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pfeilWas ist das?

Bei der Herpes-Simplex-Enzephalitis (HSVE) kommt es zu einer Entzündung des Gehirngewebes aufgrund einer Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus. Vor allem Menschen mit geschwächten Immunsystem sollten auf Anzeichen einer HSVE achten. Sind nur die Hirnhäute betroffen, spricht man von einer Herpes-Simplex-Meningitis. Greift die Entzündung das Gehirn und die Hirnhäute an, ist von einer Herpes-Simplex-Meningoenzephalitis die Rede.

Zusammenfassung Herpes-Simplex-Enzephalitis

  • Ursache ist der Herpes-Simplex-Virus.
  • Es kommt zu einem zweiphasigen Verlauf.
  • Zunächst Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit.
  • Anschließend neurologische Ausfälle.
  • Eine antivirale Therapie wird notwendig.
  • Unbehandelt führt eine Herpes-Simplex-Enzephalitis meist zum Tod.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1 / 1Mio.
Alters FaktenAlter~ 5 - 30
Geschlecht FaktenGeschlecht~ 1 : 1
pfeilIst das gefährlich?
Gefahrenhinweis Herpes-Simplex-Enzephalitis
Achtung!

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!

Epileptische Anfälle und Lähmungserscheinungen.

potentiell Lebensgefährliche Erkrankung

Die Herpes-Simplex-Enzephalitis ist eine sehr gefährliche Erkrankung. Eine sofortige Therapieeinleitung ist überlebenswichtig. Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die Herpes-Simplex-Enzephalitis in den meisten Fällen tödlich.

Gefährlichkeit - 9.8 /10
pfeilWann zum Arzt?

Treten bei Dir oder Angehörigen grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kontakt eines Herpes-Simplex-Virus auf, musst Du umgehend Deinen Arzt informieren.

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Ursachen Herpes-Simplex-Enzephalitis

  • Infektion – Die Ursache für eine Herpes-Simplex-Enzephalitis ist eine Infektion/ Ansteckung mit dem Herpes-Simplex-Virus oder eine Reaktivierung des Virus, welcher nach einer bereits stattgefundenen Infektion im Körper verbleibt.
    • Die Viren gelangen meist über die Nase in den Körper und wandern von dort aus ins Gehirn.
  • Risikofaktoren der HSV-Enzephalitis:
    • Menschen mit einer Immunschwäche

Herpes-Simplex-Virus

Die Herpes-Simplex-Enzephalitis entsteht immer aufgrund einer Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus.

Normalerweise löst der Kontakt mit dem Virus nicht so eine heftige Reaktion aus und es bleibt – je nach Form – bei einer Fieberblase oder einer sexuellen Krankheit (Genitalherpes).

Bei älteren oder immungeschwächten Menschen ist die Wahrscheinlichkeit an einer Enzephalitis zu erkranken besonders hoch.

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Symptome Herpes-Simplex-Enzephalitis

Bei der Herpes-Simplex-Enzephalitis ist ein zweiphasiger Verlauf typisch.

  1. Allgemeinsymptome – Zunächst treten Allgemeinsymptome, die sich kurzzeitig bessern.
    1. Hohes Fieber
    2. Kopfschmerzen
    3. Abgeschlagenheit
  2. Neurologische Erscheinungen – Im weiteren Verlauf kommt es zu neurologischen und psychiatrischen Auffälligkeiten mit:
    1. Bewusstseinsstörungen und Wesensveränderungen
    2. epileptischen Anfällen und/oder Lähmungen.

2-phasiger Verlauf bei Herpes-Simplex-Enzephalitis

Meistens klagen Betroffene die ersten paar Tage über grippeähnliche Symptome und Abgeschlagenheit.
Dieser Phase folgt eine kurze Besserung, in der sich der Patient wieder fast gesund fühlt. Anschließend kommt es auch wieder zu einem Fieberanstieg mit Erbrechen, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.

Die neurologischen Symptome nehmen dann zunehmend überhand und neben einer Aphasie (Sprachstörung), generellen Verlangsamung und einem Meningismus kann es bis zu einer einseitigen Parese (unvollständige Lähmung) kommen.
Der Hirndruck steigt unbehandelt stetig an und führt, wenn er zu hoch wird, zum Koma (erhöhter Hirndruck).

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Diagnose Herpes-Simplex-Enzephalitis

  • Liquordiagnostik – Liquordiagnostik mit Untersuchung auf entzündliche Veränderungen und Erregerbestandteile.
  • Bildgebung – In einer Bildgebung des Kopfes mittels CT (Computertomografie) oder MRT (Magnetresonanztomografie) sind typische Veränderungen bei einem Befall zu sehen.

Erregernachweis bei Herpes-Simplex-Enzephalitis

Zur Diagnose wird eine Liquordiagnostik mit direktem Erregernachweis durchgeführt.
Der indirekte Erregernachweis und die Serologie aus dem Blut sind erst in der zweiten Infektionswoche als diagnostische Mittel brauchbar. Eine CT- oder MRT-Untersuchung kann auch zum Einsatz kommen, ist aber nur bei Befall des Gehirns und der Hirnhäute auffällig.

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Differenzialdiagnose

Bei anderen das Gehirn und die Hirnhäute betreffenden Erkrankungen können ähnliche Symptome aufkommen.
Hierzu zählen beispielsweise die FSME-meningoenzephalitis, die auch mit einem Fieberschub beginnt, der nachlässt und einige Tage später mit schwereren Symptomen zurückkehrt.

Auch andere Viren, die Enzephalitiden auslösen, wie beispielsweise das CMV- oder das Varizellen-Virus, kommen in Frage.

In seltenen Fällen kann auch eine Hirnblutung, ein Schlaganfall oder eine Sinusvenenthrombose hinter den Symptomen stecken.

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Behandlung Herpes-Simplex-Enzephalitis

  • Antivirale Therapie – Bereits bei dem Verdacht auf eine Herpes-Enzephalitis muss eine sofortige antivirale Therapie mit Aciclovir begonnen werden.
  • Antikonvulsive Medikamente – Bei epileptischen Anfällen werden antikonvulsive Medikamente verabreicht, die die Krampfschwelle erhöhen und so einen Anfall verhindern.
  • Fiebersenkung – Eine weitere Therapiemaßnahme ist das Senken des Fiebers.

Schnellstmögliche Einleitung der Behandlung mit Aciclovir

Bei einer Herpes-Simplex-Enzephalitis ist es wichtig, so schnell wie möglich die Therapie mit einem Virustatikum zu beginnen
Das Mittel der Wahl ist Aciclovir, aber auch Famciclovir oder Valaciclovir sind zugelassen.

Das Aciclovir wird über zwei Wochen verabreicht und vor allem bei der Beteiligung des zentralen Nervensystems können sehr hohe Dosen zum Einsatz kommen.

Die medikamentöse Behandlung wird fortgesetzt, bis das Virus bei zwei Kontrollen nicht mehr nachgewiesen werden kann.

Zusätzlich erfolgt eine symptomatische Behandlung mit Antiemetika gegen die Übelkeit oder Analgetika gegen die Schmerzen.

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Prognose

  • Unbehandelt führt eine Herpes-Simplex-Enzephalitis in 70–80 % der Fälle zum Tod.
  • Selbst mit optimaler Therapie besteht ein hohes Risiko daran zu versterben (10–20 %).
  • Bei der Hälfte der Überlebenden bestehen nach der Erkrankung bleibende Schäden, welche die kognitiven Fähigkeiten einschränken.

Abhängig von der Behandlung (Zeitpunkt)

Die Prognose einer Herpes-Simplex-Enzephalitis ist nicht besonders gut, hängt aber davon ab, wann die Herpes-Simplex-Enzephalitis erkannt und behandelt wird.

Bei frühzeitiger Behandlung beträgt die Sterberate 20%, ohne Behandlung liegt sie bei 70%.

Bei einem Drittel der Patienten sind nach der Therapie noch dauerhafte neurologische Schäden, wie beispielsweise Paresen, zu beobachten.

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Verlauf

  • Eine Herpes-Simplex-Enzephalitis fängt erst mit grippeähnlichen Symptomen an.
    Der Betroffene klagt Kopfschmerzen und Übelkeit.
  • Nach wenigen Tagen tritt eine Besserung ein.
  • Einige Tage nach der Besserung kommt es aber wieder zur Verschlechterung des Zustandes mit Fieberanstieg und neurologischen Symptomen.
    Hierzu zählen Verwirrtheit, Somnolenz (Bewusstseinsstörung) und auch Paresen (Lähmungen). Paresen können bei schlechtem Verlauf auch nachdem die Krankheit überstanden ist zurückbleiben.
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Dauer

Die Behandlung einer Herpes-Simplex-Enzephalitis dauert etwa 10 bis 14 Tage.

Dies kann sich jedoch individuell ändern, da die Dauer der Therapie von der Viruslast abhängt.

Ist der Virus zwei Tests nacheinander nicht mehr nachzuweisen, kann mit der Therapie aufgehört werden.

Ohne Therapie heilt die Krankheit eher nicht aus und die Sterberate liegt bei 70 %.

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Vorbeugung

  • Einer Infektion mit Herpes vorzubeugen stellt sich als schwierig dar. Die Durchseuchungsrate liegt bei über 90 %.
  • Um einer Virus-Reaktivierung vorzubeugen, sollte auf ein starkes Immunsystem geachtet werden.

Vorbeugung erweist sich als schwierig

Wirklich vorbeugen kann man eine Herpes-Simplex-Enzephalitis nicht, da über 90 % der Menschen schon mit dem Virus infiziert sind und es keine Impfung gibt.

Ein intaktes Immunsystem ist die einzige und beste Art die Wahrscheinlichkeit einer schweren Herpes-Simplex-Infektion zu vermindern.

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Bei Kindern

Bei Kindern können die Symptome neben den oben genannten auch Krampfanfälle und Ausschläge beinhalten.

Der Ausschlag besteht aus Bläschen, die rot und flüssigkeitsgefüllt sind.

Sollte der Verdacht auf eine Herpes-Simplex-Infektion bei einem Kind oder Baby bestehen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da die Infektion bei Babys wahrscheinlicher schlecht verläuft.

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Zahlen & Statistiken

  • Etwa 15% der Virus-Enzephalitiden werden vom Herpes-Simplex-Virus verursacht.
  • Die jährliche Inzidenz wird auf eine Erkrankung pro 500.000 Einwohner geschätzt.
  • Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen 5 und 30 Jahren und über 50-Jährige.
    Hierzu ist zu sagen, dass über 90 % der Menschen schon einmal mit dem Herpes-Simplex-Virus infiziert wurden und das Virus im Körper tragen, ohne krank zu sein.

In seltenen Fällen kann das Virus, das normalerweise für Fieberblasen verantwortlich ist, eine schwerwiegende Enzephalitis auslösen.

aktualisiert: 01.07.2025
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  • Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen 5 und 30 Jahren und über 50-Jährige.
    Hierzu ist zu sagen, dass über 90 % der Menschen schon einmal mit dem Herpes-Simplex-Virus infiziert wurden und das Virus im Körper tragen, ohne krank zu sein.

In seltenen Fällen kann das Virus, das normalerweise für Fieberblasen verantwortlich ist, eine schwerwiegende Enzephalitis auslösen.

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