Wasserkopf (Hydrocephalus), wenn sich übermäßig viel Wasser (bzw. Liquorflüssigkeit) im Inneren des Schädels ansammelt.

Bei einem Wasserkopf, auch Hydrocephalus genannt, handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es zu einer Erweiterung der Liquorräume (Räume, durch die das Hirnwasser fließt) im Gehirn kommt. Ein Wasserkopf kann angeboren oder erworben sein.
Ein Hydrocephalus ist immer behandlungsbedürftig, da es durch den Aufstau des „Hirnwassers“ zu einer Druckerhöhung im Schädel kommt (außer bei einem "Normaldruckhydrozephalus", dazu weiter unten mehr).
Da der Schädel verknöchert ist und somit sehr fest, gibt es kaum Raum „zur Ausbreitung“ bzw. zum Entweichen des Gehirns, wenn es zu einem Druckanstieg kommt.
Das Gehirn wird dann früher oder später eingeklemmt und je nach Stelle der Einklemmung kommt es zu einer Atemlähmung bzw. sogar zum Tod.
Ein Wasserkopf kann also lebensbedrohlich werden, besonders wenn es sich um ein akutes Problem handelt.
Je nach Alter präsentiert sich ein Wasserkopf unterschiedlich.
Sollte es aber zu Nüchternerbrechen und Kopfschmerzen oder gar Krampfanfällen kommen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Auch bei Verhaltensänderungen oder Änderungen der Persönlichkeit sollte man einen Arzt aufsuchen.
Besonders ältere Personen, die plötzlich Gangschwierigkeiten in Kombination mit Wortfindungsstörungen oder anderen kognitiven Einschränkungen und Harninkontinenz entwickeln, sollten sich ärztlich untersuchen lassen.
Dies weist auf einen Normaldruckhydrocephalus hin.
Bei einem Wasserkopf kommt es zu einem vermehrten Vorhandensein von Hirnwasser (Liquor) oder durch Abflussbehinderung zu einem Stau des ständig neu produzierten Liquors.
Um die Entstehung eines Wasserkopfes und die damit verbundenen Probleme besser verstehen zu können, müssen wir uns einmal die Anatomie angucken.
Zunächst kann man zwischen inneren und äußeren Liquorräumen im und ums Gehirn unterscheiden.
Diese stehen über verschiedene Strukturen miteinander in Verbindung.
Der innere Liquorraum besteht aus hintereinander geschalteten Hohlräumen, die quasi in die Gehirnmatrix eingebaut sind und über einen „Hauptgang“ - dem Aquädukt und 2 Nebengängen seitlich davon mit dem äußeren Liquorraum kommunizieren.
Die Hohlräume werden auch als Ventrikel bezeichnet und gelten als Speicher und Produktionsstätte des Hirnwassers.
Der äußere Liquorraum wird von den Hirn- und Rückenmarkshäuten gebildet.
Er befindet sich zwischen 2 Hirnhäuten, nämlich der „Arachnoidea“ und der „Pia mater“.
Im sogenannten „Subarachnoidalraum“ - dem Raum zwischen den beiden Häuten - fließt dann das Hirnwasser.
Das äußere Liquorsystem „umspült“ so das gesamte Gehirn und Rückenmark (deswegen kann man auch durch eine Liquorpunktion im unteren Rücken das Hirnwasser analysieren).
Der sogenannte „Plexus choroideus“ bildet den Liquor tagtäglich.
Er befindet sich im inneren Liquorraum.
Das ganze System ist sehr aufeinander abgestimmt und strebt ein ständiges Gleichgewicht an. Prinzipiell richtet sich der Fluss vom inneren System in das äußere, wo es resorbiert wird.
Man kann den Wasserkopf in verschiedene Kategorien einteilen.
Die Symptome bei einem Wasserkopf variieren je nach Alter der Betroffenen.
Symptome bei Neugeborenen, Babys und Kleinkindern:
Symptome bei älteren Betroffenen:
Eine gesonderte Rolle kommt auch hier dem Normaldruckhydrocephalus zu.
Er geht mit 3 typischen Symptomen einher, die als Hakim-Trias bezeichnet werden.
Hierzu zählen:

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Nur bei Kleinkindern sieht man einen Wasserkopf und auch dann nur, wenn dieser schon seit der Geburt besteht oder früh im Leben auftritt.
Der Wasserkopf (Hydrocephalus) muss auftreten, bevor die Schädelnähte geschlossen sind, da nur sich nur dann der Schädel noch an die höheren Drücke ums Gehirn anpassen kann.
Das ist auch der Reiz, den der Schädel zum Wachsen braucht.
Der Kopf wirkt im Vergleich zum Kopf anderer Kinder größer, teilweise so groß wie eine Melone oder noch größer.
Es kommt auch zum sogenannten Sonnenuntergangsphänomen.
Hierunter versteht man den starren Blick nach unten, sodass ein Teil der Hornhaut unter dem unteren Augenlid verschwindet und man einen weißen Streifen der Sklera über der Pupille sieht.
Weitere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen wie ein Wasserkopf.
→ Siehe dazu auch Absatz Operation
Die Operation, um den Shunt einzubauen, findet unter Vollnarkose statt.
Anlegen des Shunts
Um das System einzulegen, wird ein kleines Loch in die Schädeldecke gebohrt, anschließend wird ein Silikonschlauch in den Ventrikel eingelegt.
Dieser Schlauch ist mit einem Ventil verbunden, das unter der Kopfhaut hinter dem Ohr platziert wird. So lässt sich der Druck individuell einstellen, da auch eine Überdrainage gefährlich werden kann und Unterdruck verursacht.
Außerdem verhindert das Ventil einen Rückfluss des Liquors ins Gehirn.
Mittels Magnet lässt sich das Ventil einstellen und steuern.
Aufbau Liquor Reservoir
Weiterhin wird häufig ein Reservoir eingebaut, aus dem man später zum Beispiel einfach Liquor entnehmen kann, ohne dass man eine Liquorpunktion durchführen muss.
Es ermöglicht auch die direkte Messung des Drucks im Schädel (intrakranieller Druck).
Schlauchverbindung zum Bauchraum
Die Verbindung zum Bauchraum wird über einen dünnen Schlauch geschaffen.
Dieser verläuft am Hals unter der Haut über die Brustwand zum Bauchraum, wo er dann letztendlich endet.
Das Hirnwasser wird anschließend vom Bauchfell resorbiert.
Zur Überwachung bleibt man nach dem Eingriff noch etwa 2–3 Tage im Krankenhaus.
In der Regel verspürt man eine schnelle Symptombesserung, da durch den geschaffenen Abfluss das auslösende Problem behoben wurde (die Ursache zwar nicht immer, da der erhöhte Hirndruck auch nur ein Symptom ist, aber das ist das, was die Symptome macht).
Es kann zu Komplikationen kommen, hierzu zählen zum Beispiel:
Alles in allem ist der Eingriff aber recht sicher und wird häufig durchgeführt.
Eine gute Aufklärung und Nachbetreuung ist wichtig, um Fragen und mögliche Berührungsängste zu klären.
Die Prognose bei einem Wasserkopf richtet sich nach der Ursache.
Es gibt Erkrankungen, die einen Wasserkopf (Hydrocephalus) auslösen, die sehr gut zu behandeln sind, andere wie zum Beispiel ein Tumor lassen sich teilweise nicht oder nur schlecht behandeln.
In der Regel lässt sich aber der Hirndruck gut durch einen Shunt regulieren, sodass das Hirnwasser gut abfließen kann.
Ein Hydrocephalus kann vorübergehend auftreten, zum Beispiel wenn ein Tumor den Abfluss blockiert und dieser dann entfernt werden kann oder aber dauerhaft über das ganze Leben.
Auch Kinder können von einem Wasserkopf betroffen sein.
Die Symptome sind meist etwas anders als bei Erwachsenen.
Oftmals leiden Kinder, wenn sie unter einem Wasserkopf leiden, noch an weiteren Erkrankungen, zum Beispiel im Rahmen von verschiedenen Syndromen.
Heutzutage lässt sich ein Wasserkopf (Hydrocephalus) aber gut behandeln.