufweitungen, Urethrotomien oder Stent-Einsetzungen sind die Rezidivraten recht hoch, bis jetzt kommt nur die Harnröhrenplastik auf Heilungsraten ohne Rezidiv über 90 Prozent.

pfeil

Dauer

Die Harnröhrenverengung an sich heilt nicht von alleine aus – sie wird im Laufe der Zeit am ehesten zunehmend schlimmer.

Deswegen brauchen die Betroffenen oft eine Operation.

Der Effekt einer Bougierung kann oft sofort festgestellt werden, die Heilung braucht maximal einige Tage, wenn der Eingriff richtig durchgeführt wurde.

Nach der Urethrotomie, also Harnröhrenschlitzung, muss erst für mehrere Tage ein Katheter zur Schienung eingesetzt werden.
Danach heilt die Wunde innerhalb der nächsten Wochen relativ schnell aus.

Länger braucht die Heilung nach einer kompletten Rekonstruktion der Harnröhre mittels Vorhaut oder Mundschleimhaut.
Der Katheter zur Schienung bleibt hierfür manchmal bis zu drei Wochen liegen. Danach sollte die Abheilung nur noch wenige Tage oder gar Wochen dauern.

Die Wundheilung ist jedoch grundsätzlich von mehreren Faktoren abhängig: Vom Alter und Gesundheitszustands des Patienten, ob Komplikationen wie eine Infektion auftreten und ob Erkrankungen wie Diabetes mellitus vorliegen, welche bei der Wundheilung stören können.

pfeil

Vorbeugung

Abhängig von der Ursache lässt sich die Harnröhrenverengung entweder recht gut vorbeugen oder fast gar nicht.

Je nach Studie entstehen rund 20 Prozent der Verengungen durch Geschlechtskrankheiten wie Tripper.
Dadurch sind diesbezüglich Vorsorgemaßnahmen wie das Tragen eines Kondoms und regelmäßige Untersuchungen bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern zu empfehlen.

Autoerotische Manipulationen können ebenfalls Verletzungen und damit Narben auslösen und sollten deswegen so weit wie möglich vermieden werden.

Die iatrogenen Ursachen, also die durch den Arzt ausgelösten, lassen sich durch den Betroffenen grundsätzlich nicht immer vermeiden.
Schließlich sind die meisten Untersuchungen sowie Therapiemaßnahmen sehr notwendig und sollten nicht verpasst werden.
Diesbezüglich achten Ärzte sehr auf die korrekte und vorsichtige Anwendung der Geräte.
Jedoch lassen sich Mikroverletzungen nicht immer vermeiden.

Auch die angeborenen Ursachen lassen sich nicht vermeiden, allerdings kann man durch eine rechtzeitige und adäquate Behandlung gut den Folgen einer Harnröhrenverengung zuvorkommen.

Allgemein lässt sich die Harnröhrenverengung also kaum vorbeugen, vor allem da bei einem Drittel der Fälle gar keine Ursache dafür gefunden wird.

aktualisiert: 15.10.2025
Autor werden
Photo schicken
Instagram Docset
Erfahrung einreichen
Deine Anzeichen
SafetyIcon Doc
Wenn Du bereits weißt, dass Du betroffen bist, kannst Du uns und anderen Betroffenen helfen.
Nenn uns einfach Deine Symptome und wir lernen mehr über die Erkrankung.
Mach mit
Community
SendErfahrung
Du hast Anregungen, Fragen oder Erfahrungen zum Thema Harnröhrenverengung und möchtest diese gerne mit anderen Menschen teilen?
Stell einfach eine Frage oder teile Deine Erfahrung in unsere neue Community.
zur Community
Dein Wissen
Autor werden
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen gerne mit anderen Teilen.
Dann werde ganz einfach Autor für Docset.de
Autor werden
Dein Bild auf Docset
SendPicIcon
Bilder sagen oftmals mehr als Worte.
Falls Du ein passendes Bild zu diesem Thema hast, kannst Du uns und anderen Betroffen damit helfen.
Bild schicken
Patienteninformation
Harnröhrenverengung
Patienteninformation
Schließen
Du willst uns helfen?
Arzttermin buchen
Wenn Dir unsere Website gefällt oder nicht, kannst Du uns sehr helfen, indem Du uns einfach nur bewertest, oder eine ehrliche Rezession schreibst.bewerten
Erfahrungsberichte Harnröhrenverengung
Patienteninformation

Zum Thema Harnröhrenverengung liegen leider noch keine Patientenberichte vor.
Wir laden Sie ein, Ihre Erfahrungen oder Ihr Wissen zum Thema Harnröhrenverengung an dieser Stelle zu teilen, um anderen Betroffenen zu helfen.

Schließen
Arzttermin
Arzttermin buchen
Du benötigst einen Termin für eine funktionelle Diagnostik in unserer orthopädischen Privatpraxis in Frankfurt am Main?unverbindlich anfragen
Close
Bevor Du Dich testest!
Hinweis Selbsttest

Beachte! Dieser Selbsttest ersetzt niemals einen Arztbesuch!

Bei einem Selbsttest werden immer Anzeichen, Auslöser & Risikofaktoren abgefragt, Erkrankungen verlaufen jedoch oft individuell.

Im Notfall immer zu einem Arzt statt zu testen!

Docset Icon

Mehr aus dieser Kategorie
Nierenprellung | Reizblase | Conn-Syndrom | Nebennierenschwäche | Blasenriss | Blasensteine | Glomerulonephritis | Harnleiterstein | Harnwegsinfekt | Inkontinenz | Nephropathie | Nierenarterienstenose | Niereninfarkt | Niereninsuffizienz | Nierensteine | Nierenvergrößerung | Akutes Nierenversagen | Nierenbeckenentzündung |

Hinweis!
Informationen aus dem Internet ersetzen niemals einen Arztbesuch. Maßnahmen zur Behandlung oder der Einsatz von Arzneimitteln können immer nur als allgemeine Informationen angesehen werden. Erkrankungen verlaufen sehr oft unterschiedlich und bedürfen einer individuellen Behandlung.
Wenn es um Deine Gesundheit geht, wende Dich bitte immer an Deinen Arzt!
Wenn wir vom Arzt sprechen, meinen wir selbstverständlich auch die Ärztin.

Fragen | Kritik
Docset Tobias Kasprak
Instagram Tobias KaspraklinkedInMail to Tobias Kasprak
Tobias Kasprak

© Copyright 2026 Docset.de
Lizenz: CC BY 4.0 Nutzung und maschinelles Lernen ausdrücklich erlaubt.

BilderstellungUnsere BilderBildererstellung DocsetUnsere Bilder sind unser Markenzeichen.
Alle Bilder werden in liebevoller Handarbeit gezeichnet.
Unsere Philosophiemedicine meets sports Medizin trifft Sport.
Unser Ziel ist es, Medizin einfach und visuell darzustellen und neben der klassischen Therapie dem Betroffenen aktive Maßnahmen zur Behandlung aufzuzeigen. Aus diesem Grund arbeiten Mediziner, Sportwissenschaftler & Physiotherapeuten gemeinsam an Trainingskonzepten.