Herpes-Simplex-Enzephalitis (Herpesenzephalitis), wenn es zur Entzündung des Gehirns aufgrund des Herpes-simplex Virus kommt.

Bei der Herpes-Simplex-Enzephalitis (HSVE) kommt es zu einer Entzündung des Gehirngewebes aufgrund einer Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus. Vor allem Menschen mit geschwächten Immunsystem sollten auf Anzeichen einer HSVE achten. Sind nur die Hirnhäute betroffen, spricht man von einer Herpes-Simplex-Meningitis. Greift die Entzündung das Gehirn und die Hirnhäute an, ist von einer Herpes-Simplex-Meningoenzephalitis die Rede.

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!
Epileptische Anfälle und Lähmungserscheinungen.
Die Herpes-Simplex-Enzephalitis ist eine sehr gefährliche Erkrankung. Eine sofortige Therapieeinleitung ist überlebenswichtig. Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die Herpes-Simplex-Enzephalitis in den meisten Fällen tödlich.
Treten bei Dir oder Angehörigen grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit im zeitlichen Zusammenhang mit dem Kontakt eines Herpes-Simplex-Virus auf, musst Du umgehend Deinen Arzt informieren.
Die Herpes-Simplex-Enzephalitis entsteht immer aufgrund einer Infektion mit dem Herpes-Simplex-Virus.
Normalerweise löst der Kontakt mit dem Virus nicht so eine heftige Reaktion aus und es bleibt – je nach Form – bei einer Fieberblase oder einer sexuellen Krankheit (Genitalherpes).
Bei älteren oder immungeschwächten Menschen ist die Wahrscheinlichkeit an einer Enzephalitis zu erkranken besonders hoch.
Bei der Herpes-Simplex-Enzephalitis ist ein zweiphasiger Verlauf typisch.
Meistens klagen Betroffene die ersten paar Tage über grippeähnliche Symptome und Abgeschlagenheit.
Dieser Phase folgt eine kurze Besserung, in der sich der Patient wieder fast gesund fühlt. Anschließend kommt es auch wieder zu einem Fieberanstieg mit Erbrechen, Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen.
Die neurologischen Symptome nehmen dann zunehmend überhand und neben einer Aphasie (Sprachstörung), generellen Verlangsamung und einem Meningismus kann es bis zu einer einseitigen Parese (unvollständige Lähmung) kommen.
Der Hirndruck steigt unbehandelt stetig an und führt, wenn er zu hoch wird, zum Koma (→ erhöhter Hirndruck).
Zur Diagnose wird eine Liquordiagnostik mit direktem Erregernachweis durchgeführt.
Der indirekte Erregernachweis und die Serologie aus dem Blut sind erst in der zweiten Infektionswoche als diagnostische Mittel brauchbar. Eine CT- oder MRT-Untersuchung kann auch zum Einsatz kommen, ist aber nur bei Befall des Gehirns und der Hirnhäute auffällig.
Bei anderen das Gehirn und die Hirnhäute betreffenden Erkrankungen können ähnliche Symptome aufkommen.
Hierzu zählen beispielsweise die FSME-meningoenzephalitis, die auch mit einem Fieberschub beginnt, der nachlässt und einige Tage später mit schwereren Symptomen zurückkehrt.
Auch andere Viren, die Enzephalitiden auslösen, wie beispielsweise das CMV- oder das Varizellen-Virus, kommen in Frage.
In seltenen Fällen kann auch eine Hirnblutung, ein Schlaganfall oder eine Sinusvenenthrombose hinter den Symptomen stecken.
Bei einer Herpes-Simplex-Enzephalitis ist es wichtig, so schnell wie möglich die Therapie mit einem Virustatikum zu beginnen
Das Mittel der Wahl ist Aciclovir, aber auch Famciclovir oder Valaciclovir sind zugelassen.
Das Aciclovir wird über zwei Wochen verabreicht und vor allem bei der Beteiligung des zentralen Nervensystems können sehr hohe Dosen zum Einsatz kommen.
Die medikamentöse Behandlung wird fortgesetzt, bis das Virus bei zwei Kontrollen nicht mehr nachgewiesen werden kann.
Zusätzlich erfolgt eine symptomatische Behandlung mit Antiemetika gegen die Übelkeit oder Analgetika gegen die Schmerzen.
Die Prognose einer Herpes-Simplex-Enzephalitis ist nicht besonders gut, hängt aber davon ab, wann die Herpes-Simplex-Enzephalitis erkannt und behandelt wird.
Bei frühzeitiger Behandlung beträgt die Sterberate 20%, ohne Behandlung liegt sie bei 70%.
Bei einem Drittel der Patienten sind nach der Therapie noch dauerhafte neurologische Schäden, wie beispielsweise Paresen, zu beobachten.
Die Behandlung einer Herpes-Simplex-Enzephalitis dauert etwa 10 bis 14 Tage.
Dies kann sich jedoch individuell ändern, da die Dauer der Therapie von der Viruslast abhängt.
Ist der Virus zwei Tests nacheinander nicht mehr nachzuweisen, kann mit der Therapie aufgehört werden.
Ohne Therapie heilt die Krankheit eher nicht aus und die Sterberate liegt bei 70 %.
Wirklich vorbeugen kann man eine Herpes-Simplex-Enzephalitis nicht, da über 90 % der Menschen schon mit dem Virus infiziert sind und es keine Impfung gibt.
Ein intaktes Immunsystem ist die einzige und beste Art die Wahrscheinlichkeit einer schweren Herpes-Simplex-Infektion zu vermindern.
Bei Kindern können die Symptome neben den oben genannten auch Krampfanfälle und Ausschläge beinhalten.
Der Ausschlag besteht aus Bläschen, die rot und flüssigkeitsgefüllt sind.
Sollte der Verdacht auf eine Herpes-Simplex-Infektion bei einem Kind oder Baby bestehen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da die Infektion bei Babys wahrscheinlicher schlecht verläuft.
In seltenen Fällen kann das Virus, das normalerweise für Fieberblasen verantwortlich ist, eine schwerwiegende Enzephalitis auslösen.