Karpaltunnelsyndrom (KTS), wenn es zu einer Einengung anatomischer Struktur im Handgelenk und somit zu Nervenirritationen kommt.

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Beim Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer Quetschung des Nervus medianus im Karpaltunnel am Unterarm. Der Karpaltunnel ist ein „Kanal“ im Bereich der Handwurzel, der durch Knochen und Bindegewebe begrenzt wird. Durch das Zusammendrücken des Nervens entsteht ein typisches Beschwerdebild mit Empfindungsstörungen und Schmerzen, vor allem nachts. Das Karpaltunnelsyndrom kommt in Deutschland etwa mit einer Häufigkeit von etwa 4% vor und betrifft öfter Frauen. Am meisten sind Menschen zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr betroffen. Obwohl es oft so ist, dass das Karpaltunnelsyndrom zuerst einseitig auftritt, im Laufe aber beide Seiten betrifft.
Das Karpaltunnelsyndrom ist heutzutage gut behandelbar und deshalb nicht gefährlich.
Eine Behandlung sollte jedoch auf jeden Fall erfolgen, um einen Muskelschwund (Atrophie) der Handmuskeln zu vermeiden.
Treten bei dir die typischen Missempfindungen nachts oder auch tagsüber häufiger auf, solltest du schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.
Wird das Karpaltunnelsyndrom früh genug erkannt, kann auch eine Operation verhindert werden.
Generell empfiehlt sich ein Besuch beim Orthopäden, wenn …
Der Karpaltunnel ist eine anatomische Engstelle.
Dieser Durchgang befindet sich auf der Handgelenk-Innenseite und wird aus dem Karpalband und den Handwurzelknochen gebildet.
Bei einem Karpaltunnelsyndrom fehlt eine einheitliche, allgemein akzeptierte Klassifikation, sowie Stadieneinteilung.
Bei einem Karpaltunnelsyndrom kommt es zu einer permanenten Druckbelastung auf den Nervus medianus
In vielen Fällen lässt sich kein klarer Auslöser für die Entstehung eines Karpaltunnelsyndroms erkennen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Auslösern, die einen erhöhten Druck auf den Nerv auslösen und Ursachen, welche den Nerv druckempfindlicher machen.
Im Frühstadium macht sich das Karpaltunnelsyndrom durch nächtliche Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Fingern bemerkbar.
Diese verschwinden meist, wenn die Hand leicht massiert oder geschüttelt wird.
Mit Fortschreiten der Krankheit kann es auch sein, dass es zu verminderter Wahrnehmung im Gebiet des Nervus medianus kommt.
Als Spätsymptom, das nur bei einem unbehandelten Karpaltunnelsyndrom auftritt, lässt sich eine Atrophie – also ein Zugrundegehen – des Daumenmuskels ausmachen.
Dadurch, dass der Nerv geschädigt ist, kann der Muskel nicht mehr verwendet werden und bildet sich zurück.
Das bemerkt der Betroffene zum einen dadurch, dass er seinen Daumen nicht richtig bewegen kann, zum anderen dadurch, dass sich der Daumenballen durch das Zurückbilden des Muskels immer mehr als Grube darstellt und nach innen fällt.
Wegweisend für die Diagnosefindung sind das Patientengespräch und die Untersuchung des Patienten.
Sind dabei Auffälligkeiten zu beobachten, die auf ein Karpaltunnelsyndrom hindeuten könnten, ist eine Elektroneurographie indiziert, die die Nervenleitgeschwindigkeit misst.
Da die Symptome der körperlichen Untersuchung auch auf eine andere Krankheit hinweisen könnten, ist für die Sicherung der Diagnose des Karpaltunnelsyndroms die Elektroneurographie notwendig.
Es gibt das Hoffmann-Tinel-zeichen, das überprüft werden kann, wenn ein Karpaltunnelsyndrom vermutet wird.
Dabei wird der Karpaltunnel beklopft und darauf geachtet, ob sich ein einschießender, elektrischer Schmerz im Bereich des Nervus medianus bemerkbar macht.
Das Gleiche wird beim Karpaltunnel-Kompressionszeichen überprüft, bei dem geschaut wird, ob es zu Schmerzen kommt, wenn der Karpaltunnel zusammengedrückt wird.
Obwohl die Symptome beim Karpaltunnelsyndrom sehr charakteristisch sind, können auch andere Krankheiten in Frage kommen.
Es könnte eine Arthrose des Daumengelenkes vorliegen oder eine rückenmarksnahe Nervenschädigung vorliegen, die sich auch in Form von Schmerzen in der Hand bemerkbar macht.
Die Behandlung des Karpaltunnelsyndrom richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. Zunächst wird immer erst konservativ (nicht-operativ) behandelt.
Die gepolsterte Schiene sorgt dafür, dass das Handgelenk ruhiggestellt wird und nicht abknickt.
Dies ist vor allem nachts wichtig, denn im Schlaf kann es sein, dass das Handgelenk abknickt und die nächtlichen Schmerzen verursacht.
Wenn die Beschwerden nicht so groß sind, dass eine Operation notwendig ist, können die Schmerzen zusätzlich auch getaped werden.
Dies kann dabei helfen, die Schmerzen zu lindern, die Heilung der Krankheit beschleunigt dies jedoch nicht.
Bei der konservativen Therapie des Karpaltunnelsyndroms kommt es vor allem darauf an, das Handgelenk ruhigzustellen.
Dies ist bei dem Einsatz einer Schiene gewährleistet, weshalb sie einer Bandage vorgezogen wird.
Eine Bandage unterstützt eine gewisse Haltung oder kann zum Verbinden einer Verletzung eingesetzt werden, sie verhindert aber nicht die Bewegungen im Handgelenk.
Das Karpaltunnelsyndrom muss operiert werden, wenn sich die Beschwerden durch eine koservative Behandlung nicht bessern und bereits eine Schädigung des Nervus medianus vermutet wird.
Vorbereitung
Wenn sich Patient und Arzt gemeinsam für die operative Therapie des Karpaltunnelsyndroms entschieden haben, erfolgen Gespräche, in denen Fragen geklärt und das Anästhesie- und Operationsverfahren besprochen werden.
Ablauf der OP
Während der Operation wird das Retinaculum flexorum, also die zusammenlaufenden Sehnenscheiden, die das Dach des Karpaltunnels bilden gespalten, um den Druck, der auf den Nervus medianus entsteht zu minimieren.
Anschließend werden die Schichten nacheinander wieder zugenäht und der Patient darf zumeist noch am selben Tag nach Hause.
Nachsorge
In den folgenden Wochen sollten Kontrollen der Wundheilung und der Funktion und Besserung des Karpaltunnelsyndroms beim Arzt erfolgen.
Kosten
Die Kosten für den Eingriff übernimmt in der Regel die Krankenkasse, da es sich um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt.
Die Prognose bei einem Karpaltunnelsyndrom ist abhängig vom Ausprägungsgrad der Symptome un dem Zeitpunkt der Therapie.
Wurde die Therapie früh eingeleitet, ist Prognose gut. Vergehen aber etwa Monate bis Jahre bis nach dem Auftreten der ersten Symptome endlich mit der Therapie begonnen wird, kann die Prognose sich verschlechtern.
Eine Vorbeugung vor einem Karpaltunnelsyndrom ist nicht immer möglich.
Es existieren jedoch einige allgemeine Hinweise für eine gesunde und schmerzfreie Hand.
Schwangere haben ein erhöhtes Risiko an einem Karpaltunnelsyndrom zu erkranken, da sie durch die hormonabhängige Gewichtszunahme dazu leiden Ödeme zu entwickeln.
Dies führt dann im Bereich des Karpaltunnels zu einer Einengung und zu den typischen Beschwerden.
In der Regel lassen die Symptome aber nach sobald die Schwangerschaft vorbei ist und sich die Hormone im Körper wieder normalisieren.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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