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pfeilWas ist das?

Eine Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) beschreibt eine Entzündung des Herzmuskelgewebes. Die Entzündung kann infektiös oder nicht-infektiös bedingt sein und führt zur Zerstörung der Herzmuskelzellen. Die Symptomatik kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Mögliche Symptome sind Brustschmerzen, Schwindel und ein Schwächegefühl. Eine stark ausgeprägte Entzündung kann gar Herzrhythmusstörungen auslösen. Um Folgekomplikationen zu vermeiden, sollte eine körperliche Schonung eingehalten werden.

Zusammenfassung Herzmuskelentzündung

  • Bei einer Herzmuskelentzündung wird zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Auslösern unterschieden.
  • Oft sind Viren die Auslöser.
  • Anzeichen sind eine verringerte körperliche Belastbarkeit.
  • Bei Verdacht musst Du zum Arzt.
  • Bei bestätigtem Verdacht kommt es zur stationären Aufnahme und Überwachung.
  • Ggf. kommen Medikamente zum Einsatz.
  • Die Prognose ist abhängig von den Ursachen.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 0,1-1 / 10.000
Alters FaktenAlterjedes
Geschlecht FaktenGeschlechtk. A.
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Ursachen Herzmuskelentzündung

Bei einer Herzmuskelentzündung unterscheidet man zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Auslösern.

  • Infektiöse Auslöser – Zu den infektiösen Auslösern zählen Viren, Bakterien, Parasiten und Pilze.
  • Nicht-infektiöse Auslöser – Zu den nicht-infektiösen Auslösern zählen rheumatisches Fieber, Kollagenosen, Vaskulitiden, Folgen einer Chemotherapie oder Bestrahlung, übermäßiger Alkoholkonsum oder ein geschwächtes Immunsystem.

Was sind die Ursachen einer Herzmuskelentzündung?

Die Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) kann sowohl infektiös als auch nicht-infektiös bedingt sein.

Infektiöse Ursachen einer Herzmuskelentzündung
Infektiöse Erreger können Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten sein.

Nicht-infektiöse Ursachen einer Herzmuskelentzündun
Nicht-infektiöse Auslöser sind das rheumatische Fieber, die Kollagenosen und Vaskulitiden.
Diese Erkrankungen führen zu einem Entzündungsgeschehen im Körper, welches auch das Herz betreffen kann.

Weitere Auslöser einer Herzmuskelentzündung
Darüber hinaus kann eine Myokarditis die Folgen einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung sein.
Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann die Entzündung von Herzmuskelzellen triggern und stellt einen Risikofaktor dar.

Weitere Risikofaktoren sind ein geschwächtes Immunsystem und chronische Erkrankungen, die eigene Körperstrukturen zerstören und so Entzündungsreaktionen auslösen.
Hierzu gehören die oben genannten Krankheitsbilder wie Kollagenosen und Vaskulitiden.
Auch die Krebstherapie in Form von Chemotherapeutika oder Bestrahlung stellt einen Risikofaktor sein.
Sie kann also sowohl die Ursache als auch ein Risikofaktor sein. Aus diesem Grund sind regelmäßige Check-Up Untersuchungen essenziell.

Ist man bei einer Grippe/ Erkältung besonders anfällig für eine Herzmuskelentzündung?

In der Tat können einige Grippeviren eine Herzmuskelentzündung auslösen.

Hierzu gehören:

  • das Coxsackie-Virus,
  • das Parvovirus,
  • das humane Herpesvirus und
  • Adenoviren

Man nimmt an, dass in eins bis fünf Prozent dieser Infekte eine Herzmuskelentzündung eine Folgekomplikation ist.

Die Zahl ist glücklicherweise niedrig, allerdings sollte man sich bei einer Grippe bzw. bei einer Erkältung immer körperlich schonen.

Falls die Grippe nicht ausheilt, sollte man unbedingt einen Arzt zur weiteren Abklärung aufsuchen.

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Symptome Herzmuskelentzündung

  • Abgeschlagenheit – Eine Herzmuskelentzündung äußert sich durch eine reduzierte körperliche Belastbarkeit/ Müdigkeit.
  • Brustschmerzen – Auch Brustschmerzen zählen zu den Anzeichen.
  • Herzrhythmusstörungen – In einigen Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.
  • Herzschwäche – Auch eine Herzinsuffizienz ist möglich.

Was sind die Anzeichen einer Herzmuskelentzündung?

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.

Diese hängen von dem Schweregrad der Entzündung ab.
Mögliche Symptome sind unspezifische Symptome wie Müdigkeit, reduzierte körperliche Belastbarkeit, Brustschmerzen, die sich insbesondere bei der Einatmung verstärken,

Herzrhythmusstörungen, die sich durch das Gefühl von Herzstolpern äußern, sowie eine Herzinsuffizienz.

Neben den oben beschriebenen Symptomen kann eine Myokarditis aber auch asymptomatisch (ohne Symptome) verlaufen.

Das heißt, dass die betroffene Patienten überhaupt nicht bemerken, dass die Herzmuskelzellen beschädigt sind.

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Diagnose Herzmuskelentzündung

  • Abhören – Bei der Diagnose einer Herzmuskelentzündung wird der behandelnde Arzt zunächst das Herz, bzw. die Auskultation abhören.
  • Elektrokardiografie – Zudem wird ein Elektrokardiogramm (EKG) angefertigt.
  • Blutuntersuchung
  • Magnetresonanztomografie – Ggf. kommt es zu einem MRT des Herzens.
  • Biopsie – Bei Unklarheit kann eine Biopsie durchgeführt werden.

Wie wird eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert?

Die Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) kann durch eine Auskultation, also einem Abhören des Herzens, auffallen.

Zusätzlich wird ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben und Blut abgenommen, um die Herzenzyme zu überprüfen.

Bei Bedarf kann eine Bildgebung durchgeführt werden.

Bei unklaren Fällen kann eine Biopsie der Herzmuskelzellen erfolgen.

Zu welchem Arzt muss man mit einer Herzmuskelentzündung?

Bei einer Herzmuskelentzündung sollte sie einen Internisten (Facharzt für Innere Medizin) oder direkt einen Kardiologen (Facharzt für Erkrankungen des Herzens) aufsuchen.

Falls sie allerdings ihre Symptome nicht klar zuordnen können, solltest Du Dich zunächst bei Deinem Hausarzt vorstellen.

Dieser kann Dich bei Bedarf an weitere Ärzte überweisen.

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Differenzialdiagnose

Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind sehr unspezifisch.

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die sich durch ähnliche Symptome bemerkbar machen. Die häufigsten Differentialdiagnosen werden im Folgenden genannt:

Neben den genannten Diagnosen, gibt es Erkrankungen, die lebensgefährlich sind und eine sofortige Behandlung benötigen.
In diesem Fall sollte sofort der Notfallarzt kontaktiert werden. Zu diesen Erkrankungen gehören:

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Behandlung Herzmuskelentzündung

  • Stationären Aufnahme – Bei der symptomatischen Therapie einer Herzmuskelentzündung kommt es zu einer stationären Aufnahme mit Überwachung und ggf. Verabreichung von Medikamenten.
  • Schonen – Der Patient muss geschont werden.
  • Komplikationen behandeln – Treten Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz auf, müssen diese behandelt werden.
  • Ggf. Medikamente (Antibiotika, Antimykotika)
    → siehe Abschnitt Medikamente

Wie wird eine Herzmuskelentzündung behandelt?

Die Therapie der Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) basiert auf drei Prinzipien.

1. Symptomatische Therapie
Das erste Prinzip ist die symptomatische Therapie.
Hierzu gehört die körperliche Schonung und die stationäre Überwachung. Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel eingesetzt werden.

2. Kausaltherapie
Das zweite Prinzip beruht auf der kausalen Therapie.
Hierbei möchte man die Ursache der Herzmuskelentzündung behandeln.
Falls die Myokarditis (Herzmuskelentzündung) durch Bakterien ausgelöst wurde, verabreicht man ein Antibiotikum.
Bei einem Pilznachweis gibt man den Patienten sogenannte Antimykotika. Diese zerstören die infektiösen Pilze.

3. Therapie der Komplikationen
Das dritte Prinzip ist die Therapie der Komplikationen.
Diese besteht aus der Behandlung von Komplikationen, wie zum Beispiel der Herzinsuffizienz oder der Herzrhythmusstörung.

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Medikamente

  • Schmerzmittel – Bei einer Herzmuskelentzündung können Schmerzmittel zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
  • Antibiotika – Des Weiteren können Antibiotika bei bakterieller Ursache oder Antimykotika bei Pilzbefall verabreicht werden.
  • Bei vorliegenden Komplikationen, wie einer Herzinsuffizienz, können weitere Medikamente, wie Betablocker, ACE-Hemmer oder Diuretika, gegeben werden.
  • Bei Herzrhythmusstörungen werden Medikamente, wie Betablocker oder Kalziumkanalblocker, verabreicht.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

Wie ist die Prognose bei einer Herzmuskelentzündung?

Die Prognose einer Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) ist in der Mehrheit der Fälle gut.

Die meisten (ca. 80 %) der Myokarditiden heilen bei konsequenter Therapie/ Schonung des Patienten folgenlos aus.
Allerdings gibt es negative Prognosemarker, wie eine persistierende Virusinfektion, chronische Entzündungsreaktionen und eine Abnahme der Herzfunktion. 

Häufig besteht das Problem darin, dass eine Herzmuskelentzündung kaum Symptome verursacht und der Patient sich demzufolge nicht ausreichend körperlich schont.
Insbesondere junge Patienten, die trotz einer Herzmuskelentzündung intensiven Sport betreiben, haben eine deutlich schlechtere Prognose.

Falls Sie an einer persistierenden (fortbestehenden/ andauernden) Grippe leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, da es sich hierbei um eine Herzmuskelentzündung handeln kann.
Dieser kann die notwendigen therapeutischen Maßnahmen einleiten.

Was sind die Folgen einer Herzmuskelentzündung?

Die Komplikationen einer Herzmuskelentzündung können Herzrhythmusstörungen sein.

Diese können akut oder auch persistierend sein. Diese Herzrhythmusstörungen müssen medikamentös behandelt werden, da Rhythmusstörungen lebensgefährlich sein können.

In extremen Fällen kann eine Herzmuskelentzündung einen plötzlichen Herztod auslösen.
Die Entzündungsreaktion führt zu einem Untergang der Herzmuskelzellen, sodass die Pumpfunktion des Herzens kontinuierlich abnimmt.

Des Weiteren kann eine dilatative Kardiomyopathie eine Folgekomplikation sein. Hierbei kommt es zu einer Störung der Pumpfunktion des Herzens.
Die Auswurfleistung des Herzens ist reduziert und eine Herzinsuffizienz ist die Folge.

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Dauer

Die Dauer einer Heilung einer Herzmuskelentzündung lässt sich pauschal nicht sagen.
Sie ist abhängig von dem Schweregrad der Entzündung und ob Folgekomplikationen aufgetreten sind.

Um die Dauer der Heilung nicht zu verlängern, sollten alle empfohlenen Maßnahmen des Arztes eingehalten werden.

Hierzu gehört die Bettruhe und der Sportverzicht.
Dieser sollte auch sechs Monate nach der Heilung eingehalten werden.

Wie lange ist man mit einer Herzmuskelentzündung krankgeschrieben?

Die Dauer der Krankschreibung einer Herzmuskelentzündung ist individuell recht unterschiedlich.

Sie hängt ab von dem Schweregrad der Entzündung ab und ob Komplikationen bereits aufgetreten sind.
Dies kann man allerdings nach Untersuchung des Patienten und der Ergebnisse der Laborwerte beurteilen.

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Vorbeugung

  • Nur bedingt möglich
  • Gesunder Lebensstil (ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport)
  • Gestärktes Immunsystem
  • Verzicht auf Alkohol
  • Adäquate Behandlung chronischer Erkrankungen

Wie kann man einer Herzmuskelentzündung vorbeugen?

Eine Herzmuskelentzündung kann man nicht vollständig vorbeugen.
Aber es gibt präventive Maßnahmen, die man durchführen kann.

Hygienemaßnahmen zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Zunächst einmal sollte man hygienische Maßnahmen, wie das regelmäßige Händewaschen und -desinfizieren, einhalten.
Die häufigste Ursache einer Herzmuskelentzündung sind nämliche Grippeviren.

Stärkung des Immunsystems zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Eine weitere effektive Maßnahme ist die Stärkung des Immunsystems.
Dies kann man durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Bewegung und täglicher frischen Luft fördern.

Verzicht von Alkohol zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Darüber hinaus empfiehlt es sich Alkohol in Maßen zu trinken, da Alkohol nicht nur ein Risikofaktor für die Herzmuskelentzündung darstellt, sondern auch andere Erkrankungen fördern kann.

Behandlung von Grunderkrankungen
Falls Sie an einer chronischen Erkrankung, wie beispielsweise an einer Kollagenose, leiden, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen, der die Behandlung optimiert und dadurch Folgekomplikationen verringert.

pfeilSport bei Herzmuskelentzündung

Falls eine Herzmuskelentzündung vorliegt, sollte auf keinen Fall Sport betrieben werden.

Dies führt zur Belastung des ohnehin geschwächten Herzens und kann fatale Folgen haben.
Folgekomplikationen, wie eine Herzinsuffizienz, können so ausgelöst werden.

Aus diesem Grund sollte sie bei einer Herzmuskelentzündung unbedingt die körperliche Schonung einhalten. 

In der Regel wird ein Sportverzicht von etwa sechs Monaten empfohlen.

Hinweis ArztbesuchBeachte bitte: Vor dem Beginn mit Sport solltest Du immer Rücksprache mit Deinem Therapeuten halten.
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Zahlen & Statistiken

  • Die genaue Zahl der Patienten ist nicht bekannt, da eine Herzmuskelentzündung auch asymptomatisch verlaufen kann und nicht diagnostiziert wird.
  • Man nimmt an, dass 1–5 % der viralen Infektionen eine Herzmuskelentzündung auslösen. 
  • Grundsätzlich können Menschen aus jeder Altersklasse von einer Herzmuskelentzündung betroffen sein.
  • In etwa 10 % der Fälle ist sie der Zufallsbefund bei plötzlich verstorbenen, jungen Patienten.
aktualisiert: 17.10.2025
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