Nierenstau (Harnstau), wenn sich aufgrund einer Abflussbehinderung der Urin in der Niere aufstaut.


Erfahrungs Berichte
Bei einem Harnstau kommt es zu einer Erweiterung der Nierenbecken und der Kelchsysteme aufgrund einer Abflussstörung meist in den ableitenden Harnwegen. In der Maximalvariante wird funktionelles Nierenparenchym verdrängt, sodass es zu einer Funktionsstörung kommt.
Ja, ein Harnstau ist gefährlich, bzw. kann gefährlich werden.
Vor allem dann, wenn der Harnstau akut und schnell fortschreitet, kann es zu einer Einschränkung der Nierenfunktion bis hin zum irreversiblen Nierenversagen kommen.
Nicht jeder Nierenstau muss immer behandelt werden, teils können auch abwartend regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden.
Trotzdem gilt es bei auftretenden Symptomen ärztliches Personal aufzusuchen, um die Ursache zu finden und dann gegebenenfalls auch zu behandeln.
Oftmals bemerkt man einen Harnstau nicht direkt, was ihn auch gefährlich macht.
Wenn eine Grunderkrankung vorliegt, zum Beispiel ein Tumor, dann können Symptome dieses Tumors, wie Gewichtsverlust, Fieber, Nachtschweiß, Bauchschmerzen und Miktionsbeschwerden, also Probleme beim Wasserlassen, bestehen.
Auch bei einem Harnstau kommt es in der Regel zu Veränderungen bzw. Beschwerden beim Wasserlassen.
Man sollte auf jeden Fall zum Arzt, wenn es zu einer Blutbeimengung im Urin oder aber einem schäumenden Urin kommt.
Auch wenn man nicht mehr in der Lage ist, Wasser zu lassen, sollte man schnellstmöglich zum Arzt.
Bei hinzukommenden Bauchschmerzen, Unwohlsein und vielleicht sogar Fieber sollte man defnitiv ärtlich vorstellig werden.
Die Niere ist ein zentrales Organ des Harnsystems und spielt eine entscheidende Rolle für die Filterung des Blutes, die Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie für die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten.
Beim Nierenstau (Hydronephrose) ist der normale Abfluss des Harns gestört – meist durch eine Verengung oder Blockade der ableitenden Harnwege.
Dadurch staut sich Urin zurück in das Nierenbecken, was zu einer Druckbelastung und Schädigung des Nierengewebes führen kann.
Die beiden Nieren liegen retroperitoneal (hinter dem Bauchfell) rechts und links der Wirbelsäule etwa auf Höhe des 12. Brust- bis 3. Lendenwirbels.
Beim Nierenstau (Hydronephrose) kommt es zu einer mechanischen Behinderung des Harnabflusses – z. B. durch einen Harnleiterstein, eine Prostatavergrößerung, Narben, Nierentumore oder angeborene Engstellen.
Folgen für die Anatomie
Das Nierenbecken und die Nierenkelche erweitern sich durch den aufgestauten Harn.
Das Nierenparenchym (funktionelles Gewebe) wird durch den Druck zunehmend ausgedünnt und geschädigt.
Bei länger bestehendem Stau kann das Nierengewebe atrophieren (schrumpfen) und seine Funktion verlieren. (→ Niereninsuffizienz / Nierenversagen)
Man kann einen Harnstau verschieden einteilen:
Ein Nieren- bzw. Harnstau ist eigentlich nie eine Diagnose, sondern mehr ein Symptom bzw. Folge einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung, sodass sich nicht wirklich Differentialdiagnosen aufzählen lassen.
Hier kommen vor allem die verschiedenen Ursachen, die man systematisch abklären lassen muss, in Frage.
Auch da ein Harnstau teils lange symptomlos bleibt, ist die Abklärung schwierig. Bei Urinveränderungen hingegen kommen verschiedene Differentialdiagnosen in Frage:
Die Therapie eines Harnstaus richtet sich nach der Ursache.
Außerdem gilt es vor allem, einen akuten Harnstau schnellstmöglich zu behandeln, um die Nierenfunktion zu erhalten.
Je nach Ursache und Ausprägung reicht es manchmal auch nur, Kontrollen durchzuführen und abzuwarten (z. B. beim Harnstau, ausgelöst durch eine Schwangerschaft).
Die Prognose vom Harnstau (Nierenstau) hängt vom Ausmaß dessen, dem Zeitpunkt der Diagnose und dann auch der Behandlung sowie der Nierenfunktion ab.
Es gilt generell, je früher der Stau entdeckt wird und je besser die Nierenfunktion ist, desto besser ist auch die Prognose.
Außerdem spielen individuelle Faktoren eine Rolle.
Weiterhin kann man sagen, dass ein akut aufgetretener Harnstau oft eher Symptome macht und man diesen dann bemerkt und behandeln lassen kann, als ein Harnstau, der langsam zu einer Nierenfunktionseinschränkung führen kann.
Es gilt allerdings für beide Arten, dass der Harnstau zu einem irreversiblen Nierenversagen führen kann, sodass Nierenersatzverfahren (Dialyse) oder gar eine Nierentransplantation nötig sind.
Außerdem ist es wichtig zu wissen, ob der Harnstau ein- oder beidseitig vorliegt.
Wenn der Körper noch eine gute, funktionierende Niere hat, kann die Funktion (teil-) kompensiert werden und die Prognose ist besser, als wenn beide Nieren betroffen sind.
Der Verlauf von einem Nierenstau ist abhängig von individuellen Faktoren, der Ursache des Harnstaus und auch vom Ausmaß sowie dem Zeitpunkt der Behandlung.
Entscheidend für den Verlauf ist die Funktion der Nieren – je schlechter die Nierenfunktion, desto dringlicher die Behandlung.
Je nach Ursache lässt sich diese „schnell“ beheben (z. B. Harnleitersteine, die entfernt werden können) oder aber es schließt sich eine eher langwierige Behandlung an, wie es zum Beispiel bei einem Nierentumor der Fall ist.
Auch hier gilt jedoch, dass besonders ein fortgeschrittener Harnstau schnell behandelt werden muss, beispielsweise durch eine Punktion und Ableitung des Urins nach außen.
Je nachdem kann der Harnstau dann „einfach“ behoben werden oder bildet sich gar von alleine wieder zurück (wie es bei einem „schwangerschaftsbedingten Harnstau“ der Fall sein kann) oder es zeigt sich ein eher komplikativer Verlauf.
Vor allem, wenn der Harnstau konservativ behandelt wird, sollten regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, um ein Fortschreiten rechtzeitig zu bemerken, aber auch um frühzeitig mögliche Nierenschäden zu entdecken.
Die Dauer eines Harnstaus richtet sich nach individuellen Faktoren, dem Ausmaß und der genauen Ursache des Harnstaus.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Nierenfunktion, aber auch nach dem Auftreten des Harnstaus.
Besonders ein chronischer Harnstau kann auch erstmal beobachtet werden und bedarf vor allem bei guter Nierenfunktion keiner schnellen Behandlung.
Nicht jeder Ursache eines Nierensteins lässt sich vorbeugen.
Teils ist das nur eingeschränkt möglich.
Man sollte aber, vor allem um Steine zu vermeiden, ausreichend trinken, sich gesund ernähren und regelmäßig bewegen.
Außerdem empfiehlt es sich nicht zu rauchen, da Nikotinabusus als der Risikofaktor für die Entstehung eines Urothelkarzinoms gilt.
Zusammenfassend ist ein gesunder Lebensstil auf jeden Fall förderlich und beugt vielen Krankheiten und deren Komplikationen vor.
Der Harnstau betrifft die Nieren.
Je nach genauem Stadium sind unterschiedliche „Bestandteile“ der Niere betroffen.
→ siehe Abschnitt Stadien
Ein Harnstau lässt sich in 4 verschiedene Grade einteilen:
Auch bei Kindern kann es zu einem Harnstau (Nierenstau) kommen.
Oftmals liegen hier dann angeborene Fehlbildungen der Niere oder ableitenden Harnwege zugrunde, sodass es auch eher schon früh zu einer Symptomausprägung kommt.
Die Prognose ist, vor allem mit Korrektur (in der Regel OP) sehr gut und die Kinder erholen sich.
Eine regelmäßige Nachsorge ist aber auch hier sehr wichtig.
Eine Schwangerschaft kann als Risikofaktor für die Entstehung eines Harnstaus sein.
Aufgrund des wachsenden Uterus und des ungeborenen Kindes kann es zu einer Ein- bzw. Abklemmung des Harnleiters kommen, sodass kein Urin mehr von der Niere in die Blase abfließen kann.
Hierbei handelt es sich dann per Definition um einen Harnstau.
Zudem sorgen hormonelle Veränderungen ebenfalls eher für eine Entspannung des Harnleiters, was zu einer Transportstörung führen kann.
Es ist ein relativ häufiges Bild in einer Schwangerschaft und hat per se keinen Krankheitswert, da auch die Ursache reversibel ist.
Trotzdem sollte aber ein diagnostizierter Harnstau beobachtet und vor allem beim Fortschreiten behandelt werden.
Die Prognose ist gut und in der Regel bildet sich der Harnstau nach der Geburt von alleine wieder zurück.
Natürlich können aber auch Schwangere Nierensteine oder gar Tumore entwickeln, sodass eine Umfelddiagnostik in jedem Fall durchgeführt werden sollte.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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