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Anatomie Herz - was ist das?

Das menschliche Herz ist ein annähernd kegelförmiges muskuläres Hohlorgan, welches im Brustkorb im sogenannten Mediastinum (Mittelfellraum) zwischen Brustbein (vordere Begrenzung) und Wirbelsäule (hintere Begrenzung) liegt. Die seitliche Begrenzung bilden die beiden Lungenflügel. Insgesamt liegen etwa zwei Drittel des Herzens in der linken Hälfte des Brustkorbs, die abgerundete Herzspitze zeigt dabei nach links-unten-vorne und die Herzbasis nach rechts-oben-hinten. Das Herz sorgt als Pumpstation für die Aufrechterhaltung des Blutkreislaufs im menschlichen Körper.

Anatomie Herz

Abbildung Herz: Ein- und Ausflussbahnen

  1. Obere Hohlvene (Vena cava superior)
  2. Rechte Lungenvene (Venae pulmonales dextrae)
  3. Rechter Herzvorhof (Atrium cordis dextrum)
  4. 4 Herzklappen (valva)
  5. Untere Hohlvene (Vena cava inferior)
  6. Rechte Herzkammer (Ventriculus dexter)
  7. Kammerscheidewand (Septum interventriculare, Ventrikelseptum)
  8. Linke Herzkammer (Ventriculus sinister)
  9. Linker Herzvorhof (Atrium sinistrum)
  10. Linke Lungenvenen (Venae pulmonales)
  11. Stamm der Lungenarterie (Truncus pulmonalis)
  12. Aortenbogen (Arcus aortae)
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Größe, Lage & Gewicht

Das Herz ist etwa faustgroß und wiegt beim gesunden Erwachsenen zwischen 250 Gramm (Richtwert Frau) und 350 Gramm (Richtwert beim Mann).

Die Maße können jedoch individuell stark variieren, Sportler zum Beispiel haben in der Regel ein größeres und schwereres Herz als die Durchschnittsbevölkerung. 

Das kritische Herzgewicht ist bei 500 Gramm erreicht, ab da kann in der Regel die Blutversorgung des Organs nicht mehr ausreichend gewährleistet werden und aufgrund des Sauerstoffmangels droht ein Herzinfarkt.

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Einteilung

Das Herz besteht aus einer rechten und einer linken Herzhälfte, welche durch die Herzscheidewand (Septum) getrennt werden.
Durch die Herzklappen [4] wird jede Hälfte jeweils in einen Herzvorhof [3][9] und eine Herzkammer [6][8] eingeteilt.
Somit gibt es im Herzen also insgesamt vier voneinander abgetrennte Hohlräume:

  1. der rechte [3] und linke Herzvorhof [9] (Atrium dextrum und Atrium sinistrum)
  2. die rechte [6] und linke Herzkammer [8] (Ventriculus dexter und Ventriculus sinister)

Dieser innere Aufbau wird auch von außen sichtbar.

Zwischen den Vorhöfen und Kammern verläuft eine ringförmige Einschnürung, der Sulcus coronarius.

Zwischen den Kammern befinden sich auf der Vorder- und Hinterfläche des Herzens vertikal verlaufende Einziehungen, der Sulcus interventricularis anterior und der Sulcus interventricularis posterior.
In diesen Herzfurchen verlaufen die Herzkranzgefäße, welche das Organ mit Blut versorgen. 

Zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Kammer liegt die Trikuspidalklappe, die Grenze zwischen linkem Vorhof und linker Kammer wird von der Mitralklappe gebildet.

Die Herzbasis (rechts-oben-hinten) ist der Ort, an dem die großen Gefäße aus dem Herzen abgehen.
Aus dem rechten Ventrikel entspringt die Lungenarterie [11] (Arteria pulmonalis) als wesentlicher Bestandteil des kleinen (Lungen-)Kreislaufs.

Die Pulmonalklappe ist hier zwischengeschaltet.
Aus dem linken Ventrikel geht die Hauptschlagader (Aorta) ab, welche den großen Kreislauf mit Blut versorgt. Zwischen linker Kammer und Aorta liegt die Aortenklappe

Von außen nach innen besteht das Herz aus insgesamt 4 Schichten:

  • das Perikard,
  • das Epikard,
  • das Myokard und das
  • Endokard.

Das Perikard ist eine derbe Bindegewebsschicht, die mit dem Zwerchfell verwachsen ist.
Das Epikard ist die Herzaußenhaut, hier befinden sich Blutgefäße eingebettet in Binde- und Fettgewebe.
Das Myokard, also die eigentliche Herzmuskulatur, ist die dickste Schicht des Herzens.
Nach innen folgt das Endokard, die Herzinnenhaut, aus der auch die Herzklappen hervorgehen.

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Bestandteile

Was sind die Herzkammern?

Die Herzkammern [6][8], auch Herzventrikel genannt, sind die zwei größeren Hohlräume des menschlichen Herzens, welche jeweils von Segel [4]- und Taschenklappen [4] begrenzt werden.

Die rechte Herzkammer [6] befindet sich zwischen der Trikuspidalklappe, durch welche sauerstoffarmes Blut aus dem rechten Vorhof [3] hineinströmt, und der Pulmonalklappe, durch die das Blut dann weiter in die Pulmonalarterie und somit in den kleinen Kreislauf fließt. [blauer Pfeil]

Die linke Herzkammer [8] liegt zwischen der Mitralklappe, durch die sauerstoffreiches Blut aus dem linken Vorhof [9] in die linke Kammer [8] gelangt, und der Aortenklappe, durch welche das Blut weiter in die Hauptschlagader und in den großen Kreislauf befördert wird. 

Die beiden Herzkammern werden durch eine starke Muskelwand [7], das Septum interventriculare cordis, voneinander getrennt.

Was sind die Herzklappen?

Die Herzklappen sind Aussackungen des Endokards, also der Herzinnenhaut, welche den gerichteten Blutfluss im Herz-Kreislauf-System gewährleisten.

Man unterscheidet dabei zwischen den Segelklappen [4 - weiß] (Trikuspidal- und Mitralklappe), welche zwischen Vorhöfen [3][9] und Kammern [6][8] geschaltet sind, und den Taschenklappen [4 - gelb] (Pulmonal- und Aortenklappe), welche zwischen den Kammern und der Ausstrombahn liegen.

Sie verhindern das Zurückfließen des Blutes in die Vorhöfe bzw. in die Kammern.

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Funktion

Das Herz sorgt als zentrales Organ des kardiovaskulären Systems (Herz-Kreislaufsystem) für die Aufrechterhaltung der Blutversorgung im kleinen und großen Kreislauf.

Es funktioniert wie eine Druck- und Saugpumpe, welche pro Minute etwa 5–6 Liter Blut durch den menschlichen Körper befördert.

Die verschiedenen Herzklappen stellen dabei eine Art Ventile dar, welche die Stromrichtung des Blutes regeln und einen unerwünschten Rückfluss verhindern.

Wie arbeitet das Herz?

Damit der lebensnotwendige Blutfluss gewährleistet werden kann, muss sich das Herz rhythmisch zusammenziehen (kontrahieren).

Diese geordneten Kontraktionen werden durch elektrische Impulse hervorgerufen.
Dafür gibt es im rechten Herzvorhof den Sinusknoten, den primären Schrittmacher des Herzens, welcher selbstständig elektrische Impulse erzeugt.
Die Impulse werden von den Vorhöfen zum AV-Knoten weitergeleitet.

Der AV-Knoten ist der sekundäre Schrittmacher des Herzens und dient als Schaltstelle zwischen Vorhöfen und Kammern der Frequenzkontrolle, verhindert also die ungeordnete Weiterleitung von Erregungen an die Ventrikel.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Reizleitungssystems ist das sogenannte Herzskelett, ein Gerüst aus straffem Bindegewebe, welches ebenfalls der elektrischen Isolierung dient und der wahllosen Ausbreitung der elektrischen Erregung von den Vorhöfen auf die Kammern entgegenwirkt.

Was sind die Herzkranzgefäße?

Die Herzkranzgefäße, auch Koronarien oder Koronararterien genannt, liegen in dem Binde- und Fettgewebe des Epikards eingebettet und sind für die Blutversorgung des Herzens zuständig.

Die beiden großen Koronararterien (Arteria coronaria dextra und sinistra) haben ihren Ursprung direkt nach dem Abgang der Aorta aus der linken Herzkammer [8]

Die linke Koronararterie (left coronary artery, LCA), das größere Gefäß von beiden, verläuft im Sulcus coronarius, einer Furche auf der Höhe der Grenze zwischen Vorhöfen und Kammern, nach vorne und teilt sich dort in zwei Äste auf, dem Ramus interventricularis anterior (RIVA) und dem Ramus circumflexus (RCX). 

Die rechte Koronararterie (right coronary artery, RCA) zieht ebenfalls im Sulcus coronarius horizontal zur Hinterfläche des Herzens und verläuft dann als Ramus interventricularis posterior (RIVP) bis zur Herzspitze.
Die RCA versorgt als sehr wichtige Strukturen unter anderem den Sinusknoten und den AV-Knoten des Herzens, welche in der Erregungsbildung und -weiterleitung eine zentrale Rolle spielen. 

Zwar stehen die beiden Hauptäste und ihre Verzweigungen über zahlreiche Anastomosen (Verbindungen) miteinander in Kontakt, jedoch können bei dem Verschluss eines Astes keine ausreichenden Umgehungskreisläufe gebildet werden – ein Herzinfarkt liegt dann vor. 

Von den oben beschriebenen Gefäßen ziehen kleine Äste in die zu versorgende Muskulatur hinein.
Während der Systole, als während der Kontraktion des Herzmuskels, wenn sich die Taschenklappen öffnen und das Blut aus den Herzkammern strömt, werden so hohe Drücke erreicht, dass die Koronarien komprimiert werden und die Blutversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Die Durchblutung des Herzmuskels erfolgt also hauptsächlich während der Diastole, wenn sich das Herz wieder entspannt und sich die Kammern mit Blut aus den Vorhöfen füllen.

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Verbessern

Das Herz selbst ist ein großer Muskel und lässt sich, wie andere Muskeln auch, fit machen. 

Mit dem richtigen Training kann das Herz zu einer effektiven Pumpe gemacht werden. Macht eine Person regelmäßiges Ausdauertraining, so kommt es im Herz-Kreislaufsystem zu Anpassungsprozessen  -  Die Wände des Herzens werden dicker, der Muskel vergrößert sich, die Herzkammern werden größer und können sich mit mehr Blut füllen.  Das Herz wird kräftiger und kann pro Schlag mehr Blutvolumen in den Kreislauf pumpen und das Gewebe mit Sauerstoff versorgen. Das macht sich auch am Gewicht bemerkbar: das Herz eines Nicht-Sportlers wiegt ca. 300 Gramm, bei einem Leistungssportler kann das Herz jedoch bis zu 500 Gramm schwer werden.

Außerdem wird durch den Sport langfristig der Blutdruck gesenkt, denn die Blutgefäße werden weiter und elastischer, wodurch das Herz gegen einen geringeren Widerstand anpumpen muss.

Alles in allem wird also die Effizienz des Herzens gesteigert, was sich in einer Senkung des Ruhepulses und einer Stabilisierung des Blutdrucks bemerkbar macht. Ausdauersportarten, bei denen sich die Belastung gut dosieren lässt, sind: Radfahren, Walken, Joggen, Rudern oder Schwimmen.

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Diagnoseverfahren

Es gibt unterschiedliche invasive und nicht-invasive Verfahren, mit denen man das Herz untersuchen kann.

Um Herzerkrankungen zu diagnostizieren oder um ihren Verlauf zu kontrollieren, können zum Beispiel bestimmte Laborparameter hilfreich sein. 

Zu den Möglichkeiten der apparativen Diagnostik gehören unter anderem:

  • EKG
  • Röntgen-Thorax
  • Echokardiographie
  • Kardio-Computertomographie
  • Kardio-Magnetresonanztomographie
  • Linksherzkatheteruntersuchung
  • Rechtsherzkatheteruntersuchung

Was sind Herzgeräusche?

Herzgeräusche sind, im Vergleich zu den physiologischen Herztönen, krankhafte Strömungs- oder Klappengeräusche des Herzens.
Sie entstehen meist aufgrund von Herzklappenfehlern oder Verengungen in den herznahen Blutgefäßen, die den Blutfluss verändern und somit Strömungsgeräusche hervorrufen.
Bei Kindern und Jugendlichen können solche Herzgeräusche auch physiologisch, zum Beispiel beim Sport, auftreten.
Je nachdem, in welcher Phase der Herzaktion die Geräusche hörbar sind, unterscheidet man systolische und diastolische Herzgeräusche (Systolikum bzw. Diastolikum).
Des Weiteren kann man die Herzgeräusche nach ihrer Lautstärke, ihrem Punctum maximum (Auskultationsstelle, an der das Geräusch am lautesten bzw. am deutlichsten zu hören ist), nach der Fortleitung sowie nach der Geräuschentwicklung charakterisieren.

Symptome

Mögliche Symptome, welche mit Erkrankungen des Herzens im Zusammenhang stehen können, sind:

  • Unwohlsein, Übelkeit
  • Schweißausbrüche
  • Atemnot
  • Druck auf dem Brustkorb
  • Brustschmerzen mit oder ohne Ausstrahlung
  • Leistungsabfall
  • Tachykardie (erhöhte Herzfrequenz)
  • Rhythmusstörungen
  • Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Blaufärbung der Lippen oder Extremitäten (Beine, Arme, besonders an den Fingern)

Man muss jedoch darauf hinweisen, dass diese Symptome zum Teil sehr unspezifisch sind und nicht immer auf eine Herzerkrankung hinweisen müssen.
Auch gibt es Herzerkrankungen, die andere Beschwerden auslösen können als die oben genannten.

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