Diabetischer Fuß, wenn es aufgrund einer Diabetes Erkrankung zu Schädigung an Nerven und Blutgefäßen am Fuß mit schlecht heilenden Wunden kommt.

Unter einem diabetischen Fuß versteht man eine von vielen Komplikationen eines Diabetes mellitus. Hierbei kommt es zu schlecht heilenden Wunden, die auch ein erhöhtes Infektionsrisiko darstellen. Die Wunden können von oberflächlichen Hauteinrissen bis zu tiefen Ulzera (Geschwür) mit freiliegendem Knochen reichen.
Ein diabetisches Fußsyndrom ist eine ernstzunehmende Komplikation eines Diabetes.
Im schlimmsten Fall endet es mit einer Amputation von Zehen oder gar dem ganzen Fuß.
Weiterhin birgt die Wunde ein erhöhtes Infektionsrisiko und bietet eine einfache Eintrittspforte für Bakterien. Diese Infektion kann sich auch vom Fuß im Körper verbreiten und zu einer „systemischen“ Infektion (Blutvergiftung) führen, die unter Umständen auch lebensbedrohlich verlaufen kann.
Weiterhin verläuft auch die Amputation oft nicht ohne Komplikationen.
Da das Immunsystem von betroffenen Diabetikern eh schon „allein“ wegen Diabetes geschwächt ist, kommt es oft zu Wundheilungsstörungen und die Wunde braucht lange, bis sie verheilt.
Weiterhin besteht ein erhöhtes Risiko für eine Knochenentzündung, die auch wieder mit Komplikationen einhergeht.
Ist eine Amputation nötig, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate weniger als 50 % - das macht nochmal die Schwere dieser Komplikation und auch des Diabetes deutlich.
Je fortgeschrittener der diabetische Fuß, je später die Wunden erkannt und therapiert werden, desto schlechter.
Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass man frühzeitig erkannte Wunden bei richtiger Behandlung auch gut in den Griff bekommt und es nicht zu schlimmen Wunden oder gar Ulcera, die dann in einer Amputation enden können, kommen muss.
An Diabetes erkrankte Menschen werden in Deutschland in ein bestimmtes Programm eingeschlossen, was regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle der Füße vorsieht.
Deswegen sollten Diabetiker je nach Befund alle 3 bis 6 Monate zum Arzt gehen, um die Füße und Blutwerte kontrollieren zu lassen, da je nach Fortschreiten des Diabetes kein Schmerz bei Wunden gespürt wird.
Spätestens aber, wenn man eine schlecht heilende Wunde am Fuß entdeckt, sollte man ärztliches Personal aufsuchen.
Eine regelmäßige Fußpflege ist extrem wichtig und gilt als wichtigster vorbeugender Faktor, genauso wie die Selbstkontrolle der Füße.
Mit Hilfe der „Wagner-Armstrong-Klassifikation“ lässt sich der Schweregrad des diabetischen Fußes einteilen.
Hierbei unterteilt man die einzelnen Stadien anhand der Ausprägung der Wunde (von oberflächlich bis hin zu kompletten Absterben von Zehen und Fuß) und dem Vorhandensein einer Infektion und Durchblutungsstörung im Fuß („Ischämie“).
Ein diabetischer Fuß kann durch 2 verschiedene Mechanismen entstehen.
Eine Mischform aus beidem, also der verminderten Durchblutung und durch Fehlbelastung aufgrund von Lähmung der Muskulatur und Nervenschäden entstehenden Wunden, ist häufig.
Letztendlich können alle Medikamente, die den Blutdruck und Blutzucker optimal einstellen, ein Fortschreiten der Arteriosklerose eindämmen und so die Durchblutung bestmöglich fördern, eingesetzt werden, um ein diabetisches Fußsyndrom zu behandeln. Die Betroffenen leiden in der Regel nicht nur unter einem Diabetes, sondern auch an weiteren Erkrankungen, die auf das Gefäßsystem wirken.
Die Prognose bei einem diabetischen Fuß lässt sich nicht pauschalisieren, denn sie hängt nicht nur von der Ausprägung der Wunden, sondern auch von individuellen Faktoren, der Behandlung und der Einhaltung des Therapiekonzeptes (Compliance) ab.
Es gilt: Je früher der diabetische Fuß erkannt wird, desto besser sind auch die Prognose und Heilungschancen.
Je konsequenter die Wundversorgung und Untersuchung der Füße auf Wunden im Sinne einer Prävention durchgeführt wird, desto günstiger die Prognose.
Wenn die Wunde schon weit fortgeschritten ist, dann lässt sich das Syndrom häufig schlecht behandeln und es wird eine Amputation nötig.
Diabetes (Diabetes Typ1 und Diabetes Typ2) ist eine ernsthafte Erkrankung, die zu schwerwiegenden Komplikationen führt. Jährlich sind ca. 16 % der Todesfälle in Deutschland mit Diabetes und den Folgen der Erkrankung in Verbindung zu bringen.
Auch bei der Dauer eines diabetischen Fußes gilt, je früher ein Hauteinriss oder eine Wunde erkannt wird, desto schneller kann diese auch heilen.
Wie schnell dann aber letztendlich die Wunden heilen, ist individuell.
Je tiefer die Wunde aber, desto länger dauert es und desto mehr Komplikationen treten auf.
Es entwickelt sich von einem Hauteinriss eine erst oberflächliche Wunde, die dann irgendwann, wenn man nichts dagegen unternimmt oder sich nicht an das Behandlungskonzept hält, immer tiefer wird, irgendwann Muskeln und Sehnen betrifft und dann letztendlich auch bis auf den Knochen reicht.
Hier steigt das Amputationsrisiko enorm, vor allem wenn die Durchblutung schlecht ist, da dann auch die Wundheilung schlechter ist.
Bei einem diabetischen Fuß können sowohl einzelne Zehen oder aber der gesamte Fuß betroffen sein.
Auch während der Schwangerschaft kann ein Diabetes entstehen - der sogenannte Gestationsdiabetes.
In wissenschaftlichen Kreisen wird diskutiert, ob ein Gestationsdiabetes nicht ein Diabetes mellitus Typ 2, der die Betroffenen sowieso irgendwann „krank“ gemacht hätte, durch die Schwangerschaft aber einfach „früher ausgebrochen“ ist und nicht eine eigene Entität darstellt.
Fakt ist: Auch ein Gestationsdiabetes steigert das Risiko an einem Diabetes mellitus Typ 2 mit all seinen Folgeerkrankungen zu erkranken.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.