Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung), wenn Antikörper die eigenen Zellen der Schilddrüse angreifen und es infolgedessen meist zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt.

Eine Hashimoto-Thyreoiditis beschreibt eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen mittleren Alters. Die Inzidenz (Anzahl der neuen Fälle) beträgt ca. 3 bis 6 pro 10.000/ Jahr. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist in der Mehrzahl der Fälle eine chronische Erkrankung, die einen ein Leben lang begleitet.
Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht gefährlich.
Die durch sie entstehende Unterfunktion der Schilddrüse muss jedoch behandelt werden, da die Schilddrüsenhormone überlebenswichtig sind.
Bei Vielen bleibt eine Hashimoto-Thyreoiditis aber über Jahre asymptomatisch (verursacht keine Anzeichen).
Teilweise sind die Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis schwierig zuzuordnen und eher unspezifisch.
Kommt es jedoch zu einer Schwellung des Halses, besonders im Bereich der Schilddrüse (also eher vorne recht mittig vor der Luftröhre bzw. am Kehlkopf), kann das auf eine Vergrößerung der Schilddrüse hinweisen und ein Indiz für die Krankheit sein.
Wenn es zu weiteren diffusen Symptomen wie Müdigkeit, Kälteintoleranz, Gewichtsabnahme oder depressiver Verstimmung kommt, sollte man ärztliches Personal aufsuchen.
Kommt es zu einer schnellen Vergrößerung der Schilddrüse, können Schluckbeschwerden oder gar Atemnot auftreten.
Falls das der Fall ist, sollte man zeitnah ärztliches Personal aufsuchen.
Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis kommt es bei 80–90 % der Betroffenen zu einer Ausbildung von Antikörpern gegen bestimmte Strukturen der Schilddrüse, sodass diese in ihrer normalen Funktion gestört wird.
Das bedeutet aber auch, dass 10–20 % der Betroffenen keine Antikörper ausbilden - die Ausbildung dieser ist also nicht zwingend erforderlich für die Diagnose.
Die Antikörper werden gegen die Thyreoperoxidase, einem Enzym, was zur Herstellung der Schilddrüsenhormone wichtig ist, und gegen das Thyreoglobulin, dem „Speicher“ der Schilddrüsenhormone gebildet.
Eine Besonderheit der Antikörper ist, dass sie nicht immer nachweisbar sind.
Es gibt Phasen der Erkrankung, in denen die Spiegel ganz hoch sind und in anderen ganz niedrig bis null. Die „Höhe“ der Antikörper korreliert auch nicht mit der Schwere der Erkrankung – es kann kein Rückschluss auf die Entzündung nur aufgrund der Blutwerte gezogen werden.
Weiterhin wird das Schilddrüsengewebe durch sogenannte T-Zellen, das sind besondere Immunzellen, zerstört.
Das führt letztendlich auch zu der Unterfunktion - wenn kein Gewebe mehr da ist, das normalerweise die Hormone produziert, können natürlich auch keine gebildet werden.
Folgende Symptome sind bei einer Hashimoto-Thyreoiditis möglich:
Letztendlich kommt es durch eine Hashimoto-Erkrankung zu einer Unterfunktion der Schilddrüse.
Die Symptome sind allerdings sehr unspezifisch und individuell verschieden, sodass sie teils nur schwer zu interpretieren sind.
Auch wenn es eine chronische, fortschreitende Erkrankung ist, ist die Prognose in der Regel gut.
In bis zu ¼ aller Fälle kommt es zu einer spontanen Erholung des Schilddrüsenstoffwechsels, sodass wieder eine „euthyreote Stoffwechsellage“, also die normale vorliegt.
In der Regel schreitet die Entzündung jedoch fort, allerdings dauert es meist Jahre, bis sich eine definitive Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) einstellt.
Es ist wichtig, regelmäßige Ultraschallkontrollen durchzuführen, um mögliche Veränderungen, besonders ein Lymphom frühzeitig zu erkennen.
Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronisch verlaufende Entzündung der Schilddrüse aufgrund von Antikörpern.
In den meisten Fällen schreitet sie fort bis hin zu einer „manifesten“ Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
Hier kann dann die Schilddrüse alleine nicht mehr genug Hormone produzieren und diese müssen ein Leben lang von außen zugeführt werden (mittels L-Thyroxin Tabletten).
In einigen Fällen erholt sich die Schilddrüse jedoch spontan wieder und es tritt ein normaler Schilddrüsenstoffwechsel wieder ein.
Oftmals dauert es aber Jahre, bis wirklich eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt.
Abgesehen von der Vermeidung der möglichen Ursachen, wie Tabakrauch und das Achten auf eine ausgewogene Ernährung gibt es nicht wirklich etwas, womit man eine Hashimoto-Thyreoiditis vorbeugen kann, auch weil die genauen Ursachen noch nicht endgültig geklärt sind.
Wichtig zu wissen ist, dass der Schilddrüsenstoffwechsel Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat.
Wenn Paare nicht schwanger werden können, ist die Schilddrüse der Frau eines der ersten potenziellen Auslöser, die kontrolliert werden.
Wenn jedoch die Stoffwechsellage gut eingestellt ist, ist sowohl die Konzeption als auch eine Schwangerschaft, sofern keine anderen Komplikationen vorliegen, problemlos möglich.
Frauen mit Kinderwunsch und Hashimoto empfiehlt man etwas „strenger“ die Einnahme von Schilddrüsenhormonen.
Dies wird anhand des TSH-Wertes im Blut festgelegt.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.