Herzmuskelentzündung (Myokarditis), wenn sich der Herzmuskel entzündet. Meist sind Viren aufgrund einer verschleppten Infektion die Auslöser.

Eine Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) beschreibt eine Entzündung des Herzmuskelgewebes. Die Entzündung kann infektiös oder nicht-infektiös bedingt sein und führt zur Zerstörung der Herzmuskelzellen. Die Symptomatik kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Mögliche Symptome sind Brustschmerzen, Schwindel und ein Schwächegefühl. Eine stark ausgeprägte Entzündung kann gar Herzrhythmusstörungen auslösen. Um Folgekomplikationen zu vermeiden, sollte eine körperliche Schonung eingehalten werden.
Bei einer Herzmuskelentzündung unterscheidet man zwischen infektiösen und nicht-infektiösen Auslösern.
Die Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) kann sowohl infektiös als auch nicht-infektiös bedingt sein.
Infektiöse Ursachen einer Herzmuskelentzündung
Infektiöse Erreger können Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten sein.
Nicht-infektiöse Ursachen einer Herzmuskelentzündun
Nicht-infektiöse Auslöser sind das rheumatische Fieber, die Kollagenosen und Vaskulitiden.
Diese Erkrankungen führen zu einem Entzündungsgeschehen im Körper, welches auch das Herz betreffen kann.
Weitere Auslöser einer Herzmuskelentzündung
Darüber hinaus kann eine Myokarditis die Folgen einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung sein.
Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann die Entzündung von Herzmuskelzellen triggern und stellt einen Risikofaktor dar.
Weitere Risikofaktoren sind ein geschwächtes Immunsystem und chronische Erkrankungen, die eigene Körperstrukturen zerstören und so Entzündungsreaktionen auslösen.
Hierzu gehören die oben genannten Krankheitsbilder wie Kollagenosen und Vaskulitiden.
Auch die Krebstherapie in Form von Chemotherapeutika oder Bestrahlung stellt einen Risikofaktor sein.
Sie kann also sowohl die Ursache als auch ein Risikofaktor sein. Aus diesem Grund sind regelmäßige Check-Up Untersuchungen essenziell.
In der Tat können einige Grippeviren eine Herzmuskelentzündung auslösen.
Hierzu gehören:
Man nimmt an, dass in eins bis fünf Prozent dieser Infekte eine Herzmuskelentzündung eine Folgekomplikation ist.
Die Zahl ist glücklicherweise niedrig, allerdings sollte man sich bei einer Grippe bzw. bei einer Erkältung immer körperlich schonen.
Falls die Grippe nicht ausheilt, sollte man unbedingt einen Arzt zur weiteren Abklärung aufsuchen.
Die Symptome einer Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Diese hängen von dem Schweregrad der Entzündung ab.
Mögliche Symptome sind unspezifische Symptome wie Müdigkeit, reduzierte körperliche Belastbarkeit, Brustschmerzen, die sich insbesondere bei der Einatmung verstärken,
Herzrhythmusstörungen, die sich durch das Gefühl von Herzstolpern äußern, sowie eine Herzinsuffizienz.
Neben den oben beschriebenen Symptomen kann eine Myokarditis aber auch asymptomatisch (ohne Symptome) verlaufen.
Das heißt, dass die betroffene Patienten überhaupt nicht bemerken, dass die Herzmuskelzellen beschädigt sind.
Die Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) kann durch eine Auskultation, also einem Abhören des Herzens, auffallen.
Zusätzlich wird ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben und Blut abgenommen, um die Herzenzyme zu überprüfen.
Bei Bedarf kann eine Bildgebung durchgeführt werden.
Bei unklaren Fällen kann eine Biopsie der Herzmuskelzellen erfolgen.
Bei einer Herzmuskelentzündung sollte sie einen Internisten (Facharzt für Innere Medizin) oder direkt einen Kardiologen (Facharzt für Erkrankungen des Herzens) aufsuchen.
Falls sie allerdings ihre Symptome nicht klar zuordnen können, solltest Du Dich zunächst bei Deinem Hausarzt vorstellen.
Dieser kann Dich bei Bedarf an weitere Ärzte überweisen.
Die Symptome einer Herzmuskelentzündung sind sehr unspezifisch.
Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die sich durch ähnliche Symptome bemerkbar machen. Die häufigsten Differentialdiagnosen werden im Folgenden genannt:
Neben den genannten Diagnosen, gibt es Erkrankungen, die lebensgefährlich sind und eine sofortige Behandlung benötigen.
In diesem Fall sollte sofort der Notfallarzt kontaktiert werden. Zu diesen Erkrankungen gehören:
Die Therapie der Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) basiert auf drei Prinzipien.
1. Symptomatische Therapie
Das erste Prinzip ist die symptomatische Therapie.
Hierzu gehört die körperliche Schonung und die stationäre Überwachung. Bei starken Schmerzen können Schmerzmittel eingesetzt werden.
2. Kausaltherapie
Das zweite Prinzip beruht auf der kausalen Therapie.
Hierbei möchte man die Ursache der Herzmuskelentzündung behandeln.
Falls die Myokarditis (Herzmuskelentzündung) durch Bakterien ausgelöst wurde, verabreicht man ein Antibiotikum.
Bei einem Pilznachweis gibt man den Patienten sogenannte Antimykotika. Diese zerstören die infektiösen Pilze.
3. Therapie der Komplikationen
Das dritte Prinzip ist die Therapie der Komplikationen.
Diese besteht aus der Behandlung von Komplikationen, wie zum Beispiel der Herzinsuffizienz oder der Herzrhythmusstörung.
Die Prognose einer Herzmuskelentzündung (lat. Myokarditis) ist in der Mehrheit der Fälle gut.
Die meisten (ca. 80 %) der Myokarditiden heilen bei konsequenter Therapie/ Schonung des Patienten folgenlos aus.
Allerdings gibt es negative Prognosemarker, wie eine persistierende Virusinfektion, chronische Entzündungsreaktionen und eine Abnahme der Herzfunktion.
Häufig besteht das Problem darin, dass eine Herzmuskelentzündung kaum Symptome verursacht und der Patient sich demzufolge nicht ausreichend körperlich schont.
Insbesondere junge Patienten, die trotz einer Herzmuskelentzündung intensiven Sport betreiben, haben eine deutlich schlechtere Prognose.
Falls Sie an einer persistierenden (fortbestehenden/ andauernden) Grippe leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, da es sich hierbei um eine Herzmuskelentzündung handeln kann.
Dieser kann die notwendigen therapeutischen Maßnahmen einleiten.
Die Komplikationen einer Herzmuskelentzündung können Herzrhythmusstörungen sein.
Diese können akut oder auch persistierend sein. Diese Herzrhythmusstörungen müssen medikamentös behandelt werden, da Rhythmusstörungen lebensgefährlich sein können.
In extremen Fällen kann eine Herzmuskelentzündung einen plötzlichen Herztod auslösen.
Die Entzündungsreaktion führt zu einem Untergang der Herzmuskelzellen, sodass die Pumpfunktion des Herzens kontinuierlich abnimmt.
Des Weiteren kann eine dilatative Kardiomyopathie eine Folgekomplikation sein. Hierbei kommt es zu einer Störung der Pumpfunktion des Herzens.
Die Auswurfleistung des Herzens ist reduziert und eine Herzinsuffizienz ist die Folge.
Die Dauer einer Heilung einer Herzmuskelentzündung lässt sich pauschal nicht sagen.
Sie ist abhängig von dem Schweregrad der Entzündung und ob Folgekomplikationen aufgetreten sind.
Um die Dauer der Heilung nicht zu verlängern, sollten alle empfohlenen Maßnahmen des Arztes eingehalten werden.
Hierzu gehört die Bettruhe und der Sportverzicht.
Dieser sollte auch sechs Monate nach der Heilung eingehalten werden.
Die Dauer der Krankschreibung einer Herzmuskelentzündung ist individuell recht unterschiedlich.
Sie hängt ab von dem Schweregrad der Entzündung ab und ob Komplikationen bereits aufgetreten sind.
Dies kann man allerdings nach Untersuchung des Patienten und der Ergebnisse der Laborwerte beurteilen.
Eine Herzmuskelentzündung kann man nicht vollständig vorbeugen.
Aber es gibt präventive Maßnahmen, die man durchführen kann.
Hygienemaßnahmen zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Zunächst einmal sollte man hygienische Maßnahmen, wie das regelmäßige Händewaschen und -desinfizieren, einhalten.
Die häufigste Ursache einer Herzmuskelentzündung sind nämliche Grippeviren.
Stärkung des Immunsystems zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Eine weitere effektive Maßnahme ist die Stärkung des Immunsystems.
Dies kann man durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Bewegung und täglicher frischen Luft fördern.
Verzicht von Alkohol zur Vorbeugung vor einer Herzmuskelentzündung
Darüber hinaus empfiehlt es sich Alkohol in Maßen zu trinken, da Alkohol nicht nur ein Risikofaktor für die Herzmuskelentzündung darstellt, sondern auch andere Erkrankungen fördern kann.
Behandlung von Grunderkrankungen
Falls Sie an einer chronischen Erkrankung, wie beispielsweise an einer Kollagenose, leiden, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen, der die Behandlung optimiert und dadurch Folgekomplikationen verringert.
Falls eine Herzmuskelentzündung vorliegt, sollte auf keinen Fall Sport betrieben werden.
Dies führt zur Belastung des ohnehin geschwächten Herzens und kann fatale Folgen haben.
Folgekomplikationen, wie eine Herzinsuffizienz, können so ausgelöst werden.
Aus diesem Grund sollte sie bei einer Herzmuskelentzündung unbedingt die körperliche Schonung einhalten.
In der Regel wird ein Sportverzicht von etwa sechs Monaten empfohlen.