Progressive supranukleäre Blickparese (PSB), wenn eine degenerative Erkrankung des ZNS zu unwillkürlichen Augenbewegungen führt.

Bei der progressiven supranukleäre Blickparese handelt sich um eine seltene degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die willkürlichen Augenbewegungen beeinträchtigt werden und es zur Verlangsamung der Willkürmotorik und zur Muskelsteifigkeit kommt.
Eine progressive supranukleäre Blickparese (PSP) ist eine ernste und potenziell gefährliche Erkrankung.
Es handelt sich um eine seltene, fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die zu einer schweren Einschränkung der Bewegungsfähigkeit, des Gleichgewichts, der Augenbewegungen und der kognitiven Funktionen führt. Sie gehört zu den sogenannten atypischen Parkinson-Syndromen.
Es besteht eine erhöhte Sturz- und Verletzungsgefahr für Betroffene.
Im späteren Verlauf kann es zu Schluckstörungen (Dysphagie) kommen, was das Risiko für Aspiration (Einatmen von Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge) und damit Lungenentzündungen erhöht.
Die Ursachen und Risikofaktoren der progressiven supranukleären Blickparese sind noch nicht eingehend erforscht.
Es wird nahegelegt, dass genetische Veranlagung die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöht.
Das Symptombild der progressiven supranukleären Blickparese ist individuell unterschiedlich ausgeprägt.
Die einzelnen Symptome können in unterschiedlichen Reihenfolgen oder auch gar nicht auftauchen.
Das Wichtigste bei der Diagnose der progressiven supranukleären Blickparese ist die neurologische Untersuchung, bei der genauestens auf Auffälligkeiten getestet wird.
Zusätzlich zu der entscheidenden neurologischen Untersuchung kann mit bildgebenden Verfahren, wie dem MRT, die Diagnose erhärtet werden.
Als Differentialdiagnosen kommen Krankheiten vor, die ähnliche Symptome aufweisen können.
Zu diesen zählen unter anderem die weitestgehend bekannte Parkinson-Krankheit, die Multisystematrophie und die frontotemporale Degeneration.
Die Behandlung einer progressiven supranukleären Blickparese erfolgt unterstützend, das heißt, es geht darum, die Symptome zu lindern.
Durch den Einsatz von Levodopa oder Amantadin kann in einigen Fällen eine Besserung der Steifheit erreicht werden.
Durch eine Physio- oder Ergotherapie kann versucht werden, die Beweglichkeit so lange wie möglich kontrolliert aufrechtzuerhalten.
Wie der Name schon vermuten lässt, verläuft die progressive supranukleäre Blickparese progressiv und schreitet somit immer weiter fort.
Eine erfolgversprechende Therapie gibt es nicht.
Es kann lediglich der Verlauf verlangsamt und die Symptome gelindert werden.
Am Ende verläuft die PSB leider immer tödlich, wie lange Betroffene aber noch leben ist individuell unterschiedlich.
Da die Ursachen der progressiven supranukleären Blickparese noch nicht bekannt sind, kann dieser nicht wirklich durch Maßnahmen vorgebeugt werden.
Die Erkrankung ist nicht heilbar und schreitet meist innerhalb von 5–10 Jahren nach den ersten Symptomen deutlich voran.
Die Lebenserwartung ist im Durchschnitt verkürzt, vor allem wegen der oben genannten Komplikationen.
Die Prognose der progressiven supranukleären Blickparese ist leider nicht besonders gut.
Wie lange Betroffene nach der Diagnose einer supranukleären Blickparese leben, ist individuell sehr unterschiedlich. Im Schnitt sind es 5 bis 6 Jahre, aber auch Fälle, in denen Betroffene nur zwei oder auch über 15 Jahre gelebt haben, sind bekannt.