Siegel Docset
QualityUnser
Versprechen
SafetyIcon Doc
Docset ist ein medizinisches Nachschlagewerk. Unser Ziel ist, das Wissen von Medizinern in einer Plattform zu sammeln.
Mediziner können somit schnell und einfach ihr Wissen teilen.
Der Text wird ärztlich validiert, aktualisiert und darf für Forschung/Training genutzt werden.
alles aufklappen
pfeilEinleitung

Nervenschmerzen (Polyneuropathie) am Fuß entstehen durch Schädigung von Nerven und äußern sich mit Reizerscheinungen wie Kribbeln, Brennen bis zu starken Schmerzen und Taubheit an den Füßen. Die Ursachen dahinter sind sehr vielfältig. Besonders wichtig ist eine rechtzeitige Diagnose, um eine angemessene Therapie frühestmöglich einzusetzen, um somit eine weitere, mögliche Schädigung des NerveDiabetische Neuropathie Polyneuropathie Nervenkompression Verletzungen Infektionen Guillain-Barré-Syndrom Autoimmunerkrankung (Multiple Sklerose) CRPS (Complex Regional Pain Syndrome)nsystems aufzuhalten.

ArrowDownIst das gefährlich?

Wie und ob Nervenschmerzen „gefährlich“ sind, hängt von der Ursache ab.

Es gibt einige Grunderkrankungen, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können (wie z. B. das Guillain-Barré-Syndrom kurz: GBS), aber auch hier sind eigentlich nicht die Nervenschmerzen das Gefährliche, sondern die Komplikationen der Grunderkrankungen.

Es gibt Ursachen, die ungefährlich und reversibel sind, wie zum Beispiel zu enge Schuhe.

Letztendlich hängt es auch davon ab, wie lange zum Beispiel eine Kompression des Nervs besteht, um sagen zu können, ob relevante Folgen auftreten.
Neben Schmerzen kommt es irgendwann zu einem irreversiblen Schaden, der auch neurologische Ausfälle zur Folge hat.

Besonders Polyneuropathien führen zu einem Gefühlsverlust im Fuß, der irgendwann zu Verletzungen führt, weil Betroffene einfach nichts mehr spüren.
Hier können sich dann Keime drauf setzen und zu Infektionen führen, die teils gefährlich werden können. 

Ein CRPS oder eine Post-Zoster-Neuralgie können zu einer schweren psychischen Belastung führen, sodass hier eine gute psychische Betreuung wichtig ist.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
arrow down

Ursachen

Diabetische Neuropathie

  • Der häufigste Auslöser, besonders bei älteren Menschen, Spätfolge eines Diabetes.
  • Verschiedene Formen möglich: können symmetrisch auftreten oder lokal beschränkt sein.
  • Vor allem Nachts brennende und stechende Schmerzen
  • Gefühl der schweren Beine 
  • Taubheitsgefühl möglich 

Diabetes muss vorliegen → Schädigung der Nerven durch chronisch zu hohen Blutzucker 

  • in sehr fortgeschrittenem Stadium: keine Schmerzen mehr, weil der Nerv so geschädigt ist, das nichts mehr wahrgenommen wird („gefährlich“, da auch teils normalerweise schmerzhafte Wunden nicht mehr wahrgenommen werden und bei einem Diabetes heilen diese sowieso schlechter → Infektionsrisiko, je nach Ausprägung Amputation nötig)

Polyneuropathie

 (anderer Ursache außer Diabetes) → nicht entzündliche Schäden der peripheren Nerven, verschiedene Ursachen möglich (Polyneuropathie)

  • Alkoholmissbrauch
    • Alkoholsucht und Symptome dieser
    • Kribbeln und Taubheitsgefühl möglich
    • brennende Schmerzen
    • symmetrisch beide Füße betroffen
    • kognitive Einschränkungen
    • Komplikationen einer Alkoholsucht
  • Vitamin-B12-Mangel
    • Mangelernährung (vegane Ernährung z. B.), Absorptionsstörung bei chronischer Magenschleimhautentzündung und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
    • Nervenschmerz in den Füßen
    • Gang- und Standunsicherheit
    • kognitive Einschränkungen
    • kann teils Symptome eines Schlaganfalls oder einer Durchblutungsstörung im Rückenmark vortäuschen → neurologische Ausfälle
  • Medikamentennebenwirkungen
    • manche Antibiotika oder Chemotherapeutika können Nervenschmerzen verursachen

Nervenkompression

  • Bandscheibenvorfall Lendenwirbelsäule
    • durch chronischen oder akuten Druck auf das Rückenmark und der Spinalnerven → Ausstrahlung der Schmerzen ins Gesäß, Beine oder Füße möglich.
    • je nach Lokalisation des Vorfalls meist einseitige Beschwerden.
    • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
    • Taubheitsgefühl im Fuß
    • Notfall: Lähmungen, ungewollter Stuhl- und Urinverlust, Potenzstörung, Gefühlsstörung im Genitalbereich.
  • Tarsaltunnelsyndrom
    • analog zum Karpaltunnelsyndrom der Hand, Kompression des N. tibialis oder N. fibularis profundus, an 2 Stellen möglich: 
      1. hinteres: N. tibialis betroffen, Engpass unter einem Band (Retinaculum)
      2. vorderes: N. fibularis profundus betroffen, Engpass unter einem Band (Retinaculum)

Verletzungen

  • Knochenbruch → nicht direkt wegen des Bruches kommt es zu Nervenschmerzen, sondern eher als Komplikation bei z. B. einer OP oder nicht korrekt geheiltem Bruch.
    • Schmerzen
    • Schwellung
    • Fehlstellung möglich 
    • besonders bei offenen Brüchen sind Nerven- und Gefäßverletzungen möglich.
  • OPs
    • bei Operationen im Fußbereich (z. B. Entfernung eines Morton-Neuroms oder operativer Korrektur eines Knochenbruchs)  kann es immer zu Nervenschädigungen kommen.
    • Schmerzen im Versorgungsgebiet des jeweiligen Nervs (brennend und stechend).
  • Zu enge Schuhe
    • Schmerzen beim Laufen
    • Druckstellen

Infektionen

  • Herpes zoster (Gürtelrose)
    • Reaktivierung einer abgelaufenen Windpocken-Infektion bzw. Zweitinfektion mit dem Erreger.
    • Kleine gefüllte Bläschen auf roter Haut entlang eines (oder teils mehreren) Versorgungsgebiete eines Nervens, da die Erreger in den Nerven „schlummern“ und in bestimmten Situationen reaktiviert werden (z. B. Immunschwäche, Stress, zu starker Sonnenexposition).
    • Bei Betroffenen unter dem 50. Lebensjahr muss immer eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden.
    • Teil starke Schmerzen bis hin zur Bewegungsunfähigkeit.
    • Der Inhalt der Bläschen ist extrem ansteckend!
  • Post-Zoster-Neuralgie
    • Mögliche Komplikation nach einer Herpes-Zoster-Infektion (Gürtelrose) nachdem diese eigentlich abgeklungen ist.
    • Extreme Schmerzen
    • Bewegungsunfähigkeit
    • Sehr schwer zu behandeln

Guillain-Barré-Syndrom

  • Der Verlauf des Guillain-Barré-Syndroms ist variabel.
  • Auch als akut entzündliche Polyneuropathie bezeichnet.
  • Eher seltenere Ursache für Nervenschmerzen im Fuß.
  • Eine ohne erkennbare Ursache auftretende Entzündung der Spinalnervenwurzeln und peripheren Nerven im Körper.
  • Beginnt oft mit symmetrischen Gefühlsstörungen an Händen und Füßen sowie Schmerzen im Rücken und/oder den Beinen (Arme und Hände seltener betroffen)
  • Geht dann in aufsteigende Lähmungen über, die teils die Atemmuskulatur betreffen.
  • Bei 85 % der Betroffenen heilen die Symptome innerhalb von Wochen bis Monaten aus.
  • Geschlecht – Männer häufiger betroffen als Frauen.
  • Alter - 2 Altersgipfel: zwischen dem 20. und 30. und 50. und 60. Lebensjahr

Autoimmunerkrankung (Multiple Sklerose)

  • Multiple Sklerose ist eine seltenere Ursache für Nervenschmerzen im Fuß.
  • Erkrankung bei der es durch autoinflammatorische Prozesse zu Entzündungen im Gehirn kommt.
  • In Europa häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
  • Erkrankungsgipfel: 20. - 40. Lebensjahr.
  • Frauen erkranken etwa doppelt so häufig.
  • Familiäre Häufung der Erkrankung.
  • Viele verschiedene Symptome.
    • Kraftlosigkeit bis hin zu Lähmungen
    • Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen)
    • Entzündung des Sehnervs
    • Sehstörungen mit Doppelbildern
    • Gangstörung, Gleichgewichts- und Koordinationsstörung
    • Erhöhter Muskeltonus (Spastiken möglich
    • Kognitive Einschränkungen
    • Fatigue (chronische Müdigkeit / Erschöpfung
    • Blasenschwäche
    • Schmerzen in sämtlichen Regionen

CRPS (Complex Regional Pain Syndrome)

  • Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)
  • Mögliche Komplikation nach Knochenbrüchen oder Operationen an den Füßen (aber auch den Armen/ Händen → am häufigsten nach einer distalen Radiusfraktur auftretend)
  • Neben Schmerzen viele weitere Symptome möglich:
    • Schwellung (Ödem) des Fußes und Beines.
    • Hautveränderungen (Verfärbung, Überwärmung)
    • Änderung im Nagelwachstum im Vergleich zur Gegenseite.
    • vermehrtes Schwitzen
    • verändertes Haarwachstum
    • schmerzhafte Missempfindungen
    • Muskelschwäche bis hin zur Muskelatrophie 
    • Bewegungseinschränkungen
    • Zittern
    • Muskelzuckungen
arrow down

Wann zum Arzt?

Wenn es zu anhaltenden und/oder immer schlimmer werdenden Schmerzen im Fuß kommt, sollte man die immer Ursache ärztlich (Orthopäden) abklären lassen. 

Wenn diese nach einem Unfall oder einer OP auftreten, zusammen mit verschiedenen anderen Symptomen (wie Schwellungen, Haut- und Haarveränderungen im Vergleich zur Gegenseite, Muskelschwäche, etc.) kann ein CRPS vorliegen.
Hier gibt es verschiedene Behandlungskonzepte, für die gilt, je früher die Therapie startet, desto besser. 

Auch bei einem bekannten Diabetes sprechen anhaltende Nervenschmerzen für Spätfolgen und wenn die Nerven der Füße beteiligt sind, sind höchstwahrscheinlich andere Strukturen auch beteiligt.
Es gilt, die medikamentöse Einstellung zu überprüfen und vielleicht andere Kontrolluntersuchungen (zum Beispiel des Augenhintergrundes) in der Frequenz zu erhöhen. 

Bei manchen Grunderkrankungen sind die Schmerzen eher frühere Symptome (GBS oder MS) und können auf die Krankheit in Konstellation mit den richtigen Risikofaktoren hinweisen. 

Generell sollte man bei einschränkenden Schmerzen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und die Ursache abklären lassen.

Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Einteilung & Formen

Man kann den verschiedenen Ursachen für Nervenschmerzen im Fuß Oberbegriffe zuordnen.
Folgende kommen in Frage:

pfeil

Verlauf des Symptoms

Der Verlauf und auch die Dauer von Nervenschmerzen im Fuß sind individuell und abhängig von der Grunderkrankung.

Je nach Ursache gibt es reversible (rückgängig machbare) Ursachen, aber auch chronische, die einen das ganze Leben begleiten.

Fortschreitend sind zum Beispiel Multiple sklerose oder Diabetes.

Nervenschmerzen im Fuß können direkt während einer Erkrankung auftreten (Herpes Zoster z. B.) oder aber Folge einer Krankheit oder Verletzung sein (Post-Zoster-Neuralgie oder Nervenschäden nach einem Knochenbruch, die sich durch Schmerzen äußern). 

arrow downBegleitende Symptome

Neben den Nervenschmerzen können je nach Ursache weitere mögliche Symptome auftreten und einen Hinweis auf die zugrundeliegende Ursache geben, dazu zählen:

  • Diabetische Neuropathie
    • hoher Blutzucker
    • verschiedene Formen: teils symmetrisch beide Füße/Beine betroffen oder aber fokale Ausfälle
    • Taubheitsgefühl im Fuß
    • Kribbeln
    • Gefühl schwerer und dicker Beine
    • brennende oder stechende Schmerzen vor allem nachts
    • abnehmendes Temperatur- und Vibrationsempfinden
    • Gangunsicherheit
    • weitere Komplikationen eines Diabetes (Nierenschäden, Augenbeteiligung, Verdauungsprobleme, kognitive Einschränkungen, etc.
    • keine Frühsymptome 
  • Polyneuropathie (anderer Ursache)
    • Alkoholmissbrauch
      • Symptome einer Alkoholsucht
      • kognitive Einschränkung
      • Taubheitsgefühl
      • Kribbeln
      • Gangstörung
      • brennende und stechende Schmerzen
      • Abnahme des Temperatur- und Vibrationsempfindens
    • Vitamin-B12-Mangel
      • Mangel im Blut
      • kognitive Einschränkungen
      • Gang- und Standunsicherheit
      • kann Symptome eines Schlaganfalls oder einer Minderdurchblutung des Rückenmarks vortäuschen
    • Medikamentennebenwirkungen  
      • Antibiotika oder teils Chemotherapeutika können neben Taubheitsgefühlen auch mal Schmerzen verursachen 
  • Nervenkompression
    • Bandscheibenvorfall LWS
      • Schmerzen, die ins Gesäß, die Beine und/oder die Füße ausstrahlen (Ischialgie)
      • Taubheitsgefühl
      • Besserung der Schmerzen beim Hochlegen der Beine
      • immer wieder auftretende Schmerzen bei hoher Belastung
      • Notfall: Lähmungen, ungewollter Urin- und Stuhlverlust, Erektionsstörungen, Taubheit im Genitalbereich 
    • Tarsaltunnelsyndrom
      • Schmerzen im Fuß
      • Kribbeln und Taubheitsgefühl
      • Druckschmerz am Innenknöchel
      • Verschlimmerung der Schmerzen bei Belastung
  • Verletzungen
    • Knochenbruch (akut)
      • Schwellung
      • Fehlstellung
      • abnorme Bewegung
      • Krepitationen (Reibegefühl und Geräusch) 
      • nach (oftmals falschen Zusammenwachsen oder schweren) Brüchen:  anhaltende Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Nervenschmerzen wenn der Nerv nachhaltig geschädigt wurde
    • zu enge Schuhe
      • Druckstellen
      • Fehlstellungen 
  • Infektionen
    • Herpes zoster 
      • mit Flüssigkeit gefüllt Bläschen auf roter Haut, oftmals auf eine Körperstelle beschränkt → die Flüssigkeit ist sehr ansteckend
      • Schmerzen! teils so stark, das Bewegung unmöglich ist 
      • Verkrustung der Bläschen im Verlauf 
    • Post-Zoster-Neuralgie
      • anhaltende Schmerzen auch nach Abklingen eines Herpes Zoster 
      • Überempfindlichkeit an der Haut
      • Juckreiz und Spannungsgefühl
      • vor allem ältere Menschen betroffen 
    • Guillain-Barré-Syndrom
      • beginnt oft mit symmetrischen Gefühlsstörungen an Händen und Füßen sowie Schmerzen im Rücken und/oder den Beinen
      • geht dann in aufsteigende Lähmungen über, die teils die Atemmuskulatur betreffen 
      • Verlauf sehr variabel 
  • Multiple Sklerose
    • seltenere Ursache 
    • Erkrankung bei der es durch autoinflammatorische Prozesse zu Entzündungen im Gehirn kommt
    • in Europa häufigste entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems 
    • Erkrankungsgipfel: 20. - 40. Lebensjahr
    • Frauen erkranken etwa doppelt so häufig
    • familiäre Häufung der Erkrankung 
    • viele verschiedene Symptome 
    • Kraftlosigkeit bis hin zu Lähmungen
    • Gefühlsstörungen 
    • Entzündung des Sehnervs
    • Sehstörungen mit Doppelbildern
    • Gangstörung, Gleichgewichts- und Koordinationsstörung
    • erhöhter Muskeltonus (Spastiken möglich) 
    • kognitive Einschränkungen
    • Fatigue (chronische Müdigkeit und Erschöpfung) 
    • Blasenschwäche 
    • Schmerzen in sämtlichen Regionen
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Diagnose Nervenschmerzen im Fuß

  • Anamnese (Arzt-Patienten-Gespräch)
    • Welche Symptome bestehen? Seit wann?
    • Vorerkrankungen und Voroperationen? 
    • Alter?
    • Lebensstil?
    • Risikofaktoren für z. B. Vitamin-B12-Mangel, Diabetes, etc.?
    • Impfungen? (Gürtelrose?)
  • Körperliche Untersuchung
    • Füße betrachten, Vergleich mit der Gegenseite 
    • Überwärmung? Schwellung? Veränderung der Hautfarbe, Auffälligkeiten im Nagelwachstum? (Symptome eines CRPS)
    • Gang und Stand beurteilen 
    • Wunden?
  • Neurologische Untersuchung
    • Nervenleitgeschwindigkeit messen
    • Vibrationsempfinden testen 
    • Rücken und Hirnnerven untersuchen (verschiedene Tests, die einem ein Hinweis auf eine Nervenreizung geben)
    • Motorik, Sensibilität und Durchblutung prüfen 
    • Kälte- und Wärmeempfinden testen 
  • Bildgebung
  • Blutuntersuchung
    • Autoantikörper bei GBS (Guillain-Barré-Syndrom).
    • Antikörper bei rheumatischen Erkrankungen.
    • erhöhter Blutzucker und HbA1c Wert bei Diabetes.
    • erhöhte Leberwerte bei Alkoholmissbrauch.
    • Vitamin-Spiegel → B12 Mangel bei erniedrigtem Spiegel.
  • Liquorpunktion – bei Verdacht auf MS.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
arrow downBilder & Aussehen

Ein geschwollenen Knöchel erkennt man von außen sehr gut.
Das Gewebe rund um das Sprunggelenk schwillt sehr stark an.

Je nach Ursache kann es zusätzliche zu einer Einblutung in das umliegende Gewebe kommen. Das Blut sackt ab und befindet sich an der Fußsohle.

Hinweis BilderaufrufDu möchtest helfen?
Wie sieht es bei Dir aus? Bei diesem Thema sagen Bilder mehr als Worte. Falls Du ein passendes Bild hast, würden sich unsere Leser freuen, wenn Du es zur Verfügung stellst.
Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
pfeil

Behandlung Nervenschmerzen im Fuß

Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß richtet sich selbstverständlich nach der Grunderkrankung.

Nervenschmerzen sind teils eher schwer zu behandeln und können sehr lästig, schmerzhaft und im Alltag einschränkend sein.

Abhängig davon, wie stark der Nerv oder die Nerven geschädigt sind, können sie sich erholen und die Schmerzen „nur“ vorübergehend sein.
Je stärker aber die Schädigung, desto unwahrscheinlicher ist eine vollständige Regeneration.

Nerven heilen sehr langsam, sodass auch ein heilender Nerv über einen längeren Zeitraum (Monate) Probleme machen kann.

Individuelle Faktoren, wie Alter, Vorerkrankungen, Genetik und Therapiecompliance (das Einhalten des Therapiekonzepts) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Behandlung.

Man kann grob zwischen konservativen Methoden und operativen unterscheiden.

Konservative Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß

  • Physiotherapie / Ergotherapie
  • Gips oder Schiene (bei einem Knochenbruch
  • Richtiges Schuhwerk 
  • Aciclovir und andere Virostatika bei einem Herpes Zoster.
  • Pregabalin und Gabapentin als Schmerzmittel.
  • Änderung des Lebensstils (gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung)
  • Entzug und Therapie bei Alkoholsucht
  • Substitution bei einem B12 Mangel (entweder oral oder subkutan als Injektion → häufiger gewählt)
  • Absetzen der auslösenden Medikamente
  • Bei einer Post-Zoster-Neuralgie:
    • Pregabalin
    • Amitriptylin (Antidepressivum
    • Clomipramin (Antidepressivum)
    • Sympathikusblockade, solange die Schmerzen seit weniger als 6 Wochen bestehen.
    • lokal: Gel mit Lidocain („lokales Betäubungsmittel“)
    • Akupunktur 
    • „Blockade im Rückenmark“ – als ultima ratio bei therapieresistenten Schmerzen.
  • Bei CRPS
    • Verschiedene Medikamente
    • Ergotherapie
    • Physiotherapie
    • Lokalanästhetika
    • Akupunktur
    • autogenes Training
    • Spiegeltherapie
    • künstliches Koma (Ketamin-Koma)
  • Medikamente gegen einen Diabetes
    • Metformin
    • Insulin
    • abhängig von individuellen Faktoren weitere möglich 
  • Medikamente gegen MS (Multiple sklerose)
    • verschiedene zur Auswahl
    • abhängig von individuellen Faktoren
  • Bei GBS (Guillain-Barré-Syndrom):
    • teils Intubation nötig
    • Anlegen eines Blasenkatheters
    • intravenöse Immunglobuline
    • Plasmapherese
    • intensivmedizinische Überwachung
    • Thromboseprophylaxe
    • Dekubitusprophylaxe (durch das lange Liegen können sich Druckstellen bilden, das sollte verhindert werden

Operative Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß

  • Operative Korrektur eines Knochenbruchs.
  • Operatives Entfernen von infiziertem Gewebe bei Komplikation eines Diabetes.
  • Amputation – bei Diabetes und Infektion des Fußes kann eine Amputation als ultima ratio nötig sein.
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
arrow down

Medikamente

  • Schmerzmittel“ → Beachte: klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen nicht gegen Nervenschmerzen, deswegen werden Medikamente aus der Gruppe der „Krampf-verhindernden“ Mittel eingesetzt.
  • Antidepressivum – Amitriptylin und Clomipramin bei einer Post-Zoster-Neuralgie.
  • Vitamin B 12 → als Injektion, subkutan
  • GBS (Guillain-Barré-Syndrom)
    • intravenöse Immunglobuline
    • Plasmapherese
    • Thromboseprophylaxe mittels gerinnungshemmender Medikamente 
  • Medikamente gegen Diabetes
    • Metformin
    • Insulin (als Langzeit- oder kurzwirksames Präparat)
    • weitere zur Verfügung, individuelle Entscheidung
  • Medikamente gegen MS (Multiple sklerose)
    • verschiedene, je nach Lebenslage und vorliegender MS Form.
    • Cortison im akuten Schub (zusätzlich Thrombose- und Magenulkusprohylaxe).
    • teils auch Antikörper eingesetzt.
  • Medikamente bei CRPS
    • Schmerzmittel
    • Glukokortikoide
    • Antidepressiva (auch zur Schmerzlinderung)
    • Bisphosphonate
    • Vitamin C
    • Lokalanästhetika
Docset.de Erfahrungsberichtezum ForumDocset.de bewerten
pfeil

Prognose

Eine allgemein gültige Aussage über die Prognose bei Nervenschmerzen im Fuß ist nicht möglich.

Die Prognose bei Nervenschmerzen im Fuß ist abhängig von der Grunderkrankung und individuellen Faktoren (wie Alter, Vorerkrankungen, Lebensstil, etc.).

Außerdem spielt das Einhalten des Therapiekonzeptes eine wichtige Rolle (Therapiecompliance).

Nervenschmerzen lassen sich des Öfteren leider eher schwer behandeln, da nur wenige Medikamente gut helfen.
Diese haben oft Nebenwirkungen (wie z. B. Schwindel) wegen denen sie abgesetzt bzw. nicht vertragen werden.

Einige Grunderkrankungen sind chronisch fortschreitend, wie z. B. MS (Multiple sklerose) oder Diabetes, andere wiederum sind reversibel und heilen oft aus, wie z. B. GBS (Guillain-Barré-Syndrom).

Letztendlich lässt sich keine pauschale Aussage treffen.

pfeil

Komplikationen

  • anhaltende und/oder immer wieder auftretende Nervenschmerzen im Fuß.
  • Bewegungseinschränkungen
  • Einschränkungen im Alltag aufgrund der Nervenschmerzen im Fuß.
  • psychische Belastung (besonders bei einer Post-Zoster-Neuralgie, aber auch Diabetes oder MS)
  • Fehlstellungen
  • Defizite nach einem MS-Schub, Rollstuhlpflichtigkeit, Atemprobleme, psychische Probleme etc. bei MS.
  • Komplikationen eines Diabetes (Nierenschäden, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Veränderung der Netzhaut, bis hin zur Erblindung, etc.).
  • mögliche Amputation bei Diabetes.
  • Funikuläre Myelose bei Vitamin-B12 Mangel.
  • Tod (vor allem MS und GBS).
  • Hirnnervenausfälle bei 5-10% der Betroffenen bei GBS.
pfeil

Vorbeugung

Nicht jede Ursache von Nervenschmerzen im Fuß lässt sich vorbeugen.

Ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung, ausgewogener Ernährung, aber auch dem Achten auf die mentale Gesundheit hilft vielen Krankheiten (z. B. einem Diabetes Typ 2) vorzubeugen.

Bei manchen anderen Erkrankungen kann man die genaue Ursache nicht festlegen (GBS) oder es spielen genetische Faktoren und Umweltbedingungen eine Rolle.

pfeil

Bei Kindern

Auch Kinder können in sehr seltenen Fällen zum Beispiel eine Post-Zoster-Neuralgie entwickeln.

Die betroffenen Kinder haben meist ein sehr schwaches Immunsystem, damit ein Herpes zoster überhaupt ausbrechen kann.

Hier muss in jedem Fall eine HIV Infektion ausgeschlossen werden.

pfeil

In der Schwangerschaft

Auch während einer Schwangerschaft kann es zu Nervenschmerzen in den Füßen kommen.

Guillain-Barré-Syndrom in der Schwangerschaft

Besonders einer Erkrankung sollte gesonderte Beachtung geschenkt werden: Ein Guillain-Barré-Syndrom kann durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden und in jeder Phase dieser auftreten.
Alles in allem ist es aber eine sehr seltene Erkrankung.
Es tritt vor allem im letzten Trimenon und dem frühen Wochenbett auf.
Eine Infektion der oberen Atemwege oder im Darm geht häufig einem GBS voraus, meist etwa 4 - 6 Wochen vorher.

Wichtig ist die frühe Erkennung der Erkrankung und eine schnelle Behandlung.
Die Erkrankung verläuft bei 85 % so, dass sie nach Wochen bzw. Monaten wieder vollständig ausheilt.
Die Beschwerden bilden sich meist in umgekehrter Reihenfolge wieder zurück, wie sie aufgetreten sind.

Während der Schwangerschaft kann es aber sein, dass das Kind zum Beispiel frühzeitig geholt werden muss, je nach Ausprägung der Symptome.

Es kann schon auch vorkommen, dass die Atemmuskulatur betroffen ist und die Betroffenen nicht mehr alleine atmen können.

Mittels der Therapiemöglichkeiten lassen sich die Folgen aber behandeln, sodass die Prognose trotzdem oft ganz gut ist.

Die Fehlgeburtsrate und auch die Rate fetaler Entwicklungsstörungen steigen laut Studien nicht signifikant an.

aktualisiert: 15.11.2025
Autor werden
Photo schicken
Instagram Docset
Erfahrung einreichen
Autor
Dr. med. Jan Hiller
Autor

Dr. med. Jan Hiller ist zurzeit Assistenzarzt an der Universitätsklinik in Frankfurt am Main im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie tätig. Bereits zur Studienzeit verfasste und korrigierte Jan medizinische Texte.

Unsere Autoren
Deine Ursache
SafetyIcon Doc
Wenn Du bereits weißt, was bei Dir der Auslöser ist, kannst Du uns und anderen Betroffenen helfen.
Nenn uns einfach Deine Ursache und wir lernen mehr über das Symptom.
Mach mit
Community
SendErfahrung
Du hast Anregungen, Fragen oder Erfahrungen zum Thema Nervenschmerzen im Fuß und möchtest diese gerne mit anderen Menschen teilen?
Stell einfach eine Frage oder teile Deine Erfahrung in unsere neue Community.
zur Community
Dein Wissen
Autor werden
Du bist Mediziner und möchtest Dein Wissen gerne mit anderen Teilen.
Dann werde ganz einfach Autor für Docset.de
Autor werden
Dein Bild auf Docset
SendPicIcon
Bilder sagen oftmals mehr als Worte.
Falls Du ein passendes Bild zu diesem Thema hast, kannst Du uns und anderen Betroffen damit helfen.
Bild schicken
Patienteninformation
Nervenschmerzen im Fuß
Patienteninformation
Schließen
Du willst uns helfen?
Arzttermin buchen
Wenn Dir unsere Website gefällt oder nicht, kannst Du uns sehr helfen, indem Du uns einfach nur bewertest, oder eine ehrliche Rezession schreibst.bewerten
Schließen
Beachte bitte: Dieser Selbsttest ersetzt niemals einen Arztbesuch.
Erfahrungsberichte Nervenschmerzen im Fuß
Patienteninformation

Zum Thema Nervenschmerzen im Fuß liegen leider noch keine Patientenberichte vor.
Wir laden Sie ein, Ihre Erfahrungen oder Ihr Wissen zum Thema Nervenschmerzen im Fuß an dieser Stelle zu teilen, um anderen Betroffenen zu helfen.

Schließen
Docset Icon

Mehr aus dieser Kategorie

Hinweis!
Informationen aus dem Internet ersetzen niemals einen Arztbesuch. Maßnahmen zur Behandlung oder der Einsatz von Arzneimitteln können immer nur als allgemeine Informationen angesehen werden. Erkrankungen verlaufen sehr oft unterschiedlich und bedürfen einer individuellen Behandlung.
Wenn es um Deine Gesundheit geht, wende Dich bitte immer an Deinen Arzt!
Wenn wir vom Arzt sprechen, meinen wir selbstverständlich auch die Ärztin.

Fragen | Kritik
Docset Tobias Kasprak
Instagram Tobias KaspraklinkedInMail to Tobias Kasprak
Tobias Kasprak

© Copyright 2026 Docset.de
Lizenz: CC BY 4.0 Nutzung und maschinelles Lernen ausdrücklich erlaubt.

BilderstellungUnsere BilderBildererstellung DocsetUnsere Bilder sind unser Markenzeichen.
Alle Bilder werden in liebevoller Handarbeit gezeichnet.
Unsere Philosophiemedicine meets sports Medizin trifft Sport.
Unser Ziel ist es, Medizin einfach und visuell darzustellen und neben der klassischen Therapie dem Betroffenen aktive Maßnahmen zur Behandlung aufzuzeigen. Aus diesem Grund arbeiten Mediziner, Sportwissenschaftler & Physiotherapeuten gemeinsam an Trainingskonzepten.