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pfeilWas ist das?

Die diabetische Retinopathie bezeichnet eine Augenerkrankung, die durch einen dauerhaft erhöhten Zuckerspiegel im Blut entsteht. Damit ist sie eine typische Folgeerkrankung von Diabetes mellitus Typ 1 sowie Typ 2. Vor allem davon betroffen sind diejenigen Diabetiker, deren hoher Blutzuckerspiegel nicht ausreichend behandelt wurde und diejenigen, die schon sehr lange mit der Zuckerkrankheit leben.

pfeilIst das gefährlich?

Eine diabetische Retinopathie ist sehr gefährlich.

Unbehandelt kann eine Diabetische Retinopathie in einer Erblindung enden.

Das heimtückische an der Erkrankung ist, dass Betroffene Symptome erst wahrnehmen, wenn schon drastische Schäden an der Netzhaut vorliegen.

Die richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern ist daher besonders wichtig.

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pfeilWann zum Arzt?
  • Patienten mit Diabetes mellitus sollten mindestens einmal pro Jahr einen Augenarzt aufsuchen.
  • Bei einer schweren diabetischen Retinopathie solltest Du alle drei Monate zu einem Augenarzt.
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Ursachen Diabetische Retinopathie

Zerstörung der Innenwand der kleinen Blutgefäße, ausgelöst durch:

  • Dauerhaft erhöhter, bzw. schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Nikotin
  • Hormonelle Umstellungen
  • Nierenerkrankungen

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren einer diabetischen Retinopathie?

Der dauerhaft erhöhte Zucker im Blut verursacht diverse Schädigungen kleiner und großer Blutgefäße im gesamten Körper.

Im Auge hat das die Konsequenz, dass die Gefäße der Netzhaut (Retina) geschädigt werden – also diejenigen Gefäße, die den Ort unseres Sehens mit Blut und Sauerstoff versorgen.

Daraufhin gehen die Nervenzellen der Netzhaut unter.
Außerdem bilden sich neue, instabile Gefäße, die in die Strukturen des Auges einwachsen und Blutungen verursachen. Damit können sie das Sehen stark beeinträchtigen.

Schlussendlich kann die diabetische Retinopathie auch zur Erblindung führen.
Deswegen sollten Diabetiker ihren Augenhintergrund regelmäßig beim Augenarzt kontrollieren lassen.

Ursache Diabetes

Hauptursache der diabetischen Retinopathie ist der Diabetes mellitus.
Besonders gefährlich wird es, wenn dieser noch nicht erkannt wurde oder unzureichend behandelt wird.
Die dadurch dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte führen langfristig zu fragilen Blutgefäßen in der Netzhaut des Auges, sowie zu Gefäßaussackungen. Reißen diese, so entstehen Blutungen in der Netzhaut oder am Glaskörper.

Außerdem kommt es in der Netzhaut zu einer invasiven Vermehrung von Blutgefäßen, um den Mangelzustand auszugleichen.

Diese sind jedoch ebenfalls instabil, neigen dazu zu bluten und lassen Flüssigkeit durch, weswegen es nicht selten zu Ödemen (Wassereinlagerungen) in der Netzhaut kommt.
Aus diesem Grund sollte streng auf eine gute Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes geachtet werden.

Ursache Bluthochdruck

Ein weiterer Risikofaktor, der die Blutgefäße der Augen zerstört, ist der Bluthochdruck.
Hier wird ein Zielwert unter 140/80 mmHg empfohlen.

Erhöhte Cholesterinwerte

Darüber hinaus führen erhöhte Blutfette sowie hohe Cholesterinwerte zu verengten und damit instabilen Blutgefäßen.

Ungesunder Lebensstil

Ein ungesunder Lebensstil wirkt sich ebenfalls auf die Gefäße aus.
Dazu gehören eine ungesunde, einseitige Ernährung, wenig oder gar keine Bewegung, Übergewicht und der Konsum von Alkohol und Nikotin.

Je länger der Diabetes und die anderen Risikofaktoren bestehen, desto höher ist das Risiko, eine diabetische Retinopathie zu entwickeln. Es ist daher umso wichtiger, diese Risikofaktoren so weit wie möglich auszuschalten.

Erreicht werden kann die über eine (medikamentöse) Therapie des Diabetes mellitus, des Bluthochdrucks und der erhöhten Blutfette, zudem ziemlich erfolgreich über eine Lebensumstellung.

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Symptome Diabetische Retinopathie

  • Allmählich nachlassende Sehkraft – schleichende Verschlechterung des Sehens.
  • Verschwommenes Sehen – Plötzlich verschwommenes Sehen.
  • Dunkle Flecken im Sichtfeld – Plötzliche dunkle Flecken im Sichtfeld (Riss eines Netzhautgefäßes)
  • Mouches volantes (schwarze Punkte, „fliegende Mücken“)
  • Vorbeifließende schwarze Punkte (Rußregen)
  • Lichtblitze

Was sind die Anzeichen einer diabetischen Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie verläuft lange symptomlos.

Anzeichen für Gefäßaussackungen und Blutungen in der Netzhaut kann der Augenarzt jedoch bereits sehen, wenn die betroffene Person bislang noch gar keine Probleme beim Sehen hat und noch nichts von ihrer diabetischen Retinopathie weiß. Regelmäßige Kontrollen sind daher bei Diabetikern extrem wichtig.

Sehprobleme treten oft nur schleichend ein. Dies liegt an der langsam, aber stetig abnehmenden Blutversorgung der Netzhautzellen.

Zu der nachlassenden Sehkraft kommen häufig auch folgende akute Symptome:

  • Plötzlich verschwommenes Sehen, eine veränderte Wahrnehmung von Farbe und Kontrast.
    Das kann man oft bei Problemen in der sogenannten Makula beobachten, also im Ort unseres schärfsten Sehens. Dabei lagert sich dort Wasser ein, was Mediziner als Makulaödem bezeichnen.
  • Plötzlich erscheinende dunkle Flecken im Sichtfeld.
    Dies geschieht dann, wenn ein Gefäß reißt und in die Netzhaut einblutet. Besonders gefährdet sind hier die Gefäße, die durch den hohen Blutzuckerspiegel fragil geworden sind und Aussackungen gebildet haben. Diese kleinen Gefäßaussackungen werden (Mikro-)Aneurysmen genannt.
  • Vorbeifließende schwarze Punkte, auch „Rußregen“ genannt.
    Hier wachsen Blutgefäße in den Glaskörper ein, also in das durchsichtige Innere des Auges, und lösen darin Blutungen aus.
  • Lichtblitze (sogenannte Photopsien) und dunkle Schatten.
    Diese treten vor allem dann auf, wenn sich in einem sehr fortgeschrittenen Stadium die Netzhaut ablöst (Ablatio retinae).
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Diagnose Diabetische Retinopathie

Wie wird eine diabetische Retinopathie diagnostiziert?

Gestellt wird die Diagnose Diabetische Retinopathie schlussendlich vom Augenarzt.

Dieser fragt den Diabetiker zunächst seine Symptomatik ab.

Wichtig ist dabei zu wissen, an welchen Symptome der Patient leidet und ob bei ihm Risikofaktoren vorliegen wie Bluthochdruck oder Nikotinkonsum.

Daraufhin untersucht der Augenarzt die Augen. Dazu gehört:

  • Die Visusprüfung, also ein einfacher Sehtest zum Überprüfen der Sehschärfe.
  • Die Augenspiegelung, auch Ophthalmoskopie oder Fundoskopie genannt.
    Dabei schaut sich der Augenarzt den Augenhintergrund an. Auffällig sind geschädigte Blutgefäße, Gefäßaussackungen (Aneurysmen), Netzhauteinblutungen oder sogar Netzhautinfarkte (erkennbar an den wattebauschartigen, weißlichen “Cotton-Wool-Herden”).
  • Die Spaltlampenuntersuchung.
    Damit kann sich der Arzt die vorderen Augenanteile ansehen.
  • Die Fluoreszenzangiografie.
    Hiermit werden die Gefäße der Netzhaut dargestellt. Jegliche Gefäßanomalien sind damit besonders gut zu erkennen.

Zu welchem Arzt muss man mit einer diabetischen Retinopathie?

Eine an der diabetischen Retinopathie erkrankte Person geht zum Augenarzt.

Zeitnah nach der Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 durch den Hausarzt oder den Endokrinologen bekommt der Diabetiker die erste augenärztliche Untersuchung, um Diabetes-assoziierte Augenerkrankungen auszuschließen.
Typ-1-Diabetiker sollten spätestens mit 11 Jahren oder mit dem fünften Erkrankungsjahr einen Augenarzt aufsuchen.

Von da an erfolgt die Kontrolle alle 2 Jahre, wenn keine Netzhautveränderungen zu sehen sind.

Bestehen allerdings neben dem Diabetes noch andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, empfiehlt es sich, sich jährlich dem festgelegten Augenarzt vorzustellen, um die sehr häufig vorkommende diabetischen Retinopathie rechtzeitig erkennen und dann effektiv behandeln zu können.

Bei neu aufgetretenen Symptomen jedoch sollte die augenärztliche Untersuchung so bald wie möglich erfolgen.

Dazu gehören Sehverschlechterung oder sogar Sehverlust, sowie die aufgezählten Symptome wie Schatten, Rußregen und Lichtblitze.

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Differenzialdiagnose

Blutungen aus den Netzhautgefäßen sind nicht spezifisch für eine diabetische Retinopathie.

Fragile Gefäße entstehen auch bei chronisch erhöhtem Blutdruck. Außerdem entstehen die Netzhautblutungen genauso bei verschiedenen Gerinnungsstörungen, einer Kohlenmonoxid-Vergiftung oder nach traumatischen Ereignissen wie Kopfverletzungen oder Schütteltraumata bei Säuglingen.

Rußregen entsteht durch rote Blutkörperchen am oder im Glaskörper, welche einen Schatten auf die Netzhaut werfen. Typischerweise kommen sie bei Glaskörperblutungen vor, oft Folge einer Augenverletzung oder einer Netzhautablösung.

Lichtblitze sind nicht nur charakteristisch für eine Netzhautablösung, sondern können auch mit Migräne, epileptischen Anfällen, Psychosen oder einer Sehnerventzündung zusammenhängen.

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Behandlung Diabetische Retinopathie

  • Optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels
  • Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt
  • Vermeidung von Risikofaktoren
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Fokale (lokale) oder Panretinale Laserkoagulation
  • Im fortgeschrittenen Stadium: Glaskörper(teil)entfernung
  • Einspritzen von Medikamenten ins Auge

Wie wird eine diabetische Retinopathie behandelt?

Die erfolgreichste Therapie der diabetischen Retinopathie besteht aus den regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt und der rechtzeitigen Vorsorge.

Gesunder Lebensstil
Außerdem kann eine Lebensstiländerung vor allem bei Risikopatienten eine große Wirkung erreichen: Rund 50% der Hochrisikopatienten haben danach ein signifikant niedrigeres Risiko für eine Netzhautschädigung.
Zu einer Lebensstilveränderung gehört das Beseitigen von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und hohe Blutfette, sowie die typische Konstellation aus mehr Bewegung, gesunde Ernährung, Gewicht reduzieren und das Absetzen von Drogen wie Alkohol und Nikotin.

Blutzuckereinstellung
Ein zentrales Thema bei der diabetischen Retinopathie ist natürlich auch die Blutzuckereinstellung.
Hier wird ein Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) unter 7,5 angestrebt, sowie ein Nüchternblutzucker zwischen 100 und 200 mg/dl und ein venöser Blutzucker von maximal 200mg/dl ein bis zwei Stunden nach der Nahrungsaufnahme.
Zu der Diabetesbehandlung gehören verschiedene blutzuckersenkende Medikamente wie Metformin und Spritzen mit dem Bauchspeicheldrüsenhormon Insulin.

Wann macht eine Lasertherapie Sinn?

Bei einer weit fortgeschrittenen Retinopathie mit vielen Gefäßneubildungen oder einem Ödem (Wasseransammlung) der Netzhaut kommt die sogenannte Fokale (lokale) oder Panretinale Laserkoagulation zum Einsatz.
Hier werden mit einem Laser die krankhaften Gefäße verödet.
Im besten Fall bildet der Körper daraufhin keine neuen, instabilen Gefäße mehr.

Wann macht eine Glaskörper(teil)entfernung sinn?

In einigen Fällen mit Einblutungen in den Glaskörper kann auch der Glaskörper in Teilen oder komplett entfernt werden.
Daraufhin wird das leere Innere mit einer speziellen Flüssigkeit oder einem Gas aufgefüllt.

Als Alternative existiert noch das Einspritzen von Medikamenten ins Auge, wie zum Beispiel die intravitreale Injektion (IVOM) von VEGF-Inhibitoren.
Diese verhindern das Wachstum von neuen Gefäßen, die das Sehen einschränken. Außerdem bewirken sie eine Abschwellung der Netzhaut, die ebenfalls die Sehschärfe verbessern kann.
Auch Steroide wie Cortison können in diesem Fall zum Einsatz kommen.

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Prognose

  • Stetig fortschreitende Erkrankung
  • Nicht heilbar
  • Kann innerhalb weniger Jahre zur Erblindung führen
  • Durch Minimierung der Risikofaktoren und medikamentöse Einstellung kann man den Verlauf günstig beeinflussen bzw. den Verlauf stoppen.
  • Eine bereits verlorene Sehkraft lässt sich leider nicht mehr wiederherstellen.

Wie ist die Prognose bei einer diabetischen Retinopathie?

Die diabetische Retinopathie ist leider eine chronisch progrediente Erkrankung, was bedeutet, dass die Sehkraft langsam, aber fortschreitend immer weiter abnimmt – bis zur vollständigen Erblindung.

Jedoch beobachtet man dies nur bei unter einem Prozent der Erkrankten, individuelle Verläufe sind immer möglich.
Außerdem kann man den Verlauf und die Schnelle der Progression signifikant verlangsamen, indem man alle Risikofaktoren so weit wie möglich reduziert.

Dies macht unter anderem sehr deutlich, wieso eine regelmäßige und zuverlässige Medikamenteneinnahme sehr wichtig ist.

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Verlauf

Eine diabetische Retinopathie verläuft lange symptomlos.

Jedoch können sich schon in diesem symptomlosen Intervall Schädigungen an den Netzhautgefäßen bilden, die der Augenarzt durch sein Ophthalmoskop sehen kann.

Erste Symptome sind daraufhin Sehverschlechterungen, Verschattungen, „Rußregen“ und Lichtblitze.
Tritt letzteres auf, handelt es sich höchstwahrscheinlich bereits um eine anfangende Netzhautablösung.
Wird diese nicht (ausreichend) behandelt, verschlimmert sich die Symptomatik immer weiter.
Schlussendlich kann es zur Erblindung kommen.

Jedoch muss man auch beachten, dass genauso weitgehend symptomfreie diabetische Retinopathien existieren.

Der Verlauf einer diabetischen Retinopathie ist damit individuell unterschiedlich.

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Vorbeugung

  • Regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt.
  • Gefäßveränderungen vorbeugen.
  • Der Verlauf kann jedoch günstig beeinflusst werden.

Wie kann man einer diabetischen Retinopathie vorbeugen?

Ein wichtiger Teil der Behandlung der diabetischen Retinopathie ist die Vorbeugung.

Sind die Gefäße erst einmal geschädigt, kann man in der Regel nicht mehr viel tun.

Daher ist es umso wichtig, neuen Gefäßveränderungen vorzubeugen und damit ein Fortschreiten der Erkrankung sowie der damit verbundenen Sehverschlechterung zu verhindern.

Die richtige Blutzuckereinstellung

Da der Diabetes ein großer Risikofaktor ist, ist die Blutzuckereinstellung besonders wichtig.

Dabei ist das Ziel, den Langzeitzucker (HbA1c) auf unter 7,5 zu bringen und ihn dort zu halten.

Medikamente wie Metformin oder das Spritzen des Regulations-Hormons Insulin können dabei helfen, den Blutzuckerspiegel normal zu halten.

Auch die Mitbehandlung anderer Erkrankungen wie Bluthochdruck ist entscheidend für den Verlauf. Dies geht wie auch bei Diabetes teils über Medikamente, und teils über einen gesunden Lebensstil.
Zu Letzterem gehören:

  • Viel Bewegung, mindestens 3 Mal die Woche für 30 Minuten,
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung,
  • Reduktion von Übergewicht,
  • Wenig/kein Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen.
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Lokalisation

Lokalisation Diabetische Retinopathie
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Die diabetische Retinopathie ist im Bereich der kleinen Blutgefäße im Auge lokalisiert.

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Stadien

Nach dem Untersuchungsbefund des Augenarztes wird die Netzhauterkrankung unterteilt in eine non-proliferative und eine proliferative Retinopathie.

Die non-proliferative wird wiederum aufgeteilt in ein mildes, mäßiges und schweres Stadium.

1. Die non-proliferative Retinopathie:

Non-proliferativ bedeutet, dass sich noch keine neu einwachsenden Gefäße gebildet haben. In diesem Stadium bleiben die krankhaften Veränderungen auf die Netzhaut beschränkt. Dabei fallen in der Spiegelung des Augenhintergrundes folgende Pathologien auf: Gefäßerweiterungen (sogenannte Mikro-Aneurysmen), Venen-Kalibersprünge, Schwellungen oder Wassereinlagerungen (Ödeme), Blutungen der Netzhaut und Cotton-Wool-Herde.
Letztere sind wattebauschartige, weißliche Verschattungen, welche durch eine Unterversorgung mit Blut und Sauerstoff entstehen. Sie stellen damit Infarktareale der Netzhaut dar.

  1. Im milden Stadium kommen nur Mikro-Aneurysmen vor.
  2. Beim mäßigen Stadium treten zusätzlich Gefäßverschlüsse auf, erkennbar durch einzelne Blutungen der Netzhaut und durch perlschnurartige Venen.
  3. Im schweren Stadium treten noch höhergradige Versorgungsprobleme mit Blut und Sauerstoff auf.

2. Die proliferative Retinopathie:

Sie geht mit größeren Seheinschränkungen einher und taucht außerdem mit Komplikationen außerhalb der Netzhaut auf.
Dazu gehören diverse Gefäßneubildungen: Mit deren invasivem Wachstum in den Glaskörper und sogar in die Regenbogenhaut lösen sie Probleme wie Glaskörpereinblutungen oder die sogenannte Rubeosis iridis aus.
Des Weiteren kommen auch Vernarbungen, Netzhautablösungen sowie der Grüne Star vor. Aufgrund des Letzteren kommt es durch einen schlechten Kammerwasserabfluss zu einem erhöhten Augeninnendruck, was wiederum eine Erblindung begünstigt.

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Heilung

Gefäß- oder Netzhautschäden, die bereits geschehen sind, kann man leider nicht mehr rückgängig machen.

Deswegen lässt sich die Erkrankung bislang nicht heilen.

Man kann jedoch den weiteren Progress der Krankheit verlangsamen.

Das wird zum einen durch die Reduktion von Risikofaktoren und die Einstellung von Diabetes sowie Bluthochdruck erreicht.

Zum anderen kann man durch eine Operation Komplikationen mindern und sogar ein gewisses Sehvermögen wieder erreichen.

Dies gelingt durch Eingriffe wie die Laserbehandlung, die Glaskörperentfernung oder das Einspritzen von Anti-Gefäß-Wachstumsfaktoren ins Auge.

pfeilIn der Schwangerschaft

Die diabetische Retinopathie entsteht aufgrund eines bestehenden Diabetes mellitus.

Der Diabetes ist – wenn er gut medikamentös eingestellt ist – nicht gefährlich für die Schwangerschaft oder für die Entwicklung des Babys.

Diabetiker sollten jedoch, sobald sie wissen, dass sie schwanger sind, beim Arzt vorstellig werden und den Blutzucker engmaschig kontrollieren lassen während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

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Zahlen & Statistiken

  • Von den ca. 6 Mio. Menschen mit Diabetes leiden ca. 1,27 Mio. Menschen (ca. 1,53 % der Bevölkerung) an der diabetischen Retinopathie.
  • Die diabetische Retinopathie ist eine der häufigsten Gründe einer Erblindung.

Wie viele und welche Menschen sind von einer diabetischen Retinopathie betroffen?

Zur Risikogruppe gehören Personen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, auch Zuckerkrankheit genannt. Diabetiker mit Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten haben ein zusätzlich erhöhtes Risiko.

Ein Drittel der in Deutschland lebenden Diabetikern leidet an einer diabetischen Retinopathie.
Mit etwa 6,5 Millionen Zuckerkranken sind das über 2 Millionen Deutsche, die ohne Vorsorge zunehmend schlechter sehen und sogar erblinden können.

Das größte Risiko für eine diabetische Retinopathie haben diejenigen, die an einer Typ-1-Diabetes erkrankt sind: Ganze 90% entwickeln innerhalb der ersten 20 Jahren eine diabetische Retinopathie.

Jedoch auch bei über 60% der Typ-2-Diabetiker entfaltet sich nach 20 Jahren die tückische diabetische Augenerkrankung.

aktualisiert: 21.01.2026
KI-Training
EigenschaftWert
AnatomieNetzhaut, Netzhautgefäße, Makula
DifferentialdiagnoseMakulaödem anderer Ursache, hypertensive Retinopathie, retinaler Venenverschluss, altersbedingte Makuladegeneration, Uveitis
MedikamenteAnti-VEGF-Injektionen, Cortisoninjektionen, blutzuckersenkende Medikamente (systemisch)
Epidemiologiehäufigste mikroangiopathische Komplikation des Diabetes, Risiko steigt mit Diabetesdauer
Prognoseabhängig von Blutzuckerkontrolle, Behandlung kann Fortschreiten verlangsamen
Verlaufnicht-proliferative Retinopathie → proliferative Retinopathie → Makulaödem möglich
Pathophysiologiechronisch erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Gefäßschäden, Mikroaneurysmen, Ischämie und Gefäßneubildung
KomplikationMakulaödem, Glaskörperblutung, Netzhautablösung, irreversible Sehverschlechterung, Erblindung
BehandlungLasertherapie, Anti-VEGF-Injektionen, intravitreales Cortison, Optimierung der Blutzuckereinstellung
Primärvorbeugungkonsequente Blutzuckerkontrolle, Blutdruckkontrolle, gesunde Ernährung
Sekundärvorbeugungregelmäßige augenärztliche Kontrollen, frühzeitige Behandlung von Netzhautveränderungen
Risikofaktorenlange Diabetesdauer, schlechter Blutzucker, Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Schwangerschaft
Anzeichenoft lange asymptomatisch, verschwommenes Sehen, Verzerrtsehen, Sehschwäche, Rußregen bei Blutungen
Stadienmilde, moderate, schwere nicht-proliferative Retinopathie → proliferative Retinopathie
DiagnostikFunduskopie, OCT, Fluoreszenzangiografie, Sehschärfetest
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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