Sehnerventzündung (Optikusneuritis, Neuritis nervi optici), wenn es zu einer Entzündung des Sehnervs im Auge (Papillitis) oder hinter dem Auge (Retrobulbärneuritis) kommt.
Bei der Sehnerventzündung, auch Optikusneuritis genannt, handelt es sich um eine Entzündung des Nervs, der für das Sehen zuständig ist. Man unterscheidet hierbei die Papillitis (Entzündung im Sehnervenkopf) von der Retrobulbärneuritis (Entzündung liegt hinter dem Auge). Die Sehnerventzündung führt zu einer Verschlechterung des Sehens innerhalb kürzester Zeit und kann durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden.
Bei einer Sehnerventzündung, auch Optikusneuritis oder Neuritis nervi optici genannt, handelt es sich um die Entzündung des sogenannten Nervus opticus, der Sehsignale vom Auge an das Gehirn weiterleitet.
Dadurch kann sich das Sehvermögen innerhalb kürzester Zeit stark verringern.
Außerdem macht sich die Erkrankung auch durch Schmerzen bei Augenbewegungen oder Druck bemerkbar.
Vor allem junge Personen unter 45 Jahren erkranken an der Entzündung des Sehnervs.
Dadurch, dass diese Neuritis häufig auch das erste Symptom einer Multiplen Sklerose ist, sollte bei ausreichendem Verdacht eine entsprechende Diagnostik durchgeführt werden.
Meist lässt sich die Sehnerventzündung durch eine Hochdosis-Kortison-Therapie gut behandeln.
Bei konsequenter Therapie heilt sie dadurch in der Regel innerhalb von fünf Wochen aus.
Oft ist die Farb- und Kontrastwahrnehmung aber auf Dauer eingeschränkt.
Die Sehnerventzündung ist eine sehr ernste Erkrankung und in vielen Fällen das erste Anzeichen einer Multiplen Sklerose.
Ohne eine Diagnostik und Therapieeinleitung drohen bleibende Sehschäden.
Bei allen Sehverschlechterungen, die plötzlich oder im Verlauf von wenigen Stunden und Tagen auftreten, ist ein umgehender Besuch beim Augenarzt empfohlen.
Dieser kann im besten Fall die Ursache feststellen und das Problem rechtzeitig behandeln.
Der Sehnerv (II. Hirnnerv) ist Teil des Gehirns, besteht in etwa aus einer Million Nervenfasern und leitet die Signale der Netzhaut an das Gehirn weiter.
Man unterscheidet grundsätzlich die typische von der atypischen Sehnerventzündung.
Grundsätzlich ist eine der häufigsten und typischsten Ursachen einer typischen Sehnerventzündung die Erkrankung mit Multipler Sklerose.
Tatsächlich ist die Entzündung des Nervus optikus sogar in vielen Fällen das erste Symptom dieser Multisystemerkrankung.
Bei der Multiplen Sklerose, oder auch kurz MS, greift das körpereigene Immunsystem die Schutzschicht der Nervenfasern an, also die sogenannten Myelinscheide. Fehlt diese, so wird die Übermittlung von Nervensignalen stark eingeschränkt. Befällt die Multiple Sklerose also das Auge, kommt es zu einer Entzündung des Sehnervs mit den entsprechenden Symptomen. Die Entzündung geht häufig wieder zurück, aber eine irreversible, also eine nicht umkehrbare Schädigung bleibt oft noch zurück. Kommt es im Laufe der MS-Erkrankung zu wiederkehrenden Sehnerventzündungen, so verschlechtert sich die Sehkraft zunehmend.
Allerdings kann es sich bei der typischen Sehnerventzündung auch um eine sogenannte idiopathische Optikusneuritis handeln, also eine mit unbekannter Ursache. Damit ist die Sehnerventzündung kein sicheres Zeichen für eine Multiple Sklerose - kann aber fast einem Drittel der Fälle hinweisend darauf sein.
Die atypische Neuritis nervi optici kann grundsätzlich drei verschiedene Hauptursachen haben. Zum einen kann sie ein Ausdruck einer Autoimmunerkrankung sein, wie zum Beispiel bei der Neuromyelitis optica, der Sarkoidose oder dem Lupus erythematodes. Außerdem kann sich diese auch nach einer Infektion oder Impfung entwickeln. Dies bezeichnet man dann als postinfektiös oder postvakzinal. Aber auch während einer Infektion können Sehnerventzündungen auftreten, entweder direkt oder indirekt, ausgelöst durch die jeweiligen Erreger. Dazu gehören zum einen die der Borreliose, der Syphilis und die der Neuroretinitis.
Eher seltene Ursachen sind Medikamente wie Tamoxifen bei Brustkrebs oder Ethambutol bei Tuberkulose. Außerdem kann bei selbstgemachtem Alkohol auch eine Methanolvergiftung die Ursache sein.
Auch normaler Alkohol und Nikotin zählen hier ebenfalls als Risikofaktoren. Deswegen sollten Sie vor allem bei bereits stattgefundenen Sehnerventzündung auf diese Drogen verzichten.
In erster Linie fällt den Betroffenen eine drastische Verschlechterung des Sehvermögens auf, meist innerhalb weniger Stunden oder Tage.
Abgesehen von der Sehschärfe, die vor allem im Zentrum des Gesichtsfeldes abnimmt, berichten viele von einer verschwommenen Sicht wie durch einen grauen Schleier oder durch ein Milchglas.
Außerdem treten häufig Missempfindungen oder Schmerzen am Auge auf, welche bei Druck oder Augenbewegungen schlimmer werden.
Zudem wird auch eine sogenannte Farbentsättigung wahrgenommen, was bedeutet, dass die Farben dunkler und viel matter wahrgenommen werden.
Auch die Kontrastwahrnehmung kann reduziert sein. Bei 30 Prozent treten sogar Lichtblitze oder andere Lichterscheinungen auf, auch als Photopsien bekannt.
Eine atypische Sehnerventzündung kann dieselben Symptome aufweisen, allerdings treten oft auch andere Beschwerden auf.
Dabei sprechen folgende Faktoren für eine atypische Neuritis: ein Alter unter 18 oder über 45 Jahren, eine schmerzlose Sehverschlechterung auf beiden Augen anstatt auf einem und ein anhaltendes Beschwerdebild ohne Besserung.
Wie bei jedem Arztbesuch muss sich der Arzt zuerst ein Bild über die Beschwerden machen.
Dafür befragt Sie der Arzt zu Ihrer Krankheitsgeschichte, auch Anamnese genannt.
Wichtig ist dabei herauszufinden, welche Beschwerden überhaupt bestehen:
Nach einer sehr ausführlichen Anamnese können verschiedene Untersuchungen am Auge stattfinden.
Neben der Bestimmung der Sehschärfe wird auch die Augenbeweglichkeit in alle Richtungen überprüft, während der oder die Betroffene angeben kann, ob er oder sie Doppelbilder sieht oder dabei Schmerzen empfindet. Außerdem wird die Pupillenreaktion getestet sowie das Gesichtsfeld bestimmt.
Der Augenarzt kann daraufhin mit Hilfe der sogenannten Spaltlampe ins Auge hinein sehen und dabei den Augenhintergrund spiegeln (siehe Spaltlampenuntersuchung).
Er achtet dabei ganz aufmerksam auf Veränderungen der Blutgefäße und auf die Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt - die sogenannte Papille.
In nur 30 Prozent ist Letztere gerötet und geschwollen, meist verläuft die Augenhintergrundspiegelung aber unauffällig.
Daneben kann der Nerv auch direkt auf seine Leitgeschwindigkeit getestet werden, mithilfe von visuell evozierten Potentialen (VEP). Dafür werden Elektroden an den Kopf angebracht. Eine Entzündung des Sehnervs fällt durch veränderte Werte bei der Messung auf.
Um die Ursache der Neuritis herauszufinden, sind noch einige andere Untersuchungen nötig. So sollte nach einer erstmalig aufgetretenen Sehnerventzündung eine MRT- oder Kernspintomographie-Aufnahme des Kopfes und der Wirbelsäule gemacht werden.
Auch eine Liquorpunktion kann Hinweise darauf geben, ob hinter der Ursache eine Multiple Sklerose-Erkrankung liegt.
Da häufig Infektionskrankheiten für eine atypische Optikusneuritis verantwortlich sind, wird häufig auch Blut abgenommen, um es auf verschiedene Erreger oder Antikörper zu testen.
Eine Sehverschlechterung und eine Sicht wie durch einen Schleier kommt bei einigen Augenerkrankungen vor.
Beachte! Um welche Erkrankung es sich also genau handelt, kann der Augenarzt in vielen Fällen erst nach einer gründlichen Untersuchung sagen.
Eine Sehnerventzündung wird vor allem medikamentös behandelt.
Dafür muss in der Regel ein hochdosiertes Glukokortikoid gegeben werden, also Cortison. Dieses wirkt abschwellend, hemmt Entzündungen und unterdrückt Immunreaktionen.
Damit klingt die Entzündung des Sehnervs schneller ab, allerdings wird damit nicht das endgültige Sehvermögen beeinflusst – dieses hängt unter anderem von der stattgefundenen Schädigung ab.
Die Glukokortikoide werden in den ersten Tagen häufig als Infusion über die Vene verabreicht, später in Tablettenform.
Gegen Ende der Behandlung muss das Glukokortikoid schließlich ausgeschlichen werden, das bedeutet, es darf nicht abrupt abgesetzt werden, sondern es sollte eine zunehmend niedrigere Dosis gegeben werden.
Nicht nur deswegen sollte die Behandlung mit Kortison stationär in einem Krankenhaus erfolgen.
Auch mögliche Risiken und Nebenwirkungen der hochdosierten Kortisontherapie können dadurch besser beobachtet und behandelt werden.
So werden häufig zusätzlich zum Kortison Magen-schonende Medikamente verabreicht, wie die sogenannten Protonenpumpenhemmer.
Bei der atypischen Optikusneuritis, die infolge einer bakteriellen Infektion aufgetreten ist, wie bei der Borreliose oder Syphilis, sollte zusätzlich zum Glukokortikoid auch eine Antibiotika-Therapie begonnen werden.
Bei Viren als Ursache werden sogenannte Virustatika eingesetzt.
Liegt der Sehnerventzündung eine Systemerkrankung zugrunde, so sollte diese ebenfalls behandelt werden.
Bei der Multiplen Sklerose sieht die Behandlung zum Beispiel bei einem akuten Schub ähnlich aus, denn auch hier werden Glukokortikoide hochdosiert verabreicht.
Langfristig wird jedoch mit Immunmodulatoren gearbeitet.
Ähnliches gilt auch für die granulomatöse Erkrankung Sarkoidose und für die Autoimmunkrankheit Lupus erythematodes.
Kann das Kortison nicht ausreichend gegen die Entzündung ankämpfen, so können auch weitere Behandlungsmaßnahmen in Betracht gezogen werden.
Dazu gehören zwei verschiedene Arten von Blutwäsche (auch Apherese genannt):
Die Plasmapherese und die Immunadsorption.
Damit wird deutlich, dass diese Verfahren vor allem bei Autoimmunkrankheiten sehr hilfreich werden und damit eine schlimme Schädigung des Sehnervs aufhalten können.
Das wichtigste Medikament ist dabei eindeutig das Cortison.
Dabei handelt es sich um ein Glukokortikoid, das sehr gut gegen Entzündungen vorgehen und damit den Sehnerv erhalten kann.
Für eine ausreichende Wirkung muss jedoch das Kortison hochdosiert gegeben werden. Deswegen können weitere Medikamente wie die Magen-schonenden Protonenpumpenhemmer notwendig werden.
Außerdem müssen bei einer bakteriellen Ursache wie Borreliose oder Syphilis Antibiotika gegeben werden, bei einer viralen sogenannte Virustatika.
Zur Behandlung von Systemerkrankungen wie Multiple Sklerose oder Lupus, welche so eine Sehnerventzündung auslösen können, werden verschiedenste Immunmodulatoren eingesetzt.
Die atypische Sehnerventzündung hat eine etwas schlechtere Prognose, da eine spontane Heilung seltener vorkommt und auch eine Kortisonbehandlung nicht immer ausreichend wirkt.
Auch die Sehschärfe bleibt oft stärker beeinträchtigt.
Vor allem wiederkehrende Sehnervenentzündungen führen nicht nur zu einem zunehmenden Verlust von Nervenfasern und damit zur Verschlechterung der Sehkraft.
Die häufigen Entzündungen führen außerdem auch zu einer zunehmenden Verkrümmung des Sehnervens, was die Sehkraft entsprechend noch weiter einschränkt.
Deswegen ist die Behandlung und Vorbeugung besonders wichtig.
Eine Sehnerventzündung entwickelt sich in der Regel ziemlich schnell.
Den Betroffenen fallen innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen zunehmende Sehprobleme auf.
Die Heilung kann entweder spontan auftreten oder benötigt eine Hochdosis-Glukokortikoid-Therapie.
Diese hat allerdings nur einen Einfluss darauf, wie schnell die Entzündung abgeht, eher weniger darauf, welche Sehprobleme nach Abheilung bleiben.
Die Heilung ist in der Regel nach fünf Wochen weitgehend abgeschlossen.
Leichte Verbesserungen der Sehschärfe können innerhalb der nächsten 12 Monate immer noch erfolgen.
Allerdings bleibt die Wahrnehmung von Kontrasten und Farben dauerhaft eingeschränkt durch den stattgefundenen Nervenfaser-Verlust während der Sehnerventzündung.
Grundsätzlich kann man vor allem eine idiopathische Sehnerventzündung nicht wirklich vorbeugen.
Insgesamt lohnt es sich aber, das Risiko etwas zu senken durch das Weglassen von Giften wie Alkohol oder Nikotin.
Auch ausgewogene Ernährung und genug Bewegung können helfen.
Bei einer bekannten Infektionskrankheit wie Borreliose oder Syphilis steht die antibiotische Therapie der Grunderkrankung an erster Stelle
Mit rechtzeitiger und adäquater Behandlung dieser Krankheiten kommt es insgesamt seltener zu den dadurch ausgelösten Entzündungen des Sehnervs.
Auch Multisystemerkrankungen wie Multiple Sklerose, Sarkoidose und Lupus erythematodes sollten leitliniengerecht behandelt werden.
Reicht die derzeitige Behandlung nicht aus, so sollten die Medikamente umgestellt oder höher dosiert werden.
So leiden zum Beispiel Multiple-Sklerose-Erkrankte seltener an akuten Schüben, die auch den Sehnerv befallen können.
Wichtig ist die Prophylaxe bei Systemerkrankung vor allem deswegen, weil eine Sehnerventzündung fast immer bleibende Schäden nach sich zieht.
Bei wiederkehrenden Neuritiden des Auges kann es also zu einer immer schlechter werdenden Sehkraft des Auges kommen - bis zur Erblindung.
Die Sehnerventzündung betrifft den Sehnerv.
Der Sehnerv (Nervus opticus) beginnt an der Papilla, einer scheibenförmigen Stelle am Hintergrund des Auges.
An dieser Stelle werden die Nervenenden der Netzhaut gebündelt und treten in einer etwa 3,5mm goßen Öffnung in den Sehnerv.
Grundsätzlich heilt vor allem die typische Sehnerventzündung innerhalb von fünf Wochen wieder aus.
Farb- und Kontrastwahrnehmung bleiben in den meisten Fällen jedoch dauerhaft eingeschränkt, die Sehschärfe kann sich allerdings in den nächsten 12 Monaten wieder leicht verbessern.
Das Risiko für eine erneute Sehnerventzündung ist allerdings ziemlich hoch.
Liegt der Entzündung keine Multiple Sklerose zugrunde, so erkranken trotzdem rund ein Viertel noch mindestens ein weiteres Mal an der Optikusneuritis.
Ist der oder die Betroffene an Multiple Sklerose erkrankt, so ist das Risiko mit fast 50 Prozent doppelt so hoch.
Eine Sehnervenentzündung beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Die Therapie erfolgt je nach Ursache unter anderem mit Glukokortikoiden und sollte im Falle einer Schwangerschaft mit einem Facharzt besprochen werden.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Typisch sind normalerweise dumpfe Schmerzen oder auch Missempfindungen im Auge, die bei Augenbewegungen oder Druck schlimmer werden.
Diese können auch als Kopfschmerzen im Bereich der Augenhöhle wahrgenommen werden.
Beachten Sie:
Eine Sehnerventzündung kann eine ernstzunehmende Erkrankung des Sehnervs sein.
Vor allem die atypische Optikusneuritis bedarf einer Therapie mit Glukokortikoiden und zwar hochdosiert.
Selbst diese Behandlung reicht nicht in allen Fällen aus und es muss eine sogenannte Blutwäsche durchgeführt werden, um gefährliche Antikörper auszuspülen. Nach dieser Behandlung können immer noch bleibende Schäden und Sehstörungen zurückbleiben.
Deswegen sollten Sie bei einer Sehnerventzündung immer Ihren behandelnden Augenarzt zu Rate ziehen.
Dieser kann Ihnen, wenn gewünscht, ergänzende, passende homöopathische Mittel oder eine Akupunktur empfehlen, welche beim Abklingen der Entzündung helfen können.
Grundsätzlich verbessern sich einige der Sehprobleme innerhalb der nächsten 12 Monate nach Abheilung der Entzündung - unabhängig davon, ob homöopathische Mittel eingesetzt werden oder nicht.
Schaden können sie aber in der Regel auch nicht, nachdem Sie mit Ihrem Augenarzt genau besprochen haben, welche Sie einsetzen dürfen.
Dass Stress bei gesunden Personen plötzlich eine Sehnerventzündung auslöst, ist eher unwahrscheinlich.
Allerdings kann Stress bei bekannten Multiple-Sklerose-Erkrankten einen erneuten Schub auslösen.
Dieser kann natürlich auch den Sehnerv befallen, welcher sich daraufhin entzündet.
Auch bei bisher Gesunden mit noch unbekannter Multiple Sklerose kann Stress den ersten Schub auslösen, sichtbar durch eine Sehnerventzündung.
Dasselbe gilt natürlich auch für die anderen Systemerkrankungen wie Lupus.
Stress kann die gegenwärtige Situation und damit die Symptome, wie die Entzündung des Sehnervs, verschlimmern.
Vor allem die typische Sehnerventzündung kann innerhalb von fünf Wochen auch wieder von alleine weggehen.
Je nach Schwere und nach Absprache mit dem Augenarzt kann aber auch eine Hochdosis-Kortison-Therapie helfen, die Entzündung schneller abschwellen zu lassen.
Auf zurückbleibende Schäden soll die Kortisonbehandlung aber wohl keinen Einfluss haben.
Das trifft aber nicht unbedingt auf die atypische Sehnerventzündung zu.
Hier kann die Entzündung auch chronisch werden, wenn sie nicht rechtzeitig und adäquat behandelt wird.
Außerdem können in dieser Zeit mehr Schäden entstehen, die das Sehen dauerhaft einschränken.
Deswegen ist die Absprache mit dem Augenarzt Ihres Vertrauens so wichtig - schließlich geht es um Ihr Augenlicht.
Regelmäßige Kontrollen zum Ausschluss von Komplikationen werden ebenfalls empfohlen.
Es gibt eindeutige Zusammenhänge der Sehnerventzündung und der Multiplen Sklerose.
Rund die Hälfte der Personen mit erstmaliger Optikusneuritis werden innerhalb von 15 Jahren mit einer MS diagnostiziert.
Häufig ist die Sehnerventzündung auch das erste Anzeichen für Multiple Sklerose.
Außerdem ist auch das Rückfallrisiko für eine erneute Entzündung mit fast 50 Prozent deutlich erhöht. Schließlich befällt die Multiple Sklerose neben den Nerven an Armen und Beinen vor allem den Sehnerv.
Deswegen wird bei fast jeder Sehnerventzündung eine MS-Diagnostik durchgeführt.
Dafür muss sich der Betroffene oft einer MRT-Untersuchung sowie einer Liquorpunktion unterziehen.
Dafür wird eine MS-spezifische Diagnostik durchgeführt mithilfe einer MRT-Untersuchung und einer Liquorpunktion.
Werden im MRT sogenannte Entmarkungsherde gefunden, so steht die Diagnose fast schon fest.
Aber auch ohne diese Herde beträgt das Risiko, innerhalb von fünf Jahren eine MS diagnostiziert zu bekommen, um die 15 Prozent.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Sehnerv (N. opticus), Papille, Nervenfaserschicht |
| Differentialdiagnose | Ischämische Optikusneuropathie, Glaukomschaden, Netzhauterkrankungen, Migräne-Aura, Uveitis |
| Medikamente | Hochdosierte Cortison-Infusion, Immunsuppressiva bei chronischem Verlauf, Therapie zugrunde liegender Erkrankungen |
| Epidemiologie | häufig bei jungen Erwachsenen, häufige Erstmanifestation von Multipler Sklerose |
| Prognose | gut, meist Erholung innerhalb von Wochen bis Monaten, bei MS oder NMOSD ungünstiger |
| Verlauf | akuter Beginn, schmerzhafte Augenbewegungen, schrittweise Sehverschlechterung, langsame Besserung |
| Pathophysiologie | Entzündliche Demyelinisierung des Sehnerven, immunologisch oder infektiös ausgelöst |
| Komplikation | dauerhafte Sehverschlechterung, MS-Risiko, Wiederholungsentzündungen, Kontrast- und Farbsinnstörungen |
| Behandlung | Hochdosis-Cortison, Plasmapherese bei schweren Verläufen, Therapie zugrunde liegender Autoimmunerkrankungen |
| Primärvorbeugung | nicht möglich |
| Sekundärvorbeugung | MS-Therapie zur Reduktion weiterer Schübe, frühzeitige Behandlung bei ersten Symptomen |
| Risikofaktoren | Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen, Infektionen, Rauchen, genetische Veranlagung |
| Anzeichen | Sehverschlechterung, Schmerzen bei Augenbewegung, Farbentsättigung, Gesichtsfeldausfälle, zentrale Skotome |
| Stadien | akut, subakut, Erholungsphase |
| Diagnostik | MRT, OCT, Sehschärfetest, Gesichtsfeld, Pupillenreaktionstest, VEP, Blutuntersuchungen |