Blasenriss, wenn es zu einem Riss der Blase kommt und sich darauffolgend der Harn in der Bauchhöhle ansammelt.

Erfahrungs Berichte
Bei einem Blasenriss, oder auch besser bekannt als Blasenruptur, handelt es sich um einen Riss in der Harnblasenwand. Hierbei kommt es zum Austreten von Urin in das umliegende Gewebe. Dabei kann er sowohl intraperitoneal, also innerhalb des Bauchfells oder extraperitoneal außerhalb des Bauchfells ausscheiden. Oftmals liegt dem Blasenriss eine äußere Gewalteinwirkung zugrunde, durch welche die Harnblase rupturiert. Auch im Rahmen von operativen Eingriffen am Bauchraum kann es dazu kommen. Ein Blasenriss wird häufig nicht direkt bemerkt, sondern macht sich durch Ausbeulungen der Haut oberhalb des Schambeins oder einer Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum, einer sogenannten Aszites, bemerkbar. In schlimmen Fällen kann es durch die Blasenruptur zu einer Infektion im Bauchraum kommen oder einer Sepsis, die den ganzen Organismus betrifft. In der Regel lässt sich ein Blasenriss jedoch konservativ oder mittels chirurgischem Eingriff behandeln.
Ein Blasenriss ist gefährlich.
Durch das Austreten von Urin in den Bauchraum kann es im schlimmsten Fall zu einem Organversagen kommen.
Wenn Du nach einer Verletzung in der unteren Bauchregion die klassischen Anzeichen eines Blasenrisses bemerkst, solltest Du Dich umgehend in ärztliche Behandlung begeben.
Die Harnblase [4] (Vesica urinaria) übernimmt die Funktion, Urin zu speichern, bis dieser über die Harnröhre ausgeschieden wird.
Verschiedene Faktoren und Ursachen können zu einem Riss in der Harnblasenwand führen.
In den meisten Fällen kommt es aufgrund von starken Krafteinwirkungen oder Traumata zu einer Blasenruptur.
Im Zusammenhang mit einer Beckenfraktur entstehen meist akut durch das Verletzen der Harnblase mit einem Knochenfragment solche Rupturen.
Auch im Rahmen eines Autounfalles, wobei es durch den Aufprall am Lenkrad oder dem Anschnallgurt zu stumpfen Traumata kommen kann oder aber durch Quetschungen im Bauchbereich, können Blasenrisse entstehen.
In seltenen Fällen ist eine Verletzung durch eine Waffe oder ein Messer im Unterbauch dafür verantwortlich.
Da die äußeren Einwirkungen oftmals klinisch ersichtlicher sind, kann es dazu führen, dass eine Blasenruptur nicht oder zu spät erkannt wird.
Daher sollte man bei einem Unfallopfer immer auch eine Bildgebung der Beckenorgane, vor allem der Harnblase, anfertigen.
Zu den Risikofaktoren gehören Patienten, die durch andere Erkrankungen in diesem Bereich bereits Vorschäden tragen oder im Rahmen einer Krebstherapie anfälliger für Rupturen und knöcherne Frakturen sind.
In seltenen Fällen kann es im Rahmen einer Schwangerschaft durch den erhöhten Druck des Fetus auf die Harnblase zu einem Blasenriss kommen.
Oftmals wird hierbei die abgehende Flüssigkeit mit Fruchtwasser oder einer Inkontinenz verwechselt und wird daher nicht sofort erkannt.
Ein Blasenriss ist oftmals nicht direkt augenscheinlich zu erkennen.
Die Betroffenen klagen über starke Schmerzen im unteren Bereich des Bauches, welche durch die sensible Versorgung allerdings auch in andere Bereiche ausstrahlen können.
Diese Schmerzen können sowohl in Ruhe, als auch beim Wasserlassen auftreten und nehmen oftmals an Intensität im Verlaufe der Erkrankung zu.
Wenn es zu einem Austritt von Urin aus der Harnblase in das umliegende Gewebe kommt, kann es zu Aufquellungen und Druckschmerzen oberhalb des Schambeins kommen.
Im klinischen Sprachbereich nennt man eine unphysiologische Flüssigkeitsansammlung im Bauchbereich Aszites.
Durch den Urinaustritt kann es zu einer Infektion des Bauchraumes, vor allem aber des Bauchfells, kommen (Peritonitis = Bauchfellentzündung).
Bei der Flüssigkeit kann es sich allerdings neben dem Urin auch um Blut handeln, vor allem dann, wenn die Ursache ein Unfall oder eine äußere Gewalteinwirkung ist.
Außerdem gelangen durch die Harnblasenruptur auch Blutbestandteile in den Urin, so dass es zu blutigem Urin beim Wasserlassen kommt (Makrohämaturie = Blut im Urin).
Typisch ist auch ein häufiger und starker Harndrang, der oftmals nicht gut gehalten werden kann.
Erschwertes Wasserlassen (Dysurie) oder eine Behinderung des Wasserlassens können ebenfalls auftreten.
Je nach Ursache können zu den typischen Symptomen auch knöcherne Begleitverletzungen auftreten.
Diese liegen meist im Bereich des Beckens und treten vor allem nach starken Krafteinwirkungen auf.
Da diese klinisch oft sehr eindrücklich sind, kann eine Blasenruptur oftmals zu Beginn übersehen werden.
Die Symptome, die bei einem Blasenriss auftreten können, sind oftmals relativ diffus.
Anhand der Anamnese, der Klinik und dem Unfallmechanismus kann allerdings schon eine Verdachtsdiagnose gestellt werden.
Es bedarf jedoch weitere Verfahren, um die Diagnose Blasenriss zu sichern.
Mittels eines Ultraschalles (Sonographie) kann die Harnblase untersucht werden.
In manchen Fällen braucht es jedoch ein Röntgenbild oder eine Aufnahme mit einem Computertomographen.
Zur besseren Veranschaulichung sollte hierbei die Harnblase mit Kontrastmittel gefüllt werden, um ein Austreten der Flüssigkeit aus der Blase genauestens beobachten zu können.
In speziellen Fällen muss hierfür sogar ein MRT genutzt werden.
Je nach Unfallmechanismus sollten mittels Bildgebung weitere Begleitverletzungen ebenfalls untersucht und diagnostiziert werden.
Am wichtigsten sind hier Bildanfertigungen des Beckens und des Bauches (Abdomen).
Die Diagnostik eines Blasenrisses mittels Teststreifen ist oftmals kein aussagekräftiger Beweis für das Vorliegen einer Ruptur.
Allerdings lassen sich anhand der Teststreifen Blutbestandteile im Urin nachweisen.
Ebenfalls kann man die Kreatinin-Konzentration in der freien Flüssigkeit im Bauchraum mit der Konzentration im Blut vergleichen.
Ist die Kreatinin-Konzentration in der Bauchraumflüssigkeit höher als die des Blutes, so kann das auf ein Urinleck hinweisen.
Zur Diagnosesicherung sollten jedoch bildgebende Verfahren angewendet werden.
Die Leitsymptome einer Harnblasenruptur sind Schmerzen, imperativer Harndrang beziehungsweise ein Harnverhalt und Blut im Urin (Makrohämaturie).
Diese Symptome können allerdings auch bei anderen Erkrankungen auftreten, die zu einer Verwechslungsgefahr mit einem Blasenriss führen können.
Eine Behandlung des Blasenrisses ist immer abhängig von der Art und Ausdehnung der Ruptur und möglichen Begleitverletzungen.
Allerdings sollte ein Blasenriss immer durch einen Arzt diagnostiziert werden, um eine individuelle und geeignete Behandlung in die Wege leiten zu können.
Extraperitoneale Harnblasenruptur
Liegt bei dem Patienten eine extraperitoneale Harnblasenruptur vor, bei der vor allem der untere Anteil der Harnblase betroffen ist, so ist die Therapie abhängig von der Ausdehnung des Risses.
Handelt es sich bei der Ruptur nur um einen kleinen Riss in der Harnblasenwand, so kann dieser meist konservativ durch Entlastung der Blase mit Hilfe eines Blasenkatheters behandelt werden.
Dabei wird eine Art Schlauch über die Harnröhre in die Harnblase geschoben, um den Urin direkt aus der Blase in einen außerhalb des Körpers liegenden Beutels abdrainieren zu lassen.
Intraperitonealen Blasenruptur
Bei einer intraperitonealen Blasenruptur ist vorrangig der obere Anteil der Harnblase betroffen und muss so in den meisten Fällen operativ versorgt werden.
Hierbei wird in einem chirurgischen Eingriff die Harnblase freigelegt, um den Riss nähen zu können.
Anschließend bekommt der Patient einen Dauerkatheter, um die Harnblase zu entlasten.
Treten zusätzlich zu der Blasenruptur noch Begleitverletzungen wie eine knöcherne Fraktur vor, so muss diese ebenfalls operativ versorgt werden.
Oftmals wird ein Blasenriss auch erst im Rahmen einer operativen Versorgung einer sichtbaren Fraktur entdeckt. Liegt bereits eine Sepsis (Blutvergiftung) des Organismuses vor, so ist in jedem Falle eine intensivmedizinische Betreuung notwendig.
Die Prognose bei einem Blasenriss hängt immer von der Ursache, den Symptomen, der Ausdehnung, dem Zeitpunkt und den möglichen Begleiterscheinungen ab.
Dabei gilt jedoch, je früher ein Blasenriss diagnostiziert werden kann, desto besser sind die Heilungschancen.
Entsteht eine Ruptur der Harnblasenwand durch intraperitoneale Faktoren, zum Beispiel im Rahmen einer Beckenfraktur, wobei sich die Frakturfragmente in die Harnblase stoßen, so ist die Prognose abhängig vom Zeitpunkt des Erkennens.
Hierbei kann es nämlich zu gefährlichen Komplikationen kommen, da bei austretendem Urin in der Bauchhöhle eine Infektion entstehen kann.
Wird diese nicht rechtzeitig erkannt, besteht die Gefahr einer Urosepsis, die dann den ganzen Organismus betrifft.
Die Gefahr einer Sepsis korreliert hierbei mit der Größe des Risses in der Blasenwand.
Je größer die Verletzung, desto wahrscheinlicher sind schwerwiegende Komplikationen.
Dabei gelangen die Keime in den Blutkreislauf und schädigen den ganzen Körper.
Dies ist eine lebensbedrohliche Komplikation.
Im Allgemeinen ist ein Blasenriss allerdings gut zu therapieren, sofern er frühzeitig erkannt wird.
In einfachen Fällen, wenn es sich nur um einen kleinen Riss in der Blasenwand handelt, kann sich die Verletzung von alleine wieder erholen und heilt vollständig aus.
Allerdings verhält es sich bei dem Blasenriss, wie bei anderen Verletzungen am Körper auch - eine erneute Ruptur kann aufgrund des Narbengewebes, welches bei der Heilung entsteht, wieder auftreten.
Wie lange eine Heilung bei einem Blasenriss dauert, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.
Es kommt darauf an, um welche Ausdehnung es sich bei der Verletzung handelt und ob es Begleitverletzungen, die im Rahmen eines Traumas entstanden sind, gibt.
Handelt es sich nur um einen kleinen Riss, so heilt die Blase innerhalb weniger Wochen vollständig wieder aus.
Muss die Ruptur allerdings operativ versorgt werden, so kann der Heilungsverlauf mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen.
Vor allem, wenn der Blasenriss von Knochenfrakturen zum Beispiel am Becken begleitet wird.
Meistens ist hier ein längerer Krankenhausaufenthalt notwendig.
Ist die Verletzung sogar schon stark vorangeschritten und es hat sich eine Sepsis (Blutvergiftung) manifestiert, so ist die Heilungsdauer nicht absehbar.
Es kommt immer darauf an, wie der Betroffene auf die Therapie reagiert und wie sie anschlägt. Oftmals ist eine Sepsis eine lebensbedrohliche und tödlich endende Prozedur.
Wenn ein Blasenriss diagnostiziert wurde, sollte der behandelnde Arzt nach einer ungefähren Heilungsdauer und Prognose befragt werden.
Ein Blasenriss in der Schwangerschaft kann aufgrund des zunehmenden Drucks des Fetus auf die Harnblase entstehen.
Ist die Schwangerschaft schon fortgeschritten, so kann der abgehende Urin oftmals mit Fruchtwasser oder einer Inkontinenz verwechselt werden.
Wenn man diese Beschwerden allerdings nicht abklären lässt, kann es zur Gefahr des Kindes werden.
Durch den Riss in der Harnblase kann es zum Eindringen von Keimen und daraus resultierenden Infektionen kommen.
Da der mütterliche und der kindliche Kreislauf miteinander verbunden sind, können die Keime auf das Kind übertragen werden.
Ist dies der Fall, kann es für das Kind zu lebensbedrohlichen Reaktionen kommen.
Daher sollte ein Flüssigkeitsverlust aus dem Genitalbereich in einer Schwangerschaft immer kontrolliert werden, auch wenn es sich am Ende als etwas Harmloses herausstellt.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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