Herzmuskelverdickung (Herzmuskelhypertrophie), wenn es zu einer krankhaften Vergrößerung des Herzens kommt.



Eine Herzmuskelverdickung (lat. Herzmuskelhypertrophie) beschreibt eine krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels. Sie wird meist durch eine Überbelastung des Herzens hervorgerufen. Diese Überlastung kann im Rahmen von verschiedenen Grunderkrankungen, wie einem Bluthochdruck oder Herzklappenfehler, ausgelöst werden. Die Herzmuskelverdickung führt mit der Zeit zu einer reduzierten Pumpleistung des Herzens. Die Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung.
Eine Herzmuskelverdickung kann bei ausbleibender Behandlung gefährlich werden und im schlimmsten Fall zu einem plötzlichen Herztod führen.
Besteht bei Dir ein genetisches Risiko für eine Herzmuskelverdickung, solltest Du Dich regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unterziehen.
Anzeichen von Kurzatmigkeit und eine auffällig verminderte körperliche Leistungsfähigkeit sollten ebenfalls medizinisch abgeklärt werden.
Das Herz (cor) ist ein muskulöses Hohlorgan und liegt in etwa in der Mitte des Brustkorbs und besteht aus 4 Hohlräumen.
Es versorgt unsere Organe kontinuierlich mit sauerstoffangereichertem Blut und ist somit lebenswichtig.
Die Ursachen einer Herzmuskelverdickung (Herzmuskelhypertrophie) sind meist ein ungesunder Lebensstil und die Erkrankungen, die dadurch ausgelöst werden.
Hierzu gehört insbesondere der Bluthochdruck.
Dieser führt zu einer erhöhten Belastung des Herzens und zu einer Herzschwäche.
Die Risikofaktoren, welche die Entstehung eines Bluthochdrucks begünstigen, sind der Nikotin- Alkoholkonsum, eine Dyslipidämie (gestörter Fettstoffwechsel), Adipositas, eine hohe Kochsalzzufuhr und eine hohe psychische Belastung.
Durch einige Änderungen im Lebensstil kann der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.
Hierfür wird eine mediterrane Diät empfohlen - diese besteht aus viel frischem Gemüse, Fischen und Meeresfrüchten, welche in Olivenöl vorbereitet werden.
Auch eine moderate körperliche Tätigkeit wirkt sich positiv aus. Sportarten, die in Frage kommen sind Joggen, Schwimmen und Fahrradfahren.
Die letzten beiden Alternativen sind zusätzlich gelenkschonend - vor allem Patienten mit Arthrose können hiervon profitieren.
Stress alleine kann zwar eine Herzmuskelverdickung nicht auslösen, ist aber ein Risikofaktor für Bluthochdruck.
Der Bluthochdruck kann das Herz „zwingen“, höhere Drücke aufzubauen.
Um das zu gewährleisten, wächst der Herzmuskel und verdickt mit der Zeit.
Aus diesem Grund ist eine Stressreduktion empfehlenswert.
Es sind verschiedene Entspannungstechniken vorhanden, die beim Stressabbau helfen.
Darüber hinaus ist Stress aber nicht nur schlecht für das Herz, sondern auch für das Immunsystem.
Im Anfangsstadium ist eine Herzmuskelverdickung (lat. Herzmuskelhypertrophie) kaum symptomatisch.
Im Verlauf kommt es aber zu einer abnehmenden Pumpleistung des Herzens, da die Elastizität durch den verdickten Muskel eingeschränkt wird – das Herz kann sich also nicht mehr so gut dehnen und folglich gelangt weniger Blut in die Herzkammer.
Dies äußert sich durch Luftnot bei Belastung, Schwindel, Synkopen (Ohnmachtsanfälle), Wassereinlagerungen in den Beinen und Herzrhythmusstörungen.
Im fortgeschrittenen Stadium treten die oben genannten Symptome auch in Ruhe auf.
Das Problem hierbei ist insbesondere die Unterversorgung der Herzmuskelzellen mit Sauerstoff. Dieses Missverhältnis führt zu Schmerzen in der Brust, der sogenannten Angina Pectoris.
Im Extremfall kann dieses Missverhältnis auch zu einem Herzinfarkt führen.
Eine Herzmuskelverdickung (Herzmuskelhypertrophie) kann durch verschiedene diagnostische Verfahren diagnostiziert werden.
Zum einen gibt es das EKG (Elektrokardiografie).
Es kann Herzrhythmusstörungen aufzeigen und durch eine erhöhte Amplitude Hinweise auf eine Herzmuskelverdickung geben.
Allerdings ist das EKG im Anfangsstadium nicht besonders sensitiv
Eine Echokardiographie, also eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, eignet sich in diesem Fall am besten. Durch das Ultraschallgerät kann man einige Parameter sehr genau bestimmen.
Alternativ kann auch ein MRT (Magnetresonanztomografie) des Herzens gemacht werden.
Bei einer Herzmuskelverdickung sollte man einen Kardiologen – einen Facharzt für Erkrankungen des Herzens – aufsuchen.
Alternativ kann man auch zu einem Internisten, also einem Facharzt für Erkrankungen aus der Inneren Medizin.
Da sich eine Herzmuskelverdickung (Herzmuskelhypertrophie) durch sehr unspezifische Symptome äußert, müssen alle Erkrankungen ausgeschlossen werden, die zu Leistungsminderung, Brustschmerzen und Luftnot führen können.
Hierzu gehören eine Reihe von verschiedenen Erkrankungen.
Die häufigsten Differentialdiagnosen sind im folgenden kurz genannt:
Durch verschiedene diagnostische Verfahren können die einzelnen Erkrankungen aber gut voneinander abgegrenzt werden. Bei entsprechender Diagnose kann auch mit einer adäquaten Therapie begonnen werden.
Bei rechtzeitigem Erkennen und Behandeln der Erkrankung kann die Herzmuskelverdickung aufgehalten und manchmal sogar rückgängig gemacht werden.
Ohne weitere Behandlung entwickeln die Betroffenen meist eine Herzschwäche, die im schlimmsten Fall zum Herztod führt.
Die Behandlung einer Herzmuskelverdickung (Herzmuskelhypertrophie) erfolgt meist medikamentös.
Man möchte eine weitere Verdickung des Herzmuskels verhindern, da es sonst zu einer Herzschwäche kommen kann.
Aus diesem Grund möchte man einen zu hohen Blutdruck senken.
Hierfür können ACE-Hemmer gegeben werden, welche auch protektiv für die Niere sind.
Alternativ kann man Beta-Blocker verabreichen. Diese senken die Herzfrequenz und führen zu einem niedrigeren Druck in den Gefäßen, weswegen das Herz selbst nicht mehr so hohe Drücke aufbauen muss.
Eine weitere Möglichkeit stellen Calcium-Antagonisten dar.
Auch sie führen zu einer Senkung des Drucks in den kleineren Gefäßen.
Gesunder Lebensstil
Neben der medikamentösen Therapie gibt es auch allgemeine Maßnahmen, die durchgeführt werden.
Diese bestehen hauptsächlich aus einer Änderung des Lebensstils. Hierzu gehört eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
Diese sollte viel Gemüse, Obst und Fische/Meeresfrüchte erhalten (mediterrane Kost).
Fast Food und Süßigkeiten sollten gemieden werden.
Der Nikotinkonsum sollte gänzlich eingeschränkt werden.
Der Alkoholkonsum sollte ebenfalls reduziert oder komplett eingestellt werden.
Ferner sollte ausreichend Sport betrieben werden. Am besten eignen sich Sportarten, wie Fahrradfahren und Schwimmen, da sie körperlich zwar anstrengend sind, aber die Gelenke geschont werden.
Falls die Herzmuskelverdickung aber bereits weit fortgeschritten ist, helfen die oben genannten Maßnahmen kaum noch.
In diesem Fall erfolgt die Therapie operativ.
Ist ein zu hoher Blutdruck Ursache für eine Herzmuskelverdickung, wird der Arzt Medikamente zum Senken des Blutdrucks verschreiben.
Eine Herzmuskelverdickung wird in bereits fortgeschrittenen Fällen operiert.
Hier erfolgt die Verkleinerung des Herzmuskels.
In einigen Fällen kann man auch einen Kathetereingriff durchführen.
Dies empfiehlt sich insbesondere bei einer schlechten Durchblutung. Die Gefäße können aufgedehnt werden und ein Stent kann gelegt werden, damit sich die Gefäße nicht nochmal verschließen.
So kann die Durchblutung der Herzmuskelzellen deutlich verbessert werden.
Grundsätzlich muss aber eine Operation am Herzen genau geplant werden.
Die Herz-Thorax- Chirurgen führen hierfür spezielle Untersuchungen durch und planen das Procedere dementsprechend.
Die Prognose einer Herzmuskelverdickung hängt vom Zeitpunkt der Diagnosestellung ab.
Bei einer frühen Diagnosestellung ist die Prognose gut.
Durch verschiedene Therapieoptionen kann das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Bei einem späten Zeitpunkt ist die Prognose schon deutlich schlechter.
Neben dem Zeitpunkt der Diagnosestellung spielt das Vorliegen von anderen Erkrankungen natürlich auch eine Rolle für die Prognose.
Aufgrund der verminderten Pumpleistung des Herzens bemerken Patienten eine Herzmuskelverdickung zunächst durch eine Kurzatmigkeit und einer verminderten körperlichen Leistungsfähigkeit. Im weiteren Verlauf kommt es auch zu Atemproblem in Ruhe.
Eine Herzmuskelverdickung erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z.B. eine Herzschwäche oder auch einen Herzinfarkt.
Eine Herzmuskelverdickung kann man vorbeugen, indem man die Risikofaktoren ausschaltet, die zu einem Bluthochdruck führen.
Ernährung
Hierzu gehört eine gesunde, ausgewogene Ernährung.
Hierfür wird vor allem eine mediterrane Diät empfohlen.
In Studien konnte nachgewiesen werden, dass diese Ernährung protektiv für das Herz ist.
Aber im Allgemeinen kann man sagen, dass man viel frisches Obst und Gemüse verzehren sollte.
Fast Food und Süßigkeiten sollten gemieden werden.
Weitere Auslöser eliminieren
Der Nikotinkonsum sollte gänzlich eingeschränkt werden und der Alkoholkonsum sollte reduziert werden.
Falls man an Übergewicht leidet, sollte man abnehmen.
Die kann zum einen durch die Ernährung geschehen und zum anderen durch Sport.
Moderates körperliches Training sollte zwei bis dreimal in der Woche durchgeführt werden. Sportarten, die empfohlen werden, sind das Joggen, Schwimmen, Fahrradfahren und Yoga.
Medikamentöse Einstellung
Falls aber schon ein Bluthochdruck vorliegt, sollte dieser medikamentös behandelt werden.
Hierfür sollte man einen Internisten, also einen Facharzt für Innere Medizin, aufsuchen.
Dieser kann die Therapie einleiten und sie gegebenenfalls optimieren. Auch eine Dyslipidämie, eine Störung des Fettstoffwechsels, sollte behandelt werden.
Hierfür gibt es spezielle Medikamente, die Statine.
Die Lebenserwartung einer Herzmuskelverdickung hängt von dem Schweregrad der Verdickung ab.
Eine leichte Zunahme der Herzmuskulatur beeinflusst die Lebenserwartung nicht wesentlich. Eine starke Zunahme hingegen führt zu einer reduzierten Lebenserwartung.
Des Weiteren ist es wichtig, ob andere Erkrankungen vorliegen - diese können die Herzmuskelverdickung negativ beeinflussen.